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Veröffentlicht am 22.07.2017

Einzigartiges Thema

In der Liebe ist die Hölle los
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Inhalt
Die 24-jähirige Protagonistin Catalea Morgenstern, möchte nur eines - ein ganz normales Leben führen. Denn ihre Familie ist alles andere als normal. Sie fallen auf, durch ihr protziges auftreten ...

Inhalt
Die 24-jähirige Protagonistin Catalea Morgenstern, möchte nur eines - ein ganz normales Leben führen. Denn ihre Familie ist alles andere als normal. Sie fallen auf, durch ihr protziges auftreten und die Statussymbole. Doch Cataleas Wunsch scheint unmöglich, denn ihr Vater ist der Teufel und die Hölle seine Firma. Catalea sieht sich gezwungen in die Firma ihres Vaters einzusteigen und wird gleich bei ihrem ersten Auftrag als Tatverdächtige festgenommen, das sie Zeugin eines Mordes wird. Es bleibt ihr nur ein Ausweg, sie muss die Hilfe des Totenanwalts Timur Vegas in Anspruch nehmen. Schnell verbindet die beiden eine enge Bindung, ganz zum Leidwesen ihres Vaters.

Beschreibung
Das Cover spricht mich sehr an. In der Buchhandlung sticht es sofort ins Auge, durch den pinken Schriftzug und die kleinen Symbole, die für die Geschichte und das Buch stehen. Sie geben erste Hinweise auf die Handlung des Buches. Allerdings gibt es keinerlei Hinweise auf das Genre des Buches.

Der Schreibstil ist fröhlich, locker und lässt sich gut weg lesen. Benne Schröder hat dem ganzen einen wunderbar herrlichen schwarzen Humor beigefügt, der sich mit spannenden Szenen abwechselt.

Catalea ist die Protagonistin des Buches und erzählt somit alles aus der Ich-Perspektive, was mir nicht besonders gut gefallen hat, da ich zu Catalea keine Bindung aufbauen konnte. Ich fand sie leider gar nicht sympathisch oder ansprechend. Meiner Meinung nach ist sie sehr naiv und leichtgläubig. Timur hingegen mochte ich von Anfang an gerne. Er ist der „Bad-Boy“ der Geschichte, kämpft und Catalea und birgt Geheimnisse, die ihn so interessant machen.

Das Thema der Hölle, bzw. des Teufels hat mir semi gut gefallen. Es war interessant mal eine Gesichte dieser Art zu lesen, dennoch hat es nicht meinem Genre entsprochen, obwohl ich jederzeit gerne Fantasy lese. Auch ein wenig mehr Romantik, hätte dem Buch nicht schlecht getan.
Mir fiel besonders der Anfang schwer. Ich hatte Schwierigkeiten in die Handlung zu finden, was vor allem an den vielen Charakteren liegt und den unterschiedlichen Häusern, von denen ich erst nicht wusste, was es damit auf sich hat.
Der große Wendepunkt beginnt dann mit dem Tod und schließlich nochmal mit dem Verlust von Isabella.

Fazit
Von mir gibt es für das Buch leider nur 3,5 Sterne. Mir waren die Charaktere nicht sonderlich sympathisch, ich konnte ihre Denk- und Handlungsweisen einfach nicht nachvollziehen und auch die Handlung an sich, war leider nicht mein Geschmack.
Aber für alle die auf leichte Fantasy Romane stehen mit einem Hauch Romantik, wird das Buch definitiv etwas sein. Ich habe lediglich etwas anderes von dem Buch erwartet und diese Erwartungen sind nicht eingetroffen.
Den zweiten Teil werde ich mir sicherlich bei Gelegenheit anschauen und einige Rezensionen dazu lesen.

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Veröffentlicht am 11.04.2026

Spannung im Halbschlaf

REM
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Als langjährige Leserin von Sebastian Fitzek war meine Erwartungshaltung an REM hoch. Die Thriller des Autors haben mich bisher immer sofort gepackt - ich war schnell im Geschehen, konnte die Bücher kaum ...


