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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.03.2023

Tolle Charaktere, die einiges wett machen!

Der Erstgeborene
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Cyrus Haven ist Psychologe und hilft der Polizei in Nottingham als Profiler, Straftaten aufzuklären. Und das oder gerade weil er als Kind selbst Opfer eines Verbrechens wurde. Eines Tages hat sein Bruder ...

Cyrus Haven ist Psychologe und hilft der Polizei in Nottingham als Profiler, Straftaten aufzuklären. Und das oder gerade weil er als Kind selbst Opfer eines Verbrechens wurde. Eines Tages hat sein Bruder Elias seine komplette Familie ermordert. Einzig Cyrus, der sich im Schuppen versteckte, überlebte. 20 Jahre später soll Elias geheilt sein und in Cyrus' Obhut entlassen werden. Eine Konfrontation mit der Vergangenheit bleibt dabei natürlich nicht aus.
Doch Cyrus ist nicht nur für Elias, sondern auch für Evie verantwortlich. Als Cyrus in einem Mordfall ermittelt und Evie dem Täter allzu nahe kommt, geraten sie beide in tödliche Gefahr ...

Ich bin super gut in die Geschichte reingekommen und mochte die nicht allzu langen Kapitel sehr gern. Erzählt wird die Geschichte aus der sich abwechselnden Sicht von Evie und Cyrus. So kommt man den beiden besonders nah, erfährt, was sie beschäftigt und erlebt die Handlung unter unterschiedlichen Gesichtspunkten.

Allgemein mocht ich die Protagonisten sehr gern. Cyrus, der einfach eine unheimliche Ruhe ausstrahlt, smart und voller Sorge um Evie ist. Evie, die aufsässig, aber nicht weniger Liebe für Cyrus empfindet als er für sie. Ich fand jeden einzeln und das Zusammenspiel der beiden einfach richtig gut. Ich mochte es, an ihrer Seite und ihren Köpfen zu sein und hätte noch seitenlang lesen können, was die beiden beschäftigt.
Von Elias hab ich mir allerdings ein wenig mehr versprochen. Ich hatte gehofft, mehr Einblicke in seine Gedankenwelt zu bekommen. Beweggründe für seine Tat zu erfahren. Er spielte jedoch, anders als aufgrund des Klappentextes erwartet, eine relativ kleine Rolle. Total schade.

Auch die Spannung ließ oftmals auf sich warten. Ich mochte das Ende wirklich gern, weil es wieder an Fahrt aufnahm und ein wenig Tempo vermuten ließ, jedoch dümpelte die Geschichte oftmals ein wenig vor sich hin, obwohl der Fall an sich wirklich spannend war.

Nichtsdestotrotz hab ich „Der Erstgeborene“ richtig gern gelesen und hatte Spaß daran, an Cyrus & Evies Seite zu sein.

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Veröffentlicht am 20.02.2023

Gelungener Psychothriller

Endlich allein
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Das frische gebackene Ehepaar Laura und Liam lebt den Traum und verbringt seine Flitterwochen auf einer einsamen Insel am Rande von Schottland. Traute Zweisamkeit im Herzen der Natur von Shura Island. ...

Das frische gebackene Ehepaar Laura und Liam lebt den Traum und verbringt seine Flitterwochen auf einer einsamen Insel am Rande von Schottland. Traute Zweisamkeit im Herzen der Natur von Shura Island. Doch kurz bevor sie vom Land übersiedeln, erfahren sie von der düsteren Vergangenheit der Insel. Bereits kurz nach ihrer Ankunft werden sie das Gefühl nicht los, beobachtet zu werden. Als sie dann eine verstörende Nachricht entdecken, wird ihr Verdacht bestätigt. Sie sind nicht allein.

Die einzelnen Kapitel werden aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, was die Geschichte sehr geheimnisvoll und spannend gestaltete. Der Blickwinkel des Stalkers hat mir dabei am besten gefallen, da dadurch das Gefühl verstärkt wird, es mit einem Psychopathen zu tun zu haben. Ebenso wird die Geschichte durch Rückblenden durchzogen, was einen allumfassenderen Überblick gewährleistet.

Die einzelnen Charaktere haben mir wirklich gut gefallen. Ich hatte das Gefühl, ich habe es mit authentischen Personen zu tun, die sehr oft nachvollziehbar und nicht konstruiert handelten. Insbesondere zu Laura konnte ich schnell eine Bindung aufbauen und mich in sie hinein versetzen.

