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April1985

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.01.2023

Buch und Spiel in Einem

Adventure Games® - Books: Die Akademie der Zeitenwächter
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Mir hat die Idee dieses interaktiven Buches unglaublich gut gefallen und ich habe es voller Elan gestartet.

Die Ernüchterung folgte auf dem Fuß, denn der Einstieg ist mir alles andere als leicht ...

Mir hat die Idee dieses interaktiven Buches unglaublich gut gefallen und ich habe es voller Elan gestartet.

Die Ernüchterung folgte auf dem Fuß, denn der Einstieg ist mir alles andere als leicht gefallen. Gleich zu Beginn bekommt man das gesamte Regelwerk präsentiert, welches mich mehr verwirrt als aufgeklärt hat. Ich kann aber beruhigen, denn vieles klärt sich beim Einstieg in die Handlung von selbst. Und diese ist wirklich spannend, vorallem da man nicht weiß, wo die Reise genau hinführt. Je nachdem, welche Entscheidungen man trifft, hat es Auswirkungen für den Verlauf und natürlich den Ausgang der Geschichte. 'Wiederholgsgefahr' ist damit durchaus gegeben.

Begeistert haben mich auch die Illustrationen, welche den Spielspaß noch mehr ankurbeln.

Allerdings - und das bezieht sich in erster Linie auf die mir vorliegende E-Book-Version - muss man wirklich oft herumblättern. Sei es um neue Orte aufzusuchen oder Objekte zu kombinieren. Außerdem müssen Lebens- und Charismapunkte vermerkt werden. Das Buch bietet wirklich zahlreiche Möglichkeiten, welche man beim E-Book leider nicht voll ausschöpfen kann.

Fazit

Fans von interaktiven Büchern und der bekannten Exit Games werden denke ich viel Spaß beim Rätseln und Kombinieren haben. Und auch für Einsteiger ist alles gut lösbar. Man darf sich nur nicht von der verwirrenden Anleitung abschrecken lassen.


Veröffentlicht am 08.01.2023

Aycayas Fluch

Die Meerjungfrau von Black Conch
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Eigenwillig trifft es wohl am ehesten. 'Die Meerjungfrau von Black Conch' aus der Feder von Monique Roffey, welche ich als Hörbuch gehört habe. Ein Buch, das zwar einerseits stilistisch außergewöhnlich ...

Eigenwillig trifft es wohl am ehesten. 'Die Meerjungfrau von Black Conch' aus der Feder von Monique Roffey, welche ich als Hörbuch gehört habe. Ein Buch, das zwar einerseits stilistisch außergewöhnlich ist, bei dem der Funke dann aber doch nicht so wirklich überspringen wollte. Warum ich trotzdem froh bin, nicht schon vorzeitig abgebrochen zu haben, könnt ihr in meiner Rezension lesen.

Aycaya with the lovely voice...

Ein Fluch war es, welcher Aycaya aus dem Volk der Taino einst ins Meer getrieben hat. Aus Angst vor ihrer Schönheit und ihrer Anziehung auf die Männer und aus Eifersucht wurde Aycaya zu einem ewigen Leben als Meerjungfrau verbannt. Bis sie 1976 von weißen US-Amerikanern aus den karibischen Gewässern gefischt wird. Brutal misshandelt und schwer verletzt, will man die Meerjungfrau verkaufen. Die Gier nach Profit ist groß. Der junge Fischer David rettet die Frau aus dem Meer und versteckt sie bei sich zu Hause, wo Aycaya nach tagelangen Qualen ihre Schuppen abwirft und sich zurück in eine menschliche Frau verwandelt. Und so beginnt die Geschichte von David und seiner Meerjungfrau auf der fiktiven kleinen Antilleninsel Black Conch.

