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Veröffentlicht am 16.02.2023

Offline

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Digital-Detox bedeutet für Jenny und weitere Teilnehmer, fünf Tage offline zu sein. Ohne Handy, Internet oder Telefon verbringen sie diese Tage in einem einsamen Bergsteiger-Hotel. Durch starken Schneefall ...

Digital-Detox bedeutet für Jenny und weitere Teilnehmer, fünf Tage offline zu sein. Ohne Handy, Internet oder Telefon verbringen sie diese Tage in einem einsamen Bergsteiger-Hotel. Durch starken Schneefall können sie das Hotel nicht mehr verlassen. Plötzlich verschwindet ein Teilnehmer. Da außer ihnen und den Hausmeistern niemand vor Ort ist, stellt sich schon bald die Frage, was geschehen ist.

Es sind nur wenige Personen im Hotel, und jeder könnte der Täter oder dessen nächstes Opfer sein. Wie die einzelnen Charaktere mit dieser Situation umgehen, ist sehr interessant und gut beschrieben. Obwohl die Grundidee eines einsamen Hauses, in dem Menschen eingeschlossen sind und etwas Dramatisches geschieht, nicht neu ist, schafft es Autor Arno Strobel, die Spannung auf einem hohen Niveau zu halten und gegen Ende sogar noch zu steigern.

Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet, und ich habe bis zum Schluss gerätselt, wer der Täter und was dessen Motiv sein könnte. „Offline“ hat alles, was ich mir von einem guten Thriller erhoffe, plus ein gutes Kopfkino. Einfach ein tolles Buch.

Veröffentlicht am 16.02.2023

Corona oder die ewige Wiederkehr des immer Gleichen

Corona oder die ewige Wiederkehr des immer Gleichen
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Wie wahr ist eigentlich die von einem Menschen empfundene Realität? Ist mein eigenes Denken richtig oder falsch? Wieso nehmen manche Menschen Personen mit einer anderen Meinung als Feind und Gegner wahr? ...

Wie wahr ist eigentlich die von einem Menschen empfundene Realität? Ist mein eigenes Denken richtig oder falsch? Wieso nehmen manche Menschen Personen mit einer anderen Meinung als Feind und Gegner wahr? In seiner Abhandlung zeigt Autor Pierre R. Pihet, wie aus der Sicht von Kommunikations- und Wahrnehmungspsychologie die Menschen in der Corona-Zeit miteinander und gegeneinander umgegangen sind.

Doch das Thema „Corona“ bringt keine neuen Erkenntnisse über das menschliche Verhalten. Je mehr Menschen sich im Recht fühlen, desto mehr sehen sie persönliche Gegner in Menschen mit anderer Meinung. Dieses Phänomen kommt in der Geschichte der Menschheit oft vor, meistens eher versteckt und subtil. Erst die Corona-Zeit brachte diverse Verhaltens- und Denkmuster in den öffentlichen Fokus.

Wie kraftvoll alleine bereits die Art der Kommunikation und die Wahl der verwendeten Wörter sein können, wird hier deutlich. Ebenso wird aufgezeigt, dass ein Mensch manchmal einfach nicht anders handeln kann, selbst wenn er es wollte. Auch ich habe mich in diesem Buch mit der einen oder anderen Ansicht und Meinung wiedergefunden und aus einer anderen Perspektive betrachtet. Dies war sehr interessant.

„Corona oder die ewige Wiederkehr des immer Gleichen“ ist eine anspruchsvolle, aber nicht anstrengende Lektüre. Der gute, teilweise auch humorvolle Schreibstil machen diese Abhandlung zu einem Lesevergnügen.

Ich danke dem Verrai-Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars.

Veröffentlicht am 11.12.2022

Wer ist der Mörder? Spannende Kriminalfälle selbst lösen

Wer ist der Mörder?
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Mehrere Kriminalfälle warten in diesem interaktiven Krimi-Rätselbuch auf ihre Lösung. Der Leser wird zum ermittelnden Kommissar. Der Tatort muss gesichert, Zeugen müssen verhört und Rückschlüsse geschlossen ...

Mehrere Kriminalfälle warten in diesem interaktiven Krimi-Rätselbuch auf ihre Lösung. Der Leser wird zum ermittelnden Kommissar. Der Tatort muss gesichert, Zeugen müssen verhört und Rückschlüsse geschlossen werden.

Jeder Fall beginnt mit einer kurzen Beschreibung der Tatortsituation. Daneben befindet sich eine Illustration mit Motiven, wie sie sich einem eintreffenden Kommissar zeigen würde. Diesen Tatort sollte man sich sehr genau ansehen, jede Kleinigkeit kann zur Lösung des Falles beitragen. Daneben gibt es von einigen Dingen, wie z. B. dem Inhalt einer Tasche, eine Detailansicht. Für diese blättert man auf die genannte Buchseite und kann sich auch hier alles genau ansehen und Schlüsse daraus ziehen.

Interaktiv wird es, wenn der Leser zur Lösungshilfe im Internet nach Anhaltspunkten suchen muss. Des Weiteren gibt es Audio-Hinweise. Hierbei öffnet der Leser mithilfe eines QR-Codes die Audiodatei und hört so, was Zeugen zu sagen haben. Wer keinen Internetzugang oder Smartphone hat, wird auf eine der Transkriptionsseiten am Ende des Buches verwiesen und kann die Aussage dort lesen. Ob man digital oder analog diese Aussagen anhört, spielt für die Lösung des Falles keine Rolle. Drei in Spiegelschrift verfasste Zusatzhinweise geben Tipps, worauf genau geachtet werden sollte. Nach Tatort, Aussagen und Zusatzhinweisen gibt es die Auflösung des Falles. Schritt für Schritt wird erst der Weg zur Lösung und im Anschluss der Tathergang beschrieben.