Als langjährige Leserin von Sebastian Fitzek war meine Erwartungshaltung an REM hoch. Die Thriller des Autors haben mich bisher immer sofort gepackt - ich war schnell im Geschehen, konnte die Bücher kaum aus der Hand legen und wurde zuverlässig mit Spannung, überraschenden Wendungen und einem gewissen Nervenkitzel belohnt. Gerade die Kombination aus Thriller und Horror hat bei mir große Vorfreude, aber auch Respekt ausgelöst: Ich hatte mich auf schlaflose Nächte, Gänsehaut und echtes Unbehagen eingestellt.
Leider wurden diese Erwartungen nicht erfüllt.
REM bleibt über weite Strecken unaufgeregt. Weder konnte mich die Geschichte wirklich fesseln, noch hat sie bei mir das Gefühl von Angst oder Beklemmung ausgelöst. Die versprochenen Horrorelemente sind vorhanden und basieren vermutlich eher auf dem Stil von Annika Strauß als an die psychologische Raffinesse, die ich von Fitzek gewohnt bin. Der Horror in diesem Buch umfasst eher Ekel und Abartigkeit - was für das Genre auch angemessen ist.
Die Grundidee der Geschichte ist durchaus interessant, braucht jedoch relativ lange, bis sie sich für die Leserinnen und Leser erschließt. Bis dahin wirkt vieles eher ungewöhnlich als wirklich spannend. Die Handlung plätschert dahin, große Schockmomente bleiben aus. Auch erzählerisch bleibt das Buch eher neutral: Es fehlt an überraschenden Wendungen, raffinierten Twists oder gezielten Irreführungen, die man aus anderen Thrillern kennt.
Das Setting hingegen ist gelungen und trägt grundsätzlich Potential in sich. Dennoch wird dieses nicht vollständig ausgeschöpft.
Positiv hervorzuheben ist die Auflösung. Diese ist durchaus interessant und bewegt sich stärker im Bereich des Horrors, teilweise sogar mit einem Hauch von Fantasy - wobei das Nachwort hier eine überraschend realitätsnahe Einordnung liefert.
Was jedoch ebenfalls enttäuscht, sind die Figuren. Die Charaktere bleiben blass und schwer greifbar, sodass es mir nicht gelungen ist, eine emotionale Bindung zu ihnen aufzubauen. Dadurch fehlt ein weiterer wichtiger Faktor, der Spannung und Mitgefühl erzeugen könnte. Auch einige Wendungen waren vorhersehbar, was zusätzlich zur insgesamt eher verhaltenen Leseerfahrung beiträgt.
REM ist kein schlechtes Buch, aber es bleibt deutlich hinter meinen Erwartungen zurück. Statt eines intensiven Horror-Thrillers bekommt man eher solide Unterhaltung ohne nachhaltigen Eindruck. Für mich ein Buch, das weder lange nachwirkt noch einen festen Platz im Bücherregal bekommt.

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Emotion mit Abstand

Die Liebe, später
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Der Einstieg in "Die Liebe, später" von Gisa Klönne fiel mir leider sehr schwer. Das lag zum einen am Schreibstil, den ich als eher sperrig empfunden habe und zum anderen daran, dass mich das Buch über ...

