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Veröffentlicht am 19.07.2017

Die große Finsternis

Das große Leuchten
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Rupert und Robert, Freunde und durch den Freitod von Ruperts Mutter auch Ziehbrüder, machen sich auf die Suche nach Ana, Ruperts Freundin. Sie wollen sie im Iran suchen, bei ihrer Mutter.

Mag sein, dass ...

Rupert und Robert, Freunde und durch den Freitod von Ruperts Mutter auch Ziehbrüder, machen sich auf die Suche nach Ana, Ruperts Freundin. Sie wollen sie im Iran suchen, bei ihrer Mutter.

Mag sein, dass es an mir liegt, nicht am Hörbuch oder Autor. Aber ich stehe völlig ratlos da, frage mich, was Andreas Stichmann mit diesem Werk sagen will. Ich mag keine der Figuren, hätte im wahren Leben mit nicht einer der Personen auch nur fünf Minuten verbracht. Absolut nicht meine Welt – schon gar nicht die Pseudo-Sexfilmchen, die „lustigen“ Diebeszüge oder sonstige irren Aktionen dieser völlig frustrierten, leblosen, interesselosen jungen Menschen, die nur an sich selbst denken, aber nicht an andere. Das ändert sich auch nicht, als Rupert Mitleid mit einem Huhn entwickelt.

Alles ist so sinnlos und dämlich, wie die Einstellung der Figuren. Kein Wunder, dass ich da keinen Zugang finde. Nur aufregen muss ich mich ständig. Szenen, die einzeln gesehen möglicherweise in jedem Leben eines Jugendlichen geschehen können, aber alle zusammen? Ein wenig stark übertrieben, möchte ich meinen – und hoffen. Philosophie konnte ich hier keine finden, auch nicht mit noch so viel Mühe. Dafür aber eine Menge Erzählstränge, die mehr oder weniger durcheinanderlaufen und nur bedingt zum großen Ganzen beitragen. Dass Ruperts Leben nicht schön und behütet war, das sehe ich ja ein. Dennoch muss man nicht so werden, wie er. Im Gegenteil: gerade dann sollte man alles daran setzen, ein normales, schönes Leben aufbauen zu können. Den Flug und den Aufenthalt im Iran konnten sie sich ja auch wohl nur durch die Überfälle und Diebstähle finanzieren – schon da hört es bei mir auf.

Mich hat das (Hör-)Buch sehr ärgerlich gemacht. Wütend. Da gibt es so viele gute (Hör-)Bücher und ich verliere Hör-/Lesezeit mit so einem Krampf. Keine Empfehlung, kein Lob, nur der Pflichtstern.

Veröffentlicht am 13.05.2017

Absolut bitter

Sweetbitter
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Dieses Buch hat mich so wütend gemacht, wie noch keines je zuvor. Die Texte vom Buchrücken und der Buchklappe versprechen so viel – und nichts davon wird gehalten. Die Protagonistin bleibt das halbe Buch ...

Dieses Buch hat mich so wütend gemacht, wie noch keines je zuvor. Die Texte vom Buchrücken und der Buchklappe versprechen so viel – und nichts davon wird gehalten. Die Protagonistin bleibt das halbe Buch über erst einmal namenslos. Das liest sich schon mal extrem unangenehm. Die Kapitel sind kurz und regelrecht vernebelt – so recht erschließt sich weder Sinn noch Zusammenhang.

Ein großer Teil der Story besteht aus saufen, Drogenkonsum und sinnlosem und vor allem gefühlslosem Sex – alle mit allen, anschließend weiß die Hälfte der Figuren nicht mehr, mit wem sie wann in welcher Kiste waren und dann wird auch einfach mal alles ausprobiert. Kurz mal eine erotische gleichgeschlechtliche Einlage? Bitteschön. War es toll oder lassen wir das lieber wieder? Ach, warte wir den nächsten Drogenabsturz ab und entscheiden dann.

Einerseits wird mit Geld nur um sich geworfen, andererseits hat keiner Geld für das Lebensnotwendige und alle schnorren sich irgendwie irgendwo durch. Von Obsessionen merke ich wenig, ich lese immer nur einen Exzess nach dem anderen. Und das wird sehr schnell langweilig. Poesie? Hunger nach mehr? Wer, bitte? Ich sehe nichts davon.

