Platzhalter für Profilbild

teddy15

Lesejury-Mitglied
offline

teddy15 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit teddy15 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.11.2022

Beeindruckend

Verbrenn all meine Briefe
0

Verbrenn all meine Briefe hat mich beeindruckt und bewegt. Das Buch erzählt die Geschichte der Familie des Autors und offenbart dabei einige schlimme Dramen. Das einzige, was mir gefehlt hat, waren klare ...

Verbrenn all meine Briefe hat mich beeindruckt und bewegt. Das Buch erzählt die Geschichte der Familie des Autors und offenbart dabei einige schlimme Dramen. Das einzige, was mir gefehlt hat, waren klare Rückschlüsse auf das Leben des Autors, allerdings sind diese vermutlich erst später wirklich klar. Ich mag den ruhigen und bedächtigen Schreibstil des Autors sehr gerne. Auch das Cover ist sehr sanft und wirkt unkompliziert. Die Geschichte ist vielschichtig aufgebaut und erzählt über die Liebe eines Paars, das kein Paar sein durfte. Die Geschehnisse erfährt man einmal aus der Retrospektive und einmal aus der Zeit, in der sie spielen. Dabei werden viele verschiedene Gefühle geweckt, wobei die Trauer um die unerfüllbare Liebe dominiert. Das Buch ist ein sehr schönes Werk und ich würde es weiterempfehlen, auch wenn ich "Die Überlebenden" von dem Autor noch ein Stück besser fand.

Veröffentlicht am 08.04.2023

Ungewöhnlich

3000 Yen fürs Glück
0

"3000 Yen fürs Glück" ist ein ungewöhnliches Buch, das nicht nur die Geschichte einer Familie erzählt, sondern auch Tipps zum Sparen gibt. Diese Tipps sind jedoch spezifisch für die japanische Kultur und ...

"3000 Yen fürs Glück" ist ein ungewöhnliches Buch, das nicht nur die Geschichte einer Familie erzählt, sondern auch Tipps zum Sparen gibt. Diese Tipps sind jedoch spezifisch für die japanische Kultur und nicht unbedingt auf Europa übertragbar. Das Buch gibt einen Einblick in die Rolle der Frau in der japanischen Gesellschaft, was für europäische Leserinnen befremdlich sein kann. Dennoch ist das Buch unterhaltsam und informativ, da es auf finanzielle Gefahren hinweist und langfristige Planung empfiehlt. Obwohl das Thema Geld oft vermieden wird, ist es ein wichtiger Aspekt der Selbstbestimmung, insbesondere für junge Frauen. Obwohl das Buch nicht immer flüssig zu lesen ist, hofft man, dass es vielen Leserinnen die Augen öffnet und sie zum Sparen motiviert. Immerhin ist das ein Thema, das auch bei uns in Europa wichtig ist, wenn auch vielleicht nicht mit 3000 Yen, sondern mit 30€.

Veröffentlicht am 24.03.2023

Unterhaltsam

Bissle Spätzle, Habibi?
0

Ich habe das Buch durchaus genossen und hatte meinen Spaß beim Lesen. Amaya ist ein netter Charakter, dem man gut nachfühlen kann. Ich muss sagen, mir haben es vor allem ihre lieben Geschwister und eigentlich ...

Ich habe das Buch durchaus genossen und hatte meinen Spaß beim Lesen. Amaya ist ein netter Charakter, dem man gut nachfühlen kann. Ich muss sagen, mir haben es vor allem ihre lieben Geschwister und eigentlich auch ihr Baba angetan. Umso weniger verstehe ich, wie die Beziehung zwischen Amaya und ihrem Baba zwischenzeitlich so angeschlagen sein konnte. Daniel ist ein echter Traummann für sie und er tat mir durchgängig leid, weil er sich so um sie bemüht hat und sie ihn dennoch anlog.
Was ich nicht verstehe, ist eine ziemliche Inkonsistenz: Wozu braucht Amaya nun ihren sexy Schlüpfer, wenn sie doch enthaltsam ist? Das hat mich quasi das ganze Buch über gestört.
Ansonsten habe ich mich mit dem Buch gut amüsiert. Ein paar Klischees weniger wären zwar schön gewesen, aber damit konnte ich auch leben. Ich würde es für seichte Lesestunden empfehlen.
Ich habe das Buch durchaus genossen und hatte meinen Spaß beim Lesen. Amaya ist ein netter Charakter, dem man gut nachfühlen kann. Ich muss sagen, mir haben es vor allem ihre lieben Geschwister und eigentlich auch ihr Baba angetan. Umso weniger verstehe ich, wie die Beziehung zwischen Amaya und ihrem Baba zwischenzeitlich so angeschlagen sein konnte. Daniel ist ein echter Traummann für sie und er tat mir durchgängig leid, weil er sich so um sie bemüht hat und sie ihn dennoch anlog.
Was ich nicht verstehe, ist eine ziemliche Inkonsistenz: Wozu braucht Amaya nun ihren sexy Schlüpfer, wenn sie doch enthaltsam ist? Das hat mich quasi das ganze Buch über gestört.
Ansonsten habe ich mich mit dem Buch gut amüsiert. Ein paar Klischees weniger wären zwar schön gewesen, aber damit konnte ich auch leben. Ich würde es für seichte Lesestunden empfehlen.

