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Veröffentlicht am 19.07.2019

In der Toskana ist die Welt noch in Ordnung

Das Licht der Toskana
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Worum geht’s?
Julia, Camille und Susan, drei Frauen zwischen Ende fünfzig und Anfang sechzig, die sich bei der Besichtigung einer Seniorenwohnanlage kennen gelernt haben beschließen, ihren Lebensabend ...

Worum geht’s?
Julia, Camille und Susan, drei Frauen zwischen Ende fünfzig und Anfang sechzig, die sich bei der Besichtigung einer Seniorenwohnanlage kennen gelernt haben beschließen, ihren Lebensabend nicht dort, sondern lieber in der sonnigen Toskana verbringen zu wollen. Einmal dort angekommen, werden sie nicht nur von einer ganzen Menge an freundlichen Menschen willkommen geheißen, sie können sich auch endlich den Dingen widmen, für die sie bisher keine oder nur wenig Zeit fanden. Zwischen aufwendigen Gerichten und Kunstwerken finden die drei Grazien nicht nur Freundschaft und sogar die Liebe, sondern erkennen auch, dass das Leben auch in der zweiten Hälfte noch einige Überraschungen bereithalten kann. Das gilt nicht nur für diese drei, auch die Schriftstellerin Kit wird mit einigen Veränderungen in ihrem Leben konfrontiert und bildet trotzdem eine wichtige Stütze in der Fremde für die Auswanderinnen.


Meine Meinung
Das Licht der Toskana war für mich ein Buch, dass mich zwischenzeitlich ein wenig zwiegespalten zurückgelassen hat.

Das Cover ist zunächst einmal schön gestaltet, aber in wie weit die Früchte tatsächlich mit der Geschichte zusammen hängen, erschließt sich mir ehrlich gesagt nicht so ganz. Hübsch ist es trotzdem.

Beim ersten Blick in das Buch springt einem direkt das Inhaltsverzeichnis ins Auge, was ja mittlerweile kein selbstverständlicher Bestandteil eines Buches mehr ist. Ich finde das sehr praktisch, um den Überblick zu behalten, denn darauf war ich nach circa dem ersten Drittel des Buches auch definitiv angewiesen. Die Erzählung wechselt zwischen Parts aus Kits Perspektive und Parts aus den Perspektiven des drei Damen hin und her, teilweise auch schon nach sehr wenigen Seiten. Für mich persönlich war das ein wenig gewöhnungsbedürftig, auch wenn man das Buch so problemlos in mehreren Etappen lesen konnte.

Zu Anfang bin ich trotz der Stückelung eigentlich ganz gut in die Geschichte rein gekommen. Der Schreibstil in den Teilen aus Kits Perspektive ist an manchen Stellen ein wenig sperrig, besonders dann, wenn man mit Namen berühmter und einflussreicher Persönlichkeiten überschüttet wird. Insgesamt hätten es meiner Meinung nach besonders am Anfang des Buches aber ruhig noch ein paar Teile mehr aus ihrer Perspektive geben können, denn sie war mir irgendwie am sympathischsten und ihre Geschichte und ihr Schicksal haben mich von allen Protagonisten tendenziell am meisten interessiert. Besonders die Sache mit ihrer Freundin Margaret fand ich sehr spannend, auch wenn es für mich zunächst relativ lange so klang, als handele es sich bei dieser Freundin um ein Produkt ihrer Fantasie bzw. um Margaret Mitchell, die Autorin von Vom Winde verweht. Mittlerweile bin ich mir selbst nicht mal mehr ganz sicher, wie ich auf die Idee gekommen bin.

Bei der Figur Margaret bin ich mir noch immer nicht ganz sicher, was ich von ihr halten soll. Auf der einen Seite hat sie, genau wie auch die anderen Charaktere, einige harte Schläge im Leben einstecken müssen. Sicherlich wirkt sich das auf den Charakter aus, aber trotzdem macht sich Margaret in den Erzählungen von Kit nicht gerade besonders beliebt bei mir.

