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Veröffentlicht am 22.01.2023

Der Traum von einer besseren Zukunft

KaDeWe. Haus der Träume
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Marie Lacrosse entführt uns diesmal nach Berlin zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Roman umfasst insgesamt zwölf Jahre (Prolog & Epilog nicht mitgezählt). Was mich an diesem Roman wieder überzeugt hat, ...

Marie Lacrosse entführt uns diesmal nach Berlin zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Roman umfasst insgesamt zwölf Jahre (Prolog & Epilog nicht mitgezählt). Was mich an diesem Roman wieder überzeugt hat, ist die akribische Recherche der Autorin und ihre Liebe zu authentischen und lebensnahen Figuren. Kopfkino vom Feinsten!

Im Mittelpunkt der Erzählung stehen die Familien von Rieke Krause und Judith Bergmann. Riekes Mutter ist die Leiterin der Putzkolonne im KaDeWe und Rieke schafft es sich von der kleinen Angestellten durch Fleiß und Einsatz hochzuarbeiten. Judiths Welt hingegen ist eine andere. Ihr Vater ist der Konzernjustiziar von Adolf Jahndorf, dem Besitzer von sieben Warenhäusern, darunter das KaDeWe. Doch der erste Weltkrieg und seine Folgen behandelt alle Familien, egal welcher Schicht gleich. Die Wege der beiden jungen Frauen kreuzen sich immer wieder. Ein schwerer Schicksalsschlag macht die beiden letztlich zu Freundinnen und Vertrauten.

Der Roman wird chronologisch mit einigen Zeitsprüngen erzählt, was dem Erzählfluss aber keinen Abbruch tut. Was mir wieder sehr gut gefallen hat sind die verschiedenen Perspektivwechsel, aus denen die Geschichte erzählt wird. Die Autorin gibt unzähligen Personen die Möglichkeit diese Geschichte aus ihrer Sicht zu erzählen. Dies trägt dazu bei, dann man ein sehr gutes Bild von den einzelnen handelnden Figuren bekommt. Die Figuren sind überzeugend von der Autorin ausgearbeitet, selten haben ich so facettenreiche Figuren in einem Roman erlebt.

Für mich gibt es in dem Roman zwei tragische Figuren zum einem Sanni, die kleine Schwester von Rieke, die auf die völlig falsche Bahn gerät. Und zum anderen Johannes der Bruder von Judith, dem die Liebe verwehrt bleibt.

Trotz seiner knapp 700 Seiten lässt sich der Roman gut und zügig lesen. Es war jedes Mal wieder eine Freude in die glamouröse Zeit des KaDeWe’s einzutauchen. Hervorragend ist der Autorin auch wieder das Verweben von historischen Fakten mit einer fiktiven Geschichte gelungen. Die Story wirkt in dem Roman von Marie Lacrosse nicht als Kulisse, nein die Geschichte beeinflusst das Handeln und Denken der Figuren in ihrem Roman.

Wer gut recherchierte Familienromane zur Zeit des 1. Weltkrieges lesen möchte, ist hier genau richtig. Dieses Buch ist mehr als ein Liebes- und Frauenroman, es ist ein Zeitzeugnis und spannende Wirtschaftsgeschichte zugleich.

Der Roman wird durch ein Personenverzeichnis, Nachwort, Glossar, Quellenverzeichnis und einer Leseprobe vom zweiten Teil ergänzt.

Ich freue mich jedenfalls auf Mitte Juni, 2023 wenn die Geschichte von Rieke und Judith weitergeht. Herzlichen Dank Marie Lacrosse für die wunderschönen und spannenden Lesestunden.

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Veröffentlicht am 22.01.2023

Zwei Schwestern zwischen West und Ost

Kinder des Aufbruchs
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Claire Winters Bücher sind seit einigen Jahren für mich absolute Pflichtlektüre. Es gibt mehrere Gründe, warum mich ihre Bücher immer wieder begeistern. Zum einen ist da die Story, die immer durchdacht ...

