Autofiktion in den Achtziger Jahren
FalschgeldDer Autor erzählt aus seiner Kindheit in einer Neubausiedlung in Hessen während der Achtziger Jahre. In der unverwechselbaren Klangfarbe seiner ausgebildeten Stimme, die wechselnde Emotionen und Situationen ...
Der Autor erzählt aus seiner Kindheit in einer Neubausiedlung in Hessen während der Achtziger Jahre. In der unverwechselbaren Klangfarbe seiner ausgebildeten Stimme, die wechselnde Emotionen und Situationen unterstreicht, tauche ich ein in sein autofiktionales Leben. Das Gehörte glänzt zunächst durch die Art, wie der Junge mehr oder weniger alltägliche Dinge des Lebens hinterfragt oder als Tatsache begreift. Für mich ist das erste Drittel kurzweilig und unterhaltsam, zumal es gewisse Parallelen zu meiner eigenen Kindheit gibt.
Im zweiten Drittel ergeht Herr Matschke sich in mehreren Bereichen in unendlich ausschweifender Schilderung von Ereignissen, deren exponierte Darstellung sich mir nicht erschließt. Ich gehe langsam verloren.
Ich kenne und schätze Herrn Matschke als Schauspieler. Als nun die Möglichkeit bestand, seinen ersten Roman als Hörbuch zu erleben, war ich direkt neugierig. Daher finde ich es besonders schade, dass ich heute entschieden habe, das Buch nicht weiter zu hören. Matthias Matschke hat mich nicht erreichen können, der Fortgang des Romans interessiert mich nicht mehr.
Wäre es ein gebundenes Buch, würde ich es noch querlesen, um herauszufinden, ob am Ende noch etwas kommt, was mich mit dem Gesamtwerk versöhnt, wozu das Ganze denn nun gut ist.
„Falschgeld“ ist ein gutes Buch, auch wenn es eben nicht „mein“ Buch ist. Wahrscheinlich wäre ich mit dem geschriebenen Wort besser zurechtgekommen. Aus Respekt dem Autor gegenüber vergebe ich drei Sterne.
Matthias Matschke, Falschgeld, Roman, Hörbuch, Hoffmann und Campe Verlag, 23,99 €, 6 Std. 56 Minuten, 256 Seiten in der Print-Ausgabe, Erscheinungstermin 03.09.2022