Mit „Wer ist der Mörder? Spannende Kriminalfälle selbst lösen“ ist es sehr gut gelungen, ein digitales Spiel auf Papier zu übertragen. Der Leser kann sich entweder alleine auf Mördersuche begeben, oder man nimmt das Buch mit zu einem unterhaltsamen Spieleabend. Ein einziger Fall sorgt für eine schöne Zeit mit Freunden und Familie.

Ich danke Literaturtest und dem YES Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars.

Veröffentlicht am 21.08.2022

Findelmädchen – Aufbruch ins Glück

Findelmädchen
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Nachdem ihr Vater 1955 aus russischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrt ist, leben Helga und Jürgen wieder bei ihm. Während er sich ein Büdchen aufbaut und Jürgen bei Ford arbeitet, möchte Helga aufs Gymnasium ...

Nachdem ihr Vater 1955 aus russischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrt ist, leben Helga und Jürgen wieder bei ihm. Während er sich ein Büdchen aufbaut und Jürgen bei Ford arbeitet, möchte Helga aufs Gymnasium gehen. Der Vater schickt sie jedoch auf eine Haushaltsschule. Während dieser Zeit macht sie ein Praktikum in einem Waisenhaus. Helga sieht dort, wie mit den Kindern umgegangen wird. Besonders schwer hat es das sogenannte „Besatzerkind“.

Bereits nach den ersten Zeilen hat mich „Findelmädchen“ in seinen Bann gezogen. Helga ist ein starker Charakter und hat mich, genau wie die Geschichte, emotional gepackt. Während des Lesens befand ich mich im damaligen Köln, so gut hat der Roman mich mitgenommen. Auch die damalige Gesellschaft und ihre Vorstellungen scheinen mir gut getroffen.

Ich freute mich und ich litt mit Helga mit, während sie durch die Höhen und Tiefen gegangen ist. Die Seiten sind nur so dahin geflogen und ich hatte ein wunderbares Kopfkino. Das Buch habe ich an einem Tag gelesen.

„Findelmädchen – Aufbruch ins Glück“ ist die Fortsetzung von „Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück“, kann aber unabhängig davon gelesen werden.

Ich danke Annika Grützner von Literaturtest und dem Ullstein Taschenbuch Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars.

Veröffentlicht am 14.08.2022

Turmschatten

Turmschatten
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Ephraim Zamir ist ein ehemaliger Mossad-Agent. Er hat sich in Deutschland einen alten Turm zu einem Wohnhaus umgebaut und lebt dort mit seiner Haushälterin. Eines Tages brechen Neonazis bei Zamir ein. ...

Ephraim Zamir ist ein ehemaliger Mossad-Agent. Er hat sich in Deutschland einen alten Turm zu einem Wohnhaus umgebaut und lebt dort mit seiner Haushälterin. Eines Tages brechen Neonazis bei Zamir ein. Er überwältigt die Einbrecher und sperrt sie in einzelne Zellen. Jeden der drei Neonazis konfrontiert er vor laufender Kamera mit ihrer Vergangenheit und überträgt dies ins Internet. Der Internetstream beinhaltet für die Zuschauer zwei Abstimmungsbuttons. Soll Zamir seine Geiseln leben lassen oder nicht? Die Zuschauer haben es in ihrer Hand.

„Turmschatten“ reißt den Leser mit in die Abgründe des Menschen. Während des Lesens stellen sich viele Fragen, Gefühle wallen auf und es wird deutlich, dass der Mensch wirklich selbst sein größter Feind ist. Peter Grandl zeigt deutlich, wie falsche Ideologien, Gier, Machtgefühl und eigene Vorteile das Denken und Handeln einer Person beeinflussen.

Emotional hat „Turmschatten“ mich mitgenommen und immer wieder die Frage aufgeworfen, wer über Leben und Tod eines Menschen zu richten hat. Ist das Töten von Neonazis damit zu rechtfertigen, dass sie selbst getötet haben? Begibt man sich durch das Anklicken eines Buttons nicht auf dieselbe Stufe und entscheidet, dass dessen Leben nichts wert ist?

In dieser Geschichte wird der breiten Gesellschaft der Spiegel ohne erhobenen Zeigefinger vorgehalten. In Rückblicken erfährt der Leser Hintergründe zu den einzelnen Neonazis oder der Geschichte. Diese Informationen lassen aktuelle Geschehnisse emotional noch näher an den Leser herankommen.

Ich könnte noch seitenweise weiterschreiben, so sehr hat mich dieses Buch gepackt. Dabei kannte ich die Geschichte bereits und wusste, wie es ausgehen wird, da ich ein um einige Seiten kürzere Veröffentlichung von „Turmschatten“ bereits 2020 lesen dürfte. Schon damals war ich sehr begeistert. Die nun gelesene Neuausgabe hat mich emotional noch stärker gepackt. Ich habe allerdings nicht beide Exemplare auf irgendwelche Unterschiede untersucht, sondern habe mich wieder komplett neu auf die Geschehnisse und Figuren eingelassen.

„Turmschatten“ ist einfach ein wunderbares Buch. Das ausgelöste Kopfkino hat noch lange nach Ende des Buches angehalten. Auch die Frage, wie ich mich verhalten würde. Welchen Button hätte ich gedrückt? Hätte ich mir eine solche Sendung überhaupt angesehen?

Ich danke dem Autor Peter Grandl und dem Piper Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars.