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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.03.2023

Guter Krimi vor interessanter Kulisse

Abschied auf Italienisch
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"Abschied auf Italienisch" wirkt zunächst vom Cover her wie ein klassischer Urlaubskrimi. Dies trifft einerseits zu, andererseits wieder nicht.

Aber immer der Reihe nach: Zutreffend ist, dass der Krimi ...

"Abschied auf Italienisch" wirkt zunächst vom Cover her wie ein klassischer Urlaubskrimi. Dies trifft einerseits zu, andererseits wieder nicht.

Aber immer der Reihe nach: Zutreffend ist, dass der Krimi in einer Urlaubsregion spielt und diese landschaftlich, kulinarisch und soziologisch beschrieben wird. Nicht ganz so zutreffend ist, dass der Kriminalfall harmloser Natur ist – im Gegenteil. Ich bin positiv überrascht, wie viele Wendungen der Fall im Laufe der Geschichte nimmt. Zumal es sich um den Einstieg in eine Reihe handelt, wo gerne mal die Hauptperson stärker im Mittelpunkt steht als der eigentliche Fall. Dies ist hier aber nicht so. Die Lesenden erfahren genug über die verschiedenen Protagonist:innen, ohne dass der Fall aus den Augen verloren wird. Weiterhin gefielen mir die Figuren an sich. Jede und jeder hat etwas Spezielles an sich, was den Nebensträngen noch einiges an Würze verleiht. "Abschied auf Italienisch" ist Andrea Bonetto hervorragend gelungen und kann ich allen empfehlen, die gute Krimis in Urlaubsregionen mögen, wie etwa die Krimis von Martin Walker. Ein schöner Einstieg in eine hoffentlich lange Krimireihe mit weiterhin so schönen Romanen!

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Veröffentlicht am 20.03.2023

Gewohnt unterhaltsam

Melody
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Von Martin Suter habe ich so gut wie alle Bücher gelesen, da durfte "Melody" natürlich nicht fehlen. Typisch für Suter spielt das Ganze wieder in einem Milieu, mit dem ich keine Berührungspunkte habe: ...

Von Martin Suter habe ich so gut wie alle Bücher gelesen, da durfte "Melody" natürlich nicht fehlen. Typisch für Suter spielt das Ganze wieder in einem Milieu, mit dem ich keine Berührungspunkte habe: Die Welt der Reichen. Das tangierte mich beim Lesen aber nur am Rande, denn die Geschichte um die Liebe Peter Stotzs zu Melody ist das bestimmende Thema. Es ist deshalb aber kein kitschiger Roman, sondern ein Buch, dass sich mit Fragen befasst wie: Was ist Wahrheit? Was ist Fiktion? Wo erfolgt die Trennung zwischen beidem? Martin Suter verwebt diese Fragen im Roman so geschickt, dass sich bis zum Ende neue Entwicklungen ergeben, die die Lektüre zu einem wahren Genuss werden lassen.
Das Buch liest sich leicht und flüssig, was unter anderem an Suters Schreibstil liegt: einfach, schnörkerlos, vorwiegend Hauptsätze, aber dennoch keine trivialen Beschreibungen. Kurzum: Wer Suter bereits kennt, wird dieses Buch mögen. Wer ihn noch nicht kennt, sollte dieses Buch lesen (und dann möglichst viele weitere seiner Werke).

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Veröffentlicht am 05.03.2023

Schaurig, spannend, unterhaltsam

Die marmornen Träume
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"Die marmornen Träume" von Jean-Christophe Grangé ist ein schauriger und spannender Thriller, der zur Zeit des Dritten Reichs spielt. Er ist hat drei Protagonist:innen, die einem beim Lesen zwar nicht ...

