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Veröffentlicht am 03.01.2023

Originelle, unterhaltsame und wendungsreiche Liebesgeschichte voller Witz, Charme und Gefühl

Immer wenn die Sonne aufgeht
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Nora Hamilton ist Mutter zweier Kinder und arbeitet als Drehbuchautorin für den Romance Channel. Ihr Ehemann, der sich abfällig über ihre Arbeit äußerte, aber selbst keinen Finger krumm machte, hat sie ...

Nora Hamilton ist Mutter zweier Kinder und arbeitet als Drehbuchautorin für den Romance Channel. Ihr Ehemann, der sich abfällig über ihre Arbeit äußerte, aber selbst keinen Finger krumm machte, hat sie vor einem Jahr verlassen. Genugtuung verschafft Nora ihr Durchbruch mit "Das Teehaus", worin sie ihre eigene Geschichte erzählt. Zu schade für den Romance Channel wird das Buch für Hollywood verfilmt. Drei Drehtage finden auf ihrem Grundstück statt, wo Nora auch die Besetzung ihres Ehemanns kennenlernt, den ehemaligen Sexiest Man Alive, Leo Vance.
Als das Drehteam abgereist ist, findet Nora Leo auf ihrer Veranda vor, wo er wie sie den Sonnenaufgang betrachtet. Er unterbreitet ihr das Angebot, gegen 1000 Dollar pro Tag weitere sieben Tage bleiben und in ihrem Teehaus übernachten zu dürfen. Zunächst misstrauisch und um ihren durchgetakteten Alltag besorgt, willigt Nora ein, denn die Bezahlung kann die alleinerziehende Mutter gut gebrauchen.
Während Leo das für ihn unbekannt gewordene bodenständige Leben in der Provinz genießt und Nora erlebt, mit wieviel Empathie und Charme er mit ihr und ihren Kindern umgeht, kommen sich die beiden unweigerlich näher, auch wenn die Tage gezählt sind. Doch Leo bleibt - vorerst.

"Immer wenn die Sonne aufgeht" ist ein facettenreicher Roman, der sich zu einer originellen, unterhaltsamen und wendungsreichen Liebesgeschichte voller Gefühl entwickelt.

Schon das Setting zu Beginn ist außergewöhnlich, als bodenständige Nora Hollywood in ihrem Garten vorfindet, um ihr eigenes Leben über ihre gescheiterte Ehe zu verfilmen. Nora trauert ihrem Mann nicht hinterher und ist froh, dass sie den Mann und Vater ihrer Kinder, der sich um nichts gekümmert und sie mit allen Alltagsproblemen alleingelassen hat losgeworden ist und ihr Häuschen im Grünen behalten konnte. Sie ist eine liebenswerte Figur, die es nicht leicht hat, aber dennoch das Beste daraus macht und ihr Leben inzwischen perfekt strukturiert hat. Deshalb ist sie zunächst auch nicht begeistert, als sich der Schauspieler, der offenbar dem Alkohol zugeneigt ist und offen zugibt, dass Geld allein nicht glücklich macht, sich bei ihr einquartiert.
Aufgrund ihrer nüchternen Art und ihrer sarkastischen Kommentare sind die Dialoge wunderbar witzig. Der Alltag einer alleinerziehenden Mutter, die alles managen muss, aber in ihrem Gerüst alles im Griff hat, ist anschaulich und authentisch dargestellt. Die leidenschaftslose Betrachtung ihrer Arbeit als Verfasserin von romantischen Geschichten, die nach Schema F ablaufen, ist hinreißend ehrlich.

Auch wenn man den Eindruck gewinnt, dass Nora nicht (mehr) an die Liebe glaubt und ihre Kinder an erster Stelle stehen, verliebt sie sich in den charmanten Leo, der das Gegenteil ihres Ehemanns ist. Die zarte Entwicklung ihrer Verliebtheit bis zu ernsten Gefühlen der Sehnsucht und Beständigkeit ist dagegen romantisch, aber dennoch realistisch und glaubwürdig. Klar ist jedoch auch, dass die beiden komplett unterschiedliche Leben führen und dass Leo in der Lage ist, Noras Herz, das sie bisher geschützt hat, zu brechen.
Es bleibt spannend zu erfahren, wie sich die Konflikte lösen und ob Nora ein Happy End erleben wird, wie es nicht schöner, als in ihren erdachten Geschichten sein könnte.

Die Geschichte ist voller individueller, liebenswerter Protagonisten, der Plot herzerwärmend und spannend zu lesen. Der hollywoodreife Schluss war mir aber aber doch etwas zu dick aufgetragen. Der Roman hätte weniger überhastet und kitschig enden können.

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Veröffentlicht am 21.12.2022

Wendungsreicher Psychothriller mit hintergründigem Grauen und schlüssiger Aufklärung

Liebes Kind
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Im Januar 2004 verschwindet die 23-jährige Studentin Lena Beck aus München spurlos. 14 Jahre später wird eine Frau bei einem Autounfall verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Dort berichtet ihre Tochter ...

Im Januar 2004 verschwindet die 23-jährige Studentin Lena Beck aus München spurlos. 14 Jahre später wird eine Frau bei einem Autounfall verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Dort berichtet ihre Tochter Hannah, dass ihre Mutter Lena heißt und erzählt scheinbar unberührt von ihrem Martyrium, das für sie Normalität war, in einer Hütte im Wald im bayerisch-tschechischen Grenzgebiet, wo die Familie vom Vater all die Jahre festgehalten wurde und strengen Regeln unterworfen war.
Der Entführer wird erschlagen in der Hütte aufgefunden, seine Identität ist zunächst ungeklärt. Die Ermittlungen in dem Vermisstenfall beginnen von Neuem, wobei es immer mehr Ungereimtheiten gibt. Die beiden Kinder sind traumatisiert und keine Unterstützung bei den polizeilichen Ermittlungen und auch Lenas Eltern kommen nicht zur Ruhe.

Die Geschichte beginnt mit dem Auffinden der entführten Frau und wird aus den verschiedenen Perspektiven der Opfer und Angehörigen erzählt. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Gegenwart, um den komplexen Entführungs- bzw. Vermisstenfall aufzuklären, schildert jedoch auch rückblickend, was sich in der Hütte im Wald ereignet hat.
Insbesondere die Kindessicht der 13-jährigen Hannah ist erschütternd, die kein anderes Leben kannte, als die Gefangenschaft in der hermetisch abgeriegelten Hütte und für die der Täter einfach ihr Vater ist, der für ein geordnetes Leben sorgte.

Durch die kurzen Kapitel und häufig wechselnden Perspektiven ist der Roman dynamisch und spannend geschildert. Nahezu alle Charaktere sind undurchsichtig und nicht unbedingt sympathisch, was den Fall noch interessanter macht. Die Traumata, die sowohl Opfer als auch leidende Angehörige erfahren und verarbeiten müssen, machen ihre Eigenarten und abwehrenden Verhaltensweisen jedoch nachvollziehbar.

Durch zahlreiche Wendungen und geschickte Cliffhanger im Wechsel der unterschiedlichen Sichtweisen ist der Thriller fesselnd bis zum Schluss, um nicht nur die Identität des Täters zu klären, sondern auch was es mit dem Verschwinden Lenas auf sich hat.
Die Aufklärung ist schlüssig, auch wenn das Motiv des Täters noch stärker hätte herausgearbeitet werden können.
Es ist eine Geschichte, bei der das Grauen nicht plakativ, sondern mehr hintergründig und zwischen den Zeilen zu lesen ist, was trotz Befreiung und Tod des Entführers dauerhaft ein ungutes Gefühl vermittelt und die Tat besonders perfide erscheinen und erahnen lässt, dass die Leidensgeschichte für alle noch nicht zu Ende ist.

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Veröffentlicht am 28.11.2022

Raffiniert konstruierte Geschichte über Eifersucht, Habgier und Rache, Liebe, Verlust und Verrat

Denk an mich, wenn du stirbst
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Marin Machado ist ein Selfmadewoman und Powerfrau. Sie hat sich aus eigener Kraft hochgearbeitet und ist Inhaberin mehrere Friseursalons, die auch von Prominenten besucht werden. Sie ist glücklich mit ...

