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Veröffentlicht am 01.03.2023

Die Braut, die sich nicht traut

Fang jetzt bloß nicht an zu lieben
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Auf der Suche nach einer leichten und lockeren Lektüre für Zwischendurch bin ich auf Mhairi McFarlane gestoßen. Ihr neuestes Buch Fang jetzt bloß nicht an zu lieben hat mich vom Klappentext her ...

Auf der Suche nach einer leichten und lockeren Lektüre für Zwischendurch bin ich auf Mhairi McFarlane gestoßen. Ihr neuestes Buch Fang jetzt bloß nicht an zu lieben hat mich vom Klappentext her überzeugt; auf Bookbeat war es auch verfügbar, weshalb das Hörvergnügen starten konnte. Und ein Vergnügen war es wirklich. Das Buch hatte einfach alles, was ich mir gewünscht habe.

Ein Buch, das genau das macht wofür geschrieben wurde - unglaublich gut unterhalten...

Hochzeitsfotografin Harriet geht in ihrem Job voll und ganz auf und auch ihre Beziehung zu ihrem langjährigem Freund Jon scheint gefestigt. Doch heiraten kommt für Harriet selbst absolut nicht in Frage. Als Harriet von ihrem Freund einen Heiratsantrag bekommt - noch dazu vor der gesamten Familie - zieht Harriet die Notbremse. Sie verlässt Jon. Eine neue Bleibe ist auch schnell und unkompliziert gefunden. Ohne sich vorher persönlich gesehen zu haben, zieht Harriet bei Cal, welcher selber erst seit kurzem single ist, ein. Am Telefon war man sich auf Anhieb sympathisch und die Mietvereinbarungen haben auch gepasst. Doch einen Haken hat die Sache dann doch...

Ich hatte wahnsinnig viel Spaß mit Harriet und Cal, die sich auf eine sehr ungewöhnliche Weise kennen lernen. Mhairi McFarlane hat mich in erster Linie einfach nur super gut unterhalten. Ich konnte mich zurück lehnen, abschalten, hatte viel zu schmunzeln und habe Harriet und Cal, besonders die Dialoge der beiden, sehr gefeiert. Doch das Buch ist nicht einfach nur eine lockere RomCom über das chaotische Leben einer "Braut, die sich nicht traut". Es beinhaltet auch ernste Themen. Mhairi McFarlane schreibt über toxische Beziehungen, Manipulation in Beziehungen und üble Nachrede und was diese für Auswirkungen haben kann. Ich war überrascht wieviel Tiefgang tatsächlich in dieser Geschichte steckt und habe damit überhaupt nicht gerechnet. Trotz der ernsten Thematiken verliert die Geschichte an keiner Stelle ihre Leichtigkeit. Im Gegenteil, ich finde, dass die Autorin damit Spannung erzeugt hat. Weil ich unbedingt wissen wollte, was Harriet in der Vergangenheit widerfahren ist und welches Päckchen Cal zu schultern hat, habe ich das Hörbuch innerhalb von zwei Nachmittagen verschlungen. Zudem war es toll mitzuerleben, wie Harriet sich entwickelt, wie sie beginnt ihre Beziehungen zu analysieren und etwas gegen die Sache zu unternehmen, die ihr in der Vergangenheit angetan wurde. Ich finde, dass der Autorin der Spagat zwischen lockerer Unterhaltung und Tiefgang sehr gut gelungen ist. Fang jetzt bloß nicht an zu lieben wird sicher nicht das letzte Buch der Autorin sein.

Fazit
Warum habe ich Mhairi McFarlane bislang übersehen? Ich weiß es wirklich nicht. Fakt ist, dass die Autorin ab sofort auf meine Must Read Liste kommt. Für mich hatte das Buch einfach alles was es braucht. Eine Protagonistin, mit der ich mitfühlen konnte, witzige Dialoge, einen für mich unvorhersehbaren und damit überraschenden Plot und unerwartet viel Tiefgang. Aber was am wichtigsten ist: Fang jetzt bloß nicht an zu lieben konnte mich von der ersten Hörminute an bestens unterhalten und hat mir wunderbare Stunden bereitet. Große Empfehlung!

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Veröffentlicht am 16.02.2023

Highlight

Lightlark
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Wer hätte gedacht, dass 'Lightlark' nach anfänglichen Schwierigkeiten noch ein Highlight wird? Ich ganz sicher nicht. Es ist aber tatsächlich so!