Veröffentlicht am 07.03.2023

Eindringlich

Wir hätten uns alles gesagt
0

Judith Hermanns "Wir hätten uns alles gesagt" ist ein relativ kurzes, autobiographisches Buch, das sich in drei Abschnitte gliedert. Der Schreibstil ist poetisch und eindringlich, oft verdichtet und philosophisch. ...

Judith Hermanns "Wir hätten uns alles gesagt" ist ein relativ kurzes, autobiographisches Buch, das sich in drei Abschnitte gliedert. Der Schreibstil ist poetisch und eindringlich, oft verdichtet und philosophisch. Es erfordert eine gewisse Konzentration und Aufmerksamkeit, um all die kleinen Schätze in diesem Buch zu entdecken. Hermann scheint mit Sprache umgehen zu können wie keine andere und ihre Kunstfertigkeit kommt in diesem Werk besonders zur Geltung.

Obwohl das Buch sehr persönlich ist, haben ihre früheren Werke mehr in der Leserin nachgehallt. Es gab Momente, in denen es fast so schien, als ob man heimlich Tagebuch-Gedanken lesen würde. Es gibt jedoch immer ein Fragezeichen, was ist Wahrheit, was ist Fiktion? Das hat mich zeitweise irritiert und erst gegen Ende konnte ich loslassen.

Insgesamt ist "Wir hätten uns alles gesagt" ein Buch, das fordert und kein leichtes Lesevergnügen bietet. Es erfordert eine gewisse Bereitschaft, sich auf die poetische und verdichtete Sprache einzulassen und es mehrfach zu lesen, um alle kleinen Schätze darin zu entdecken. Judith Hermanns Fähigkeit, Sprache zu nutzen, um das Innere ihrer Charaktere zu erforschen, ist bemerkenswert.

Veröffentlicht am 16.02.2023

Kein Wohlfühlbuch

Macht
0

Macht ist die Geschichte einer jungen Frau, die vergewaltigt wurde und diese Vergewaltigung verdrängt hat, bis sie sie Jahre später wieder mit aller Wucht einholt.
Die Geschichte beschreibt die Gefühle ...

Macht ist die Geschichte einer jungen Frau, die vergewaltigt wurde und diese Vergewaltigung verdrängt hat, bis sie sie Jahre später wieder mit aller Wucht einholt.
Die Geschichte beschreibt die Gefühle und Handlungen der jungen Frau auf eine durchaus bildliche Art und stellt dabei gerne nur indirekte Verbindungen her, sodass man sich als Leser seinen Teil denken muss. Vieles an den Geschehnissen erinnert an viele metoo Geschichten, Geschichten von Frauen, denen nicht geglaubt wird und die an ihrem eigenen Verstand zweifeln. Die Sprache des Buchs ist oft bildgewaltig und vermittelt das ein oder andere Gefühl mit einem durchaus heftigen Bild. Das Buch ist definiti kein Wohlfühlbuch (wie man es bei der Thematik wohl vermuten würde). Ich habe es an vielen Stellen nicht geschafft, die Protagonistin zu verstehen. Sie begeht viele merkwürdige Handlungen und hat viele merkwürdige Gedanken, die wohl einfach ihre Art des Copings mit der Situation sind. An manchen Stellen wirken die Gedanken wie ein Hohn gegenüber anderen Vergewaltigten, was ziemlich schwierig ist. Insgesamt ist Macht ein sehr interessantes Buch und zeigt eine ungewohnte Sichtweise, zu meinen Favoriten wird es jedoch nie gehören.