"Die marmornen Träume" von Jean-Christophe Grangé ist ein schauriger und spannender Thriller, der zur Zeit des Dritten Reichs spielt. Er ist hat drei Protagonist:innen, die einem beim Lesen zwar nicht unbedingt sympathisch werden, da alle drei Charakterzüge aufweisen, die zumindest mir fragwürdig erschienen. Dennoch habe ich mich beim Lesen von Anfang bis Ende gut unterhalten gefühlt. Der Thriller hat trotz seines Umfangs kaum Längen. Nur ganz zum Schluss hätte ich mir mehr Tempo gewünscht.
Die Verbrechen, die im Thriller begangen werden, sind meiner Meinung nach vielfältig und beschränken sich nicht nur auf die Morde an den Adlondamen. Es zeigt sich, dass in einem Unrechtstaat sich jede:r selbst der/die Nächste ist. Grangé lotet dabei, wie in vielen seiner Bücher, die Grenzen aus, die Menschen bereit sind, zu überschreiten. Beim Lesen musste ich auch einige Grenzen überschreiten, vor allem die des "Abscheulichkeiten und deren Schilderung-Aushaltens". Da hätte mir ein Prise weniger Detailschärfe auch gereicht. Ansonsten ist das Buch für Thriller- und Grangé-Fans sicherlich ein unterhaltsames und lohnenswertes Werk.

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Veröffentlicht am 21.02.2023

Neues erfahren und dabei teilweise schmunzeln dürfen

Ruhm und Verbrechen des Hoodie Rosen
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"Ruhm und Verbrechen des Hoodie Rosen" ist ein besonderes Buch. Der Roman erzählt als eine Art Coming of Age-Geschichte einen Abschnitt aus dem Leben des 15-jährigen Jehuda (Hoodie) Rosen. Hoodie ist jüdisch-orthodox ...

"Ruhm und Verbrechen des Hoodie Rosen" ist ein besonderes Buch. Der Roman erzählt als eine Art Coming of Age-Geschichte einen Abschnitt aus dem Leben des 15-jährigen Jehuda (Hoodie) Rosen. Hoodie ist jüdisch-orthodox und aus seiner Sicht erzählt der Roman, was dies genau bedeutet. Issac Blum schafft es dabei, befremdlich anmutende Vorschriften so zu verpacken, dass ich nicht selten beim Lesen ins Schmunzeln kam. Der Roman hat etwas mehr als 200 Seiten, die ich binnen zwei Tagen durchgelesen hatte. Das liegt zum einen an der gut gewählten Sprache des Autors und zum anderen an der Handlung, die nicht immer vorhersehbar ist und einige Überraschungen bereithält. Unterm Strich ein gelungenes Debüt von Isaac Blum, das mir vergnügliche Lesestunden bereitet hat. Wer gerne etwas über die jüdisch-orthodoxe Kultur erfahren möchte, ohne dabei ein Lehrbuch in die Hand nehmen zu wollen, kann von Hoodie Rosen auf unterhaltsame Weise einiges in diesem Bereich dazulernen.

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Veröffentlicht am 06.02.2023

Die Stille des Waldes ist hier sehr bedrückend

Grenzfall - In der Stille des Waldes
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"Grenzfall. In der Stille des Waldes" ist bereits der dritte Fall für Krammer auf österreichischer und Jahn auf deutscher Seite. Ich habe bisher die beiden Vorgänger noch nicht gelesen. Jedoch wird genug ...

"Grenzfall. In der Stille des Waldes" ist bereits der dritte Fall für Krammer auf österreichischer und Jahn auf deutscher Seite. Ich habe bisher die beiden Vorgänger noch nicht gelesen. Jedoch wird genug von der Vorgeschichte im dritten Buch erwähnt, sodass auch problemlos dieses zuerst gelesen werden kann.
Der Kriminalroman besteht aus zwei Handlungssträngen, die sich von Kapitel zu Kapitel abwechseln. Mal wird in Österreich ermittelt, mal in Deutschland. Diese Aufteilung klingt verwirrend, ist sie aber überhaupt nicht. Anna Schneider schafft es problemlos mit schnörkelloser Sprache und einem guten Schreibstil ein kurzweiliges Lesevergnügen zu bereiten. Leider kommt bei beiden Fällen für meinen Geschmack etwas wenig Spannung auf; erst zum Schluss wird es mitreißender und richtig aufregend. Nichtsdestotrotz sind es zwei düstere Fälle, die mich nachdenklich zurückließen. Die Hauptfiguren im Roman sind gut gewählt, auch wenn mir Alexa Jahn doch zuweilen etwas zu übertrieben heldinnenhaft daherkommt. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Insgesamt ist "In der Stille des Waldes" ein Kriminalroman, der durch Düsternis Gänsehaut erzeugt. Wer tiefschichtige Kriminalfälle mag, wird mit diesem Buch zufrieden sein.

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