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Veröffentlicht am 10.06.2020

Poetische Reise zu sich selbst

flüchtig
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flüchtig
von Hubert Achleitner
⭐⭐⭐/5 Sternen

Rezension

Vielen Dank an Vorablesen.de und den Zsolnay Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares. Mir hat die poetische Reise gut gefallen.

Das ...

flüchtig
von Hubert Achleitner
⭐⭐⭐/5 Sternen

Rezension

Vielen Dank an Vorablesen.de und den Zsolnay Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares. Mir hat die poetische Reise gut gefallen.

Das erwartet euch

In flüchtig begleiten wir Maria, welche vor ihrer Ehe mit Herwig, ja eigentlich ihrem ganzen Leben, wegläuft. Eine schicksalshafte SMS auf dem Handy ihres Mannes hat für Maria ausgereicht um endgültig die Zelte abzubrechen und sang- und klanglos zu verschwinden. Ihre Reise führt sie von Österreich bis nach Griechenland. Dabei findet sie nicht nur sich selbst, sondern trifft auch einige interessante Weggefährten.

Natürlich wird auch Herwigs Leben "nach Maria" beleuchtet.

Wie es den beiden auf ihrer jeweiligen Reise geht, müsst ihr selber lesen. Es ist auf jeden Fall sehr poetisch, religiös und auch ein klein wenig politisch.

Meine Meinung

zum Cover
In erster Linie wollte ich das Buch des Autors wegen lesen. Spätestens bei diesem verträumten und wunderschönen Cover, hätte ich es mir aber so und so gekauft, auch wenn es jetzt nicht so wahnsinnig viel Aussagekraft hat.

zum Schreibstil
Was soll ich sagen? Hubert Achleitner kanns einfach! Sein Schreibstil ist ganz wunderbar leichtgängig. Teilweise wird der Autor sehr poetisch, dann driftet er wieder in eine derbe Sprache ab. Ich liebe vorallem den eingestreuten österreichischen Dialekt. Ich habe mich dadurch richtig heimisch beim Lesen gefühlt.
Hubert Achleitner geizt auch nicht mit Details. Seine Landschaftsbeschreibungen - seien es die österreichischen Alpen oder die Mönchsklöster Griechenlands - sind wahnsinnig einnehmend und bildhaft. Bei mir stellten sich beim Lesen recht schnell Urlaubsgefühle ein.

zur Handlung
Ich fand die Thematik unheimlich spannend - eine Frau, die einfach verschwindet ohne jemanden etwas zu sagen. Leider war die Umsetzung dann teilweise zäh. Wie ich oben schon erwähnt habe, ist Hubert Achleitner sehr detailverliebt. Er verliert sich aber auch in Erzählsträngen, die eigentlich gar nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun haben. Großteils sind dies Gedanken zu Religion und Glaube, die der Autor sehr ausschweifend beschreibt. Das sollte man vor Beginn der Lektüre vielleicht wissen, da das einach nicht jedermanns Sache ist. Für mich ging durch diese philosophischen Ergüsse einfach die Spannung verloren, wobei Spannung wahrscheinlich ohnehin das falsche Wort für diesen Roman ist. Das Buch beschreibt einfach das Leben der Bankangestellten Maria und von Musiklehrer Herwig, der in gewisser Weise genauso vor seiner Ehe flüchtet wie seine Frau.

zu den Charakteren
Tja, die Protagonisten sind wirklich sehr speziell und sicher auf anhieb keine Sympathieträger. Ich kann auch nicht behaupten, dass ich deren Werte und Moralvorstellungen gutheiße. Ich finde allerdings, dass sich sowohl Maria, als auch Herwig zum positiven entwickeln. So wie sich die Geschichte Zeit lässt, lassen sich auch die Protagonisten Zeit ihre positiven Seiten hervor zu kehren. Und eines muss man Maria und Herwig auch lassen: Durch ihre unperfekte Art heben sich die Beiden von der Masse ab und bleiben einem im Gedächtnis!

