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Veröffentlicht am 22.01.2023

Noch besser als der Auftakt

Fragile Heart
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Schon der erste Teil „Lonely Heart“ hat mir ausgesprochen gut gefallen, weil die Liebesgeschichte von Rosie und Adam einmal ganz anders aufgebaut war. Es gab nie wirklich ein richtiges Kennenlernen in ...

Schon der erste Teil „Lonely Heart“ hat mir ausgesprochen gut gefallen, weil die Liebesgeschichte von Rosie und Adam einmal ganz anders aufgebaut war. Es gab nie wirklich ein richtiges Kennenlernen in physischer Form, wodurch die beiden sich viel intensiver ausgetauscht haben. Mit dem Ende, dass Adam den Kontakt komplett abbricht, war ich zunächst frustriert und danach sehr neugierig, ob die beiden eine weitere Chance erhalten. Dies erfährt der Leser nun in „Fragile Heart“. Nach der Trennung geht es beiden nicht sonderlich gut. Adam ist in der Entzugsanstalt und Rosie versucht ihre Show wieder aufzubauen. Zwischen den beiden herrscht Funkstille, bis sie sich Monate später auf einer Gala wieder sehen. Da die Handlung damit direkt an die Vorgeschichte anknüpft, sollte der Leser in jedem Fall auch den Auftakt gelesen haben.

Wenn mich ein Auftakt begeistert, bin ich immer etwas vorsichtig bei den Fortsetzungen, da diese meistens nicht an das Niveau anknüpfen können. Bei „Fragile Heart“ war dies allerdings nicht der Fall. In meinen Augen war dieser Roman noch stärker. Wo das virtuelle Kennenlernen schon wunderschön war, ist nun das richtige Kennenlernen atemberaubend. Es werden so viele Gefühle – von Unsicherheiten bis hin zur Leidenschaft – beschrieben, dass es eine wirkliche emotionale Achterbahn war. Natürlich gibt es auch etwas Drama, aber das hält sich so weit in Grenzen, dass es nicht nervig wird. Auch wenn dieser Roman wieder recht dick ist, war hier keine Seite unnötig. Es ist somit zu Recht eine Dilogie, weil die gesamte Geschichte der beiden nicht zwischen einen Buchrücken gepasst hätte.

Mit diesem Buch hat Mona Kasten wieder gezeigt, was sie für eine grandiose Autorin sie ist. Ich hatte richtige schöne Stunden mit beiden Romanen und habe mich sehr gut unterhalten. Für diese Buchreihe gibt es eine ganz klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 02.01.2023

Eine riesige, positive Überraschung, die direkt ein Jahreshighlight geworden ist

Boyfriend Material
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Es gibt einige Geschichten, in denen sich ein Bad Boy eine Partnerin sucht, um das Image aufzubessern. Dieses Mal ist die Handlung allerdings anders, da Luc O’Donnell eigentlich ein sympathischer, höflicher ...

Es gibt einige Geschichten, in denen sich ein Bad Boy eine Partnerin sucht, um das Image aufzubessern. Dieses Mal ist die Handlung allerdings anders, da Luc O’Donnell eigentlich ein sympathischer, höflicher Mann ist. Sein einziger Makel ist, dass sein Vater ein berühmt ist und immer wieder in den negativen Schlagzeilen steht. Um seinen Job zu retten, sucht er sich einen Vorzeigepartner, der mit seinen guten Manieren und seiner Arbeit als Anwalt eine komplett reine Weste hat.

Zunächst dachte ich, dass dies ein Roman nach einem bereits bekannten Schemata ist. Da Luc ganz anders war, als ich zunächst erwartet habe, war dies die erste Überraschung für mich. Er wirkte auf mich einfach so realistisch. Seinen Job macht er zwar sehr gewissenhaft, aber um seine Wohnung kümmert er sich nicht so sorgfältig. Seine eigenen vier Wände sehen eher aus wie ein Messiehaushalt. Luc ist somit weit vom Perfektionismus entfernt und das mochte ich unter anderem so an ihm. Reale Menschen sind ja ebenfalls nicht perfekt.

