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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.05.2024

Solide Krimikost

Mord stand nicht im Drehbuch
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„Mord stand nicht im Drehbuch“ ist ein klassischer Who-dunnit Detektivroman mit einem interessanten Ermittlerpaar, in das der Autor sich selbst als Charakter einbringt und die Grenzen zwischen seinem realen ...

„Mord stand nicht im Drehbuch“ ist ein klassischer Who-dunnit Detektivroman mit einem interessanten Ermittlerpaar, in das der Autor sich selbst als Charakter einbringt und die Grenzen zwischen seinem realen Leben und der Fiktion verwischt.

Das Ermittlerduo aus Privatdetektiv und Schriftsteller, das bereits zum vierten Mal in einem Buch von Anthony Horowitz ermittelt, steht zu Beginn des Buches am Ende seiner Zusammenarbeit, weil Horowitz keine Lust mehr hat, ein weiteres Buch über den verschlossenen und eigenwilligen Hawthorne zu schreiben.

Dann allerdings wird Horowitz des Mordes an einer Theaterkritikerin namens Harriet Throsby beschuldigt, die eine vernichtende Kritik über ein Theaterstück von Horowitz geschrieben hat.

Hawthorne übernimmt den Fall, um Horowitz' Unschuld zu beweisen. Im Laufe der Ermittlungen tauchen sie in die Welt des Theaters ein und decken Geheimnisse, Rivalitäten und verborgene Motive unter den Schauspielern und der Crew des Stücks auf. Hawthornes scharfe Beobachtungsgabe bringt neue Aspekte und am Ende die Auflösung des Falles hervor.

Die Dynamik zwischen Hawthorne und Horowitz, die den Reiz der ersten drei Bücher ausmachte, kommt meiner Meinung nach in diesem Teil ein wenig zu kurz, da Horowitz seine eigenen Gedanken aufgrund des Zeitdrucks, unter dem die Ermittlungen stehen, nicht so sehr entfalten kann. Dadurch entsteht der Eindruck, dass er Hawthorn bei der Lösung des Falles nur hinterhertrottet.

Obwohl Teil vier schwächer ist als die Vorgänger, ist die Geschichte spannend und wendungsreich und lässt am Ende auf eine Fortsetzung der Reihe hoffen.

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Veröffentlicht am 07.10.2023

Fantasievoll, spannend und ungewöhnlich

Adam und die Jagd nach der zerbrochenen Zeit
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Dieses Buch hat auf den ersten Blick alles, was ein Buch braucht, um neugierig zu machen: Ein tolles Cover, einen etwas einsamen, liebendwert schüchternen Protagonisten, mit dem man mitfühlt und ein spannendes ...

Dieses Buch hat auf den ersten Blick alles, was ein Buch braucht, um neugierig zu machen: Ein tolles Cover, einen etwas einsamen, liebendwert schüchternen Protagonisten, mit dem man mitfühlt und ein spannendes Thema, in diesem Fall das Zeitreisen. Zudem spielt die Handlung in New York City, ein großartiger Ort für geheimnisvolle Geschichten.
Bereits auf den ersten Seiten entfaltet sich die Geschichte, als ein geheimnisvoller Fremder mit einer Schneekugel in der Hand in der Bäckerei von Adams Onkel auftaucht, bei dem der zwölfjährige seit dem Tod seiner Eltern vor einigen Jahren lebt.
Dieser Fremde prophezeit Adam, dass ihn fantastische Abenteuer erwarten und dass er auf den Dachboden gehen soll. Dort findet er die Schneekugel, die der Fremde in der Hand gehalten hat und mithilfe dieser Schneekugel reist er in die Vergangenheit, wo er neue Freunde findet und einiges über die Zeit erfährt. Alle seine Zeitreisen scheinen zusammenzuhängen und langsam begreift Adam, dass man die Vergangenheit nicht ändern kann, weil sich damit auch die Gegenwart anders zusammenfügt.
Die Geschichte ist nicht ganz das, was ich erwartet habe, aber eine schöne Geschichte über Freundschaft und Verantwortung, die für jüngere Leser vielleicht ein wenig zu komplex ist. Die Altersempfehlung ab 10 Jahren finde ich daher etwas zu niedrig angesetzt und würde es eher ab 12 Jahen empfehlen.

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Veröffentlicht am 09.02.2023

Schöne neue Arbeitswelt?

Die Welt geht unter, und ich muss trotzdem arbeiten?
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Die Autorin spricht in ihrem Buch wichtige Themen an und regt zum Nachdenken über unsere Arbeitswelt an, die sich durch die fortschreitende Digitalisierung und sicherlich auch durch die Pandemieerfahrungen ...