Camille, Julia und Susan fand ich als Protagonisten eigentlich ganz nett, auch wenn ihre Anteile an der Handlung nicht durchgehend gleichmäßig verteilt waren. Mein größtes Problem beim Lesen war tatsächlich, dass ich die drei relativ lange nicht unterscheiden konnte und immer wieder hin und her blättern musste, um ihre Geschichten und Namen nicht zu verwechseln. Dem Lesefluss in diesen Abschnitten war das absolut nicht zuträglich, was ich durchaus schade fand.
Etwas unrealistisch kam mir dann irgendwann auch vor, dass es so absolut gar keine Probleme mehr in ihrem Leben zu geben schien, seit die drei in die Toskana gezogen sind. Es gibt keine Streitigkeiten, obwohl sich die Damen alle noch nicht so lange kennen und dann direkt in ein gemeinsames Haus gezogen sind. Auch Sprachbarrieren sind kaum vorhanden und das Erlernen einer neuen Sprache klappt mit einigen Ausnahmen fast mühelos. Finanziell scheinen alle drei überdurchschnittlich gut abgesichert zu sein, denn Ausgaben gibt es wirklich viele. Seien es opulente Mahlzeiten mit Nachbarn oder kostspielige Kunstutensilien – ganz zu schweigen von dem Kauf der Villa nach dem Ablauf des ersten Jahres – alles scheint problemlos machbar zu sein.

Realistisch ist das vielleicht nicht unbedingt gerade, aber nett zu lesen ist es trotzdem. Nach einiger Zeit wäre dann etwas Abwechslung doch noch ganz schön gewesen, denn gerade im letzten Drittel zog sich die Geschichte für meinen Geschmack einfach ein wenig zu sehr hin. Im Gegensatz zum Anfang kam ich gefühlt einfach nicht vorwärts mit dem Buch und musste mich ein wenig durchbeißen. Im Prinzip war es immer das selbe: Es wurde eingekauft, aufwändige Gerichte gekocht und viel gemalt. Bei einem Roman darf man zwar nicht mit großen Spannungsbögen rechnen, und in gewissen Maßen ist das traumhafte Toskana – Leben auch angenehm zu lesen, aber nach knapp 600 Seiten war die Geschichte meiner Meinung nach dann doch einfach ein bisschen ausgekaut.


Fazit
Das Licht der Toskana war für mich vor allem ein netter Roman mit ganz viel italienischem Flair, mit sehr vielen Gerichten und einem durchgehenden Gute – Laune – Setting unter der glänzenden Sonne der Toskana, den man sicherlich gut über den Sommer lesen kann – wenn man ihn in mehreren Stücken liest. Sobald man den Überblick über die Figuren und ihre Geschichten gewonnen hat und sie wirklich sicher unterscheiden kann, leidet auch der Lesefluss nicht mehr so sehr unter der Stückelung in relativ kurze Unterkapitel.
Kit bleibt meine Lieblingsprotagonistin und rettet den etwas unnötig in die Länge gezogenen Schluss der Geschichte mit ihrer Anwesenheit ein wenig, so dass ich nicht nur mit einem monotonen Gefühl der Langeweile aus dem Leseprozess gehen musste.
Mit etwa 100 Seiten weniger und einem Verzicht auf die Wiederholung der immer gleichen Ereignisse und Tätigkeiten zum Ende hin hätte mir die Geschichte mit Sicherheit um einiges besser gefallen und nur das leichte Gefühl von ganz viel Toskana – Liebe hinterlassen.
So fand ich das Buch aber trotzdem ganz nett, um einen entspannten Nachmittag im Garten zu verbringen und ein wenig vor mich hin zu lesen.

Dafür gibt es von mir insgesamt drei Bücherstapel

Veröffentlicht am 27.05.2019

Ein Thriller mit ein paar Schwächen und vielen Flamencogitarren

Nachtschattenmädchen
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Worum geht's?
In Nachtschattenmädchen begegnet man der siebzehnjährigen Karla, die den Sommer eigentlich mit ihrer besten Freundin Lotte in Spanien verbringen wollte. Da diese aber zu beschäftigt mit ihrem ...