Der Einstieg und letztendlich der Showdown waren wirklich sehr spannend gestaltet. Ich konnte die Bedrohung durchweg fühlen und war die meiste Zeit angespannt, weil mir die Auflösung im Nacken brannte. Der Mittelteil zog sich jedoch an vielen Stellen relativ stark in die Länge. Es gab viel Geplänkel, aber keine Handlungen, die mich so wirklich bei der Stange halten konnten. Natürlich ist auch hier die bedrohliche Atmosphäre gegeben, aber irgendwie konnte mich der Teil einfach nicht so sehr überzeugen wie die anderen.

Der Twist am Ende hat mir den Atem stocken lassen, weil ich damit einfach nicht gerechnet hatte. Erst als es mir auf dem Präsentierteller unter die Nase gehalten wurde, machte es klick.

Der Schreibstil der Autorin ist durchweg angenehm, flüssig und wirklich gut zu lesen. Hat mir Spaß gemacht!

Ein gelungener Psychothriller, der trotz schwächerem Mittelteil absolut lesenswert ist!

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Veröffentlicht am 30.01.2023

Düster und bedrohlich

Der finstere Pfad
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Die 19-jährige Maisie steht kurz davor, einen gemeinsamen Wandertrip mit ihrer besten Freundin nach Kanada anzutreten. Doch in letzter Sekunde wird sie von ihrer Freundin im Stich gelassen. Sie beschließt, ...

Die 19-jährige Maisie steht kurz davor, einen gemeinsamen Wandertrip mit ihrer besten Freundin nach Kanada anzutreten. Doch in letzter Sekunde wird sie von ihrer Freundin im Stich gelassen. Sie beschließt, sich allein auf den Weg zu machen und lernt bald neue Leute kennen, denen sie sich anschließen kann. Doch der Trip endet anders als geplant, denn sie muss mitansehen, wie ihre neue Wanderbekannschaft Seraphine ermordet wird.
20 Jahre später werden sterbliche Überreste gefunden und die längst verdrängten Erinnerungen kommen ans Tageslicht.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitachsen erzählt. In der Gegenwart begleiten wir Laura, die von den sterblichen Überresten im Radio gehört hat und die Angst hat, dass die damaligen Ereignisse nun aufgedeckt werden, sie ihre Familie verlieren und ihr sicheres Nest verlassen muss. Die zweite Zeitachse befasst sich mit Maisie im Jahr 1999, die gerade ihre Reise antritt.

Die Charaktere haben mir alle Spaß gemacht. Auch wenn einige von ihnen blass bleiben, werden andere nach und nach immer deutlicher und runder. In meinen Augen waren sie alle sehr authentisch und es fühlte sich fast so an, als wäre ich mit ihnen auf dem Wandertrip. Die Dynamiken, die Sympathien, die Reibereien – es war wirklich spannend, ihnen zur Seite zu stehen und ihre wahren Charaktere aufzudecken und die dunklen Seiten ans Licht zu bringen.

Abwechslung erfährt die Geschichte nicht nur durch zahlreiche Wendungen und Dinge, die langsam ans Licht befördert werden, sondern auch durch Zeitungsartikel und Postcasts.

Auch wenn ich mir hin und wieder weniger detaillierte Informationen gewünscht hätte und die Geschichte für mich in sich nicht ganz schlüssig war, war sie durchweg finster und spannend. Der Showdown hätte für meinen Geschmack etwas mehr ausgekostet werden können, da auf einmal alles Knall auf Fall passierte, worauf man seitenlang hingearbeitet hatte.

Die Auflösung war für mich überraschend, sodass ich sagen kann, ich bin Blackhurst voll und ganz auf den Leim gegangen.

Ein verwirrendes Versteckspiel, das voller Bedrohung und Düsterkeit steckt.

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Veröffentlicht am 30.01.2023

Beklemmend und düster

Das Spiegelhaus
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Einen Teil ihrer Kindheit verbrachten die Zwillingsschwestern Cat und El in einem riesigen Anwesen am Rande von Edinburgh. Sie nannten es „das Spiegelhaus“, in dem es allerlei verwinkelte Zimmer, Ecken ...

Einen Teil ihrer Kindheit verbrachten die Zwillingsschwestern Cat und El in einem riesigen Anwesen am Rande von Edinburgh. Sie nannten es „das Spiegelhaus“, in dem es allerlei verwinkelte Zimmer, Ecken und Geheimnisse zu entdecken gibt. Jede Nacht stiegen sie die Treppe hinunter, öffneten eine schwere Tür und betraten einen Raum, der sie in eine andere Welt führte.
20 Jahre später kehrt Cat zurück in das Spiegelhaus, denn ihre Zwillingsschwester El, die nun in dem Haus lebt, ist verschwunden. Cat erfährt nach und nach, dass das Verschwinden vielleicht doch kein Zufall oder Unfall ist ...