Marin Machado ist ein Selfmadewoman und Powerfrau. Sie hat sich aus eigener Kraft hochgearbeitet und ist Inhaberin mehrere Friseursalons, die auch von Prominenten besucht werden. Sie ist glücklich mit Derek verheiratet, der ihr darüber hinaus ein luxuriöses Leben bietet und mit dem sie einen vierjährigen Sohn hat. Sebastian ist nach mehrmaligen erfolglosen IVF-Versuchen ein Wunschkind.
Als er kurz vor Weihnachten im Trubel des Weihnachtsmarkts entführt, bricht für Marin, die nur einen Moment nicht aufgepasst hat, eine Welt zusammen. 16 Monate später ist sie nach einem Selbstmordversuch und einer Psychotherapie wieder in der Lage zu arbeiten und ihr Leben aufzunehmen. Die Polizei hat die Suche nach ihrem Sohn inzwischen aufgeben und Marin eine Privatdetektivin engagiert. Statt Spuren von Sebastian zu finden, deckt diese zufällig auf, dass Derek sie seit mindestens einem halben Jahr betrügt. Marin ist verletzt und wütend. Nach ihrem Sohn möchte sie nicht auch noch ihren Ehemann verlieren und beschließt, dass die Mätresse beseitigt werden muss - um jeden Preis.

"Denk an mich, wenn du stirbst" ist ein Psychothriller, der durch die Entführung eines vierjährigen Jungen emotional beginnt. Marins Zusammenbruch und dass auch die Ehe unter dem Verlust des einzigen Kindes leidet, ist nachvollziehbar dargestellt. Das Ehepaar hat sich auseinandergelebt, Halt gibt Marin neben ihrem erfolgreichen Geschäft ihr bester Freund Sal. Er bringt sie auch auf die Idee, wie sie das Problem mit der Geliebten ihres Ehemannes lösen kann.
McKenzie Li ist eine 24-jährige Studentin, die bereits mehrere Beziehungen mit älteren Männern gehabt hat. Derek liebt sie nicht, möchte ihn, der ihr mit großzügigen Geschenken Aufmerksamkeit schenkt, jedoch auch nicht so leicht aufgeben.
Unabhängig voneinander beobachten die beiden sich über ihre Profile in den sozialen Netzwerken und beneiden sich aus unterschiedlichen Gründen.

Der Perspektivwechsel von der trauernden Mutter und verletzten Ehefrau zur armen Studentin und eigennützigen Geliebten gibt der Geschichte eine neue Richtung, ist in seiner Darstellung jedoch etwas langatmig und nimmt dem Thriller im Mittelteil die Spannung.
Diese kann sich erst wieder im dritten Teil des Romans steigern, wobei man nicht ahnt, in welche Richtung die Geschichte noch gehen wird. Hintergründig fragt man sich weiterhin, ob sich das Rätsel um die Entführung Sebastians noch lösen wird - und wie. Denn als versierter Thrillerleser*in hat man unweigerlich das Gefühl, dass es es hierbei noch zu einer überraschenden Offenbarung und raffinierten Wende kommen wird.

"Denk an mich, wenn du stirbst" ist kein nervenaufreibender Thriller, sondern vielmehr eine raffiniert konstruierte Geschichte über Eifersucht, Habgier und Rache, über Liebe, Verlust und Verrat, die (aufgrund des Settings in der Welt der Schönen und Reichen) an mancher Stelle etwas realitätsfern und überzogen wirkt und im zweiten Abschnitt Spannung einbüßt, aber dennoch durch die Düsternis, starke Charakterzeichnung und das Geheimnis um Sebastians Entführung fesseln kann.

