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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.10.2016

✎ Meg Haston - Alles so leicht

Alles so leicht
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Was ich erwartet habe? Gefühl. Gefühl. Gefühl.
Was ich bekam? Hm..

Ich hatte das Buch eine Weile auf meiner Wunschliste, weil ich immer wieder über positive Meinungen gestolpert bin. Als ich es nun von ...

Was ich erwartet habe? Gefühl. Gefühl. Gefühl.
Was ich bekam? Hm..

Ich hatte das Buch eine Weile auf meiner Wunschliste, weil ich immer wieder über positive Meinungen gestolpert bin. Als ich es nun von dort befreit und gelesen habe, frage ich mich, ob ich mich nicht - mal wieder - zu sehr habe blenden lassen.

Auf dem Klappentext steht: "Ehrlich bis zur Schmerzgrenze, mitfühlend und hoffnungsvoll erzählt." Die Ehrlichkeit ist sicherlich vorhanden - es ist immerhin eine (fast) fiktive Geschichte. Mitgefühlt habe ich mit niemanden, denn zu keinem hatte ich einen wirklichen Draht. Und hoffnungsvoll? Na ja..

Für mich wurde an vielen, nein, an allen Stellen viel zu sehr an der Oberfläche gekratzt. Klar treffen viele Charaktere aufeinander. Klar kann man nicht jeden bis ins Detail beschreiben und aufarbeiten. Aber wir haben hier doch eine Hauptperson! Sie ist doch da. Sie bringt alles mit, was man braucht. Man muss sie nur nehmen und durch das Buch begleiten - und zwar nicht nur ein wenig, sondern tief gehend. Vielleicht auch bis es wehtut, denn das bringt dieses Thema nun mal mit sich.

Im ganzen Buch, was immerhin 265 Seiten besitzt, hat mich nur eine Stelle wirklich berührt - da hatte ich auch, ehrlich gesagt, einen Kloß im Hals..

"Ich schaue auf. Schaue weg und dann wieder hin, obwohl ich schon beim ersten Mal richtig gesehen habe. [...] Er steht im Türrahmen." (S. 252)

Klar muss man das Buch lesen, um genau diese Textstelle zu verstehen. Aber es ist eine der wenigen, die ich für mich markiert habe. Generell habe ich hier diesmal erst sehr spät damit angefangen.

"Alles so leicht" ist für mich leider gar nicht leicht. Ich fand keinen Zugang zu Stevie - oder jemand anderem. Anna war für mich auch nichts Besonderes. Und generell habe ich das ganze Geschehen eher aus einer neutralen Perspektive gelesen, obwohl ich mich hier auf Taschentuchalarm eingestellt hatte.

Ich kann dieses Buch leider nicht weiterempfehlen. Dafür fehlte es mir an allen Ecken und Kanten und hatte auch einige Längen

©2016

Zitate:

"[...] Tod ist so schwer, dass er mich beinah erdrückt. Es tut so weh, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass der Schmerz jemals weggeht." (S. 205)

"Mist. Sie ist enttäuscht. Wut wäre so viel einfacher gewesen." (S. 245)

"»[...] Akzeptanz bedeutet nicht, dass du etwas gut findest oder dass du dich damit wohlfühlst. Aber es bedeutet, dass du es als das anerkennst, was es ist.«" (S. 252)

Veröffentlicht am 15.09.2016

✎ Russell Wangersky - Walt

Walt
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Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir eine Menge von diesem Buch versprochen habe.. Der Klappentext klingt mega interessant: Ein Mann, der die Einkaufszettel anderer Leute sammelt - wer denkt da nicht sofort ...

Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir eine Menge von diesem Buch versprochen habe.. Der Klappentext klingt mega interessant: Ein Mann, der die Einkaufszettel anderer Leute sammelt - wer denkt da nicht sofort an sich selbst und seine Gewohnheiten diesbezüglich?!

Doch schon zu Anfang beginnt die Geschichte sehr verhalten, ja geradezu langweilig. Zuerst lernt man Walt kennen, der von sich erzählt. Dann auch noch Alisha. Irgendwann kommt zudem auch noch eine dritte Perspektive ins Spiel, die das Ganze aber keineswegs interessanter gestaltet.

Mir bleiben die Figuren zu blass, zu unpersönlich, zu wenig ausgearbeitet. Bei Walt mag diese Masche ziehen - da passt auch super das Cover zu -, aber so ein paar Details mehr hätten der Geschichte schon ganz gut getan.

Auch beginnen die Kapitel, die aus Walts Sicht geschrieben sind, alle ziemlich gleich: Die Beschreibung des Einkaufszettels und seine Analyse. Hier hätte ich mir gewünscht, dass man die Listen authentischer abbildet - also in einer richtigen Handschrift. Walt Beschreibt ja alle, wie sie aussehen, welche Merkmale sie haben.. Warum also nicht auch visuell zeigen?!