Das Buch macht mich, wie schon erwähnt, sehr wütend. Hier werdnem eine Stadt und eine Branche in ein Licht gerückt, das nicht nur maßlos übertrieben, sondern auch noch extrem ekelhaft ist. Dazu eine junge Frau, die ihrem alten Leben entfliehen möchte und sich in den Falschen verliebt, das aber einfach nicht einsehen will, egal wer ihr das sagt, dafür aber in den Drogensumpf springt und niemals hinterfragt, ob das alles nicht noch übler ist, als das, wovon sie weggelaufen ist.

Da bleibt es nicht aus, dass man als Leser nicht eine der Figuren ins Herz schließt und sich selbst möglichst weit von der Story distanziert. Das wird noch verstärkt durch die Tatsache, dass in den Dialogen sehr oft unklar ist, wer gerade mit wem spricht. Das ständige Nachlesen unterbricht den ohnehin zähen Lesefluss extrem.

Die Ergüsse über Wein, Reben und Geschmacksnoten, Austern diverser Sorten und Kakerlaken – sie haben mich weder interessiert noch gefesselt. Alles wurde in einen Topf geworfen, wild umgerührt und in ein Buch gepresst. Sinn macht nichts davon. Und ich bin stocksauer, dass man mir damit kostbare Lese- und Lebenszeit gestohlen hat. Auch ist mir unverständlich, wieso ein Verlag ein solches Buch annimmt, druckt und noch so euphorisch bewirbt. Einen Gefallen hat sich damit jedenfalls niemand getan.

Dass dieses Buch nur den unumgänglichen Pflichtstern von mir bekommt, ist inzwischen wohl klargeworden.

Veröffentlicht am 11.05.2017

Für mich bleibt es ein Einteiler …!

Die Wellington-Saga - Versuchung
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Georgia ist eine junge, attraktive Tierärztin. Sie ist kein Partygirl und begleitet ihren besten Freund deshalb nur ungern nach Wellington zu einem Reittournier. Doch dort trifft sie Alejandro Del Campo. ...

Georgia ist eine junge, attraktive Tierärztin. Sie ist kein Partygirl und begleitet ihren besten Freund deshalb nur ungern nach Wellington zu einem Reittournier. Doch dort trifft sie Alejandro Del Campo. Er ist extrem attraktiv, extrem reich und extrem selbstbewusst. Und Georgia verfällt ihm auf der Stelle …

Ja, man merkt wohl gleich bei meiner Kurzfassung, was ich von diesem Buch halte. Ich lese hin und wieder ganz gerne zur Abwechslung mal einen Liebesroman. Meist achte ich darauf, dass die Liebe nur ein kleiner Aspekt ist und nicht stets und ständig im Vordergrund steht oder zumindest auf einer anderen Ebene wichtig ist. Alle Jubeljahre sehe ich mir an, warum diese neuen Liebesromane mit viel Erotik denn so beliebt sind.

Es tut mir leid, ich weiß es noch immer nicht. Für mich hat das Buch den Charme eines Groschenromanes und die Liebesszenen sind platt und billig. Ich bin wohl schlicht und ergreifend kein Voyeur und kann dieser Art Romanen nichts abgewinnen.

Im Gegenteil – das Verhalten der Protagonisten macht mich einfach wütend. So benimmt sich eine Frau nur dann, wenn sie komplett den Verstand verloren hat. Freude am Sex sieht zumindest bei mir total anders aus.

Auch die ansatzweise interessanten Stellen rund um den Pferdesport können das Ruder nicht mehr herumreißen. Romantik finde ich kaum, Erotik zu viel. Die Handlung bleibt seicht, die Figuren blass. Der Stil ist einfach, nur durch die abwechselnde Sichtweise der beiden Hauptfiguren wird er etwas hochgepuscht. Kurze Absätze können gut zu lesen sein, hier nerven sie mich aber dann doch. Immer wieder wollte ich gern den Rotstift zücken und in Manier einer Deutschlehrerin den Sprachstil bemängeln. Ob nun durch die Übersetzung oder schon vom Autor her – das ist keine gute Sprache, kein guter Stil.

Was lernt man daraus? Ich stehe nicht auf diese Art Romane, auch wenn sie noch immer den Markt überschwemmen und von daher wohl ihre Zielgruppe haben. Nochmal werde ich auf keinen Fall einen Versuch starten.

Kurz und knapp: ich bin entsetzt. Von mir gerade mal der Pflichtstern.