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Venatrix

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Veröffentlicht am 03.03.2023

Fesselnd bis zur letzten Seite

Küstengruft
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Wieder einmal habe ich es geschafft, den letzten, weil frisch erschienen, Band einer Reihe in die Finger zu bekommen.

Worum geht’s?

Hintergrund ist der Bau des umstrittenen Fehmarnbelt-Tunnel. Befürworter ...

Wieder einmal habe ich es geschafft, den letzten, weil frisch erschienen, Band einer Reihe in die Finger zu bekommen.

Worum geht’s?

Hintergrund ist der Bau des umstrittenen Fehmarnbelt-Tunnel. Befürworter und Gegner stehen sich unversöhnlich gegenüber. Da explodiert ein Fischerboot, auf dem man die Überreste eines angeketteten Mannes findet. Die beiden Kommissare Westermann und Hartwig arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung. Dabei hat Westermann seinen Kopf eigentlich ganz woanders: Er wird demnächst Vater. Unterstützt werden die Polizisten vorerst noch von Charlotte Hagedorn, die man hier auf der Insel liebevoll Miss Marple nennt.

Als wenig später eine weitere Bombe explodiert und Anwohner wie Touristen verständlicherweise in Angst und Schrecken versetzt, schalten Westermann und Hartwig das LKA Kiel ein.

Die gemeinsame Jagd nach dem Attentäter, der einen weiteren, viel umfassenderen Anschlag ankündigt, beginnt.

Meine Meinung:

Wie verhärtet die Fronten zwischen Befürwortern und Gegnern eines Straßen- oder Bahnbauprojektes sind, kann ich auch in Wien erleben. Seit Jahrzehnten wird über den umstrittenen Tunnel, der die Donau unter dem Naturschutzgebiet Lobau quert, gestritten. Millionen Euro von Steuergeld sind schon in Planungen, Umplanungen, Gutachten und Gegengutachten geronnen. Daher habe ich diesen Krimi als sehr spannend empfunden. Wobei das Motiv ja nicht der Bau des Fehrmannbelt-Tunnels an sich, sondern der persönliche Rachefeldzug eines verbitterten Mannes ist.

Der Spannungsbogen ist hoch. Gut finde ich, dass das LKA Kiel recht bald mit ins sprichwörtliche Boot geholt wird und die beiden örtlichen Kommissare nicht auf eigene Faust Ermittlungen anstellen.

Fazit:

Jetzt bleibt mir nur übrig, nach den sieben Vorgängern zu fahnden und diese zu lesen. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

Veröffentlicht am 03.03.2023

habe ich gerne gelesen

Geradegerückt
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In diesem Buch gehen Herausgeberinnen Beate Hausbichler und Noura Maan der Frage nach, warum berühmte Männer mit Lügen, Alkohol- oder Gewaltexzessen sowie anderem unmöglichen Verhalten durchkommen, Frauen ...

In diesem Buch gehen Herausgeberinnen Beate Hausbichler und Noura Maan der Frage nach, warum berühmte Männer mit Lügen, Alkohol- oder Gewaltexzessen sowie anderem unmöglichen Verhalten durchkommen, Frauen aber vorverurteilt, skandalisiert und von den Medien verfolgt werden.

Dazu haben sie 16 Autorinnen eingeladen, einen Blick auf verzerrte Frauenbiografien zu werfen und diese wieder geradezurücken. Herausgekommen ist eine Sammlung von 28 prominenten Frauen, die in den Medien als schwierig, undankbar und labil dargestellt werden.

Darunter befinden sich bereits Verstorbene wie Marie Antoinette oder Jean Seberg und noch Lebende wie Sinead O’Connor, Natascha Kampusch oder Bettina Wulff, die eines gemeinsam haben: Sie entsprechen nicht dem Durchschnitt und lassen sich nicht in Schablonen pressen.

Meine Meinung:

Dieses Buch weckt Interesse, sich mit den Frauen näher beschäftigen zu wollen.
Manche dieser Frauen wie die Physikerin Chien-Shiung Wu sind nicht ganz so bekannt, andere geistern wie ein Perpetuum Mobile mehrmals täglich durch Gazetten und soziale Medien. Man muss einige davon nicht, andere dann doch ein wenig mögen.