Der Klappentext hat mich sehr angesprochen, weshalb ich mich voller Enthusiasmus in die Geschichte gestürzt habe, nur um dann gleich mal ausgebremst zu werden. Der Schreibstil von Monique Roffey bzw. die Übersetzung von Gesine Schröder ist nämlich wirklich sehr gewöhnungsbedürftig und macht einem dem Einstieg ins Buch nicht gerade einfach. Die Sprache ist sehr eigenwillig, roh und derb. Der verwendete Dialekt wirkt urtümlich, fast schon primitiv. So wird zum Beispiel aus dem Wort "fischen" kurzerhand "kaschen" und der "Liebesakt" zum "Sexting". Und auch die Dialoge sind sehr gewöhnungsbedürftig und bewusst grammatikalisch falsch. Es hat wirklich länger gedauert, mich mit diesen Stil anzufreunden. Vielleicht wäre es leichter gewesen die Geschichte zu lesen als zu hören. Ich musste mich jedenfalls über weite Strecken sehr konzentrieren, um der Handlung auch richtig folgen zu können.

Monique Roffey greift zahlreiche Themen auf. Es geht unter anderem um das Frausein und um Selbstbestimmung, um Andersartigkeit und dem Fremdsein, um Hass, Eifersucht und Gier. Der Kolonialismus der Vergangenheit und dessen Folgen noch heute spürbar sind, ist auch ganz großes Thema. Das alles erzählt Monique Roffey anhand der alten karibischen Legende der verfluchten Meerjungfrau Aycaya.

Mich konnte vorallem die zweite Hälfte packen. Ich wollte eigentlich schon vorzeitig abbrechen, bin letztlich aber froh zu Ende gehört zu haben. Ab der Hälfte haben sich einige Knoten gelöst, ich konnte die Handlung, die großteils aus Davids Sicht geschrieben ist, mehr genießen. Etwas zu kurz kamen mir die Kapitel aus Aycayas Perspektive. Gerne hätte ich mehr von ihr selbst gehört, dann wäre sie für mich auch greifbarer geworden.

Das Hörbuch wird von Patrick Abozen und Sina Martens gelesen. Besonders Sina Martens Interpretation möchte ich hervorheben. Sie hat es geschafft Aycayas Leiden und ihre Sehnsüchte wunderbar mit ihrer Stimme zu transportieren. Ich fand ihre Lesung sehr gelungen.

Fazit:

'Die Meerjungfrau von Black Conch' ist eine sehr eigenwillige Interpretation von Monique Roffey. Ich habe relativ lange gebraucht, um mich an den Stil der Autorin zu gewöhnen. Dieser ist sehr urtümlich und derb. Der Versuch die karibischen Dialekte einzufangen ist in der Übersetzung etwas holprig zu lesen. Wenn man sich daran gewöhnt, bekommt man eine eindringliche Geschichte präsentiert, die sich neben dem Mythos Meerjungfrau unter anderem mit dem Kolonialismus und dessen Folgen, Selbstbestimmung, dem Frausein, aber auch mit dem Anders- und Fremdsein, Hass und Gier auseinandersetzt. Definitiv außergewöhnlich, auch wenn der Funke bei mir nicht ganz überspringen wollte.





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Veröffentlicht am 04.01.2023

8 Frauen

Miss Kim weiß Bescheid
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Das Hörbuch zu 'Kim Jiyoung' geboren 1982 habe ich letztes Jahr in einem Rutsch durchgehört. Ich war daher schon sehr auf den Nachfolger gespannt. Leider konnte mich 'Miss Kim weiß Bescheid' ...

Das Hörbuch zu 'Kim Jiyoung' geboren 1982 habe ich letztes Jahr in einem Rutsch durchgehört. Ich war daher schon sehr auf den Nachfolger gespannt. Leider konnte mich 'Miss Kim weiß Bescheid' nicht ganz so fesseln.

Sprachlich konnte mich die Kurzgeschichtensammlung vollends überzeugen. Klar und nüchtern portraitiert Cho Nam-Joo das Leben und Schicksal von 8 Frauen unterschiedlichen Alters und geht dabei auf das Rollenbild der Frau bzw. die Lebensweise und Kultur in Südkorea ein. Es finden sich Thematiken wie Ungleichbehandlung am Arbeitsplatz, Gewalt in der Beziehung, sexuelle Belästigung, aber auch wie die 'südkoreanische Familie' richtig zu funktionieren hat und den Ausbruch aus den vorgegeben Normen.
Leider konnten mich nicht alle Geschichten gleichermaßen begeistern. Zu manchen fehlte mir einfach der Zugang. Einige werden mir mehr, andere weniger in Erinnerung bleiben.