Ich habe 'Lightlark' als Hörbuch begonnen, ...

Wer hätte gedacht, dass 'Lightlark' nach anfänglichen Schwierigkeiten noch ein Highlight wird? Ich ganz sicher nicht. Es ist aber tatsächlich so!

Ich habe 'Lightlark' als Hörbuch begonnen, habe aber bei ca. 30 % das Handtücher geworfen, weil ich absolut keinen Durchblick hatte. Da mich die Thematik aber so richtig fasziniert hat, habe ich dem Buch noch eine Chance gegeben und nochmal von vorne begonnen. Dieses Mal aber als Printversion. Lange Rede, kurzer Sinn....Ich war schon nach den ersten Seiten gefesselt und richtig begeistert. Die Geschichte ist durch und durch spannend, voller Intrigen und Lügen und man weiß nicht, wem man vertrauen kann und wem nicht.

Alex Asters Schreibstil ist sehr einnehmend und bildhaft. Die Geschichte lässt sich ganz locker lesen. Im Gegensatz zum Hörbuch, dem ich nur schwer folgen konnte. Das liegt vorallem an der Komplexität. Es gibt zahlreiche Völker, Namen und fremde Begriffe...Ich hab das alles beim Hören einfach nicht erfassen können.

Für mich ist 'Lightlark' auf jeden Fall ein Fantasy-Highlight Mut Suchtpotenzial. Das Hörbuch kann ich allerdings leider nicht empfehlen, da ich es schwierig fand der doch recht komplexen Handlung zu folgen.

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Veröffentlicht am 15.02.2023

Große Liebe

Dark Ivy – Wenn ich falle
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Bei mir ist es mittlerweile so, dass die Bücher aus dem Kyss Verlag alle irgendwann bei mir einziehen. Auf 'Dark Ivy' habe ich besonders hingefiebert. Nicht nur, dass ich Nikola Hotels unkomplizierten ...

Bei mir ist es mittlerweile so, dass die Bücher aus dem Kyss Verlag alle irgendwann bei mir einziehen. Auf 'Dark Ivy' habe ich besonders hingefiebert. Nicht nur, dass ich Nikola Hotels unkomplizierten Schreibstil liebe, mich hat auch das Akademiesetting total angesprochen. Und ich sollte nicht enttäuscht werden. Ich habe jede einzelne Seite, jede Szene, das Setting und natürlich die beiden Protagonisten Eden und William sehr geliebt.

Was ich besonders mochte, ist dass die Geschichte trotz ihrer Dramatik sehr unaufgeregt ist. Das ganze lebt von der Atmosphäre und dem toll beschriebenen Akademiesetting. Und auch dir Annäherung der beiden Protagonisten ist sehr gemächlich. Die Idee mit der Blackout Poetry ist genial und ich habe die Art der Nachrichtenübermittlung gefeiert.

Trotz der langsamen Erzählart hat die Geschichte mich total gebannt und gefesselt. Und das Ende hat mich ziemlich zerstört. Ich brauche unbedingt die Fortsetzung!




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Veröffentlicht am 07.02.2023

Licht gegen Dunkelheit, Fabelwesen und eine ganz eigene Mythologie

Die Chroniken von Lunis – Wächterin des Lichts (Die Chroniken von Lunis 1)
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Manche Bücher versprühen einen ganz eigenen Zauber, dem man sich nur schwer entziehen kann. So geht es mir auch mit 'Die Chroniken von Lunis - Wächterin des Lichts', welches sich ab sofort neben ...

Manche Bücher versprühen einen ganz eigenen Zauber, dem man sich nur schwer entziehen kann. So geht es mir auch mit 'Die Chroniken von Lunis - Wächterin des Lichts', welches sich ab sofort neben 'Keeper of the Lost Cities' und 'Amari' zu meinen liebsten Kinder- und Jugendbuchreihen zählen darf.

Licht gegen Dunkelheit, Fabelwesen und eine ganz eigene Mythologie...

Janelle McCurdy hat mit ihrem Reihenauftakt eine spannende Welt mit einer ganz besonderen Geschichte und eigenen Mythologie zu Papier gebracht. Ich bin richtig begeistert und habe die Geschichte innerhalb weniger Tage verschlungen.

