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Veröffentlicht am 19.04.2022

Humorvoller Krimi

Zurück nach Übertreibling
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Gloria Grays Krimi , Zurück nach Übertreibling, fällt in die Kategorie lesenswert und macht gute Laune.

Die Hauptprotagonistin dieses Krimis ist Vikki Viktoria eine Transfrau, mit einer nicht ganz leichten ...

Gloria Grays Krimi , Zurück nach Übertreibling, fällt in die Kategorie lesenswert und macht gute Laune.

Die Hauptprotagonistin dieses Krimis ist Vikki Viktoria eine Transfrau, mit einer nicht ganz leichten Geschichte. Vikki ist mit sich völlig im Reinen, als sie von ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Toni Besenwiesler, verurteilter Mörder bricht aus dem Gefängnis aus und will sich an Vikki rächen. Es beginnt ein Katz und Maus Spiel, mit der Polizei und dem Clanchef Achmet Kyriakides, mit dem Toni auch noch eine Rechnung offen hat. Vikki wird unterstützt von ihrem Freund Wolf Wolff und seinen Switch Blades.

Der Krimi ist humorvoll und temporeich geschrieben. Es gibt mehr als nur eine Stelle an der Vikki dennLeser schmunzeln oder sogar lauthals zum Lachen bringt.

Der Stil lässt alle Protagonisten zum Leben erwachen, die Autorin füllt sie mit Leben; der Leser sieht sie praktisch vor sich. Es sind alles richtige Typen, jeder auf seine Art besonders und liebenswert.

Man wird durch Vikkis Erzählweise oftmals komplett gefangen genommen und möchte einfach nur wissen, wie es weitergeht und dann kommt Vikki und spricht den Leser direkt an. Sie fragt nach der Meinung des Lesers, erklärt und beschreibt die aktuelle Situation. Oft wirft sie neue Fragen auf und regt den Leser zum Mitdenken und manchmal auch zum Umdenken an. Vikki hat zu allem eine Meinung und tut sie auch gerne kund.

Der Krimi ist so temporeich, dass man manchmal unwillkürlich die Luft anhält, Vikki und ihr Team aber trotzdem gedanklich weiter vorantreibt. Das Buch aus der Hand zu legen war nicht immer einfach, es ist eines von denen, die man so in einem Rutsch durchliest.

Am Ende ist alles schlüssig und jedes Rätsel gelöst, wie es sich für einen guten Krimi gehört, natürlich mit der ein oder anderen überraschenden Wendung. Der Leser hat die ganze Zeit die Möglichkeit mit zu rätseln und eigene Ideen zu entwickeln, natürlich mit Vikkis Hilfe.

Ich freue mich schon auf die nächste Ermittlung mit Frau Vikki Viktoria.

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Veröffentlicht am 14.04.2022

Ein wundervolles Buch

Der vergessene Geschmack von Glück
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Kurzmeinung: Ein wundervolles Buch, das man gelesen haben muss.

Wundervolles Buch

Lars Simon hat mit seinem Buch, Der vergessene Geschmack von Glück, eine zauberhafte Geschichte geschaffen, die man unbedingt ...

Kurzmeinung: Ein wundervolles Buch, das man gelesen haben muss.

Wundervolles Buch

Lars Simon hat mit seinem Buch, Der vergessene Geschmack von Glück, eine zauberhafte Geschichte geschaffen, die man unbedingt gelesen haben muss. Die Geschichte von Leif Söderberg, der im Hier und Jetzt lebt und von Anna-Greta Olsson, die vor hundert Jahren lebte hat mich zutiefst berührt.

Zum Inhalt, Anna-Greta Olsson ist eine wohlhabende Witwe, die sich einen Traum erfüllt indem sie die Insel Fjärranö erwirbt und darauf ihr Hotel, die Villa Hemland errichtet. Mit ihren Gerichten möchte sie die Seele der Menschen erreichen und sie glücklich machen.

Leif Söderberg beginnt seine Ausbildung bei seinem Mentor Pierre Lascombes und träumt von einem eigenen Restaurant. Nach dem tödlichen Unfall seines Ausbilders beendet Leif seine Lehre in einem schwedischen Fastfood Restaurant. Er verliert seine Leidenschaft für das Kochen und nach einer Auseinandersetzung mit einem Gast kündigt seinen Job.

Er arbeitet zur Überbrückung bis zu seiner Ausbildung zum Lebensmittelkontrolleur auf Fjärranö und wird hier tief in das Geheimnis um Anna-Gretas Suizid und ihre Geschichte hineingezogen.