Claire Winters Bücher sind seit einigen Jahren für mich absolute Pflichtlektüre. Es gibt mehrere Gründe, warum mich ihre Bücher immer wieder begeistern. Zum einen ist da die Story, die immer durchdacht und spannend ist, zum anderen ist da der exakt recherchierte historische Hintergrund.

Dieser Roman knüpft nahtlos an „Kinder ihrer Zeit“ an. Dabei geht es wieder um die zwei Schwestern Emma und Alice. Die eine wuchs in der BRD auf, die andere in der DDR. Daraus ergibt sich der mehr als spannende Handlungsrahmen, denn in der Vergangenheit haben beide auf unterschiedlichen Seiten als Spioninnen gearbeitet. Somit sind Geheimdienste und alles, was damit zusammenhängt auch in diesem Roman wieder ein Thema.

Wir erleben Westberlin im Jahr 1967 zur Zeit der Studenten-Proteste, die Gesellschaft und das Land befindet sich um Aufbruch bzw. Umbruch. Es sind unruhige Zeiten. Als Journalistin bzw. als Dolmetscherin haben beide Schwestern Kontakte zu wichtigen und einflussreichen Personen. Auf ein ruhiges Leben mit ihren Ehemännern hoffen sie vergebens, denn die Schatten der Vergangenheit holen sie ein.

Eine große Stärke von Claire Winter ist das Erzählen. Der Roman entwickelt eine solche Sogwirkung, wie ich es selten erlebe. Insgesamt ist der Roman chronologisch aufgebaut, er wird aus den verschiedensten Blickwinkeln erzählt, ohne das Redundanzen entstehen. Das Tempo ist insgesamt sehr hoch, die Spannung oft zum Greifen nah. Die Kapitel sind insgesamt eher kurz und knapp gehalten und sorgen dafür, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, die Sprache klar und präzise. Die Dialoge sind gut entwickelt und tragen entscheidend zum Handlungsverlauf bei.

Eine detailgetreue Recherche und das mannigfaltige Wissen der Autorin beeindrucken immer wieder aus Neue. Ich werde immer mehr zum Fan von historischen Thrillern, die unsere Vergangenheit so lebendig und beindruckend erzählen. Titus Müller und Claire Winter stehen für mich da unbedingt in der ersten Reihe. Sehr gut ist auch das Verweben von historischen Ereignissen mit einer fiktiven Geschichte. So treten neben Benno Ohnesorg, Rudi Dutschke und Willi Brandt weitere historische Persönlichkeiten in diesem Roman auf.

Interessant ist die Geschichte rund um die Fluchtwege von der DDR in den Westen. Dabei ist es nicht so einfach eine Stadt komplett zu trennen. Teilweise oberirdisch konnte man dies durch die Mauer noch gut bewerkstelligen, aber die gemeinsame Kanalisation und Bunkeranlagen machten es da schon schwerer. Auch das Freikaufen von politischen Gefangenen und Spionen auf beiden Seiten stellt die Autorin anschaulich und nachvollziehbar dar.

Das Buch enthält neben einem Personenregister und Dankesworten auch ein sehr informatives Nachwort, wo die Autorin auf Fakten und Fiktion eingeht.

Ich freue mich jetzt schon auf den neuen Roman von Claire Winter, denn ihre Romane sind für mich ein Garant für Lesestunden mit Nervenkitzel und historischem Hintergrund.

Ein Buch für alle die gerne spannende und gut recherchierte Romane lesen, die sich für Zeitgeschichte interessieren und die eine oder andere schlaflose Nacht verschmerzen können.

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Veröffentlicht am 22.01.2023

Machtkampf mit viel historischen Fakten

Der eiserne Herzog
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Es ist immer wieder erstaunlich, dass viele menschlichen Eigenschaften sich damals genauso herauskristallisieren, wie sie es noch in der heutigen Zeit tun. Auf Seite 447 des Buches heißt es „Wie sehr der ...

