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Veröffentlicht am 10.01.2023

Gelungene Fortsetzung von "Wasteland", die die Geschichte zu einem runden Ende bringt

Laylayland
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Mit diesem Buch setzt das Autorenpaar Judith und Christian Vogt ihre spannende und düstere Dystopie „Wasteland“ vor, die mit einem erschreckenden Szenario aufwartet.

Grundsätzlich benötigt man hier keine ...

Mit diesem Buch setzt das Autorenpaar Judith und Christian Vogt ihre spannende und düstere Dystopie „Wasteland“ vor, die mit einem erschreckenden Szenario aufwartet.

Grundsätzlich benötigt man hier keine Vorkenntnisse aus dem ersten Band, um die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können. Eine kurze Zusammenfassung zu Beginn erleichtert den Einstieg, alle weiteren für das Verständnis nötigen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Geschichte und die Entwicklung der Hauptfiguren in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Im Jahr 2064 haben drei Kriege und das Wasteland-Virus die Menschheit in weiten Teilen ausgerottet. Die junge Laylay reist mit ihrem Freund Zeeto und dem Baby Mtoto durch das europäische Ödland und sucht verzweifelt nach einem Heilmittel gegen das Virus, um den erkrankten Zeeto zu retten. Als Laylay bei der Suche auf ihre Mutter stößt, ist das nicht unbedingt ein freudiges Wiedersehen für sie. Und dann ist da auch noch das mysteriöse Cyberwesen Root 2.0, das seine ganz eigenen Pläne mit den Flüchtenden hat.

Die Autoren erzählen ihre Geschichte im Wesentlichen aus den Perspektiven von Laylay und Zeeto, es werden aber auch immer wieder Passagen aus der Perspektive von Root 2.0 eingestreut, deren Bedeutung sich erst nach und nach erschließen. Sie wählen dabei wie schon in Band 1 eine gendergerechte Sprache, die beim Lesen doch einigermaßen gewöhnungsbedürftig ist und auch ziemlich sperrig rüberkommt, so dass ich mich auch diesmal erst wieder an diesen Stil gewöhnen musste, bevor ein echter Lesefluss aufgekommen ist. Nach Überwindung dieser Anfangsschwierigkeiten wurde ich dann aber mit einer gut aufgebauten Geschichte belohnt, die mit viel Einfallsreichtum und schrägen Ideen aufwartet. Auch die Figurenzeichnung ist durchgehend gelungen. 

Die Autoren haben für ihre Geschichte die Bezeichnung „Hopepunk“ kreiert und versuchen vor dem Hintergrund einer düsteren Ausgangssituation durchaus erfolgreich, eine Utopie innerhalb der Dystopie zu erschaffen, die einen am Ende auch durchaus hoffnungsvoll zurücklässt.

Wer auf Dystopien und post-apokalyptische Welten der etwas düsteren Art steht, wird hier bestens bedient. Mich konnte das Buch auf jeden Fall trotz der bereits beschriebenen Einstiegsprobleme doch noch gut und spannend unterhalten.

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Veröffentlicht am 16.12.2022

Gelungene und düstere Dystopie mit ein paar Längen im Mittelteil

Stillstand
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Bei ihrem Romandebüt legt die Autorin Juliane Schiesel eine packende Dystopie vor, die mich trotz einiger Längen im Mittelteil unter dem Strich doch gut und spannend unterhalten konnte.

Dabei entführt ...

Bei ihrem Romandebüt legt die Autorin Juliane Schiesel eine packende Dystopie vor, die mich trotz einiger Längen im Mittelteil unter dem Strich doch gut und spannend unterhalten konnte.

Dabei entführt sie uns in eine nicht allzu weite Zukunft, in der die Überbevölkerung droht, die Menschheit in die Knie zu zwingen. 14 Milliarden Menschen bevölkern inzwischen den Planeten und sorgen für einen rasanten Zuwachs von Obdachlosigkeit und sozialen Unruhen, die sich immer öfter in Gewaltakten entladen. Dabei spielt eine mysteriöse Sekte, die sich als „Heilende Hände“ bezeichnet, eine unrühmliche Rolle. Als die junge Olivia Becker bei einem Überfall von Sektenmitgliedern ihre Eltern verliert, kann sie sich zusammen mit ihrer Tante Diana im letzten Moment retten. Einige Jahre später haben die beiden in Halle eine neue Bleibe gefunden und versuchen dort, den immer größer werdenden Engpässen bei Nahrung, Wasser und Strom zu trotzen. Bei ihrer Arbeit als Kurierfahrerin stößt Olivia immer wieder auf den undurchschaubaren Joshua, der für einen geheimnisvollen Kunden von ihr arbeitet. Als eine Viruserkrankung die Welt endgültig ins Chaos stürzt, muss sich Olivia ausgerechnet auf Joshua verlassen, um zu überleben.

