Der bisher schwächste Elsberg
°C – CelsiusMarc Elsberg bringt in seinem Wissenschaftsthriller immer brandaktuelle Themen ein. Dieses Mal hat er sich der Klimakrise gewidmet - ein hochbrisantes Thema und aktueller geht es kaum.
Als plötzlich große ...
Marc Elsberg bringt in seinem Wissenschaftsthriller immer brandaktuelle Themen ein. Dieses Mal hat er sich der Klimakrise gewidmet - ein hochbrisantes Thema und aktueller geht es kaum.
Als plötzlich große schwarze Flugobjekte über dem chinesischen Luftraum entdeckt werden, denken alle an einen Angriff. Die amerikanische Flotte ist in Alarmbereitschaft. Einzig eine Klimawissenschaftlerin des Climate Control Center der UNO erkennt, dass dies keine Kampfdrohnen sind, sondern unbekannte Flugobjekte, die höher als Flugzege steigen können und somit in die Atmosphäre gelangen. Diese Flugobjekte setzen in großer Höhe chemische Substanzen frei, die wie ein großer "Sonnenschirm" wirken und auf der ganzen Welt die Temperaturen senken.
Zur selben Zeit wird die Weltpresse nach China auf den Mount Everest eingeladen und das Ziel dieser Aktion vorgestellt. China versucht damit eine kontrollierte Absenkung der weltweiten Durchschnittstemperatur und wirft gleichzeitig den westlichen Nationen vor, dass sie ihre Pflichten zum Klimaschutz in den letzten Jahrzehnten sträflich vernachlässigt haben. Das Climate Control Center der UNO und viele UN-Mitgliedsstaaten äußern Bedenken und fordern China auf, das Programm sofort zu stoppen. Es kommt zur Bildung einer Gegenallianz, die ihr eigenes Geoengineering-Programm vorstellt.
Weiters bekommt einer der Journalisten am Mount Everest einen sieben Jahre alten Film zugespielt, der dieselben Flugobjekte zeigt. Der Film wurde nie veröffentlicht und die meisten der eingesetzten Schauspieler sind nicht mehr am Leben.....
Marc Elsberg fragt sich in seinem Roman, was passieren könnte, wenn ein Staat das Weltklima an sich reißen möchte. Dies hat er in meinen Augen allerdings etwas ungeschickt gemacht, obwohl klar ersichtlich ist, dass er etwas davon versteht und sich mit Thema sehr beschäftigt hat.
Schon der Start war etwas holprig! Die Kapitel sind sehr kurz gehalten, jedoch lernen wir in schneller Folge einen Protagonisten nach dem anderen kennen und wechseln zusätzlich die Kontinente. Wir wechseln zwischen China, den USA, Deutschland, Kenia, Uganda... Kaum hat man sich eingelesen, bekommt man eine andere Figur in einem anderen Land vorgesetzt. Mit der Zeit wiederholen sich die wichtigsten Personen, trotzdem bleibt die Anzahl der Charaktere sehr hoch. Das Personenverzeichnis zu Beginn des Buches ist deshalb wirklich hilfreich.
Am meisten haben mir es aber die nicht gekenntzeichneten Zeitsprünge schwer gemacht. Die Geschichte ist sehr komplex (wie immer bei Elsberg). Durch diese unkontrollierten Zeitsprünge hatte ich manchmal wirklich Probleme zu erkennen, was bereits passiert ist und was nicht. Zusätzlich gibt es noch zwei Filme, die im Buch eine wichtige Rolle spielen. Diese werden ebenfalls erzählt. Als Leser erhält man diese Informationen genauso erzählt, wie den Rest der Handlung - bis man bemerkt, dass dies nicht die Realität ist. Erst nach einigen Seiten heißt es dann: Hoppla, dass war ein Film. Das hat mich sehr irritiert. Aber damit nicht genug...wir bekommen nochmals einen Film vorgesetzt, ohne zu wissen, dass es einer ist. Im Endeffekt sind wir zum Schluss genauso gescheit, wie am Anfang. Natürlich können wir nicht in die Zukunft sehen, aber ich hatte nicht erwartet, dass uns Elsberg ein Szenario vorsetzt, dass schlussendlich im Sand verläuft....
Positiv ist, dass es der Autor wieder schafft, viele beängstigende Fakten aufzuzeigen, die zum Nachdenken und Reflektieren anregen. Man erhält ebenfalls Einblicke in verschiedene Ansichten einzelner Personen und die Auswirkungen der Klimakatastrophe auf das Leben rund um den Erdball.
Fazit:
Für mich der leider bisher schwächste Elsberg...stellenweise zu langatmig und zu verwirrend. Man bekommt das Gefühl, dass sich der Autor mit Steigerung der Seitenanzahl immer mehr verzettelt. Was anfangs noch interessant zu lesen ist, wird zusehends verwirrend und zäh. Wer noch keinen Elsberg kennt, dem würde ich raten ein anderes Buch des Autoren zu lesen.