Es ist immer wieder erstaunlich, dass viele menschlichen Eigenschaften sich damals genauso herauskristallisieren, wie sie es noch in der heutigen Zeit tun. Auf Seite 447 des Buches heißt es „Wie sehr der Mensch von seiner Gier getrieben wird“. Macht, Ruhm Ehre haben viele Menschen seither angetrieben oder fasziniert träumen lassen. Mit seinem eisernen Willen und einer großen Portion Gier beweist Guilhem, dass auch ein noch so unvermeidlich übermächtiger Gegner kein Grund ist von einem Vorhaben abzurücken. In der Story, welche in unterschiedlichen Zeitfenstern spielt, geht es um den Herzog der Normanide, Guilhem welcher von klein auf gelernt hat mit den Härten des Lebens umzugehen. Er versucht sein Reich zu einen und lässt sich auch von kleinen Widerständen und Scharmützeln nicht beeindrucken. Plötzlich erfährt er, dass sein Onkel Eadweard, der König von England, ihn zu seinem Thronnachfolger bestimmt hat. Trotz Bedenken seiner Angehörigen ist er fest entschlossen dieses Angebot anzunehmen. Doch auf der Insel begehrt eine mächtige Familie auf. Es kommt zu einem folgenschweren Treffen, welches alles verändert. Bald beginnt das unvermeidliche und Guihem muss sich entscheiden, kämpfen oder aufgeben. Guilhem ist eine sehr starke Persönlichkeit. Trotz seiner besonderen Fähigkeiten beweist er stets aber auch in schwierigen Situationen teilweise Demut. Obwohl er von sich überzeugt ist, hört er sich durchaus Ratschläge von nahen Angehörigen an. Weitere sehr erwähnenswerte Figuren in der Geschichte sind der Harold Godwinson, Sohn des mächtigen Earl Godwins, König Eadweard, Ealdgyth die Ehefrau von Harold, sowie Matilda die Ehefrau von Guilhem. Gerade die beiden Frauen sind die heimlichen Heldinnen der Erzählung. Matilda hat ihren eigenen Kopf und steht trotz aller widrigen Umständen stets zu ihrem Gemahl. Ealdgyth hat aufgrund bestimmter Umstände das Vertrauen in ihren Gatten verloren und beweist doch das in entscheidenden Situationen die Liebe stärker als die Wut sein kann. Aber auch die Rolle von König Eadweard fand ich äußerst interessant. Dieser wird als sehr schwach und oft hilflos bezeichnet. Er ist die tragische Figur in dieser Geschichte. Der Aufbau der Geschichte ist sehr stringent und wird durch Zeitsprünge in die Zukunft manchmal unterbrochen. Auf den Lesefluss hat dieses aber keinen Einfluss. Der Handlungsrahmen wird in insgesamt drei Bücher aufgeteilt. Die Spannung der Handlung nimmt in der Mitte des Buches zu und findet erst am Ende ihre Auflösung. Der Schreibstil ist gehoben, sehr gut lesbar und teilweise dem damaligen Sprachgebrauch angepasst worden, was ich sehr trefflich fand. Der Autor hat sich auch entschieden die damaligen Namen- und Ortsnamen zu nennen. Auch wenn diese manchmal etwas schwierig zu lesen ist finde ich es gut und auch interessant die damaligen namentlichen Gepflogenheiten kennen zu lernen. Als Besonderheit sind neben einer Karte des Handlungsgeschehens ein Personen- sowie ein Ortsverzeichnis zu nennen. Auch die sehr unverblümte Darstellung des damaligen Sitten- und Moralempfindens hat mir imponiert. Menschenrechte haben damals nicht viel gezählt und in der Schlacht von Hastings gab es am Ende überhaupt keine Gnade für Mensch und für Tier. Das Fazit ist sehr positiv. Mit viel historischem Fachwissen hat der Autor um eine wahre Begebenheit eine Geschichte mit interessante „fiktiven“ Dialogen und Ereignissen gestaltet. Ich bin sehr gut unterhalten worden und kann allen Anhängern von historischen Romanen sowie Freunden der Geschichte Englands diesen Roman sehr gut empfehlen.

