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Veröffentlicht am 10.04.2023

Unter dem Radar

Going Zero
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Im Betatest „Going Zero“ des neuen Programms Fusion haben zehn Personen die Chance auf 3 Millionen Dollar, wenn sie es schaffen, 30 Tage unauffindbar zu bleiben. Findet Fusion alle zehn Probanden, winken ...

Im Betatest „Going Zero“ des neuen Programms Fusion haben zehn Personen die Chance auf 3 Millionen Dollar, wenn sie es schaffen, 30 Tage unauffindbar zu bleiben. Findet Fusion alle zehn Probanden, winken Cy Baxters Social-Media-Konzern WorldShare Milliarden durch eine public-private-Zusammenarbeit mit Regierungsbehörden.

Der Bibliothekarin Kaitlyn Day werden anfangs nur geringe Chancen in diesem Versteckspiel eingeräumt, doch sie entwickelt sich für Cy Baxter überraschend zur ernst zu nehmenden Gegnerin, die es einfallsreich schafft, unter dem Radar zu bleiben. Die Geschichte konzentriert sich auf Kaitlyn, während die anderen neun „Zeros“ mehr oder weniger schnell gefunden werden mithilfe aller technischen Möglichkeiten, die den Verfolgerteams zur Verfügung stehen, wie Gesichts- und Gangerkennung, die Überwachung und Auswertung mobiler Geräte und Internetaktivitäten, Familie und Freunde, persönliche Vorlieben und Gewohnheiten.
Die Kapitel zählen den 30-Tage-Countdown runter und wechseln (abgesehen von den kurzen Kapiteln der anderen neun Zeros) zwischen Kaitlyns Perspektive und der Fusion-Zentrale, wo der Leser einen Einblick in das Vorgehen der Teams gewinnt und Cy Baxters Hintergrund und Figur besser kennenlernt. Er ist frei von Moral und hat sich ein passendes Weltbild zugelegt, er genießt die Macht, die er hat. Seine Firma hebelt jeglichen Datenschutz völlig aus, verdient viel Geld mit Überwachung, Manipulation und Desinformation und untergräbt letztendlich die Demokratie.

In der zweiten Hälfte des Buchs gibt es eine Wendung, die Geschichte bekommt eine breitere Basis und weitere Facetten und es wird klar, dass Kaitlyn das fordernde und anstrengende Vorhaben nicht nur wegen eines möglichen Gewinns von 3 Millionen Dollar auf sich nimmt.

Anthony McCartens Schreibstil ist klar, geradlinig und bildhaft, manchmal auch augenzwinkernd, die Figurenzeichnung bleibt meistens blass und eher stereotyp, die Handlung ist temporeich, durchgehend spannend und deutlich kritisch gegenüber den Einsatzmöglichkeiten von neuester Technologie. Ich könnte mir eine Verfilmung von Going Zero sehr gut vorstellen. Mich hat das Buch mit dem einfachen, aber passenden Cover gut unterhalten und ich kann es jedem Leser empfehlen, nicht nur Thrillerfans.

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Veröffentlicht am 16.03.2023

Spannender Krimi um einen Auftragskiller

Seventeen
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Seventeen ist ein namenloser Auftragskiller, der aktuell beste nach 16 Vorgängern. Die sind alle tot, bis auf Sechzehn, der irgendwann einfach von der Bildfläche verschwand und auf den Seventeen nun angesetzt ...

Seventeen ist ein namenloser Auftragskiller, der aktuell beste nach 16 Vorgängern. Die sind alle tot, bis auf Sechzehn, der irgendwann einfach von der Bildfläche verschwand und auf den Seventeen nun angesetzt wird.

Das Cover passt zum Titel und zum Buch, es zeigt halb verborgen zwischen den beiden Zahlen eins und sieben einen bewaffneten Mann.

Der Schreibstil ist packend und angenehm zu lesen, der Protagonist ist auch der Ich-Erzähler und spricht den Leser direkt an, zu Beginn voller Ironie und Sarkasmus, was mich nach der Leseprobe neugierig auf die Geschichte gemacht hat.