Lars Simons Erzählstil ist leicht und flüssig, er erschafft Bilder im Kopf seiner Leser. Das ganze Buch ist während des Lesens wie ein Film vor meinem inneren Auge vorbeigezogen. Ich habe alle Charaktere dieses Buches genau vor mir gesehen. Egal ob es sich um einen Hauptprotagonisten oder eine Nebenfigur handelt, Lars Simons detailreiche, plastische Beschreibung hat sie alle gleichermaßen zum Leben erweckt.

Die Geschichte ist berührend und spannend zugleich, man möchte immer weiter lesen, um zu erfahren, was vor hundert Jahren passiert ist und wie  sich diese Geschehnisse in der Gegenwart auswirken.

Am Ende des Buches hat mich mich Lars Simon mit einem glücklichen Lächeln, aber auch mit dem Anflug von Bedauern zurück gelassen. Ich hätte gerne immer weiter gelesen, so sind mir die Protagonisten des Buches ans Herz gewachsen.

Lars Simon ist in meinen Augen ein ganz großer Erzähler. Ich bin glücklich, dass ich dieses Buch lesen durfte.

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Veröffentlicht am 10.04.2022

Zeitreise und noch viel mehr

Rückwärts laufende Hunde
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Zeitreise und noch viel mehr....
Wer bei Jesko Wilkes Roman. "Rückwärts laufende Hunde" , lediglich eine Zeitreise in die siebziger Jahre erwartet, wird überrascht werden.

Es geht um die Lebensgeschichte ...

Zeitreise und noch viel mehr....
Wer bei Jesko Wilkes Roman. "Rückwärts laufende Hunde" , lediglich eine Zeitreise in die siebziger Jahre erwartet, wird überrascht werden.

Es geht um die Lebensgeschichte von Joe (Joachim ) Anders. Der Autor lässt uns teilhaben an Joes größten Abenteuer, seinem Leben.

Joe wächst bei seiner alleinerziehenden Mutter auf. Viktoria betreibt eine Schönheitsfarm und Joe bleibt im Großen und Ganzen sich selbst überlassen. Häufig behandelt seine Mutter ihn wie einen Erwachsenen und teilt ihre Existenzängste mit dem damals vierzehnjährigen Sohn. An der nötigen Fürsorge und dem Rückhalt mangelt es Joe allerdings. Nachdem seine Mutter ihm die Wahrheit über seine Herkunft beichtet, hält er es bei ihr nicht mehr aus und geht fort. Joe macht seinen Weg.

Jesko Wilkes Erzählstil lässt sofort Bilder entstehen, man sieht alles wie im Film, die Charaktere, die Schönheitsfarm und den Hippie Bus. Die Fantasie des Autors nimmt einen einfach mit. Sehr gelungen ist die Beschreibung von Joes LSD Trip, als wäre man selbst dabei gewesen.

Man kann das Buch einfach nicht aus der Hand legen, immer wieder halten neue und überraschende Wendungen den Leser neugierig. Man lebt und leidet mit Joe, begleitet ihn auf seinem Lebensweg und durchlebt auch alle seine Emotionen. Freude über Erfolge genauso wie die Trauer bei Schicksalsschlägen. Das Erzähltempo wechselt immer wieder, mal plätschert die Geschichte beschaulich dahin, der Leser hat einen tiefen Einblick in Joes Gedankenwelt und kann sich damit auseinander setzen. Dann nimmt der Roman wieder Fahrt auf und die Ereignisse überschlagen sich.

Ich habe dieses Buch mit Begeisterung gelesen und empfand am Ende ein Gefühl der Leere, weil ich schon auf der letzten Seite angekommen war. Ich hätte gerne gewußt wie es in der Zukunft weiter geht.

Die Protagonisten sind im Laufe der Geschichte zu guten Bekannten, fast zu Freunden geworden, der Abschied von ihnen schmerzt ein wenig. Das Wiederaufleben der siebziger Jahre hat in mir viele Erinnerungen und Emotionen geweckt, irgendwie war das Leben in dieser Zeit weniger schwierig. Der Roman von Jesko Wilke hat in meinen Augen mindestens fünf Sterne verdient, ich kann nur eine absolute Leseempfehlung aussprechen.







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Veröffentlicht am 27.09.2025

Bullerbü nur mit Mord

Knäckeblut
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Knäckeblut ist der dritte Teil einer Reihe, geschrieben von Björn Berenz. Alle Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden.

Björn Berenz setzt mit Knäckeblut konsequent die Geschichte um Ina fort. ...