Worum geht's?
In Nachtschattenmädchen begegnet man der siebzehnjährigen Karla, die den Sommer eigentlich mit ihrer besten Freundin Lotte in Spanien verbringen wollte. Da diese aber zu beschäftigt mit ihrem neuen Freund ist, fährt Karla alleine nach Granada. Ihre Gastmutter Rosa schickt sie mit ihrem Neffen Naldo zu einer nächtlichen Führung durch die Alhambra, wo Karla Bruchstücke eines Streits zwischen zwei Frauen belauscht. Am nächsten Morgen wird die ausgeblutete Leiche einer Nonne gefunden, und das Phantombild der mutmaßlichen Täterin zeigt eindeutig Karla. Gemeinsam mit Naldo versucht sie herauszufinden, was tatsächlich in dieser Nacht geschah und wie es ihr Gesicht auf das Phantombild geschafft hat.


Meine Meinung
Nachtschattenmädchen ist definitiv ein Buch, das nicht ganz so verläuft, wie ich es erwartet hätte. Besonders positiv ist mir zunächst vor allem aufgefallen, dass die Geschichte nirgendwo unnötig in die Länge gezogen wird und flüssig zu lesen ist. Teilweise werden Szenen sogar relativ kurz behandelt und in einigen wenigen Nebensätzen abgehandelt. Zum Ende hin hat mich das ein wenig gestört, da einige relativ wichtige Szenen zur Auflösung der Hintergrundgeschichte für meinen Geschmack viel zu nebensächlich dargestellt wurden und den Schlussteil deshalb ein wenig hektisch erscheinen ließen.

Was ich so auch noch nicht besonders häufig in Büchern gesehen habe, waren die kleinen Erklärungen zu den spanischen Wörtern unten auf den jeweiligen Seiten. Für jemanden ohne Spanischkenntnisse war das sehr angenehm, da man nicht erst nachschlagen musste, was einem da gerade mitgeteilt werden sollte.

Etwas weniger positiv überrascht war ich dann von einigen der Figuren. Besonders Karla, aus deren Perspektive die Geschichte überwiegend erzählt wird, kam mir irgendwie nicht ganz stimmig vor. Auf der einen Seite hat sie kein Problem damit, nur mit einem Faltplan bewaffnet eine ihr unbekannte Stadt zu erkunden oder Spanisch mit Einheimischen zu sprechen. Auf der anderen Seite wird dann jedoch immer wieder betont, dass sie Angst im Dunkeln hat und sich von irgendjemandem beobachtet fühlt. Zu ihrer Mutter, die sie nur Doris nennt, hat sie kein besonders gutes Verhältnis. Aber dieser deshalb erst einen Tag vor der Abreise nach Spanien mitzuteilen, dass Karla eine Sprachreise dorthin machen wird, finde ich dann doch schon etwas extrem. Ich konnte mit Doris zwar auch nicht so richtig warm werden, dafür ging sie mir zu Anfang viel zu sehr auf die Nerven, aber als Erziehungsberechtigte einer Minderjährigen wäre es halt schon ganz nett, wenn sie wüsste, wo ihre Tochter den Sommer verbringen wird.
Auch als Karla auf Alba trifft, finde ich ihr Verhalten nicht immer ganz nachvollziehbar. Die beiden sehen aus wie Zwillinge, doch besonders Alba verhält sich zunächst fast feindselig gegenüber ihrer Doppelgängerin. Ein Zeit lang vermutet Karla, dass Alba verantwortlich für den Mord an der Ordensschwester sein könnte und sie deshalb auf dem Phantombild zu sehen ist. Aber das scheint dann auf einmal völlig egal zu sein, als Karla eine Verbindung zwischen sich und Alba erkennt, die einen nicht unbedeutenden Einfluss auf ihr Leben hat. Wer nicht völlig blind durch das Buch geblättert hat, der konnte sich auch vorher schon in etwa denken, warum sich die beiden so ähnlich sehen. Ich habe mich trotzdem gefragt, ob es wirklich normal ist, dass zumindest Karla Alba nach so kurzer Zeit nie wieder verlieren will. Mir persönlich ging diese absolute Kehrtwende der Gefühle etwas zu schnell, auch wenn ich mich natürlich gefreut habe, dass die beiden sich schlussendlich gefunden haben.