Die Autorin entführt uns nach Nubis, einer Stadt im Königreich Lunis, die in ewige Dunkelheitheit getaucht ist. Der König der Finsternis hat einst viele Regionen unterworfen und Dunkelheit über die Menschen gebracht. So auch in Nubis, Heimat unserer 12-jährigen Protagonistin Mia und ihrer Familie.

Mia ist eine tolle Protagonistin, die für ihr junges Alter eine viel zu große Last zu tragen hat. Umso authentischer macht es sie, dass sie genau damit hadert. Mia ist nicht perfekt, sie möchte eigentlich keine so große Verantwortung. Und auch, dass es mit ihren Umbras nicht gleich ganz glatt läuft und sie erst lernen muss mir ihrer Fähigkeit umzugehen, macht sie in meinen Augen echter und dadurch einfach liebenswert und sympathisch.

Neben der Perspektive von Mia bekommen wir auch Abschnitte aus den Chroniken der Lichtwächter zu lesen. Gerade diese Kapitel fand ich sehr spannend und auch wichtig für das Worldbuilding.

"Die Sterne lügen nie. Sie erzählen tagtäglich Geschichten, und eine davon ist jeden Monat am Himmel zu sehen: 》Die Legenden der Lichtwächter《.

(Zitat aus 'Die Chroniken von Lunis #1', Seite 7)

Janelle McCurdy hat eine faszinierende Welt erschaffen, die mich im ersten Moment an ein mittelalterlich angelehntes, orientalisches Wüstensetting erinnert hat. Umso mehr hat es mich dann überrascht, als ich mit dem technischen, futuristischen Fortschritt konfrontiert wurde. Wir haben hier also eine doch recht moderne Welt, in der jedoch eine uralte Magie schlummert. Die Menschen können Umbras, gestaltverändernde Fabelwesen beschwören und lernen diese zu zähmen. Mithilfe ihrer Umbras schaffen es die Menschen die Finsternis in Schach zu halten.

Als Nubis angegriffen wird und die Bewohner, sowie auch Mias Eltern, von Handlangern des Königs gefangen genommen werden, kann Mia knapp entkommen. Um ihre Eltern zu retten, muss sie lernen ihre Umbras zu zähmen.

Der Einstieg in die Geschichte ist wirklich rasant und genauso geht es weiter. Gemeinsam mit Mia, aus deren Sicht wir lesen, erleben wir eine Geschichte voller Gefahren, einen Kampf zwischen Gut und Böse, Freundschaft, Vertrauen, Verrat und Loyalität. Die Zutaten sind nicht neu, wurden von Janelle McCurdy allerdings in einer außergewöhnlichen Geschichte verpackt, die mich durchgehend fesseln konnte. Ich finde es auch toll, dass das Buch in sich abgeschlossen ist und man es theoretisch so auch als Einzelband lesen kann. Auf die Fortsetzung freue ich mich natürlich trotzdem unheimlich.

Fazit

'Die Chroniken von Lunis - Wächterin des Lichts' ist ein faszinierender Reihenauftakt mit einer in sich abgeschlossen Handlung, einer tollen Protagonistin, außergewöhnlicher Magie und Fabelwesen. Ich habe die Geschichte vom Kampf des Lichts gegen die Dunkelheit wirklich gerne gelesen und kann das Kinder- und Jugendbuch wärmstens empfehlen.

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Veröffentlicht am 01.02.2023

Eine außergewöhnliche, unerwartet spannende, wendungsreiche, magische Regency Romance. Große Leseempfehlung!

True Crown - Die Lady und der Lord Magier
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Mit 'True Crown - Die Lady und der Lord Magier' hat Olivia Atwater bei mir einen Nerv getroffen. Ich liebe einfach alles daran - die Charaktere, das Setting, den historischen Rahmen, die unerwartet spannende ...

Mit 'True Crown - Die Lady und der Lord Magier' hat Olivia Atwater bei mir einen Nerv getroffen. Ich liebe einfach alles daran - die Charaktere, das Setting, den historischen Rahmen, die unerwartet spannende Handlung und nicht zuletzt den Fantasyanteil, der diese Regency Romance so besonders macht. Theodora Ettings mag nur eine halbe Seele haben, dafür besitzt sie jetzt mein ganzes Herz!