Der Einstieg in "Die Liebe, später" von Gisa Klönne fiel mir leider sehr schwer. Das lag zum einen am Schreibstil, den ich als eher sperrig empfunden habe und zum anderen daran, dass mich das Buch über weite Strecken weder fesseln noch emotional erreichen konnte. Dabei klang die Grundidee der Geschichte für mich zunächst sehr ansprechend, eine Frau, die ihr Leben, ihre Ehe und ihre eigenen Wünsche hinterfragt, die sich nach Veränderung sehnt und versucht, aus festgefahrenen Mustern auszubrechen.
Trotzdem blieb bei mir eine spürbare Distanz zu den Figuren, vor allem zu Kora und ihrem Ehemann Anselm. Ich konnte mich mit beiden kaum identifizieren und hatte oft das Gefühl, ihnen eher von außen zuzusehen, als wirklich mit ihnen mitzugehen.
Besonders schade fand ich, dass der Roman für mich nicht die emotionale Tiefe entwickelt hat, die ich mir erhofft hatte. Die Themen, die angesprochen werden - Ehekrisen, Selbstsuche, Krankheit, Vergangenheit und verpasste Chancen - bieten eigentlich enormes Potential. Gerade Koras Gesundheitszustand und ihre persönliche Geschichte gehören für mich zu den stärksten Aspekten des Buches. Sie prägen ihr Leben, ihr Denken und ihre Entscheidungen und hätten meiner Meinung nach noch stärker in den Mittelpunkt rücken können. Diese Teile wirkten auf mich authentisch und berührend, während vieles andere eher schwer greifbar blieb.
Gleichzeitig haben mich die zahlreichen Rückblicke beim Lesen eher gestört als bereichert. Oft empfand ich sie als unterbrechend und nicht immer klar in den Gesamtzusammenhang eingebettet. Auch die Nebenfiguren und die anderen Paare, insbesondere Felix und Leonie, bringen zwar wichtige und interessante Themen mit, wirkten für mich aber insgesamt zu überspitzt und nicht wirklich glaubwürdig. Ihre Geschichten konnten den Roman für mich nicht tragen oder ihm zusätzliche emotionale Kraft verleihen.
Kora selbst ist eine Figur, die viele Menschen in ihrem Umfeld verletzt, oft unsicher wirkt und scheinbar lange wenig Dankbarkeit oder innere Ruhe zeigen kann. Wenn sie dann plötzlich alles anders machen und „frei“ sein möchte, bleibt für mich offen, was Freiheit hier eigentlich bedeutet und ob sie automatisch mit Glück gleichzusetzen ist. Genau dieser Widerspruch hätte für mich stärker thematisiert werden müssen. Denn Veränderung bedeutet nicht zwangsläufig Erfüllung und diese Ambivalenz blieb mir zu unausgesprochen.

Vielleicht bin ich auch nicht die passende Zielgruppe für diesen Roman, denn vieles erschien mir in seiner Zuspitzung und in Koras innerer Gedankenwelt schwer nachvollziehbar. Andere Romane, die sich ebenfalls an eine reifere Leserschaft richten, konnten mich emotional deutlich stärker abholen. Hier hatte ich eher das Gefühl, nie wirklich in der Geschichte angekommen zu sein. Insgesamt waren es für mich zu viele Aspekte, die mich nicht angesprochen haben oder die ich als unglaubwürdig empfand. Trotz einzelner starker Momente, vor allem rund um Krankheit und Vergangenheit, bleibt ein zwiespältiger Eindruck zurück.

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Veröffentlicht am 02.10.2025

Themenfülle ohne Tiefe

Beste Zeiten
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"Beste Zeiten" war nach "Okaye Tage" mein zweites Buch von Jenny Mustard. Da mich der Vorgänger kaum überzeugen konnte und mich sogar in eine kleine Leseflaute gestürzt hatte, war ich zunächst skeptisch. ...

"Beste Zeiten" war nach "Okaye Tage" mein zweites Buch von Jenny Mustard. Da mich der Vorgänger kaum überzeugen konnte und mich sogar in eine kleine Leseflaute gestürzt hatte, war ich zunächst skeptisch. Der Klappentext weckte dann jedoch mein Interesse - eine junge Erwachsene zieht in die Großstadt, lässt ihr altes Leben hinter sich, entdeckt sich neu, arbeitet Vergangenes auf. Insgesamt ein verheißungsvoller Ausgangspunkt für eine Coming-of-Age-Geschichte.
Der Einstieg bestätigte allerdings meine Befürchtung. Die erste Hälfte plätschert eher dahin, ehe die Handlung langsam an Fahrt aufnimmt. Wer am Ball bleibt, findet schließlich eine Geschichte, die viele wichtige Themen berührt. Wir erfahren etwas über Mobbing, Rassismus, Sexualität, Feminismus, Liebe, Eltern-Kind-Beziehungen, häusliche Gewalt und Selbstfindung. Doch genau darin liegt für mich das Problem. Auf gut 300 Seiten wirkt diese Vielzahl an Themen überladen. Viele Aspekte werden nur angerissen, teilweise in einem einzigen Absatz abgehandelt, ohne die Tiefe, die sie verdient hätten.
Besonders auffällig wird das bei der Protagonistin Sickan. Einerseits ist ihre Entwicklung gut dargestellt, denn sie reift im Laufe der Handlung, ihre Beziehungen verändern sich, Freundschaften werden von ihr neu bewertet, sie wirkt zunehmend reflektierter. Andererseits erscheinen ihre Handlungen oft extrem und dadurch wenig authentisch. Hinzu kommt, dass sie selbst zur Täterin wird und andere mobbt – ein realistisches Phänomen, das hier jedoch ebenfalls nur oberflächlich beleuchtet bleibt. Dadurch fiel es mir schwer, eine Verbindung zu ihr aufzubauen oder Sympathie zu entwickeln.
Erst auf den letzten Seiten gewinnt das Buch mehr Tiefe. Die Auseinandersetzung mit Sickans Mutter und ihrer Vergangenheit hätte meiner Meinung nach schon viel früher stärker in den Fokus rücken können. Stattdessen blieb vieles an der Oberfläche und auch zentrale Themen wie Freundschaft wurden nur am Rande behandelt.
Was mir jedoch positiv aufgefallen ist, ist der Schreibstil von Jenny Mustard. Der Ton ist flüssig und transportiert ein wunderschönes schwedisches Flair. Die Stimmung, die Bilder und die Großstadtatmosphäre sind eindrucksvoll eingefangen. Das war für mich der Aspekt, der am meisten überzeugt hat.