Das Kennenlernen von Luc und Oliver ist herzallerliebst. Es werden so viele Details beschrieben, sie haben so schöne erste Verabredungen und sie sind auch gleichzeitig so unterschiedlich. Die Gegensätze führen immer wieder zu amüsanten Situationen, da die beiden sich nicht trauen offen zu sagen, was sie denken oder sich wünschen. Gleichzeitig hatte dieser Roman mehr Romantik als es viele andere Liebesgeschichten haben.

Meine Erwartung bei diesem Buch war es, eine schöne Liebesgeschichte in den Händen zu halten, die mich ein paar Stunden gut unterhält. Womit ich nicht gerechnet hatte, war mich ebenfalls Hals über Kopf in Oliver zu verlieben und die schönste Liebesgeschichte aus 2022 zu lesen. Für mich war dies wirklich ein großes Jahreshighlight und ich habe nicht unbedingt wenige Romane gelesen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ich hoffe sehr, dass die Fortsetzung nur annähernd mit diesem Roman mithalten kann.

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Veröffentlicht am 21.07.2022

Was für eine tolle Neuinterpretation der Geschichte von Persephone und Hades

A Touch of Darkness
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Wahrscheinlich kommt keiner durch die Schulzeit, ohne nicht wenigstens eine Geschichte der griechischen Mythologie kennenzulernen. Ich muss gestehen, dass mir die Sagen immer gefallen haben und ich sogar ...

Wahrscheinlich kommt keiner durch die Schulzeit, ohne nicht wenigstens eine Geschichte der griechischen Mythologie kennenzulernen. Ich muss gestehen, dass mir die Sagen immer gefallen haben und ich sogar auch danach noch ein paar gelesen habe. Allerdings konnte ich mich nicht mehr an jedes Detail der Geschichte von Persephone und Hades erinnern. Ein bisschen habe ich während der Lektüre noch einmal gegoogelt, um ein paar Details aufzufrischen. Auch wenn dies eine moderne Inszenierung ist, hält sich die Autorin bei „A Touch of Darkness“ doch an viele Details.

Der Leser wird hier in ein modernes Athen entführt, in dem die Götter offen unter den Menschen leben. Sie sind quasi die Prominenz oder die High Society der Griechen und viele Normalsterbliche versuchen diesen nachzueifern. Zunächst fand ich dies etwas merkwürdig, weil es so anders als die Vorstellung von Göttern ist, die ich eigentlich hatte. Aber hier funktioniert dieses Setting ausgesprochen gut.

Die Hauptperson Persephone ist zwar eine Göttin aber wurde von ihrer Mutter eigentlich immer versteckt gehalten, sodass keiner weiß, dass sie eine Göttin ist. Sie kann noch nicht mit ihren göttlichen Gaben umgehen und hat aufgetragen bekommen, dass sie sich von den anderen Göttern fernhalten soll. Bei einer Feier geht sie unbeabsichtigt eine Wette mit Hades, dem Gott der Unterwelt ein. Das Aufeinanderstoßen der Beiden und vor allem auch das Kennenlernen hat mir ausgesprochen gut gefallen. Hades wirkt zwar wie ein unnahbarer sowie düsterer Charakter, aber der Leser versteht nach und nach, warum er so handelt. Falls der Leser seine Beweggründe nicht vollständig versteht, so kann er auch seine Gedanken in den letzten Kapiteln nachlesen, da diese aus seiner Sicht geschrieben sind.