Das Buch liest sich leicht und locker.

Fazit:

Dieses Buch weckt Interesse, sich mit den Frauen näher beschäftigen zu wollen. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

Veröffentlicht am 26.02.2023

Regt zum Nachdenken an

So schaffen wir das
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In diesem Sachbuch, dessen Titel an den Ausspruch von Angela Merkel „Ja, wir schaffen das!“, den sie angesichts des nicht endenwollenden Flüchtlingsstromes im Jahr 2015 getan hat, erinnert, haben Othmar ...

In diesem Sachbuch, dessen Titel an den Ausspruch von Angela Merkel „Ja, wir schaffen das!“, den sie angesichts des nicht endenwollenden Flüchtlingsstromes im Jahr 2015 getan hat, erinnert, haben Othmar Karas und Judith Kohlenberger zahlreiche Zahlen, Daten und Fakten sowie Ideen gesammelt und hier zusammengefasst, um die Themen Migration und Asyl aus den populistischen Schlagzeilen herauszuholen. Dazu haben sie zahlreiche Experten aus dem komplexen Bereich Migration eingeladen, ihre Ansicht und vor allem ihre Ideen zu einer gemeinsamen europäischen Flüchtlingspolitik darzulegen.

Beiträge liefern u.a. Irmgard Griess (ehemalige Präsidentin des OGH), Hermann Glettler (Diözesanbischof Innsbruck), Rainer Münz (Migrationsexperte) sowie Margaritis Schinass (Vizepräsident der EU).

Der Grundtenor dieses Buches ist Sachlichkeit, denn linke oder rechte Polemik kann man in den täglichen Nachrichten lesen. Dass das Thema Migration (egal ob legal oder illegal) aufregt, ist nichts Neues, die Bemühungen es sachlich anzugehen, schon.

Nach jedem Beitrag findet man ein großes Kästchen, dass das vorher Geschriebene zusammenfasst und mit dem Titel „Forderungen“ überschrieben ist.

Fazit:

Eine Einigung scheint zum Greifen nah, ist aber in manchen Punkten von einem tragfähigen Konsens meilenweit entfernt. Gerne gebe ich diesem Buch 4 Sterne.

Veröffentlicht am 26.02.2023

Eine gelungene Fortsetzung

Salzburger Männerherzen
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In diesem dritten Fall muss sich Chefinspektor Raphael Aigner mit dem Mord an einem Lokalpolitiker herumschlagen. Zudem wird Georg „Schorsch“ Baumgartner, Aigners Mitarbeiter, der Tat verdächtigt, der ...

In diesem dritten Fall muss sich Chefinspektor Raphael Aigner mit dem Mord an einem Lokalpolitiker herumschlagen. Zudem wird Georg „Schorsch“ Baumgartner, Aigners Mitarbeiter, der Tat verdächtigt, der natürlich sofort in Untersuchungshaft genommen wird. Zwar kann sich niemand vorstellen, dass dieser sanftmütige Dorfpolizist einer solchen Tat fähig ist, doch die Fakten sprechen gegen ihn: Er Schmauchspuren an den Händen und mit seiner Dienstwaffe ist der tödliche Schuss abgegeben worden. Und so beginnt Raphi Aigner mithilfe einiger anderer Personen auf eigene Faust zu ermitteln.

Immer wieder stößt er dabei auf eine gerissene Dorfschönheit und ihre weniger hübsche Schwester, einige Kleinkriminelle, einen Oldtimerliebhaber und einen Schönheitschirurgen, der nicht nur den Damen zu neuen Brüsten verhilft, sondern auch so manchem Mann.

„Also wenn wir in unserem schönen Salzburg so eine dichte an Tötungsdelikten hätten wie Sie hier der Provinz, dann gäbe es bald nur mehr Touristen und keine Salzburger mehr in der Stadt.“

Meine Meinung:

Die Autorin Natascha Keferböck hat für diesen Krimi - wie schon bei den beiden Vorgängern - als Erzählform die Ich-Perspektive gewählt. So erfährt der Leser die ganze Geschichte aus der Perspektive des Chefinspektors Raphael Aigner. Dadurch ist der Leser immer mitten im Geschehen.

