Vorhersehbarer aber trotzdem lesenswerter Familienroman
Die verborgene ErinnerungMella lebt in Köln und freut sich riesig, dass sie für Ihren Arbeitgeber nach Gotland, in die Heimat ihrer Mutter reisen darf. Nachdem ihr Vater schon vor Mellas Geburt bei einem Unfall ums Leben gekommen ...
Mella lebt in Köln und freut sich riesig, dass sie für Ihren Arbeitgeber nach Gotland, in die Heimat ihrer Mutter reisen darf. Nachdem ihr Vater schon vor Mellas Geburt bei einem Unfall ums Leben gekommen ist, hat ihre Mutter Schweden verlassen und ist nie in ihr Geburtsland zurückgekehrt. Auch Mellas Nachfragen hierzu hat sie immer abgeblockt.
Siri lebt schon immer auf Gotland. Nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter entdeckt sie ein verstecktes Foto, welches sie nicht mehr loslässt. Sie macht sich auf, die Hintergründe des Bildes zu erforschen und tritt damit eine Lawine los, die tief in ihre eigene Vergangenheit führt.
Michaela Abresch nimmt den Leser mit auf eine spannende Reise nach Schweden. Der Roman lässt sich flüssig lesen und die Erzählung wechselt immer wieder zwischen Mellas und Siris Geschichte, wobei ich es oft sehr verwirrend fand, dass die beiden Handlungen etwas ein halbes Jahr versetzt sind. Durch immer wieder auftauchende Rückblicke in die Vergangenheit, wird nach und nach das Familiengeheimnis der Frauen gelüftet. Leider war für mich die Geschichte viel zu vorhersehbar, so dass ich schon im ersten Drittel ziemlich genau geahnt habe, wie das Ganze ausgeht. Trotzdem hat mir die Beschreibung der schwedischen Insel und der teils sehr eigenen Personen gut gefallen.
Mella und Siri sind zwei interessante Charaktere, mit denen ich aber nicht so richtig warm geworden bin. Ihre Handlungen waren für mich oft nicht wirklich nachvollziehbar. Obwohl beide mit Ende 30 fest im Leben stehen sollten, wirkten sie auf mich manchmal wie unreife Teenager, die noch auf der Suche nach ihrem Platz im Leben sind und sich selbst nicht trauen. Immerhin haben sie während der Geschichte eine positive Entwicklung durchgemacht. Nur mit der Entwicklung ihrer Beziehungen konnte ich mich nicht so ganz anfreunden. Das war mir dann doch zu viel Seifenoper.
Mellas Mutter, die am Ende des Romans auch noch eine wichtige Rolle spielt, war mir sehr unsympathisch. Wie sie ihrer Tochter jeden Kontakt mit Schweden oder der schwedischen Sprache verwehrt und übel nimmt fand ich einfach total übertrieben. Natürlich merkt man schnell, dass sie etwas zu verbergen hat und man ahnt auch recht bald, worauf es hinausläuft. Trotzdem hätte ich mir auch von ihr ein reiferes und verantwortungsvolleres Handeln gewünscht.
Fazit:
Die verborgene Erinnerung ist ein schöner Familienroman, der für mich leider viel zu vorhersehbar war. Trotzdem hat es Spaß gemacht, hiermit nach Gotland zu reisen und in das schwedische Lebensgefühl einzutauchen.