Karlas Gastmutter Rosa zählt eindeutig zu meinen Lieblingscharakteren. Sie ist eine unglaublich liebe Person, die sich gut um Karla kümmert, ohne sie dabei zu erdrücken. Ihre eigene Tochter ist elf Tage nach der Geburt verstorben, auch wenn sie nach etwas mehr als vierzig Jahren immer noch nicht so wirklich daran glaubt, sondern eine Entführung vermutet. Mir tat sie wirklich leid, da der Verlust eines Kindes sicherlich nicht leicht zu verkraften ist und sie trotzdem noch mit so viel Liebe für ihre Mitmenschen da ist.

Auch Rosas Neffen Naldo fand ich sehr sympathisch, er war immer da, wenn Karla ihn brauchte und hat sie ernst genommen, obwohl ein Altersunterschied von fünf Jahren zwischen den beiden besteht. Gleichzeitig habe ich mich manchmal jedoch auch gefragt, ob er nichts wichtigeres in seinem Leben zu tun hat, als immer sofort dahin zu kommen, wo Karla ihn gerade braucht.

Etwas zu kurz gekommen ist mir ehrlich gesagt der Mordfall, der überhaupt erst dafür gesorgt hat, dass sich Karla und Alba begegnet sind. Da Karla auf dem Phantombild zu sehen ist, hätte ich irgendwie erwartet, dass das mehr Auswirkungen auf sie und ihren Aufenthalt hat. Aber selbst, als man ihre DNA an der Leiche fand, wurde sie lediglich noch einmal befragt. Das kam mir irgendwie ein wenig unrealistisch vor, denn ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass man die Hauptverdächtige in einem Mordfall einfach so frei herum laufen lässt.
Außerdem hatte ich bei der Gewichtung von Mordfall und Familiengeschichte eher das Gefühl, dass der bzw. die Mordfälle zweitrangig waren und der Fokus eher auf den Hintergründen der Familiengeschichte von Karla und Alba lag.


Fazit
Mit Nachtschattenmädchen hat Kerstin Cantz eine nette und kurzweilige Geschichte entworfen, die uns ins schöne Granada entführt. Ohne Frage kann man damit einen schönen Nachmittag verbringen, aber das wirkliche „Thriller – Feeling“ bleibt aus. Stattdessen wird man mit zwei berührenden Lebensgeschichten konfrontiert, deren Authentizität leider nicht immer von den Protagonisten unterstützt wird. Alles in allem hat mir Nachtschattenmädchen aber trotzdem in einigen Punkten gut gefallen und darf sich jetzt einen Platz in meinem Bücherregal suchen gehen.

Dafür vergebe ich drei kleine aber feine Bücherstapel

Veröffentlicht am 21.06.2025

Leider keine überzeugende Geschichte

Vienna 1: Blinding Lights
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Worum geht’s?
Als Tochter des Wiener Bürgermeisters lebt Livia ein Leben, von dem die meisten Menschen nur träumen können. Livia hat jedoch das Gefühl, in einem goldenen Käfig gefangen zu sein, besonders, ...

Worum geht’s?
Als Tochter des Wiener Bürgermeisters lebt Livia ein Leben, von dem die meisten Menschen nur träumen können. Livia hat jedoch das Gefühl, in einem goldenen Käfig gefangen zu sein, besonders, als ihre neue Stiefmutter mit ihrem verhassten Sohn plötzlich in ihr Leben platzt. Zwischen Nicolas und Livia fliegen schnell die Fetzen – und auch die Funken, selbst wenn Livia genau das eigentlich vermeiden will.


Meine Meinung
Ein High-Society-Setting ist eigentlich immer ein Garant für jede Menge Drama, weshalb ich solche Bücher definitiv nicht regelmäßig lesen kann. In diesem Fall hatte ich aber tatsächlich mal wieder Lust auf die schillernde Welt der Reichen und Schönen, wurde dann aber leider ziemlich herbe enttäuscht und bin daher was Band zwei der Reihe angeht noch wirklich unentschlossen.

Der Einstieg in die Geschichte hat mir auch tatsächlich noch relativ gut gefallen, da ich durchaus neugierig auf die Figuren war und das Setting eigentlich ganz spannend fand. Auch der Schreibstil hat mir zunächst keine Schwierigkeiten bereitet, was ich erst einmal als gutes Zeichen gewertet habe.