Mit einem packenden Schreibstil und bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino beim Lesen auf Hochtouren laufen lassen, erschafft die Autorin hier mit viel Liebe zum Detail eine dystopische Welt voller Überraschungen und Gefahren. Aufgebaut ist das Buch wie ein Countdown, der nach einem kurzen Prolog mit Kapitel 10 beginnt und sich dann langsam aber sicher auf die Stunde Null zubewegt. Dabei erzählt sie die Geschichte fast ausschließlich aus der Perspektive von Olivia, am Ende eines jeden Kapitels gibt es aber auch immer wieder kurze Passagen, die über den Tellerrand von Olivias Welt hinausblicken und den fortschreitenden Verfall der Zivilisation beschreiben. Zwischen einem sehr gelungenen Einstieg und einem packenden Showdown finden sich im Mittelteil allerdings doch einige Längen, bei denen man manchmal sogar den Eindruck, Dinge schon einmal gelesen zu haben. Der Titel des Buches wird dabei allzu oft zum Programm. Doch zum Ende hin bekommt die Geschichte noch einmal rechtzeitig die Kurve und dreht ordentlich an der Spannungsschraube. Obwohl die Geschichte dabei zu einem schlüssigen und in sich geschlossenem Ende kommt, lassen die letzten Passagen doch noch ein wenig Spielraum für weitere Geschichten aus dieser bedrückenden Zukunftsvision.

Wer auf düstere und atmosphärisch dichte Dystopien steht, wird hier trotz der kleineren Kritikpunkte insgesamt doch gut bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 23.11.2022

Packender Mystery-Krimi, der mich trotz einiger Schwächen insgesamt gut und spannend unterhalten konnte

Keltenfluch. Mord im Schwarzwald
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Bei seinem Debüt legt der Autor Christoph Morhard einen packenden Kriminalroman mit Mystery-Elementen vor, der mich zwar nicht komplett überzeugen, unter dem Strich aber doch gut und spannend unterhalten ...

Bei seinem Debüt legt der Autor Christoph Morhard einen packenden Kriminalroman mit Mystery-Elementen vor, der mich zwar nicht komplett überzeugen, unter dem Strich aber doch gut und spannend unterhalten konnte. 

Ein grausamer Ritualmord sorgt Ende der 90er-Jahre im idyllischen Schwarzwald für große Aufregung, von der sich auch die drei Jugendlichen Elena, Leon und Nathan anstecken lassen. Immer tiefer werden die drei Freunde in die mysteriösen Ereignisse um den Mord und das Keltengrab, auf dem die Leiche gefunden wurde, hineingezogen und sie beginnen auf eigene Faust zu ermitteln. Aus anfänglicher Neugier wird schnell blutiger Ernst, der noch ein weiteres Opfer fordert.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine insgesamt gut aufgebaute Geschichte voran, lässt auch einiges an Lokalkolorit in das Geschehen einfließen und bietet am Ende eine verblüffende Auflösung, die mit Sicherheit polarisiert und bei der auch noch ein paar Fragen offenbleiben. Kurze Kapitel und ständige Perspektivwechsel sorgen grundsätzlich für ein hohen Erzähltempo, dass aber an einigen Stellen wieder ausgebremst wird, da die Übergänge nicht immer sauber durch Absätze gekennzeichnet sind. So musste ich beim Lesen immer wieder unterbrechen, um diese Übergänge zu suchen. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Charakteren in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Obwohl es sich bei den drei Hauptprotagonisten um Jugendliche handelt, ist das Buch alles andere als ein Jugendroman, wie einige explizite Beschreibungen zu den Mordopfern und zur Geschichte der Kelten im Schwarzwald deutlich zeigen. 

Nach eigenen Angaben hat der Autor das Buch mit Unterstützung einer Künstlichen Intelligenz geschrieben. Vielleicht ist es ein beruhigendes Zeichen, dass dabei nicht automatisch ein perfektes und fehlerfreies Buch entsteht, wie der eine oder andere kleinere Logikfehler im Verlauf der Geschichte belegt. Die genannten Kritikpunkte konnten meinen Lesegenuss aber nur wenig trüben, da unter dem Strich die positiven Eindrücke doch überwiegen.