Neben der umsichtigen Planung und aufwendigen Vorbereitung zur Beseitigung von Sechzehn erzählt der Protagonist immer wieder auch aus seinem Leben und wie er wurde, was er ist. Dieser mittlere Teil des Buchs ist eher ruhig, bevor das Katz- und Mausspiel zwischen den beiden Killern Fahrt aufnimmt und die Spannung wieder anzieht. Neben viel Action haben mich unerwartete Wendungen mehr als einmal überrascht.
Nicht abwegig fand ich die Überlegungen der Protagonisten zu moralisch verwerflichen Vorhaben der Regierungen und zu den im Hintergrund agierenden Strippenziehern im Auftragskillergewerbe. Sicherheit gibt es in dem Bereich in keiner Hinsicht und vertrauen kann man nur sich selbst.

John Brownlow ist Drehbuchautor und Seventeen kann ich mir sehr gut auch verfilmt vorstellen. Das Buch hat mich gut unterhalten. Ich empfehle es Krimilesern, denen auch etwas blutrünstigere Szenen nichts ausmachen.

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Veröffentlicht am 17.02.2023

Endlich wieder Donnerstag!

Der Donnerstagsmordclub und die verirrte Kugel (Die Mordclub-Serie 3)
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Zum dritten Mal ermittelt der Donnerstagsmordclub in einem ungelösten Mordfall. Wer hat vor 10 Jahren die junge Journalistin Bethany Waites getötet, die einem Fall von Steuerbetrug auf der Spur war? Die ...

Zum dritten Mal ermittelt der Donnerstagsmordclub in einem ungelösten Mordfall. Wer hat vor 10 Jahren die junge Journalistin Bethany Waites getötet, die einem Fall von Steuerbetrug auf der Spur war? Die Ermittlungen kommen nur langsam voran und entwickeln sich zu einem komplexen Fall mit unerwarteten Wendungen, was Elizabeth, Joyce, Ron und Ibrahim um so mehr herausfordert. Wie gewohnt, geht das muntere Seniorenquartett einfallsreich, versiert und planvoll vor und spannt nicht nur die inzwischen befreundeten Polizisten Chris und Donna sowie den immer hilfsbereiten Bogdan ein, sondern auch eine Reihe anderer Charaktere.
Bis zum Schluss konnte ich mit rätseln, obwohl es nicht die Spannung ist, die die Donnerstagsmordclub-Reihe für mich zum großen Lesevergnügen macht ;)

Richard Osmans Schreibstil ist lebendig, gedankenvoll und unterhält mit trockenem Humor. Über viel Situationskomik, Wortwitz und skurrile Diskussionen der Mitglieder des Donnerstagsmordclub habe ich mich wieder köstlich amüsiert, über manche tiefgründigen Gedanken des Autors nachgedacht. Ein großes Lob geht auch an Sabine Roth, bei deren Übersetzung der britische Humor erhalten bleibt, sie hat hier wieder ganz wunderbar gearbeitet. Der Autor verzichtet im vorliegenden dritten Band darauf, die Senioren erneut ausführlich vorzustellen, was für Neueinsteiger in die Reihe meiner Meinung nach schade ist. Dagegen geht die Figurenzeichnung Donnas, Chris' und Bogdans mehr in die Tiefe und die Charaktere entwickeln sich, inzwischen sind sie mir ebenso ans Herz gewachsen wie das Seniorenquartett.
Ich habe die Vorgängerbücher ebenfalls gelesen und fand beide noch charmanter und warmherziger geschrieben und empfehle unbedingt, zumindest den ersten Teil des Donnerstagsmordclubs zu lesen.

Das Cover greift das Motiv der vorherigen Bände auf, unterscheidet sich durch Details und die Farbgebung und hat einen hohen Wiedererkennungswert, mir gefällt es. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Fall für den Donnerstagsmordclub, den ich mir natürlich nicht entgehen lassen werde.

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Veröffentlicht am 23.12.2022

Intelligenz ist nicht alles

SitterCats 2.0
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Frankfurt im Jahr 2029, Familie Abel schafft sich eine SitterCat an, eine intelligente Katze zur Betreuung und Beaufsichtigung der Kinder und nennt sie Miko. Niemand ahnt, wozu die Herstellerfirma die ...