Für mich hatte dieses Buch alles, was ich gerne in einem guten Roman lesen möchte. Die Charaktere waren vielschichtig und hatten ein interessantes Innenleben. Ich konnte ihre Entwicklung nachvollziehen und hatte sogar selber Schmetterlinge im Bauch als ich von ihren aufkeimenden Gefühlen gelesen habe. Gleichzeitig war das Setting mit vielen Aspekten der griechischen Mythologie neuartig und ich habe noch keine ähnliche Geschichte gelesen. Im September wird es eine Fortsetzung geben und ich freue mich schon riesig nach New Athen zurückzukehren.

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Veröffentlicht am 12.06.2022

Ist es die europäische Geschichte der Zivilisation oder ist es die Geschichte der Zivilisation aus europäischer Sicht?

Ruin und Erneuerung
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Die titelgebenden Ruinen und der Wiederaufbau in und nach 1945 haben tatsächlich nur eine einleitende Rolle. Viel mehr beschreibt Paul Betts den Wandel, also die angesprochene Erneuerung, die sich in Europa, ...

Die titelgebenden Ruinen und der Wiederaufbau in und nach 1945 haben tatsächlich nur eine einleitende Rolle. Viel mehr beschreibt Paul Betts den Wandel, also die angesprochene Erneuerung, die sich in Europa, aber auch in Asien und Afrika, von 1945 durch das zerstörte Mitteleuropa bis in die Ruinen Palmyras der 2010ner Jahre vollzieht. Dies mag unbedarfte Leser verwundern, denn eigentlich ist ja die Rede von europäischer Ruinen und europäischer Erneuerung. Mit Blick auf das Ende des Buches - nämlich Palmyra - lässt sich dies gut erklären, denn daran zeigt sich schon lange, bevor Betts Handlung einsetzt, die Wandlung von Zivilisation. Palmyra war zur ihrer Glanzzeit eine römische Stadt, weshalb der IS dort auch römische Ruinen zerstörte. Und im römischen Sinne war nun Zivilisation einmal dort, wo römisches Recht galt. So ist und war der Nahe Osten ein Begegnungsraum vieler Kulturen. Insofern lässt sich schon erahnen, dass die zeitliche als auch perspektivische Fokussierung dem Buch gut getan hat.

Betrachtet man den Status Quo in 1945 so fällt auf, dass eine europäische Erzählung auch in Afrika und Asien anknüpfen muss. Die europäischen Imperien hatten noch Kolonien oder wollten diese restaurieren - natürlich alles im Namen der Zivilisation. Dass sich diese Märchen der Kolonisierung spätestens mit dem Ende eben dieser Kolonien zeigte, ließ sich in diversen blutigen Kriegen erkennen. Aber auch Versuch vor und mit Ende ihrer Kolonien sämtliche kulturelle und materielle Substanz in die europäische Heimat zu retten. Heutige übervolle koloniale Archive und Museen sind dafür Zeugen. Und auch in Deutschland ist die Diskussion, um die Repatriierung der Benin Bronzen in breiter Öffentlichkeit ausgetragen worden. Mit dem aufkommenden Ost-West-Konflikt konkurrierten dann schon wieder europäische Mächte um die Gunst nun unabhängiger Afrikanischer Staaten. Aber eben auch der Ost-West-Konflikt ist ein Teil der europäischen Geschichte und wird folglich von Paul Betts abgehandelt.

Tatsächlich stellt sich dem geneigten Leser die Frage, ob es nun wirklich um die Geschichte europäischer Zivilisation geht oder nicht viel mehr um die Geschichte des Begriff der Zivilisation aus der europäischen Perspektive heraus. So oder so ist diese Darstellung wohl eine einzigartige Aufbereitung der übergreifenden Nachkriegsgeschichte aus einer europäischen Perspektive. Paul Betts vermischt galant die Erzählung vom Wandel der Imperien, Aufstieg neuer Staaten, die Schaffung internationaler Organisationen sowie den Ost-West-Konflikt mit ausgewählten Handlungen und Werken einzelner Personen. So entsteht eine eine dichte, stets aneinander anknüpfende Darstellung des Wandels der Zivilisation in und um Europa. Besonderes Lob muss auch den stilistischen Künsten des Autors gemacht werden: Selten verfügen Sachbücher von diesem Format über einen so guten roten Faden und selten werden Inhalte früherer Kapitel so gut aufgenommen und weiterverarbeitet. Bravo! Wer sich für Geschichte interessiert, dem sei diese Werk ans Herz gelegt.