Wer auf spannende Kriminalromane mit Mystery-Elementen und viel Lokalkolorit steht, wird hier insgesamt gut bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 22.11.2022

Kleine, aber feine Geschichte mit einer Mischung aus Science-Fiction und Mystery

Kein Ausweg
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Mit dieser Kurzgeschichte legt der Autor Patrick Musollaj einen kleinen, aber feinen Thriller zum Thema Zeitreisen bzw. Zeitschleifen vor, der auf knapp über 50 Seiten kurzweilige und spannende Unterhaltung ...

Mit dieser Kurzgeschichte legt der Autor Patrick Musollaj einen kleinen, aber feinen Thriller zum Thema Zeitreisen bzw. Zeitschleifen vor, der auf knapp über 50 Seiten kurzweilige und spannende Unterhaltung bietet. 

Als der Feuerwehrmann Rob scheinbar zufällig auf seine Schwester Zara trifft, ist es für ihn das erste Treffen nach einigen Jahren. Allerdings weiß Zara dafür doch ziemlich viel über ihn und scheint auf eine fast schon unheimliche Art und Weise, Ereignisse vorhersehen zu können. Bevor Rob diesem Rätsel näher auf den Grund gehen kann, drängt Zara überstürzt zum Aufbruch und es beginnt eine Odyssee, auf der einige Überraschungen auf Rob warten.

Mit einem packenden Schreibstil und einem hohen Erzähltempo treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und erzählt sie dabei fast komplett aus der Perspektive von Rob, der dabei auch als Ich-Erzähler fungiert. Getragen wird das Ganze von den Hauptprotagonisten Rob und Zara, die beide gut gezeichnet und vielschichtig angelegt sind. Alle weiteren Figuren sind hier eher Stichwortgeber, die keine echte Tiefe aufweisen. Diese Konzentration tut der Geschichte aber ausgesprochen gut und verschafft ihr ein atmosphärisch dichtes Ambiente mit reichlich Spannung und Raum für Überraschungen.

Wer eine spannende Mischung aus Science-Fiction und Mystery für Zwischendurch sucht, wird hier gut bedient und unterhalten. Auf weitere Werke des Autoren bin ich nun schon sehr gespannt.

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Veröffentlicht am 07.11.2022

Aktualisierte und erweiterte Neuausgabe des Buches "Lidakis spielt falsch"

Eine falsche Neun
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Mit diesem Kriminalroman schickt der Autor Jan Spelunka alias Jürgen Schmidt den Privatdetektiv Andreas Mücke in seinen bereits dritten Fall, den man aber auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten beiden ...

Mit diesem Kriminalroman schickt der Autor Jan Spelunka alias Jürgen Schmidt den Privatdetektiv Andreas Mücke in seinen bereits dritten Fall, den man aber auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten beiden Fällen problemlos lesen und nachvollziehen kann. Alle nötigen Informationen zu den Figuren und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Diesmal führen Mückes Ermittlungen in das Umfeld des fiktiven Fußballbundesligisten Blue Stars Bonn, der ein ziemliches Problem mit seinem griechischen Stürmerstar Spyros Lidakis hat, denn der trifft das Tor nicht mehr. Da Lidakis wie Mücke in Bad Münstereifel lebt, soll dieser nun herausfinden, ob die Ursache für die rätselhafte Formschwäche im Umfeld oder in der Vergangenheit des Spielers zu finden ist. Und tatsächlich stößt Mücke bei seinen Recherchen bald auf ein paar seltsame Vorgänge und die ersten Toten lassen auch nicht lange auf sich warten.

Dem Autoren gelingt hier ein eher ruhiger, aber dennoch jederzeit packender Kriminalroman, der mit einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Charaktere aufwartet. Mit einem lockeren Schreibtil, bei dem auch der Humor nicht zu kurz kommt, und viel Liebe zum Detail treibt er seine Geschichte voran und wartet am Ende mit einer schlüssigen und zugleich überraschenden Auflösung auf, die keine wesentlichen Fragen offen lässt. Das Erzähltempo ist mit persönlich an einigen Stellen etwas zu gemächlich, erst im Schlussakt wird das Tempo dann deutlich angezogen.

Die Vorgänge rund um den Fußballverein werden insgesamt sehr überzeugend und glaubwürdig beschrieben, hier zeigt sich eine feine Beobachtungsgabe und eine gute Recherchearbeit. Auch wenn der Verein selber und auch seine Akteure auf und neben dem Platz fiktiv sind, stößt man beim Lesen dennoch auf den einen oder anderen bekannten Namen aus dem Bereich des Profifußballs.

Unter dem Strich konnte mich das Buch gut und spannend unterhalten. Mein erster Krimi mit Andreas Mücke wird mit Sicherheit nicht mein letzter bleiben.

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