Zudem langweilte ich mich mit zunehmender Seitenzahl immer mehr, denn Walts Schilderungen sind nicht nur nüchtern, sondern auch einfach uninteressant.

Alishas Sicht habe ich sehr gerne gelesen. Da kommt das Genre 'Psychothriller' auch rüber. Mit ihr fühlt / bangt man mit. Bei ihren Worten schlug mein Herz regelmäßig schneller. Leider waren diese Passagen eher rar gesät.

Es ist vielleicht manchmal ganz interessant, wenn der Leser sich seine eigenen Gedanken machen kann und die Geschichte in jedem Kopf eine andere Form annimmt. Aber ich persönlich möchte gerne wissen, was der Autor mir mitteilen mag, wie er die Geschehnisse sieht - schließlich könnte ich ansonsten meine ganz eigene Geschichte schreiben. Russell Wangersky hat für meine Begriffe zu viel Interpretationsraum gelassen.

Der Schreibstil des Schriftstellers war eins der wenigen positiven Dinge: Er verwendet zumeist kurze Sätze, die eigentlich super zu dem Thema und dem Genre passen, weil sie oft ein hohes Tempo kennzeichnen. Leider kommt das aufgrund der ganzen genannten negativen Punkte nicht zum Ausdruck.

Das Werk hat also seeehr viel Potenzial, welches der Autor meiner Meinung nach teilweise echt verschenkt. Es regt zum Nachdenken an, wirkt aber durch eine zu offene Geschichte nicht tiefgründig genug. Herr Wangersky wirkt mit diesem Buch auf mich, als hätte er super Ideen, aber Angst, zu viel zu sagen - aber genau das muss man als Autor (manchmal): Die Menschen mit der Nase draufstupsen!

©2016

Veröffentlicht am 15.09.2016

✎ Devon Monk - Allie Beckstrom 1 Magie im Blut

Magie im Blut
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Ich bin ja kein typischer Fantasy-Leser.. und trotzdem finde ich auch in dem Genre immer mal wieder etwas, was mich interessiert - gerade, wenn es etwas mit Magie zu tun hat.

Da die Geschichte in der ...

Ich bin ja kein typischer Fantasy-Leser.. und trotzdem finde ich auch in dem Genre immer mal wieder etwas, was mich interessiert - gerade, wenn es etwas mit Magie zu tun hat.

Da die Geschichte in der Ich-Form geschrieben ist, nämlich aus der Sicht Allies, dachte ich, dass ich sehr leicht Zugang zu ihr und ihrer Umwelt finde, aber bis zum Schluss habe ich darauf leider vergebens gehofft. Mir blieb alles irgendwie zu oberflächlich und emotionslos.

Gut fand ich mal die andere Sicht auf die Magie: Man muss bei der Anwendung einen (hohen) Preis bezahlen - und das kann auch Gedächtnisverlust sein. Auch wo die Magie herkommt - in Rohren unter der Stadt gespeichert -, habe ich so noch nicht gelesen.

Dennoch lässt mich der Rest der Story eher kalt zurück. So richtig Spannung kam nicht auf. Auch der Schreibstil war nicht besonders herausragend. Im Gegenteil, ich fand ihn anfangs sogar sehr anstrengend, weil die Sätze teilweise richtig abgehakt klingen und kein richtiger Fluss reinkommen will. Zum Glück hat sich das irgendwann ein bisschen gegeben. Die Wiederholungen störten mich aber schon sehr.

Wenn meine Nachforschungen korrekt sind, ist die Reihe um Allie Beckstrom in den USA sehr erfolgreich - dort gibt es auch bereits 9 Teile. Ins Deutsche wurde wohl nur der erste (und eventuell der zweite) Band übersetzt. Ich kann es auch gut nachvollziehen, denn ich würde es jetzt nicht (unbedingt) empfehlen, obwohl ich den Gedanken mit der Nutzung der Magie wirklich toll fand.

©2016

Veröffentlicht am 15.09.2016

✎ Peter Nichols - Die Sommer mit Lulu

Die Sommer mit Lulu
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Von diesem Buch hatte ich mir wirklich viel versprochen. Es heißt ja schon im Klappentext, dass die Geschichte rückwärts erzählt wird - und sowas hat man nicht alle Tage, sodass allein dies schon ein Hingucker ...