Frankfurt im Jahr 2029, Familie Abel schafft sich eine SitterCat an, eine intelligente Katze zur Betreuung und Beaufsichtigung der Kinder und nennt sie Miko. Niemand ahnt, wozu die Herstellerfirma die Katzen missbraucht.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven und auf mehreren Zeitebenen erzählt, denen ich gut folgen konnte, auch dank datierter Kapitelüberschriften. Hintergründe zur IT und zum Stand der Technik Ende der 20er Jahre unseres Jahrhunderts und wie es zur Entstehung der intelligenten Katzen kam, werden glaubwürdig und auch unterhaltsam geschildert, ebenso Frankfurt, wie es Ende unseres Jahrzehnts aussehen könnte, und auch die überraschende wirtschaftliche Situation Asiens und die Folgen spielen eine Rolle.
Die erste Hälfte des Buchs schildert neben der Entwicklung von Mikos Fähigkeiten und Aktivitäten die Machenschaften eines intriganten, nach Macht strebenden Mitarbeiters der Herstellerfirma und seine Pläne mit den manipulierten Katzen. In der zweiten Hälfte entwickelt sich rasante Action und es wird sehr spannend bis zum Schluss.

Genau so spannend wie die Handlung ist der Weg Mikos von purer Intelligenz zur sozialen Kompetenz und dem Verständnis menschlicher Gefühle und der dann vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Menschen und auch die Frage, wie Menschen mit derartigen neuen Wesen, wie die intelligenten Katzen sind, umgehen sollen.

Augenzwinkernder Humor, auch bei manchen Namen beispielsweise oder bei der Figurenzeichnung eines ganz bestimmten Protagonisten nach offensichtlich realem Vorbild, kennzeichnet Dieter Aurass' lebendigen, detailreichen Schreibstil, der flüssig zu lesen ist. Es bleiben am Schluss der Geschichte keine technischen oder inhaltlichen Fragen offen, alles findet ein rundes Ende.
SitterCats 2.0 hat mich gut unterhalten und ich kann das Buch sowohl Katzenliebhabern als auch Krimilesern empfehlen.

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Veröffentlicht am 23.10.2022

Spannende Unterhaltung mit Humor und Münsterländer Lokalkolorit

Die Kommissarin und der Metzger - Schrot und Korn
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Das schöne, liebevoll gemachte Cover stimmt sehr gut ein auf diesen atmosphärischen Landkrimi. Man nimmt das Buch gern in die Hand.

Kommissarin Tanja Terholte ermittelt in einem neuen Fall in ihrer Heimatstadt ...

Das schöne, liebevoll gemachte Cover stimmt sehr gut ein auf diesen atmosphärischen Landkrimi. Man nimmt das Buch gern in die Hand.

Kommissarin Tanja Terholte ermittelt in einem neuen Fall in ihrer Heimatstadt Horstmar. Auf einem Acker sind menschliche Überreste entdeckt worden. Tanja ist Nebenerwerbslandwirtin und betreibt auf dem elterlichen Hof eine Rinderzucht zusammen mit ihrem Bruder Rudi, der gelernter Metzger ist und Tanja als fähiger Hobby-Forensiker unter die Arme greift. Neben Tanjas Familie gibt es noch so einige schräge Typen in Horstmar und auch unter Tanjas Kollegen, die mich oft zum Schmunzeln gebracht haben, genauso wie die nachbarschaftlichen Begegnungen im Ort. Tanja ist eine sympathische Protagonistin, die geschickt ist im Umgang mit Menschen und sich auch von ihrem weniger kompetenten Vorgesetzten nicht die Laune verderben lässt. Ihre Ermittlungen treibt sie überlegt und zielorientiert voran und auch mit Interpol klappt die Zusammenarbeit reibungslos.

Der Krimi überrascht mit unerwarteten Wendungen und Entwicklungen, ist humorvoll und kurzweilig. Bent Ohles Schreibstil ist lebendig und bildhaft und sorgt mit Wortwitz und Situationskomik für viel Lesevergnügen. Auch das Lokalkolorit des Münsterlandes ist gelungen, zugewandt und anschaulich werden die Menschen dort beschrieben, das hat mir gut gefallen.
Dieser zweite Fall für Tanja Terholte ist auch ohne Kenntnis des ersten Bandes gut lesbar und hat mir unterhaltsame Lesestunden beschert.

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