Die Geschichte wird größtenteils aus der Sicht von Cat erzählt, die zwischen der Gegenwart und ihren Flashbacks in die Vergangenheit hin und her springt.

Die Geschichte beherbergt allerlei Charaktere, die so viele unterschiedliche Charaktereigenschaften mit sich bringen, dass sie allesamt ihren Beitrag zur Geschichte leisten. Anfangs erscheinen die Figuren sehr blass, doch nach und nach kommen Eigenschaften, Geschehnisse und Referenzen zutage, die manchmal lieber im Geheimen geblieben wären.
Zu Cat konnte ich wenig Bindung aufbauen. Ich beobachtete sie aus der Distanz, konnte aber aufgrund ihrer Einstellung und ihrer Beharrlichkeit, an Dingen festzuhalten, nicht wirklich Sympathie für sie aufbauen. Sie war mir von Anfang an suspekt, dennoch begleitete ich sie merkwürdigerweise gern und deckte nach und nach ihre Vergangenheit mit ihr auf.

Die Stimmung ist durchweg düster und bedrohlich. Man kann ständig das Gefühl, es passiere gleich etwas, das die beklemmende Stimmung bereits ab der ersten Seite ankündigte.
Auch wenn ich mit einigen Längen stark zu kämpfen hatte, lohnt es sich wirklich, dranzubleiben. Das Puzzle wird Stück für Stück zusammengesetzt und auch wenn mir schon sehr früh klar war, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelte, war die Erkenntnis, die bestätigt wurde, wirklich harter Tobak.

Ein Buch, das mich wahrscheinlich noch eine lange Zeit beschäftigen wird.

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Veröffentlicht am 07.08.2023

Berührend

Hör mir zu, auch wenn ich schweige
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Dies ist die Geschichte von dem Ehepaar Maggie und Frank. Eine einfühlsame und bewegende Geschichte einer liebevollen Ehe und der in ihr herrschenden Geheimnisse.
Franks Ehefrau Maggie liegt im Krankenhaus ...

Dies ist die Geschichte von dem Ehepaar Maggie und Frank. Eine einfühlsame und bewegende Geschichte einer liebevollen Ehe und der in ihr herrschenden Geheimnisse.
Franks Ehefrau Maggie liegt im Krankenhaus un befindet sich im Koma. Und es gibt nur einen Weg für Frank, sie zu retten. Doch dazu muss er mit ihr reden – etwas, was er seit sechs Monaten nicht mehr getan hat und ihm sichtlich schwer fällt. Obwohl sie in einem Haus lebten, obwohl sie den Alltag miteinander teilten – obwohl sie sich aus tiefstem Herzen lieben.
Frank erzählt Maggie an ihrem Krankenbett, wie ihre Liebe begann vor vielen Jahrzehnten und was dann alles passierte. Ein großer Anlauf, um eine Schuld zu gestehen. Doch auch von Maggie erfährt er am Ende all die ungesagten Dinge ihres Lebens.

Die Geschichte wird in der ersten Hälfte aus Franks Sicht geschildert, der die komplette Beziehung und das Eheleben mit seiner Frau Maggie Revue passieren lässt und reflektiert.
Die zweite Hälfte wird mithilfe von Briefen bzw. einer Art Tagebucheinträgen von Maggie erzählt, die sich momentan im Koma befindet und nur aus der Vergangenheit zitiert werden auch. Auch sie reflektiert die gemeinsamen Jahre, gesteht sich Schuld an, äußert Wünsche, berichtet von Bedürfnissen.

Es handelt sich um sehr intime, teilweise liebevolle, teilweise sehr schmerzliche Einblicke in eine fremde Ehe, die einem manches Mal einen Kloß im Hals beschert haben. Auch jetzt noch beschäftigen mich Teile der Geschichte, die gleichermaßen berührend wie belastend sind.

Ich hab die Geschichte sehr genossen, war gern an Franks und Maggies Seite und hab die Höhen und Tiefen ihrer gemeinsamen Jahre durchlebt. Und auch wenn die Geschichte an manchen Stellen unfassbar langatmig gewesen ist, so bleibt sie mir dennoch sicherlich eine Weile im Kopf und verpufft nicht direkt wieder.

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