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Veröffentlicht am 14.11.2022

Lebendige und warmherzige Geschichte mit viel Lokalkolorit um eine Bergarbeiterfamilie im Erzgebirge

Die Sehnsucht nach Licht
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Luisa Steiner führt am Wochenende Besuchergruppen durch das Bergwerk im Schlematal im Erzgebirge, wo schon Generationen ihrer Familie arbeiteten. Regelmäßig besucht sie ihre Großtante Irma im Seniorenheim, ...

Luisa Steiner führt am Wochenende Besuchergruppen durch das Bergwerk im Schlematal im Erzgebirge, wo schon Generationen ihrer Familie arbeiteten. Regelmäßig besucht sie ihre Großtante Irma im Seniorenheim, deren Mutter an den Folgen der Strahlungen von Radon und Uran gestorben ist und deren Bruder Rudolf nicht mehr von seinem Arbeitsplatz nach Hause zurückkehrte. Die Ungewissheit, ob Rudolf wie so viele Bergarbeiter durch ein tragisches Unglück gestorben ist oder ob er möglicherweise als Republikflüchtling in den Westen ging oder gar als Denunziant in ein Gulag verschleppt wurde, macht Irma bis heute zu schaffen. Luisa beschließt, den Verbleib ihres Großonkels zu klären, ahnt jedoch zu Beginn nicht, worauf sie sich einlässt. Ihre Recherchen deuten darauf hin, dass Rudolf in die Sowjetunion deportiert wurde. Ihre Großtante im Schlepptau, begibt sich Luisa nach Moskau, um den Behörden auf den Zahn zu fühlen. Dabei werden ihr Details aus der Familiengeschichte offenbart, die ihr bisher noch nicht bekannt waren.

"Die Sehnsucht nach Licht" erzählt die Geschichte der fiktiven Familie Steiner von 1908 bis 2019 und bringt der/ dem Leser*in die Geschichte des Bergbaus im Erzgebirge näher.

In wechselnden Erzählsträngen zwischen Vergangenheit und Gegenwart lernt man die verschiedenen Charaktere kennen, wobei ein Stammbaum auf den ersten Buchseiten als Orientierung hilfreich ist.
Die Figuren sind sympathisch und wirken lebensecht. Trotz aller tragischer Ereignisse und Beschwerlichkeiten verlieren sie nie ihren Sinn für Humor, der immer wieder trocken durchblitzt. Man taucht in den Alltag und Lebenswirklichkeit einer Bergarbeiterfamilie über Generationen hinweg ein und erhält ein Gefühl für die Traditionen und die Mentalität eines Kumpels.
Sehr anschaulich wird man in die Region im Erzgebirge versetzt und erfährt am Rande der Familiengeschichte viel über die Geschichte des Bergbaus, über seltene Erden, die harte körperliche Arbeit, die Sorgen, ob der Geliebte am Abend wieder nach Hause kommt und wie sich der Ort über die Jahre und durch unterschiedliche politische Konstellationen vom provinziellen Bergbaudorf zu einem Heilbad mit internationalem Publikum veränderte.

Auf beiden Erzählebenen, die im Verlauf der Geschichte immer enger mit einander verknüpft werden, ist die Schilderung lebendig und erzeugt durch die kleinen Geheimnisse und Verbindungen im Familienkonstrukt, die sich nach und nach offenbaren, eine Sogwirkung. Dabei liegt später weniger die Frage nach dem Verbleib Rudolfs im Fokus, sondern vielmehr wie die Figuren in der Gegenwart zu dem wurden, was sie sind.
Die Redewendung von Luisas Ururgroßmutter "Ein neuer Tag bringt neue Hoffnung" zieht sich so wie die Sehnsucht nach Licht als Sinnbild für ein Gefühl von Geborgenheit und die Gemeinschaft der Familie wie ein roter Faden durch den Roman.
Trotz Unfällen, Krankheiten, Tod und Trauer ist "Die Sehnsucht nach Licht" durch die Familienbande und den engen Zusammenhalt untereinander ein warmherziger Roman, der von Heimatverbundenheit zeugt und versöhnlich, aber kitschfrei endet.