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Veröffentlicht am 22.01.2023

Die Lasten der historischen Vergangenheit

Rommels Gold
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Sehr spannend und mit einem interessanten historischen Hintergrund begibt sich Kommissar Fett mit seiner neuen Kollegin Daniela Conti auf die Suche nach einem Schatz aus der Zeit der Nationalsozialisten. ...

Sehr spannend und mit einem interessanten historischen Hintergrund begibt sich Kommissar Fett mit seiner neuen Kollegin Daniela Conti auf die Suche nach einem Schatz aus der Zeit der Nationalsozialisten. Ich bin sehr gut unterhalten worden. In der Story geht es um einen Toten, welcher in Düren in einem Regenwasserrückhaltebecken aufgefunden wird. Dieser ist brutal hingerichtet worden. Doch Kommissar Fett und seine Kollegin tappen am Anfang im Dunkeln. Alsbald tauchen verschiedene Protagonisten auf und die Geschichte wird sehr schnell spannend. Die Spuren des Schatzes des berüchtigten Nationalsozialisten Rommel bzw. des Mordes führen nach Polen, Italien, Belgien, Aachen, Düren, die Niederlande und sogar der israelische Geheimdienst Mossad ist irgendwie in die Sache verwickelt. Schon bald merken Fett und Conti, dass es sich um einen komplexen internationalen Fall handeln muss. Werden Sie es schaffen die Täter zu fassen?

Waren es in den letzten Geschichten die Kommissare, welche einen großen Anteil an der Geschichte hatten, sind es nun andere Charaktere, welche der Geschichte ihren ganz besonderen Reiz verschaffen. Da ist zum einen Adam Sobetzko, ein Pole welcher in der Heimat aufgrund seiner Macht und Vermögensverhältnisse „König der Vorkarpaten“ genannt wird. Sobetzko überzeugt mit einer großen Portion Selbstbewusstsein, einer dubiosen und mysteriösen Aura aber auch mit dem Gespür für Gerechtigkeit. Er ist mein persönlicher Favorit in diesem Krimi. Dieser Roman lebt von seinen vielfältigen Charakteren und ich gehe im Folgenden nur auf einzelne wesentliche Handlungsfiguren ein. Neben Kommissar Fett und seiner Kollegin Daniela Conti sind Oskar Krapohl, Samuel Goldstein, Jurek Nowak sowie der dubiose Pizzeria-Inhaber Pippo zu nennen. Daniela Conti habe ich bereits jetzt in mein Herz geschlossen. Sie gibt Kommissar Fett im richtigen Moment Kontra und versucht gleichzeitig ein gutes kollegiales Verhältnis zu ihm aufzubauen. Fett ist in seiner etwas typisch gewohnten Melancholie gefangen. Dies erlaubt es aber dem Leser einige lustige „Dialoge“ zwischen den beiden Kommissaren zu lauschen.

Der Aufbau der Geschichte ist in verschiedene Erzählstränge aufgegliedert. Ein Erzählstrang ist durch Zeitsprünge in die Kriegsjahre der 40er gekennzeichnet, welche aber für das Gesamtverständnis der Geschichte wichtig ist. Der Schreibstil des Autors ist sehr humorvoll und geradlinig und mit vielen historischen sowie politischen Details behaftet. Gerade die teilweise sehr lustigen Erzählpassagen sorgen für eine Auflockerung der grundschweren Thematik. Als Leser fühlt man sich mitten in die Geschichte hineinversetzt und ich habe die Sachverhalte und Figuren in meinem persönlichen Kopfkino gesehen. Die Verwebung von historischem Hintergrund mit einem gut konstruierten Lokalkrimi ist die Intention und gleichzeitig die Stärke des Autors.

Das Fazit ist sehr positiv. Spannend und mit einer interessanten historischen „Romanumgebung“ spreche ich eine ganz klare Leseempfehlung aus. Durch die in sich abgeschlossene Geschichte können Neu-Leser auch ohne Probleme mit diesem Roman beginnen, wobei die Vorgängerromane auch nicht zu verachten sind.

