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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.01.2023

Ein Covid-Roman

Delphi
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Claire Pollard ist bekannt als Dichterin. Dafür gesehen ist sie in ihrem ersten Prosawerk wenig Lyrisch. Sprachlich war ich leicht enttäuscht, dafür gibt es einige bemerkenswerte Überlegungen.
Abgeleitet ...

Claire Pollard ist bekannt als Dichterin. Dafür gesehen ist sie in ihrem ersten Prosawerk wenig Lyrisch. Sprachlich war ich leicht enttäuscht, dafür gibt es einige bemerkenswerte Überlegungen.
Abgeleitet von Delphi und den Orakeln lässt sie ihre Protagonistin in Zeiten des Lockdowns in jeweils kurzen Kapiteln über verschiedene Themen nachdenken.
Sie lebt in London, ist Professor für Altphilologie und Übersetzerin, verheiratet, hat einen Sohn und einiges zu klagen. 2020 war die Situation wegen Corona aber auch wirklich für viele belastend. Der Lockdown sorgte für Frustration und Langeweile.
Da man das aus eigenen Erfahrungen teilweise kennt, kann man die Gemütslage der Protagonistin nachvollziehen. Auch die Beziehungsprobleme innerhalb der Familie sind interessant zu folgen.

Ein Roman, der durch einige gute Formulierungen überzeugt.

Veröffentlicht am 12.01.2023

Start der Tanner Hollow Reihe

Rückkehr nach Tanner Hollow
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Rückkehr nach Tanner Hollow ist ein typischer US-amerikanischer Romantic Thriller mit den funktionierenden Bausteinen Liebesgeschichte, Familiengeheimnis und einer jungen Frau in Gefahr.
Die Protagonistin ...

Rückkehr nach Tanner Hollow ist ein typischer US-amerikanischer Romantic Thriller mit den funktionierenden Bausteinen Liebesgeschichte, Familiengeheimnis und einer jungen Frau in Gefahr.
Die Protagonistin Kallie kehrt nach 5 Jahren zurück in ihr Elternhaus, nachdem ihr Stiefvater gewalttätig wurde. Jetzt ist er tot und Kallie glaubt gefahrlos zurückkommen zu können, doch bei ihrer Ankunft wird ein Mordanschlag auf sie verübt, kurz darauf ein zweites mal.-
Zeit, der Familiengeschichte auf die Spur zu kommen.
Und dann gibt es noch Nolan, der Kallie liebt und sie unterstützt.
Leider geht die Charakterentwicklung nicht sehr in die Tiefe. Das ist auch dem geringem Umfang des Buches geschuldet.

Der Roman lässt sich flüssig und gut lesen. Das Buch ist kurz und man ist schnell durch. Das Genre erfindet der Roman nicht neu, aber für wenige spannende Lesestunde ist er mehr als okay. Dennoch ziehe ich wegen mangelnder Originalität und Kürze einen Stern bei der Bewertung ab.

Jetzt gilt es abzuwarten, denn es werden in kürze noch 3 Teile der Tanner Hollow-Reihe folgen

Veröffentlicht am 23.12.2022

Eine Reise in drei Teilen

Es ging immer nur um Liebe
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Musa Okwonga ist ein junger, hochgebildeter Mann aus Großbritannien mit Wurzeln aus Uganda, der nach Berlin geht und da ein nachvollziehbares, glaubwürdiges Stadtporträt schafft und zeigt, wie ein Immigrant ...

Musa Okwonga ist ein junger, hochgebildeter Mann aus Großbritannien mit Wurzeln aus Uganda, der nach Berlin geht und da ein nachvollziehbares, glaubwürdiges Stadtporträt schafft und zeigt, wie ein Immigrant sich fühlt. Sein Ziel ist es Schriftsteller zu werden,
Er erzählt außerdem viel von Beziehungen und z.B. wie sich seine Freundin von ihm getrennt hat. Auch Rassismus im Alltag ist Thema.
In erster Linie geht es aber darum, wie ein Mann zu sich selbst findet, fast schon ein Coming-of-Age. Einige Passagen wirken aber wie Selbsthilfe-Ratgeber-Prosa, das hat mir weniger gut gefallen.
Ich hatte ehrlich gesagt Probleme mit der Erzählform, die konsequent in der zweiten Person gehalten ist.
Nur weil es thematisch wichtig und relevant ist, bin ich dabeigeblieben. Belohnt werde ich im letzten Romanviertel durch eine Reise nach Uganda, der für mich beste Abschnitt.
Der Roman ist ein Beispiel für die Stärke des autofiktionalen Erzählens.

Das Hörbuch wird von Benito Baus gelesen und er ist ganz okay.

Veröffentlicht am 20.11.2022

Buch der Geheimnisse

Die dunklen Sommer
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Miranda Beverly Whittemore ist die Spezialistin für atmosphärische Romane mit Überbetonung des Geheimnisvollen. Der deutsch Titel Die dunklen Sommer ist gut gewählt, da ihr Buch eine leicht düstere, untergründige ...

Miranda Beverly Whittemore ist die Spezialistin für atmosphärische Romane mit Überbetonung des Geheimnisvollen. Der deutsch Titel Die dunklen Sommer ist gut gewählt, da ihr Buch eine leicht düstere, untergründige Spannung hat und die Erzählerin Saskia sich in einem Zustand der Trauer befindet. Jung hat sie viel verloren, z.B. den tödlich verunglückten jüngeren Bruder. Das führte zur Trennung der Familie, der Vater kommt sogar ins Gefängnis und Saskia landet schließlich in einer Art Sekte. Dort erlebt sie tiefe Freundschaft, dann dann passiert etwas.
Die Kapitel wechseln wechseln zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Die Autorin hat einen guten Stil, der manchmal auch etwas mühsam sein kann. Das wird durch kurze, präzise ausformulierte Kapitel abgemildert.
Streckenweise hatte ich meine Probleme mit dem Buch, insbesondere mit der leicht nervigen Protagonistin, aber im Prinzip ist das Buch auf dem Niveau wie Bittersweet und ich gebe 3,5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 15.11.2022

Der Asket der Zukunft

Das Wenige und das Wesentliche
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Ein Stundenbuch, sehr reflektierend. Es erzeugt mehr Fragen als Antworten.
John von Düffel spricht zunächst viel von moderner Askese und auch vom Asket der Zukunft.
De Schauplatz in Ligurien ist nicht ...

Ein Stundenbuch, sehr reflektierend. Es erzeugt mehr Fragen als Antworten.
John von Düffel spricht zunächst viel von moderner Askese und auch vom Asket der Zukunft.
De Schauplatz in Ligurien ist nicht unwichtig. Es wird sogar griechische Mythologie in den Betrachtungen einbezogen.
Der Autor durchdenkt einige Aspekte des Lebens, und das ganz ohne Esoterik.
Das ist schon gut gemacht.