Wem das erste Buch der Autorin gefallen hat, wird auch an diesem Folgeband Freude finden. Für Zwischendurch war das Buch auf jeden Fall sehr gut zu hören.










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Veröffentlicht am 15.12.2022

Kaum cosy Vibes

Maple-Creek-Reihe, Band 1 - Meet Me in Maple Creek
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2 Anläufe und eine Lesepause hat es gebraucht und ich kann verkünden, dass ich 'Meet me in Miracle Creek' beendet habe. Das Buch und ich wollten erst nicht so richtig miteinander harmonieren. ...

2 Anläufe und eine Lesepause hat es gebraucht und ich kann verkünden, dass ich 'Meet me in Miracle Creek' beendet habe. Das Buch und ich wollten erst nicht so richtig miteinander harmonieren. Erst war meine Erwartung eine ganz andere, dann musste meine Stimmung passen. Letztlich hat es mit Unterstützung des Hörbuches dann noch geklappt. Und mir hat der Dilogieauftakt trotz des holprigen Starts dann sogar noch recht gut gefallen.

Darum geht's...

Als Mira erfährt, dass sie einen Zwillingsbruder hat, ändert sich ihr beschauliches Leben in Maple Creek schlagartig. Denn ihr Bruder Lilac ist kein unbeschriebenes Blatt. In Maple Creek soll Lilac sein Leben in geordnete Bahnen bringen und den Ausstieg aus der New Yorker Unterwelt schaffen. Unterstützung bekommt Lilac von seinem besten Freund Joshka. Während Mira versucht eine Beziehung zu ihrem Bruder aufzubauen, kommt sie auch Joshka näher. Sie ahnt dabei nicht, welche Gefahr von dem 23-Jährigen ausgeht.

Kaum cozy Vibes, dafür umso mehr Thrill...

Mir ist beim Lesen relativ schnell klar geworden, dass meine Erwartungen an das Buch komplett andere waren. Wer so wie ich kuschelige Cafés, Kürbisschnitzen, Kleinstadtrratsch und schrullig-liebevolle Stadtbewohner sucht, wird sie in Maple Creek nicht treffen. Die Geschichte schlägt eine viel dunklere, gefährliche Richtung ein. So dienen neben Maple Creek, das zugegebenermaßen schon süß und cozy ist, auch Seattle und die New Yorker Untergrundszene als Schauplätze. Leider ist genau diese Sache mit dem Untergrund nicht so ganz bei mir angekommen, was vorallem auch an Protagonisten Joshka lag, dem ich die Untergrund-Boss-Rolle einfach nicht abgekauft habe. Dafür war er für mich dann doch zuviel Good Guy als Bad Ass. Und ich fand in auch recht austauschbar. So hatte ich zum Beispiel gerade anfangs meine Probleme damit Joshka und Lilac auseinander zu halten und habe die beiden ständig verwechselt. Mein Lesefluss wurde dadurch leider immer wieder gestört.
Mira mochte ich hingegen ganz gerne. Sie ist kein Prinzesschen, dass gerettet werden muss. Sie ergreift die Initiative und handelt. Das hat ihr auf jeden Fall Pluspunkte eingebracht.
Leider ist die Geschichte von Mira und ihrem Bruder durch die Liebesgeschichte bzw. die Entwicklung in Richtung Thriller ziemlich in den Hintergrund geraten, was ich sehr schade fand.

Auch wenn mir die Umsetzung nicht so ganz zugesagt hat, habe ich das Buch letztlich ganz gerne gelesen. Ja, es war anders als erwartet, kein Highlight, aber auch nicht schlecht. Ein guter Lesesnack für Zwischendurch.

Fazit

Entgegen aller Erwartungen war 'Meet me in Maple Creek' kein cozy Herbstbuch mit Wohlfühlvibes, sondern eher ein 'Romance Thriller' mit dunklen Vibes. Nach einigen Startschwierigkeiten war ich dann aber doch neugierig auf die New Yorker Unterwelt. Das letzte Drittel konnte mich dann sogar ziemlich mitreißen. Insgesamt ist das Buch kein Highlight, aber wenn die Stimmung passt ein guter Snack für Zwischendurch.