Insgesamt konnte mich "Beste Zeiten" trotz dieser Stärken nicht wirklich begeistern. Zu viele Themen auf zu wenig Raum, zu wenig Tiefe in der Charakterdarstellung und eine teils unglaubwürdige Protagonistin sorgten dafür, dass der Roman für mich nur zwischen zweieinhalb und drei Sternen landet. Ein anderes thematisches Gewicht oder ein stärkerer Plottwist hätten hier viel retten können.

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Veröffentlicht am 28.09.2025

Von Hustle und Hürden

Hustle
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„Hustle" von Julia Bähr ist für mich ein Buch voller Gegensätze. Was mich sofort überzeugt hat, war die Sprache. Diese ist flüssig, anschaulich, leicht sarkastisch und mit etwas Humor versehen. Julia Bähr ...

„Hustle" von Julia Bähr ist für mich ein Buch voller Gegensätze. Was mich sofort überzeugt hat, war die Sprache. Diese ist flüssig, anschaulich, leicht sarkastisch und mit etwas Humor versehen. Julia Bähr gelingt es, gesellschaftskritische Themen einzuflechten, ohne belehrend zu wirken. Auch die queeren Elemente sowie die Ansätze von Female Rage fand ich spannend. Dadurch entsteht ein Tonfall, der angenehm modern wirkt und mich der Gegenwart geht.
Die Figuren hingegen bleiben ein zwiespältiger Punkt. Zwar mochte ich die meisten Charaktere, allerdings blieben viele eher blass. Lediglich Leonie als Protagonistin habe ich mehr kennenlernen können. Bei den Handlungen konnte ich zudem nicht immer folgen. Manche Entscheidungen, insbesondere von Leonie selbst, wirkten für mich nicht nachvollziehbar oder blieben unaufgelöst. Insbesondere gegen Ende des Buches.
Das führt auch zu meinem größten Kritikpunkt, nämlich der Botschaft des Romans. Soll das Buch suggerieren, dass man sich durchs Leben hustlen muss – notfalls auch kriminell – um etwas zu erreichen? Auf den letzten Seiten nimmt die Kriminalität plötzlich stark zu, ohne dass dies größere Konsequenzen hätte oder eine klare Essenz sichtbar wird. Vieles schien wie nebenbei zu passieren, ohne echten Spannungsbogen oder roten Faden. Das Versprechen auf dem Cover „Bildet Banden und lest dieses Buch“, hatte bei mir große Erwartungen geweckt, die letztlich nicht erfüllt wurden.
Zwar ist Leonie als Protagonistin mit ihrer Liebe zur Naturwissenschaft interessant angelegt, doch bleibt sie für mich merkwürdig emotionslos. Ihre Reflexionen eröffnen Fragen, die jedoch selten beantwortet werden. So entsteht zwar keine Langeweile, aber auch kein wirklicher Sog. Am Ende hatte ich das Gefühl, dass mir Fokus und Motivation in der Erzählung fehlten. Sicherlich wurde Interpretationsspielraum für die Lesenden geschaffen, aber m.E. etwas zu stark.

Insgesamt liest sich „Hustle“ leicht weg, bringt wichtige Themen und einen großartigen Schreibstil mit. Dennoch verfehlte für mich die inhaltliche Schlagkraft. Ein Buch, das mehr andeutet, als es wirkt. Daher lässt es mich eher nachdenklich als begeistert zurück.

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