Fazit
flüchtig ist ein sehr philosophischer und musikalischer Roman. Wen wunderts, ist der Autor niemand anderer als Hubert von Goisern.
Neben der Hauptgeschichte werden viele kleine Nebengeschichten aus der Vergangenheit der Haupt- aber auch der Nebencharaktere eingestreut. Trotz des wirklich schönen Schreibstils war mir das Buch dadurch an manchen Stellen zu langatmig. Die Hauptgeschichte selbst hat mir aber sehr gut gefallen. Wer gerne emotionale und tiefgründige Geschichten liest, ist mit dieser Lektüre sicher bestens bedient.

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Veröffentlicht am 03.02.2020

Berliner Kunstszene der 30er Jahre

Die Galerie am Potsdamer Platz
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Im Jahr 1930 reist die junge Kunststudentin Alice Waldmann nach Berlin. Sie möchte ihre Großmutter Helena zur Rede stellen und wissen warum diese ihre eigene Tochter, Alice' Mutter, verstoßen hat. Trotz ...

Im Jahr 1930 reist die junge Kunststudentin Alice Waldmann nach Berlin. Sie möchte ihre Großmutter Helena zur Rede stellen und wissen warum diese ihre eigene Tochter, Alice' Mutter, verstoßen hat. Trotz der Tatsache sie bei Helena auf Granit stößt, findet sie Anschluss in der Familie, die einst groß in der Kunstszene Berlins verwurzelt war. Als Alice ihr fotografisches Talent entdeckt, plant sie gemeinsam mit ihren Onkeln die ehemalige Galerie der Familie wieder zu eröffnen, was in Zeiten des aufkeimdenden Nationalsozialismus keine leichte Aufgabe ist.
⭐⭐⭐
Das Buch ist ein historischer Roman, an dessen Beginn ein Familiengeheimnis steht. Das ganze ist mit einer Prise Romantik gewürzt. Auch Intrigen kommen nicht zu kurz. Eigentlich ein guter Mix, doch leider verliert sich die Spannung relativ bald. Mir wurden die Streitigkeiten innerhalb der Familie Waldmann irgendwann zu langweilig. Auch hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte nur mühsam voran schreitet.
Erst im letzten Drittel kam wieder etwas Schwung in die Handlung und es kam wieder ein Motivationsschub beim Lesen bei mir auf. Das Ende hat mich dann sogar etwas wehmütig zurück gelassen.

Gut gefallen hat mir vorallem das Portrait der 30er Jahre. Das Gefühl der Zeit wurde von der Autorin gut eingefangen.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr leicht und flüssig. Alexandra Cedrino schreibt sehr geradlinig und schnörkellos, sodass man nahezu durch alle Sätze fliegt.
⭐⭐⭐
Alles in allem ist die "Galerie am Potsdamer Platz" ein guter Roman. Aufgrund der - für mein Empfinden - vielen Längen zwischendurch, kann ich jedoch "nur" ⭐⭐⭐/5 Sterne vergeben.

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Veröffentlicht am 30.01.2020

Akte Annika

Cold Case - Das verschwundene Mädchen
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Ich habe mich wahnsinnig auf den Reihenauftakt gefreut. Leider war das Buch dann nicht ganz so fesselnd wie erhofft.
⭐⭐⭐
Die Leiterin des Cold Case Teams Tess Hjalmarsson wird zu mehreren Vergewaltigungsfällen, ...