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Veröffentlicht am 22.01.2023

Die Entwicklung der Autopsie

Die Totenärztin: Goldene Rache
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Dass die Autopsie spannend und faszinierend sein kann habe ich in der Vergangenheit noch gar nicht wahrgenommen. Die Geschichte um die sympathische Fanny Goldmann hat mich voll in den Bann der Gerichtsmedizin ...

Dass die Autopsie spannend und faszinierend sein kann habe ich in der Vergangenheit noch gar nicht wahrgenommen. Die Geschichte um die sympathische Fanny Goldmann hat mich voll in den Bann der Gerichtsmedizin gezogen und ich bin sehr froh diesen Roman gelesen zu haben. In der Handlung geht es um die junge Fanny Goldmann, welche in Wien am gerichts-medizinischen Institut als Jungassistentin beschäftigt ist. Kurze Zeit später wird sie mit einem sonderbaren Fall konfrontiert. Wer ist für die sonderbaren Botschaften an den Leichen verantwortlich. Fanny hat einen konkreten Verdacht. Steckt eine sehr unheimliche Persönlichkeit hinter den Taten? Oder ist es viel komplizierter? Was hat ein berühmtes Gemälde mit einem Mord zu tun? Kurze Zeit später nimmt das Leben von Fanny eine gewaltige Wendung. Wird sie es schaffen den Fall aufzuklären oder muss sie eine schwere Entscheidung treffen? Eine spannende Jagd beginnt.

Die Protagonistin Fanny Goldmann ist eine sehr selbstbewusste und willensstarke Persönlichkeit. Aufgrund der vielen leidlichen vorbehalte im Wien des Jahres 1908 muss sie sich sehr oft gegenüber ihren männlichen Kollegen und Mitstreitern behaupten. Dies gelingt ihr meist aber mit Bravour. Charakterlich macht sie im Laufe der Erzählung eine kleine Wandlung durch, was mir sehr gut gefallen hat. Wesentlich zu benennende Nebencharaktere sind der Polizist Max, Graf Waidring, ihre Freundin Tilde sowie die Kollegen aus der Gerichtsmedizin Professor Kuderna, der dortige Leiter und ihre direkten Arbeitskollegen Franz und Dr. Valdéry. Gerade die sehr charakterlichen Unterschiede zwischen Franz und Dr. Valdéry sorgen meiner Meinung für äußerste Heiterkeit beim Leser. Franz ist ein bodenständiger Gerichtsmediziner, welcher Fanny nicht nur wegen ihrer Expertise sehr schätzt. Dr. Valdéry ist eine äußerst narzisstische Persönlichkeit und neigt deshäufigeren zur maßlosen Selbstüberschätzung. Die vielfältigen Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet worden und der Leser wird immer wieder die eine oder anderen Überraschung bei diesen finden. Dazu passt ein Zitat aus dem Roman welches ich sehr sinnbildlich für die zahlreichen Persönlichkeitsstrukturen empfand. Auf Seite 244 im Buch heißt es „Die Seele eines Menschen ist wahrhaftig ein weites Land“. Dies beschreibt sehr schön die diffizile Charaktertiefe eines jeden einzelnen Individuums. Der Aufbau der Handlung ist stringent und wird durch keine Zeitsprünge unterbrochen. Sehr lebendig mit schöner sprachlicher Präzision versehen und äußerst gut lesbar lässt sich der Schreibstil des Autors gut zusammenfassen. Als Besonderheiten sind ein Stadtplan von Wien, sowie ein Glossar der medizinischen Fachbegriffe und österreichischen Begrifflichkeiten zu nennen. Das Fazit ist sehr positiv. Mit vielen Spannungsmomenten im Laufe der Erzählung, welche auf einen endgültigen Höhepunkt hinauslaufen sorgt dieser historische Kriminalroman für eine sehr faszinierende und gut unterhaltende kurzweilige Unterhaltung. Ich bedanke mich beim Autor für die schönen Lesestunden und freue mich bald den dritten Teil, um die junge Assistentin Fanny Goldmann lesen zu dürfen.

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