Was mir dann allerdings die meisten Probleme beim Lesen bereitet hat, war tatsächlich die Protagonistin und ihr Umgang mit Gefühlen. In den meisten dieser Geschichten wäre die Konstellation der Figuren eigentlich umgekehrt, weshalb ich mich eigentlich auf Livia gefreut hatte, ihre Art hat es mir aber leider recht schnell schwer gemacht, mich überhaupt auf sie einlassen zu wollen. Ganz besonders gestört hat mich ihr massives Selbstmitleid, das mit einem unglaublichen Unwillen zur Veränderung gepaart ist, wodurch sie sich einfach nicht weiterentwickeln kann. Auch der ständige Alkohol- und Drogenmissbrauch war für mich viel zu viel des Guten, um angenehm zu lesen oder nachvollziehbar zu sein.

Selbst die Anziehung zwischen Livia und Nicolas war für mich absolut nicht nachvollziehbar dargestellt, da es den Großteil der Geschichte über nicht mal um die beiden als Paar ging und ich selbst mit viel gutem Willen nicht sehen konnte, wie eine Beziehung zwischen den beiden überhaupt die Chance auf eine gesunde Entwicklung hätte haben sollen.

Beim Lesen hat mir das leider absolut keinen Spaß gemacht, auch wenn der Plottwist am Ende noch einmal eine ganz spannende Wendung war. Wenn es um die realistische Darstellung von psychischen Problemen geht, würde ich daher ganz ehrlich eher zu einem anderen Buch greifen, auch wenn dieses hier durchaus vielversprechende Ansätze hatte.


Fazit
Auch wenn die Geschichte an sich einiges an Potenzial hatte, konnte mich die Umsetzung nicht wirklich überzeugen. Die Figuren, ihr Verhalten und die hier dargestellten Beziehungen fand ich weder sympathisch, noch authentisch, was mir das Lesen leider eher schwer gemacht hat.

Von mir gibt es daher nur zweieinhalb Bücherstapel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.08.2023

Zäher Anfang mit einer Liebesgeschichte im Hintergrund

Der schweigsame Gentleman
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Worum geht’s?
Nach der Schlacht von Waterloo trauert die gesamte Familie um den gefallenen Earl of St. Erth – blöd nur, dass der gar nicht tot ist. Während sein Erbe schon verteilt ist, taucht er unverhofft ...

Worum geht’s?
Nach der Schlacht von Waterloo trauert die gesamte Familie um den gefallenen Earl of St. Erth – blöd nur, dass der gar nicht tot ist. Während sein Erbe schon verteilt ist, taucht er unverhofft auf seinem Herrensitz auf und muss feststellen, dass auch familiäre Gefühle beim Geld ins Wanken geraten können. Als dann auch noch ein Mordanschlag auf ihn verübt wird, spürt Gervase schon den Tod im Nacken – und muss mithilfe von Drusilla Morville herausfinden, welcher seiner Verwandten ihm am meisten nach dem Leben trachtet.


Meine Meinung
Auch als bekennender Regency-Fan ist man in diesem Genre nicht vor kleineren Enttäuschungen gefeit, wie ich bei dieser Geschichte leider erleben musste.

Womit ich mich schon zu Beginn wirklich schwer getan habe, war der eher flach ausfallende Spannungsbogen. Bei der Menge an auftretenden Figuren und eingeworfenen Informationen hätte es mir ein höheres Erzähltempo zwar vermutlich schwerer gemacht, mich zu orientieren, ein wenig gelangweilt habe ich mich beim Zuhören so allerdings leider schon.

Die Darstellung der historischen Situation fand ich wiederum gut gelungen, was mir allerdings nicht wirklich dabei geholfen hat, Sympathien für die Charaktere aufzubauen. So richtig greifbar war irgendwie niemand für mich, was auch bei den etwas spannenderen Teilen der Handlung dafür gesorgt hat, dass meine Gedanken immer mal wieder nicht beim Hörbuch waren.

Was mich dann tatsächlich ein wenig überrascht hat, war der vergleichsweise geringe Stellenwert, den die Liebesgeschichte in diesem Buch hatte. Für gewöhnlich spielen in diesem Genre eher die spannenden oder ungewöhnlichen Aspekte der Handlung eine eher untergeordnete Rolle, hier wurde die Liebesgeschichte aber tatsächlich eher am Rande behandelt und stattdessen die Familienzwiste in den Vordergrund gestellt.

Interessant gemacht fand ich das durchaus, so richtig begeistern konnte ich mich aber leider weder für die beiden Protagonisten oder ihre entsprechenden Nebencharaktere, noch in besonderem Maße für die Ermittlungen zum Anschlag auf den Earl, was für mich schlussendlich eher zu Enttäuschung über eine zäh beginnende Geschichte und in meinen Augen verschenktes Potenzial der Handlung geführt hat.


Fazit
Auch wenn die Geschichte einige wirklich spannende Ansätze hatte konnte mich die Umsetzung als Hörbuch leider nicht wirklich begeistern. Gelesen hätte ich die anfänglichen Längen vermutlich schneller hinter mich bringen können, aber auch dann wäre das Buch für mich wahrscheinlich kein wirkliches Highlight geworden.

Dafür gibt es zweieinhalb Bücherstapel von mir.

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Veröffentlicht am 23.01.2023

Weniger Thriller als erwartet

A.R.T. - Coup zwischen den Sternen
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Worum geht’s?
Die Kunst ist der Erde entwachsen und verlagert sich ins Weltall. Wer das nötige Kleingeld hat, bietet auf luxuriösen Raumschiffen um die neuesten Werke, und das erfordert Schutz. Savoy arbeitet ...

Worum geht’s?
Die Kunst ist der Erde entwachsen und verlagert sich ins Weltall. Wer das nötige Kleingeld hat, bietet auf luxuriösen Raumschiffen um die neuesten Werke, und das erfordert Schutz. Savoy arbeitet bei einem Sicherheitsdienst und ist genau dafür zuständig. Als sie jedoch das zentrale Stück einer anstehenden Auktion schützen soll, steht plötzlich ihre ganze Welt Kopf – denn statt eines Routineauftrages erwartet sie ein heiß begehrtes Objekt, das seinen Weg zur Auktion gar nicht erst finden sollte.


Meine Meinung
Die Verbindung aus Science Fiction und Kunst fand ich auf den ersten Blick auf jeden Fall unglaublich spannend, insbesondere weil die Themenmischung so innovativ klang und in meinen Augen jede Menge Potenzial hatte.

Von der Umsetzung war ich dann aber schlussendlich leider nicht ganz so überzeugt, was hauptsächlich daran lag, dass ich mich bis zum Ende des Buches nur recht schwer in der Handlung zurechtgefunden habe. Zu Beginn konnte ich dem Ganzen noch einigermaßen gut folgen und war auch wirklich gespannt darauf, wie sich die Geschichte weiterentwickeln würde. Mit der Zeit kamen aber einfach zu viele Themen und angeschnittene Erzählfäden zusammen, was mich insgesamt eher verwirrt als gefesselt hat.

In Folge dieser regelrechten Flut an Unterpunkten in der Geschichte haben meiner Meinung nach leider auch die Charaktere in ihrer Darstellung etwas gelitten. Da auch die auftretenden Figuren recht zahlreich waren, konnte nicht jeder mit der in meinen Augen notwendigen Tiefe ausgestattet werden, um wirklich greifbar zu sein. Beim Lesen hat das bei mir dann aber leider vor allem dazu geführt, dass ich einzelne Figuren kaum oder nur sehr schwer zuordnen konnte, was nicht unbedingt dazu geführt hat, dass ich wirklich mit ihnen mitgefiebert habe.


Fazit
Insgesamt hat mir die Idee dieser Geschichte wirklich gut gefallen, von der Umsetzung war ich dann aber leider kein besonders großer Fan. Etwas weniger Themen hätten den Handlungsbogen vielleicht nicht ganz so überfordert, was mir persönlich beim Lesen mit recht hoher Sicherheit deutlich mehr Spaß gemacht hätte.

Dafür gibt es zweieinhalb Bücherstapel von mir.

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