Ich habe mich wahnsinnig auf den Reihenauftakt gefreut. Leider war das Buch dann nicht ganz so fesselnd wie erhofft.
⭐⭐⭐
Die Leiterin des Cold Case Teams Tess Hjalmarsson wird zu mehreren Vergewaltigungsfällen, teils mit Todesfolge, hinzugezogen. Bei einem dieser Fälle finden sich Spuren, die auf den alten, bisher ungelösten, "Vermisstenfall Annika" hinweisen. Hat damals etwa auch schon der "Valby-Mann", wie der Täter genannt wird, zugeschlagen? Tess und ihr Team ermitteln auf Hochtouren!
⭐⭐⭐
Da sich die Reihe "Cold Case" nennt, habe ich mir ehrlich gesagt erwartet, dass vorallem der alte Fall im Fokus steht. Das ist hier aber leider nicht der so. Die "Akte Annika" wird immer nur in kurzen Rückblenden, die zugegebenermaßen spannend sind, angeschnitten. Die Haupthandlung ist eindeutig das aktuelle Geschehen. Daher finde ich den Titel schon mal etwas irre führend.
Nichts desto trotz beginnt das Buch sehr reißerisch und spannend, flaut dann aber bald ab. Die Ermittlungen kommen relativ schnell ins Stocken. Erst kurz vor Schluss nimmt das Buch wieder Fahrt auf, wobei mich das Finale nicht ganz überzeugen konnte. Dazu komme ich aber später noch zu sprechen. Zunächst möchte ich auf die Handlung an sich eingehen.
Ich finde, dass die Story durchaus Potential gehabt hätte, allerdings wurden mir der alte Fall und die neuen Geschehnisse um den Valby-Mann zu wenig miteinander verknüpft. Die beiden Erzählstränge laufen lange einfach nebeneinander her, ohne dass ich einen Zusammenhang erkennen konnte. Dann wird endlich eine Verbindung gefunden und es passiert wieder gefühlt nichts. Dafür dürfen wir immer wieder lesen, wie es um die Beziehung und das Liebesleben von Tess bestellt ist. Dieses grenzt auch an einen Krimi.

Die Auflösung des Cold Case' konnte mich nicht so recht überzeugen. Ich hatte zwar schon recht früh eine Vermutung, die sich dann auch bestätigt hat, habe mir aber erhofft, dass noch mehr kommt. Dem war leider nicht so.
Die Akte "Valby-Mann" wurde meines Erachtens auch etwas holprig geschlossen. Nachdem die Handlung ewig dahin plätschert, geht dann gegen Ende alles viel zu schnell. Ich hatte dem Eindruck, dass die Autorin auf einmal gehetzt wurde beim Schreiben. Das "Warum" fand ich auch eher dürftig.

Die Protagonisten haben mir trotz allem gut gefallen. Vorallem mit Marie konnte ich mich rasch anfreunden. Aber auch Tess kam sympathisch rüber. Ein bisschen weniger aus dem Privatleben der beiden, wäre zwar ein Mehrwert gewesen, aber da es ja ein Reihenauftakt ist, denke ich, dass die Einblicke wenigstens dem Kennenlernen gedient haben.
⭐⭐⭐
Mein Fazit: Man kann den Thriller durchaus lesen, es gibt aber Luft nach oben. Dennoch freue ich mich als "Schweden-Fan" auf die neue Reihe und werde sie auf alle Fälle weiter verfolgen. Für den ersten Band vergebe ich ⭐⭐⭐/5 Sternen.

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Veröffentlicht am 24.09.2023

Zu viele offene Fragen

The Romeo & Juliet Society, Band 1 - Rosenfluch
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Sabine Schoder hat sich von der wohl tragischsten Liebesgeschichte der klassischen Literatur inspirieren lassen. Ich war total neugierig auf ihre ‚Romeo & Julia‘-Interpretation, muss aber letztlich ...

Sabine Schoder hat sich von der wohl tragischsten Liebesgeschichte der klassischen Literatur inspirieren lassen. Ich war total neugierig auf ihre ‚Romeo & Julia‘-Interpretation, muss aber letztlich sagen, dass mich die Autorin mit mehr Fragen zurück gelassen, als beantwortet hat. Kreativ und eigenwillig ist der Reihenauftakt aber allemal.

Die Handlung dreht sich um die 17-jährige Joy, welche auf den Theaterbühnen der Welt aufgewachsen ist. Ihr Vater ist Schauspieler, ihre Mutter kennt Joy nicht. Joy ahnt von ihrer Abstammung nichts, bis sie kurz vor einer Vorstellung ihres Vaters von einer seltsamen Organisation – der ‚Romeo & Juliet‘-Society nach Verona entführt wird. Dort soll sie eine Akademie besuchen, die von Mitgliedern der Familien Capulet und Montague besucht und geführt wird. Auf den Nachfahren der verfeindeten Familien lastet bis heute ein Fluch. Alle 17 Jahre muss sich ein Liebespaar opfern, damit die anderen überleben. Für Joy, die der Familie Capulet zugeordnet wurde, bedeutet dies, sich niemals in einen Montague zu verlieben.