Nicht ganz so gut gefällt mir, dass Aigner und Co, ein wenig hinterwäldlerisch dargestellt werden. Dazu kommt noch die kauzige Chefinspektorin mit dem sprechenden Namen Gscheitmeier, die zu ihrem Leidwesen in Sachen Baumgartner ermitteln muss. Dem entsprechend sinkt die Laune in der PI Koppelried auf den Gefrierpunkt.

Auch diesmal wieder spielt das komplizierte Privatleben von Raphael Aigner eine dominante Rolle. Lichtblick ist jedenfalls sein kleiner Sohn Felix, der den meisten Frauen den Kopf verdreht. Ganz der Vater!

Der Schreibstil ist leicht und locker zu lesen. Wie es sich für einen Regionalkrimi gehört, gibt es zahlreiche Dialektpassagen.

Fazit:

Eine gelungene Fortsetzung, der ich gerne 4 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 26.02.2023

Kommissarin Moll ermittelt wieder

Kommissarin Moll und die Tote aus der Speicherstadt
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Als die Freundin des Junior-Chefs einer ehrwürdigen Hamburger Bank ermordet und im Foyer grotesk ausgestellt, aufgefunden wird, muss Kommissarin Frederica Moll wieder mit Christian Lauterbach, der sich ...

Als die Freundin des Junior-Chefs einer ehrwürdigen Hamburger Bank ermordet und im Foyer grotesk ausgestellt, aufgefunden wird, muss Kommissarin Frederica Moll wieder mit Christian Lauterbach, der sich nach dem Eklat im Vorgänger („Kommissarin Moll und die Tote vom Grindel“) in den Kriminaldauerdienst versetzen hat lassen, ermitteln. Sie finden heraus, dass eine Gruppe junger Programmierer und Mathematiker an einer Weiterentwicklung der Bitcoins arbeitet, die nicht nur eine Bedrohung für Spekulanten darstellt, sondern auch vom organisierten Verbrechen genutzt werden könnte.

Und diese Tote wird nicht das einzige Mordopfer bleiben.

Die neuerliche Zusammenarbeit ist für Moll und Lauterbach schwierig, denn die Vergangenheit lässt sich nicht abstreifen wie ein löchriger Handschuh. Sie ist immer präsent. Vor allem auch dann, als Matthias, Federicas tot geglaubter Lebensgefährte, plötzlich wieder auftaucht.

Meine Meinung:

Dieser zweite Fall schließt relativ nahtlos an seinen Vorgänger an, der mich und andere Leser mit einer Vielzahl offener Fragen zurückgelassen hat. Die eine oder andere, wie das Wiederauftauchen von Matthias wird mehr oder weniger schlüssig beantwortet.

Nach wie vor habe ich mit der Kommissarin und ihrem persönlichen Umfeld meine Probleme. Mutter Moll ist wieder unangenehm präsent und mäkelt an der Berufswahl ihrer Tochter herum. Federica futtert wie üblich massenhaft Schokoriegel und Gummizeug. Selbstreflexion ist noch immer nicht ihre Stärke, obwohl sie als Psychoanalytikerin diese beherrschen sollte. Auch mit der Recherche bezüglich des Selbstmordes ihres Vaters scheint nicht allzu viel weiterzugehen, ist doch die Akte zur Einsicht gesperrt. Hier macht es die Autorin wieder extra spannend - möglicherweise erfahren wir Näheres im nächsten Fall „Kommissarin Moll und die Tote aus der HafenCity“, denn Moll und Lauterbach sollen gemeinsam eine „Cold-Case-Unit“ aufbauen. Ob das gelingen kann?

Nun gut, Buch Nummer drei erscheint im April 2023. Da werden wir es ja vielleicht (?) erfahren.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Hamburg-Krimi 4 Sterne.