Die Autorin spricht in ihrem Buch wichtige Themen an und regt zum Nachdenken über unsere Arbeitswelt an, die sich durch die fortschreitende Digitalisierung und sicherlich auch durch die Pandemieerfahrungen 2020/2021 stark verändert hat. Das tut sie interessant und gut verständlich, das Buch lässt sich sehr gut lesen.
Viele vermeintliche Vorteile der schönen neuen Arbeitswelt sind eben auch nicht nur positiv zu betrachten, ständige Erreichbarkeit sorgt für eine Verschiebung der Work-Life-Balance, die häufig erst wahrgenommen wird, wenn man dem Hamsterrad nicht mehr entrinnen kann.
Die Arbeitswelt befindet sich in einem permanenten Wandel, der unbemerkt immer stattfindet, Krisen, egal ob Klimakrise, Pandemien oder Wirtschaftskrisen verstärken nur die Wahrnehmung auf bestehende Schieflagen.
Nicht nur die aktuell auf den Arbeitsmarkt drängende Generation verlangt andere, bessere Arbeitsbedingungen, auch ältere Beschäftigte fragen sich nach Jahrzehnten im häufig unterbezahlten Job, ob die 40-Stunden-Woche noch zeitgemäß ist.
Doch es wird auch klar, dass wir in einer Zweiklassengesellschaft leben, in der es sich ein Teil leisten kann, im Homeoffice zu arbeiten, während ein großer Teil dafür sorgt, dass Krankenhäuser, Gastronomie, das Transportwesen oder Paketdienste funktionieren.
Sarah Weber beleuchtet aktuelle Entwicklungen nicht nur in Deutschland (Gestiegene Arbeitslast, Burnout, Kündigungswelle, Viertagewoche) und zeigt Lösungsansätze, über die nachzudenken sich lohnt, auch wenn es auf den ersten Blick überrascht, dass kürzere Arbeitszeiten zu mehr Effektivität führen können.

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Veröffentlicht am 07.02.2022

Ein Mordsspaß

Der Mann, der zweimal starb (Die Mordclub-Serie 2)
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In ihrem zweiten Fall bekommen es die vier Senioren des Donnerstagsmordclubs mit zwei verschiedenen Fällen zu tun, die absolut nichts miteinander zu tun haben, aber aus Gründen der Gerechtigkeit von den ...

In ihrem zweiten Fall bekommen es die vier Senioren des Donnerstagsmordclubs mit zwei verschiedenen Fällen zu tun, die absolut nichts miteinander zu tun haben, aber aus Gründen der Gerechtigkeit von den Rentnern geschickt miteinander in Verbindung gebracht werden. Fall Nummer eins ist sehr persönlich und schnell aufgeklärt, allein der Gerechtigkeit wird nicht Genüge getan, Fall Nummer zwei hat mit Elisabeths Geheimdienstvergangenheit, dem MI5 und der Mafia zu tun und ist ein wenig aufwändiger und um Fall Nummer eins zu einem zufriedenstellenden Ausgang zu verhelfen rühren die Senioren alle Beteiligten halt kurzfristig einfach durcheinander. Manchmal muss man der Gerechtigkeit eben auf die Sprünge helfen, wenn ihr mit dem Gesetz nicht beizukommen ist.
Ich hatte einen Mordsspaß beim Lesen, Richard Osman hat eine feinsinnige Sprache mit schwarzem, englischen Humor und an der einen oder anderen Stelle wartet man gespannt darauf, wohin dieser elegant aufgenommene Faden noch führen wird (z.B. Joyces Instagramm-Accountname). Falls sich der Autor entscheidet die vier Senioren in einem weiteren Fall ermitteln zu lassen, bin ich auf jeden Fall wieder mit dabei.

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Veröffentlicht am 20.05.2021

Witzig und Spannend

Der Donnerstagsmordclub (Die Mordclub-Serie 1)
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Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Mitglieder des titelgebenden Donnerstagsmordclubs, Elizabeth, die früher beim Geheimdienst war, der, Ex-Psychiater Ibrahim , der rote Ron, Ex-Gewerkschaftsführer, ...

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Mitglieder des titelgebenden Donnerstagsmordclubs, Elizabeth, die früher beim Geheimdienst war, der, Ex-Psychiater Ibrahim , der rote Ron, Ex-Gewerkschaftsführer, und Joyce, Ex-Krankenschwester und Chronistin der Gruppe. Zusammen leben sie in Coopers Chase, einer gehobenen Seniorenresidenz.
Besitzer von Cooper's Chase, ist der reiche und zwielichtige Geschäftsmann Ian Ventham, der großartige Expansionspläne für das Gelände hat, die die Sanierung des verlassenen Klosters und die Entfernung der Knochen aus dem Garten der ewigen Ruhe beinhalten.
Und damit beginnt das Spektakel, das einige Todesfälle in der Gegenwart zur Folge hat und andere aus der Vergangenheit ans Tageslicht holt.
Die Mitglieder des Donnerstagsmordclubs beschließen, der Polizistin Donna einen Karriereschub zu verpassen und ihr, sowie dem etwas unglücklichen DCI Chris Hudson in dem Fall unter die Arme zu greifen.
Da ganze ist sehr unterhaltsam geschrieben, auch weil Richard Osman es schafft, mit der Chronistin Joyce eine Art Miss Marple zu zeichnen, die mit den Augen einer achtzigjährigen auf das 21. Jahrhundert blickt und sich über Errungenschaften wie Tinder Gedanken macht, ohne dass man als Leser in die Tischkante beißen möchte.
Hinzu kommen allerlei Verdächtige, Motive und Wendungen, die eine spannenden Kriminalgeschichte ausmachen und fertig ist ein klassischer britischer Krimi, der ohne blutrünstige, psychopatische Serienkiller auskommt. So sind die 464 Seite ohne einen einzigen Hänger in Windeseile um und man hofft darauf, dass der Donnerstagsmordclub noch in weiteren Fällen ermitteln wird.

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