Knäckeblut ist der dritte Teil einer Reihe, geschrieben von Björn Berenz. Alle Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden.

Björn Berenz setzt mit Knäckeblut konsequent die Geschichte um Ina fort. Sie kam nach Schweden um ihren Geliebten zu sehen, musste aber feststellen, dass er gestorben ist. Auf dem Tingsmålahof in Småland lernt sie die Ehefrau und die Mutter ihres Geliebten kennen und bleibt am Schluß dort. Sie verkauft alles und wandert aus nach Schweden.

Sofort, schon nach den ersten paar Zeilen breitet sich beim Lesen diese typisch skandinavische Atmosphäre aus und man fühlt sich einfach nur wohl. Man meint, das Feuer knistern zu hören und den Schneesturm, der ums Haus fegt. In der Hand ein gutes Buch und einen heißen Tee. Knäckeblut ist aber ein Krimi und schon bald wird es spannend und es gibt auch eine Leiche.

Björn Berenz versteht es Ina bei ihren Ermittlungen den Leser an die Seite zu stellen. Gern läuft dieser auch etwas kopflos mit Ina durch die verschneite Landschaft mit eisigen Temperaturen und findet eine Leiche. Es gibt einige skurrile Szenen, oft auch gefährliche, aber irgendwie kommen weder Ina noch der Leser der Lösung so richtig nahe. Der Autor streut Hinweise, aber im Dschungel der falschen Fährten gehen sie etwas unter. Das Buch macht aber trotzdem Spaß, der Erzählstil ist eingängig und flott. Björn Berenz beschreibt sowohl seine Protagonisten als auch die Gegend sehr detailreich. Man kann sich alles sehr gut vorstellen.

Das Buch verliert etwas auf den letzen circa hunderfünfzig Seiten. Das Erzähltempo zieht plötzlich sehr an, ohne dass man der Lösung irgendwie näher gekommen wäre. Der Autor steuert nicht so sehr auf den Höhepunkt, die Lösung des Mordes zu, er vermittelt eher, dass er jetzt zum Ende kommen will. So ist auch die Lösung des Mordfalls ein wenig konstruiert, mit etwas Wohlwollen kann sich der Leser die einzelnen Schritte zurechtbasteln, aber richtig stimmig ist es nicht. Aus diesem Grund gab es auch einen Stern Abzug. Ich würde das Buch trotz allem empfehlen, weil es bis auf die letzten Seiten wirklich gut geschrieben ist. Dem Buch hätten weitere achtzig bis einhundert Seiten gut getan um die Lösung wirklich stimmig zu entwickeln.

Mein Fazit ein unterhaltsamer Krimi mit viel skandinavischer Atmosphäre, der nur im Abgang etwas schwächelt.

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Veröffentlicht am 27.11.2022

Eine Liebesgeschichte, oder eine Geschichte über das Leben!

Freitags bei Paolo
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Tom Liehr hat mich nach der Lektüre seines Buches, Freitags bei Paolo, sehr nachdenklich zurück gelassen.

Die Geschichte dreht sich um Marie und Clemens, die miteinander die ganz große Liebe gefunden ...

Tom Liehr hat mich nach der Lektüre seines Buches, Freitags bei Paolo, sehr nachdenklich zurück gelassen.

Die Geschichte dreht sich um Marie und Clemens, die miteinander die ganz große Liebe gefunden haben und sich nach zwanzig Jahren trennen, weil es zusammen keine Zukunft mehr gibt.

Tom Liehr hat seine Protagonisten bis hin zur kleinsten Nebenfigur sehr detailreich beschrieben, so sind echte Menschen entstanden, mit denen Leser:Innen durchaus mitfühlen können. Seine Hauptprotagonisten Clemens und Marie sind sehr sympathische Menschen, wobei Marie diejenige ist, die Entscheidungen trifft und vorantreibt. Clemens hat es ganz gerne, wenn alles so bleibt sie es ist.

Als Leser:In taucht man durch die flüssige Schreibweise des Autors schnell in die Geschichte ein und seine Erzählweise treibt die Leser:Innen voran. Das Buch lässt sich sehr gut lesen und man möchte einfach wissen, wie es weitergeht und was aus den Protagonisten wird.

Am Ende des Buches gibt es zu allen Protagonisten eine Erklärung, was aus ihnen geworden ist. Das ist eine besonders gute Idee, schließlich haben die Leser:Innen die einzelnen Charaktere über mehrere Jahrzehnte begleitet.

Ein Buch, das über die Liebe, das Leben und Veränderung erzählt auf jeden Fall lesenswert.

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