Half a Soul...

Der englische Originaltitel 'Half a Soul' passt einfach perfekt, denn Lady Theodora Ettings, kurz Dora, besitzt nur eine halbe Seele. Als Kind wurde ihr die Hälfte davon von einem Elfenmagier gestohlen. Gemeinsam mit ihrer Seele wurde Dora auch ihrer Emotionen beraubt, weshalb die junge Frau auf Außenstehende oftmals unangepasst, verschroben und ungehobelt wirkt. Während der Londoner Ballsaison sollen Dora und ihre Cousine Vanessa in die Gesellschaft eingeführt werden, wobei die beiden einen Plan verfolgen. Der Lord Magier, Elias, welcher sich ebenfalls in London aufhält, soll Dora helfen ihre verlorene Seele wieder zurück zu bekommen. Und der Plan der Ladys scheint aufzugehen, denn mit ihrer unkonventionellen Art fällt Dora dem Lord sofort ins Auge. Doch dann fallen in Londons Armenhäusern immer mehr Kinder in eine Art Koma. Da die Kinder dringend Hilfe benötigen, ändert Dora ihren Plan und beginnt gemeinsam mit dem Lord an der rätselhaften Ursache der Schlafkrankheit zu forschen.

Mich konnte die Handlung voll und ganz in ihren Bann ziehen und ich habe den Reihenauftakt innerhalb weniger Tage verschlungen. Olivia Atwater ist der Spagat zwischen Regency Romance und Fantasy ganz wunderbar gelungen. Und mit dem Rätsel um die schlafenden Kinder kommen auch noch kriminalistische Elemente hinzu. Ich hatte beim Lesen wundervolle 'Jane Austen-Vibes', musste aber auch oft an 'Wie man sich einen Lord angelt' denken, denn große Teile des Buches spielen auf den glanzvollen Bällen der gehobenen Londoner Gesellschaft. Dieser Teil der Geschichte könnte wie gesagt aus einem 'Jane Austen Roman' entsprungen sein, wenn da nicht die klitzekleinen Tatsachen wären, dass auch eine Elfenwelt existiert und Magie in London praktiziert wird.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr einnehmend, der Zeit, in der wir uns hier befinden, angepasst und er besticht durch ganz feinen trockenen Humor. Durch die tollen, bildhaften Beschreibungen von Olivia Atwater hatte ich das Gefühl mitten unter den Lords und Ladys zu sein.
Dora und Elias liefern sich ein hitziges Duell nach dem anderen. Man sieht die Funken richtig fliegen. Da Dora in vielen Situationen das richtige Gespür fehlt, tritt sie mit ihren Aussagen oft ins Fettnäpfchen. Was ihre Mitmenschen als ungehobelt ansehen, habe ich einfach nur gefeiert. Sie ist direkt und sagt offen ihre Meinung. Ich liebs!
Doch auch Elias hat einen eher schlechten Ruf als mürrischer Zeitgenosse. Doras Direktheit und Elias schroffe Art ergänzen sich hingegen wunderbar. Mir haben die beiden im Zusammenspiel unglaublich gut gefallen. Natürlich auch die Entwicklung der Liebesgeschichte, die klarerweise viel Raum einnimmt.

Mir hat das Gesamtpaket wahnsinnig gut gefallen. Wenn ich einen Kritikpunkt äußern müsste, wäre es, dass ich gerne noch etwas mehr im alternativen London bei Dora und Elias verweilt wäre. Ich finde es aber toll, dass das Buch in sich abgeschlossen ist und man es als Einzelband lesen kann. Ich werde mir aber definitiv auch die weiteren Bände der Reihe holen, weil ich einfach noch nicht genug von der außergewöhnlichen Welt habe.

Fazit

Mit 'True Crown - Die Lady und der Lord Magier' hat Olivia Atwater eine originelle Idee zu Papier gebracht. 'Stolz & Vorurteil' trifft auf 'Elfenkrone' und verschmilzt zu einer wirklich außergewöhnlichen, unerwartet spannenden, wendungsreichen, magischen Regency Romance im Stil von 'Wie man sich einen Lord angelt' mit dem Unterschied, dass Dora nicht Geld, sondern Heilung sucht. Einen Fehler hat das Buch aber dann doch - nur 350 Seiten. Große Leseempfehlung!

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