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Veröffentlicht am 31.03.2022

Was für ein gefühlvoller und schöner Roman

Someday, Someday
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Die ersten beiden Teile der „Only Love“ Reihe von Emma Scott haben mir so gut gefallen, dass ich diesem Buch so viele Vorschusslorbeeren gegeben und es daher auch einfach gelesen haben. Ich muss hier ganz ...

Die ersten beiden Teile der „Only Love“ Reihe von Emma Scott haben mir so gut gefallen, dass ich diesem Buch so viele Vorschusslorbeeren gegeben und es daher auch einfach gelesen haben. Ich muss hier ganz ehrlich zugeben, dass ich nicht so motiviert war, diesen Roman zu beginnen, da ich mich auf sehr viel Drama eingestellt habe. In „Forever Right Now“ hat der Leser bereits Max und einiges seiner Hintergrundgeschichte kennengelernt. Ich wusste bereits, dass Max auf der Straße gelebt hat und seine Drogensucht so weit überwunden hat, dass er als Sponsor bei den Anonymen Nacotics ehrenamtlich arbeiten konnte. Daher bin ich davon ausgegangen, dass seine Vergangenheit hier auch eine sehr große Rolle spielt. Wie schön es doch manchmal ist, wenn man falsch liegt und dafür von einer wundervollen, dramafreien Geschichte überrascht wird.

Max hat zwar eine schwierige Vergangenheit und diese wird auch einmal kurz thematisiert, allerdings wird dies nun einfach als gegeben hingenommen und dieser Roman handelt viel eher davon, was er nun mit seiner Zukunft und seinem Neustart in einer neuen Stadt macht. Hier lernt er Silas Marsh kennen, für den er Gefühle entwickelt. Allerdings scheint Silas nicht zu seinen Gefühlen stehen zu können und ihn umgibt ein dicker Panzer. Max hat sich so viel mit sich selbst und seiner Identität auseinandergesetzt, dass er eindeutig weiß, wer er ist und was er gerne möchte. Bei Silas sieht das ganze anders aus. Er ist ein weiteres (fiktives) Beispiel, dass es auch in der heutigen Zeit noch nicht so leicht ist zur Liebe zu stehen und sich zu outen. Er stellt ein Schicksal dar, was relativ radikal zeigt, wie weit wir noch gehen müssen, bis nur noch die Liebe zählt und jede Liebe gleich akzeptiert wird.

Für mich war dieser Roman so stark, weil er einige wirklich wichtige Themen schmerzhaft dargestellt hat, ohne den Leser zu überfordern. Ich bin beim Lesen nicht in einem Loch versunken oder hatte auch nicht das Gefühl, dass die Atmosphäre besonders düster wäre. Das will wirklich etwas heißen, da es hier um Drogenabhängigkeit, Tablettenmissbrauch, Autismus und Homophobie geht. Das sind nicht gerade leichte Themen, aber die Autorin hat sie einfach nur grandios in eine schöne Liebesgeschichte eingebunden.

Obwohl ich anfangs wenig Vorfreude auf dieses Buch hatte, hat es sich als das Schönste der Reihe entpuppt. Die Autorin hat mich so positiv überrascht und mich davon überzeugt, dass ich ihr zu Recht immer wieder Vorschusslorbeeren gebe. In meinen Augen kann man ihre Bücher beginnen ohne vorher die Klappentexte zu lesen, weil einfach alle Geschichten von ihr gut sind. Dieser Roman war allerdings überragend und enthält eine berührende, wundervolle Liebesgeschichte.

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