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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.01.2023

Schockierender Beginn

Die Zahlen der Toten
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Das Buch beginnt für den Leser sehr schockierend. Detailliert wird geschildert wie eine unbekannte junge Frau auf brutale Weise gefoltert wird. Und es stellt sich gleich die Frage, was für ein Monster ...

Das Buch beginnt für den Leser sehr schockierend. Detailliert wird geschildert wie eine unbekannte junge Frau auf brutale Weise gefoltert wird. Und es stellt sich gleich die Frage, was für ein Monster muss dieser Mensch sein, der so etwas tut.

In dem verschlafenen Ort Painters Mill muss der junge Officer T.J. Banks die ausgebrochenen Kühe des Amish Stutz von der Straße auf die Weide treiben, um Unfälle zu verhindern. Beim Aufstellen der Warnleuchten findet er einen Schuh und entdeckt eine Schleifspur, die er verfolgt und plötzlich taucht im Schein seiner Taschenlampe Blut auf. Wenig später stößt er auch auf eine bestialisch zu gerichtete unbekannte Frauenleiche.

Umgehend informiert er die neue Polizeichefin Kate Burkholder. Nach der ersten Untersuchung stellen Kate und Dr. Ludwig Coblentz ins Fleisch eingeritzte Zahlen fest. Alles ähnelt einem Fall vor sechzehn Jahren, wo ein Serientäter in der Gegend die Menschen in Angst und Schrecken versetzt hat. Ist der „Schlächter“ wieder zurück gekehrt? Ein weiterer grausamer Mord geschieht und die Stadtoberen werfen Kate Tatenlosigkeit vor. Kann Kate den Serienmörder fassen ohne ihr Geheimnis zu verraten, dass sie seit sechzehn Jahren belastet?

Von Beginn an wird Spannung aufgebaut, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Die Geschichte ist sehr flüssig und atmosphärisch sehr dicht geschrieben. Die schneebedeckte Landschaft und klirrende Kälte tun ihr übriges dazu bei. Die Gefühle der Protagonisten werden sehr gut geschildert und die neue Polizeichefin Kate Burkholder weckt meine Sympathie. Auch die eingeflossenen Informationen über das Leben der Amish haben mir gut gefallen.

Alles in allem ein fesselnder Thriller für spannende Stunden, aber nichts für schwache Nerven.

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Veröffentlicht am 21.01.2023

Luxus für alle

Ein Paradies für alle
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Georg Wertheim kommt aus kleinen Verhältnissen und hat zusammen mit seinen Brüdern aus dem kleinen Tuchgeschäft seiner Eltern das größte Kaufhaus der Welt entstehen lassen. Hilfreich hierfür waren der ...

Georg Wertheim kommt aus kleinen Verhältnissen und hat zusammen mit seinen Brüdern aus dem kleinen Tuchgeschäft seiner Eltern das größte Kaufhaus der Welt entstehen lassen. Hilfreich hierfür waren der Slogan des Kaufhauses „Luxus für alle“ und die von Georg Wertheim ausgegebene Devise „Der Kunde ist König“. Unterstützt bei der Führung des Unternehmens wird Georg von seiner Geliebten Hanna, mit der er seit 25 Jahren zurückgezogen in Berlin lebt. Beide verbindet ein großes Geheimnis, das dazu geführt hat, dass sie nicht heiraten konnten und kinderlos blieben. Seine Frau Ursula, die er heiratet, um Erben zu bekommen, lebt mit den beiden Kindern und ihrem Geliebten auf dem Lande im Schloss Saßleben.

Der Schreibstil von Justus Pfaue und seinem Mitautor Philip Tempel ist sehr flüssig und detailliert. Als Leser erfährt man einiges über die Kaiserzeit, die Weimarer Republik und die Anfänge der Zeit des Nationalsozialismus sowie über die Wertheim-AG, die Traditionen eingeführt hat, die heute aus dem Geschäftsleben nicht mehr weg zu denken sind. Georg Wertheim führte Festpreise ein und Sommer- sowie Winterschlussverkäufe.

Die Autoren haben die Atmosphäre der damaligen Zeit sehr gut eingefangen. Das Leben der armen Bevölkerung und die Vergnügungen der Schickeria von Berlin wurden anschaulich geschildert. Interessant fand ich auch das Geschäfts- und Bankenleben der „Goldenen Zwanziger Jahre“ in Berlin und die neuen amerikanischen Werbeplakate von Coca-Cola mit einem leichtbekleideten Mädchen, die Einführung des Blindenstockes und die Modetrends aus dem skandalösen Film „Der blaue Engel“ mit Marlene Diedrich.

Neben der Familie Wertheim lassen die Autoren auch bekannte und weniger bekannte Persönlichkeiten in die Geschichte einfließen. Unklar ist für mich nur geblieben, ob Hanna Berger wirklich gelebt hat oder ob sie Teil der fiktiven Erzählung ist.

Ein ansprechendes Buch, das neben der Geschichte um die Entwicklung des Wertheim-Imperiums viele historische Hintergründe vermittelt, die mich bewegt haben und daher kann ich das Buch nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 21.01.2023

Pilgerreise der Dienstagsfrauen

Die Dienstagsfrauen
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Vor fünfzehn Jahren hat alles mit einem Französischkurs begonnen. Seitdem treffen sich fünf Frauen alle um die 40 regelmäßig am 1. Dienstag im Monat im Restaurant Le Jardin, in dem für die Dienstagsfrauen ...