Normalerweise bin ich immer Feuer und Flamme, wenn es um Akademien Familiengeheimnisse und Flüche geht. Und den Einstieg fand ich auch richtig vielversprechend. Zumindest bis zu dem Punkt, an dem ich die Auswirkungen des Rosenfluches selbst zu ’spüren‘ bekommen habe. Ab diesem Zeitpunkt hatte ich gefühlt nur mehr Fragen, die allerdings zu mindest in diesem Auftaktband nicht beantwortet wurden. Warum gibt es den Fluch überhaupt und in welchen Zusammenhang steht der Unstern damit? Nur zwei der Fragen, deren Beantwortung für mein Verständnis wichtig gewesen wären. Abgesehen von den vielen Lücken ist der Fluch selbst auch recht skurril.

Einige Spannungsmomente gibt es schon auch, insgesamt für mich aber zu wenig. Positiv fand ich hingegen, dass das im Klappentext angedeutete Liebesdreieck ausgeblieben ist. Joy steht zwar schon zwischen beiden rivalisierenden Fürsten der Häuser Capulet und Montague. Es ist was die Liebesgeschichte allerdings betrifft eine Richtung vorgegeben. Das Hin und Her zwischen den Auserwählten, was ich so gar nicht mag, bleibt zum Glück aus.

Während ich Joy, Rhyme und Cut sehr gut fassen konnte, sind die zahlreichen Nebencharaktere leider sehr oberflächlich geblieben. Bis zum Schluss habe ich sie teilweise nicht auseinanderhalten können, was für mich ein typisches Zeichen ist, dass es mir an charakterlicher Ausgestaltung fehlt.

Ob ich die Reihe weiter verfolgen werde, steht noch in den Sternen. Aufgrund der vielen unbeantworteten Fragen hat mir der rote Faden gefehlt.

Fazit:

Eines ist Sabine Schoders Reihenauftakt definitiv: sehr eigenwillig und überaus kreativ. So kannte ich die Geschichte von ‚Romeo & Julia‘ jedenfalls noch nicht. In dieser Hinsicht fand ich das Buch auch gut, weil es eigene Wege geht. Allerdings konnte mich die Handlung nicht wirklich überzeugen, was vorallem daran liegt, dass so gut wie keine Fragen zum Fluch, der auf den Nachfahren der Familien Capulet und Montague lastet, beantwortet werden.

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Veröffentlicht am 23.01.2023

Spiel ja, Hörbuch nein

Catan
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Als großer Fan des Brettspielklassikers war ich ziemlich Gehalt auf Klaus Teubers schriftstellerisches Schaffen. Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt.

Dabei wäre die Handlung ja eigentlich ...

Als großer Fan des Brettspielklassikers war ich ziemlich Gehalt auf Klaus Teubers schriftstellerisches Schaffen. Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt.

Dabei wäre die Handlung ja eigentlich ganz spannend. Im Jahr 860 flüchten die Halbbrüder Thorolf, Yngvi und Digur vor Wikingerfürst Halldor aus Norwegen. Die Insel Catan wird die neue Heimat. Und diese Stellt die Siedler vor große Herausforderungen. Wir haben ein richtig interessantes und spannendes historisches Setting. Das ist aber auch schon das einzige, das mir richtig gut gefallen hat.

Leider von ich absolut nicht in die Geschichte reingekommen, muss aber dazu sagen, dass ich diese als Hörbuch gehört habe. Ich liebe wie gesagt das Spiel, habe einige Ergänzungen dazu. Aber den Roman fand ich stilistisch einfach langweilig. Es fehlten für mich Höhepunkte. Auch der Spannungsbogen war mir zu flach und die Charaktere zu austauschbar.

Vielleicht würde das Ganze als Buch besser funktionieren. Trotz gutem Sprecher, kann ich keine Empfehlung für das Hörbuch aussprechen.


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