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Veröffentlicht am 27.10.2022

Ein Aufenthalt mit Höhen und Tiefen

Winterzauber im Ferienhaus Talblick
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Nach all den Fantasyromanen der letzten Zeit und der Tatsache, dass die Tage kürzer und die Temperaturen kälter werden, hatte ich Lust auf Weihnachten, Schnee und Romantik. 'Winterzauber im ...

Nach all den Fantasyromanen der letzten Zeit und der Tatsache, dass die Tage kürzer und die Temperaturen kälter werden, hatte ich Lust auf Weihnachten, Schnee und Romantik. 'Winterzauber im Ferienhaus Talblick' habe ich durch Zufall entdeckt und dem Klappentext nach, hat es perfekt in mein Beuteschema gepasst. Und so habe ich mich kurzerhand im verschlafenen Nest Schönberg in der Pension von Sophie einquartiert.

Ein Aufenthalt mit Höhen und Tiefen...

Sophie, welche nach dem Tod ihrer Mutter, das Ferienhaus mit der wohl schönsten Aussicht, übernommen hat, steht das Wasser sozusagen bis zum Hals. Die Gästezimmer hätten dringend eine Renovierung notwendig, auf dem Dach haben sich Marder einquartiert und zahlende Gäste bleiben vorallem im der Advents- und Weihnachtszeit aus. Zudem ist Sophie dem Druck großer Hotelketten ausgesetzt, die ihr das Grundstück abkaufen wollen. Doch Sophie hat ihrer Mutter versprochen das Ferienhaus weiter zu betreiben und außerdem hängen zu viele Erinnerungen daran.

Ich muss sagen, dass ich Sophie richtig gerne mochte. Sie lässt sich nicht unterkriegen und weiß was sie will. Trotz ausbleibender Gäste steckt sie viel Schweiß und Herzblut in ihr Gästehaus. Als der charmante Lennart kurz vor Weihnachten ein Zimmer bucht, tut Sophie alles, dass sich dieser wohlfühlt und sie entwickelt ganz zarte Gefühle für den hilfsbereiten, ein bisschen verschlossenen jungen Mann. Dabei ahnt sie nicht, wer Lennart in Wahrheit ist. Und auch Lennart verliert nach und nach sein Herz an Sophie und schließt Schönberg und seine Bewohner immer mehr in sein Herz.

Wie Sophie, war mir auch Lennart im Grunde sympathisch. Eine Sache hat mir die sonst so schöne Geschichte allerdings ein bisschen madig gemacht. Lennart steht kurz vor seiner eigenen Hochzeit mit seiner Verlobten Alexa. Und als wäre das nicht schon genug, wird die Betrogene natürlich als richtiges Biest hingestellt. In meinen Augen hätte man diesen Part einfach aussparen können, denn was übrig bleibt ist ein hyggeliger Wohlfühlroman zum Verlieben mit tollen Landschafts- und Ortsbeschreibungen und ganz viel Weihnachtszauber.

Ich habe das Buch an zwei Abenden eingemümmelt in eine flauschige Decke und passend dazu Orangentee mit Zimt, weggesnackt. Die Geschichte liest sich unglaublich schnell, der Schreibstil ist sehr einfach, die Kapitel sind kurz und wechseln sich zwischen Sophie und Lennart ab und es wird jetzt auch nicht wirklich tiefgründig. Es ist einfach eine lockere und flockige Geschichte, die mir im Prinzip das gegeben hat, was ich von ihr erwartet habe. Ein Liebesroman ohne böse Überraschungen bei dem man bereits am Anfang weiß wie dieser endet und in dem man sich richtig schön fallen lassen kann.

Fazit:

Ich hatte Lust auf ein bisschen Weihnachtsmagie und Romantik und wollte in eine lockere und leichte Geschichte abtauchen. Janka Friedrich hat mir genau das geliefert. Winterliche und verschneite Landschaften, wilde Schlittenfahrten, Spaziergänge im Schnee, einem Weihnachtsmarkt und natürlich romantischen Gefühlen. Eine Sache hat mir meine Stimmung aber etwas getrübt, weshalb ich "nur" 3 Sterne vergeben kann. Eine Leseempfehlung gibt's aber trotzdem für den weihnachtlichen Liebesroman.

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