Von diesem Buch hatte ich mir wirklich viel versprochen. Es heißt ja schon im Klappentext, dass die Geschichte rückwärts erzählt wird - und sowas hat man nicht alle Tage, sodass allein dies schon ein Hingucker ist.
Auch ist dies ein Klappentext, der nicht direkt die ganze Story verrät, sodass ich sehr gespannt war, was sich denn hinter dem Hass verbirgt.

Anfangs hat mich die Geschichte auch mitgenommen. Der Schreibstil ist angenehm. Die Beschreibungen wirklich bildhaft. Leider hat meine Begeisterung aber ziemlich schnell abgenommen.

Es ist / wird langweilig. Die Geschichte wird durch die sehr vielen Personen undurchsichtig. Kein Charakter, der mich besonders fasziniert oder berührt hat. Es wird sooo viel erzählt, dass ich hier und dort wirklich die Übersicht ein wenig verlor. Auch habe ich oft nicht verstanden, was genau das denn jetzt bedeuten soll, wie wichtig das für die Geschichte um Lulu und Gerald an sich ist.

Meiner Meinung nach hätte ein wenig Fokus auf die Hauptakteure gut getan und die ein oder andere Seite weniger wäre auch nicht schlecht gewesen, denn so habe ich mich mit den 500 Seiten doch eher gelangweilt.

Eine Empfehlung für die Geschichte gebe ich nicht, aber wer sich für Mallorca interessiert, wie es früher einmal war, der kann einen Blick hinein wagen.

©2016

Veröffentlicht am 15.09.2016

✎ Lori Nelson Spielman - Morgen kommt ein neuer Himmel

Morgen kommt ein neuer Himmel
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Bevor ich das Buch anfing, riefen mir schon viele Stimmen zu, dass das Buch "so schön" sei. Es gab aber hier und dort auch die ein oder andere kritische Stimme.. Daher war ich sehr gespannt, wie es auf ...

Bevor ich das Buch anfing, riefen mir schon viele Stimmen zu, dass das Buch "so schön" sei. Es gab aber hier und dort auch die ein oder andere kritische Stimme.. Daher war ich sehr gespannt, wie es auf mich wirken würde..

Die Idee an sich fand ich schon recht interessant. Denn wie oft kommt es vor, dass andere Menschen einen besser kennen als man sich selbst?! Manchmal wahrscheinlich viel zu oft.. Ich habe nicht daran gezweifelt, dass dies auch hier so geschehen wird.

Leider konnte mich die Story überhaupt nicht abholen.
Am Anfang gibt es ein paar emotionale Momente, die wohl jeden berühren, der schon mal einen geliebten Menschen verloren hat. Aber das war es dann auch.
Vorhersehbar. Klischeebehangen. Realitätsfern. ... Das sind so die Adjektive, die mir den Rest über in den Gedanken rumgegeistert sind.

Anfangs wurde ich auch ständig an "P.S. Ich liebe dich" von Cecelia Ahern erinnert. Mit dem Unterschied, dass ihre Geschichte mir damals wirklich sehr gut gefallen hat, Lori Nelson Spielmans Protagonisten aber keinesfalls mithalten können. Irgendwann hab ich diesen Vergleich auch einfach aus meinem Kopf gestrichen.

Ebenso fand ich die Konstellation der Akteure nicht besonders einfallsreich, geschweige denn schön..
Zwar wollte uns die Autorin scheinbar immer mal wieder auf einen falschen Pfad lenken, aber durchschaut hat man das trotzdem ziemlich schnell.
Das gleiche mit den Charakteren. Weinerlich. Uneinsichtig. Oberflächlich. Unsympathisch. ...

An manchen Stellen hat Frau Spielman auch nicht wirklich überlegt. Beispiel? 202 - 203 / 295, als Brett meint: „[...] zünde ich ein halbes Dutzend Kerzen an [...] schlafe ich tief und fest [...]“
Oder eine andere Situation, die ich hier nicht nennen mag, weil ich sonst spoiler, die so aber im normalen Leben nie so stattfinden kann.
Es geht alles zu perfekt über die Bühne. Da ist kein Reiz da, keine Spannung.

Im Endeffekt ging mir alles viel zu schnell und war mir zu salopp. Einige Sachen wurden auch einfach nicht aufgelöst. Wahrscheinlich hätte dem Buch die ein oder andere Seite mehr ganz gut getan.

Das Einzige, was der Schriftstellerin zugute halte, ist der angenehme Schreibstil. Ansonsten würde ich dieses Buch wirklich nicht weiterempfehlen.

Auch wenn mir ein Satz im Buch ganz besonders gefallen hat, kann ich ihn mit diesen Buch irgendwie gar nicht in Einklang bringen:

"Ich glaube, dass jeder von uns die Macht hat, seine eigenen Wünsche wahr zu machen. Wir müssen nur den Mut dazu finden." (S. 269 / 295)

©2016