Vor fünfzehn Jahren hat alles mit einem Französischkurs begonnen. Seitdem treffen sich fünf Frauen alle um die 40 regelmäßig am 1. Dienstag im Monat im Restaurant Le Jardin, in dem für die Dienstagsfrauen immer ein Tisch reserviert ist. Einmal im Jahr verreisen sie gemeinsam und als nun das nächste Ziel besprochen werden soll, bekennt Judith, eine junge Witwe, dass sie an der Reise nicht teilnehmen möchte. In dem Tagebuch ihres verstorbenen Ehemannes hat sie gelesen, dass er so gern den Jakobsweg zu Ende gegangen wäre, da dies aber nicht mehr möglich ist, möchte sie den Weg für ihn beenden. Die Freundinnen entschließen sich spontan, gemeinsam die Pilgerreise mit Judith anzutreten.

Auf ihren Pilgerweg erleben die Frauen nicht nur die ungewohnten körperlichen Strapazen, sondern sie verändern sich auch innerlich. Jede hat ihr Päckchen zu tragen und alle Probleme, die im Alltag durch hektische Betriebsamkeit übertüncht wurden, brechen auf. Auch hängt eine dunkle Wolke über die Dienstagsfrauen und ihre Freundschaft wird auf die Probe gestellt. Kann diese weiterhin bestehen bleiben?

Der Schreibstil der Autorin spricht mich an, er ist flüssig und gut verständlich. Die Geschichte ist sehr realitätsnah und einfühlsam geschrieben. Es gibt heitere Passagen und dann wieder Details, die zum Nachdenken anregen. Die unterschiedlichen Charaktere der fünf Frauen sowie die breit gefächerten Lebenswege, die sie eingeschlagen haben, sind ansprechend und amüsant beschrieben. Die Protagonisten habe ich alle sehr sympathisch empfunden, sie sind nicht überzeichnet und man wünscht sich Mitglied dieser Dienstagsrunde zu sein.

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen, denn die Verbundenheit und Menschlichkeit einer Pilgerreise haben mich sehr berührt. Ein wunderschönes Buch, welches ich gern weiter empfehlen werde.

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Veröffentlicht am 19.01.2023

Reise in die Vergangenheit

Das Tor zur Welt: Hoffnung
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Da der erste Band offen endete, war ich natürlich gespannt auf die Fortsetzung und wollte wissen, wie sich die Geschichte der beiden gegensätzlichen Frau, Ava und Claire, weiter entwickelt.

Durch die ...

Da der erste Band offen endete, war ich natürlich gespannt auf die Fortsetzung und wollte wissen, wie sich die Geschichte der beiden gegensätzlichen Frau, Ava und Claire, weiter entwickelt.

Durch die Auswanderer ist Hamburg überfüllt und in den Hallen gibt es viel zu tun. Ava arbeitet unermüdlich. Nach dem sich ihr Traum, ihre Familie in Amerika zu finden, zerschlagen hat, begibt sie sich trotzdem auf die Suche nach Claire, die sie hintergangen hat. Als Claire wieder auftaucht, hat sie sich sehr verändert.

Auch mit diesem zweiten Band der Geschichte konnte mich Miriam Georg wieder überzeugen. Es ist ihr gelungen mich auf eine Reise in die Vergangenheit mitzunehmen, so dass ich mich in eine andere Zeit versetzt fühle. Dieses wurde noch unterstützt durch den bildhaften Schreibstil, der mir das Gefühl gab wirklich dabei zu sein. Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der historische Romane liebt. Mir hat dieser Ausflug in die Geschichte von Hamburg wunderbar gefallen.

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Veröffentlicht am 19.01.2023

Leidenschaft zum Buch

Die Buchdruckerin
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Das Buch spielt zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Straßburg. Margarethe Prüß hat die Leidenschaft zu Büchern von ihrem Vater geerbt. Schon als kleines Kind spielte sich ihr Leben in der Druckerei ab und ...

Das Buch spielt zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Straßburg. Margarethe Prüß hat die Leidenschaft zu Büchern von ihrem Vater geerbt. Schon als kleines Kind spielte sich ihr Leben in der Druckerei ab und sie erlernte von ihrem Vater das Buchdruckerhandwerk. Nach seinem Tode vererbte er ihr zur Hälfte die Druckerei. Doch zur damaligen Zeit durften Frauen keinen eigenen Betrieb leiten. Es standen Margarethe zwei Möglichkeiten offen entweder musste sie innerhalb einer angemessenen Zeit einen Drucker heiraten oder sie konnte die Druckerei verkaufen. Unter schwierigen Umständen beginnt sie die eigene Druckerei auf zu bauen. Aber es läuft in ihrem Leben nicht immer glatt und Margarethe muss einige Schicksalsschläge hinnehmen. Aber auch die Welt des Glaubens befindet sich im Umbruch. Mit der Veröffentlichung seiner Thesen tritt Luther eine Lawine los, die nicht gestoppt werden kann. Dieser Umstand hat auch Auswirkungen auf die Druckerei.

Als Leser fühlt man sich mitgenommen auf eine Reise ins Mittelalter nach Straßburg in die Buchdruckerei der Familie Prüß, die tatsächlich dort lebte. Die Autorin schildert sehr detailliert und farbig den Beruf des Buchdruckers sowie die Lebensumstände der damaligen Zeit. Der Schreibstil ist flüssig und mitreißend. Er zieht einen in den Bann. Hautnah erfährt der Leser mehr über die Geschichte der Reformation, die spannend erzählt wird. Besonders gefallen hat mir die gute Recherche von Sabine Weiss, die einen historischen Roman erst richtig interessant machen.

Es hat mir Freude bereitet dieses Buch zu lesen und kann es sehr empfehlen, vor allem an diejenigen, die Wert auf eine gute Hintergrundrecherche legen.

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