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Veröffentlicht am 24.10.2022

Spannender Roman über Liebe, Freundschaft, Familie, Eifersucht, Manipulation und Verrat

Das Jahr der Schatten
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Nach einem schrecklichen Verlust fällt Lila in eine Depression, aus der ihr auch ihr verständnisvoller Ehemann Tom nicht heraushelfen kann. Überraschend erbt sie fast zeitgleich ein altes Cottage in einer ...

Nach einem schrecklichen Verlust fällt Lila in eine Depression, aus der ihr auch ihr verständnisvoller Ehemann Tom nicht heraushelfen kann. Überraschend erbt sie fast zeitgleich ein altes Cottage in einer einsamen Gegend im Peak District und beschließt, sich eine Auszeit von London zu nehmen, um das Cottage herzurichten. In der Einsamkeit hat sie Albträume und fühlt sich beobachtet. Sie fragt sich, wer zuletzt in dem heruntergekommenen Häuschen gewohnt hat und warum es letztlich verlassen wurde.

Dreißig Jahre zuvor haben sich fünf Studenten vor dem Hintergrund von Arbeitslosigkeit und Rezession entschieden, auszusteigen und ein Jahr in einem verlassenen Cottage zu verbringen. Ganz auf sich allein gestellt, wollten Simon, Kat, das Pärchen Carla und Ben sowie Mac sich abseits der Zivilisation selbst versorgen und zu sich selbst finden. Was in den Sommermonaten noch wie ein Urlaub in der freien Natur anmutete, wird im Winter deutlich anstrengender und unbequemer. Hunger und Krankheiten drücken die Stimmung und das plötzliche Erscheinen von Kats Schwester schürt die Eifersucht und sorgt zunehmend für eine gereizte Stimmung.

Das Buch handelt auf zwei Zeitebenen und erzählt zwei zunächst von einander unabhängige Geschichten, die jedoch beide an demselben Ort stattfinden, dem Cottage in Peak District, von dem niemand weiß, wer der Eigentümer ist.

Beide Erzählstränge sind spannend und atmosphärisch geschildert. Die Studenten bemühen sich um ein autarkes Leben back to the roots, sammeln Obst und Nüsse, jagen Wild und Fischen und richten sich in dem Haus so gemütlich wie möglich ein. Was anfangs im Juli und in bierseliger Laune ein großer Spaß ist, wird in den Wintermonaten deutlich ernster. Die Freunde sind hungrig, streiten sich immer häufiger und sind von ihrem selbst ernannten Anführer Simon genervt. Kat, die ihn schon seit Jahren heimlich anhimmelt und gehofft hat, durch diese Auszeit ihm endlich näher zu kommen, ist eifersüchtig auf ihre Schwester Freya, die plötzlich vor der Tür steht und sich dazugesellt. Die Gruppendynamik verändert sich, gegenseitiges Misstrauen macht sich breit und es ist zu ahnen, dass der Aufenthalt aufgrund der Spannungen untereinander in einer Katastrophe enden wird.

Dreißig Jahre später versucht Lila in dem Cottage einen Schicksalsschlag zu verarbeiten und verliebt sich schon bald in den Charme des einsamen Cottages. Dabei entfremdet sie sich weiter von ihrem Ehemann und quält sich in ihren Träumen mit Erinnerungen, die sie nicht einordnen kann.

"Das Jahr der Schatten" ist ein Roman über Liebe, Freundschaft, Familie, Eifersucht, Manipulation und Verrat, der durch die beiden Erzählebenen spannend aufgebaut ist. Es bleibt lange unklar, wie die beiden unabhängig von einander erzählten Geschichten zusammenhängen und was Lila mit dem Cottage verbindet. Sowohl Vergangenheit als auch Gegenwart fesseln gleichermaßen, da beide Erzählstrenge Rätsel aufgeben, wobei die Erzählung, die 1980/1981 handelt wendungsreicher ist. Was wird mit den Studenten passieren und wer hat Lila das Haus vermacht und macht so ein Geheimnis daraus? Mit fortschreitender Handlung bekommt man eine Ahnung und wartet gebannt darauf zu erfahren, wie sich beide Handlungsebenen mit einander verbinden werden und das Mysterium um das verlassene Cottage lösen.

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