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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.02.2023

Leseempfehlung vor allem für jüngere Frauen um die 30.

Ohne mich
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Der Grund für die Trennung in der kurzlebigen Ehe der jungen Hauptperson bleibt eigentlich unklar. Inhaltlich scheint es um die Suche nach dem Sinn des Lebens, nach Freundschaft und nach einem Plan für ...

Der Grund für die Trennung in der kurzlebigen Ehe der jungen Hauptperson bleibt eigentlich unklar. Inhaltlich scheint es um die Suche nach dem Sinn des Lebens, nach Freundschaft und nach einem Plan für eine erfüllte Zukunft zu gehen. Eine gewisse Desorientierung in einer jungen beruflichen, hier juristisch ausgerichteten Lebensphase offenbart auch eine anscheinend schöne Scheinwelt in den Social Media Kanälen, die mit der Realität in unserer Leistungsgesellschaft nichts zu tun hat. Gequält von Trennungsschmerz, Alkohol- und Drogenexzessen, unklaren Zukunftsplänen, Rastlosigkeit auch im Umgang mit Freundschaften greift eine Gefühlswelt voller Einsamkeit und Verzweiflung in einem besonderen Schreibstil um sich, scharfzüngig, verletzlich bis witzig, komisch. Für manchen Leser mag der Inhalt oberflächlich und belanglos sein, dieser innere Konflikt der Rechtsreferendarin, aufgewachsen in einer privilegierten Welt der Gen-Z, offenbare nur ihre Unreife ohne Selbsterkenntnis. Die teils drastisch derbe Wortwahl regt aber auch zum Nachdenken über unser distanziertes Miteinander an.

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Veröffentlicht am 09.02.2023

Alex Stern und ihre spannende Höllenmission –kreativ und spannend!

Wer die Hölle kennt
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Da ich Band 1.nicht kenne, komme ich schlecht in diese dämonische Geschichte voller grauer Geister hinein. Das Agieren der mutigen, cleveren Alex Stern und ihre Mission, ihren Vergil Darlington (aus der ...

Da ich Band 1.nicht kenne, komme ich schlecht in diese dämonische Geschichte voller grauer Geister hinein. Das Agieren der mutigen, cleveren Alex Stern und ihre Mission, ihren Vergil Darlington (aus der Hölle) zu befreien, wird jedoch allmählich klarer, da diese Hauptperson als Geisterseherin zwischen der Realität als Studentin an der Elite-Universität Yale und der Welt der Magie ständig wechselt. Die weiteren Mitglieder der Studentenverbindung Lethe bleiben ziemlich blass und flach, ebenso wie die vier Morde ohne viel Ausarbeitung und Tiefgang, teils nur wie Auszüge aus einem Krimi. Vorhandene Zeitsprünge wirken angenehm dämonisch, etwas chaotisch im Gesamtverlauf bei guter Mischung von Realität und Fantasy, voller kreativer Spannung mit gutartigen, aber auch rauen, bösen, sogar grausamen Überraschungsmomenten, also insgesamt kein reiner Fantasy-Wohlfühlroman. Die Covergestaltung spricht mich nicht an.

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Veröffentlicht am 04.02.2023

Etwas langatmig insgesamt und zu emotional.

Das Sanatorium
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Das Cover zeigt ein einsames, stattliches Gebäude, umrahmt von bergiger Waldlandschaft in nächtlichem, winterlichem Ambiente, an einem See gelegen, der aber im Thriller keine Erwähnung findet. Die Bewältigung ...

Das Cover zeigt ein einsames, stattliches Gebäude, umrahmt von bergiger Waldlandschaft in nächtlichem, winterlichem Ambiente, an einem See gelegen, der aber im Thriller keine Erwähnung findet. Die Bewältigung eines Jugendtraumas, die Verarbeitung einer für sie lebensgefährlichen Verfolgung, labile Zuwendung zum sehr liebenswürdigen, geduldigen Lebenspartner, derzeit über mehrere Monate beurlaubt, so wird die Hauptperson Detektiv Inspektor Elin Warner vorgestellt. Gleich zu Beginn erfolgt Spannung über winterliche Sturmbedingungen mit Lawinengefahr und daraus resultierende Isolation neben dem völlig überraschenden Verschwinden einer Person. Daraus entwickelt sich ein komplizierter Plot mit einer düsteren Lungenklinik-Vorgeschichte, in dem Erin Warner sich mutig und emotional erstarkend bewährt. Vergangenheitsbewältigung und Wahrheitsfindung auf mehreren Ebenen sind hier spannend gelungen.

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Veröffentlicht am 30.01.2023

Denkanstöße zu einer neuen Arbeitswelt

Die Welt geht unter, und ich muss trotzdem arbeiten?
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Hinter dem sehr provozierenden Titel verbirgt sich ein Sachbuch, dass der derzeitige, weltweite Arbeitswelt und deren Bedingungen scharf unter die Lupe nimmt, mit Recherchen gründlich unterlegt. Während ...

Hinter dem sehr provozierenden Titel verbirgt sich ein Sachbuch, dass der derzeitige, weltweite Arbeitswelt und deren Bedingungen scharf unter die Lupe nimmt, mit Recherchen gründlich unterlegt. Während der 1. Teil den Ist-Zustand nach Corona verständlich und nachvollziehbar beschreibt, widmet sich der 2. Teil interessanten Ansätzen unter der Prämisse „Was wäre, wenn..“ Viele dieser Ausführungen kommen mir wie derzeit unrealisierbare Wünsche vor, die ein großes politisches Agieren herauf beschwören. Weniger Arbeiten könnte zu mehr Produktivität führen bei gleicher Bezahlung – dieses Arbeitszeitmodell und weitere Beispiele müssten erst noch mit Vertragspartnern/Arbeitgebern ausgehandelt werden wie bei der Umstellung auf Home-Office-Arbeitsplätze unter Pandemie Bedingungen, ohne unsere Volkswirtschaft zu lähmen. Der bildhafte Schreibstil hilft über das wenig liebevoll gestaltete Cover hinweg. Insgesamt werden sicherlich Denkanstöße angeregt.

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Veröffentlicht am 25.01.2023

Ende mit dem Patriarchat!

Macht
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Ein Trauma wie eine Vergewaltigung zu verarbeiten scheint alles andere als leicht zu sein selbst nach vielen Jahren der Betäubung auch mit Tabletten. Mit Rachegedanken an den Vergewaltiger zu spielen, ...

Ein Trauma wie eine Vergewaltigung zu verarbeiten scheint alles andere als leicht zu sein selbst nach vielen Jahren der Betäubung auch mit Tabletten. Mit Rachegedanken an den Vergewaltiger zu spielen, kommt in diesem Roman vor. Jedoch müssen selbst nach dem langen Zeitraum die Erinnerungen daran, an all den Ekel, der Scham, der vielleicht unklaren Mitschuld ausgehalten werden. Über ein bebildertes Buch der Künstlerin Niki de Saint Phalle erfährt Liv von der Vergewaltigung dieser Berühmtheit. Denke man nur an die riesige Skulptur einer Frau, die auf dem Rücken liegt, in deren Körper man hineingehen kann. She: A Cathedral. So wie sie fühlt sie sich nicht als Opfer, sondern als Überlebende, die erst bei einem Aufenthalt in Capalbio nahe bei Rom im riesigen Tarotgarten oben genannter Künstlerin Frieden mit sich und diesem Missbrauch zu finden scheint in der Diskussion mit ihrer Freundin Frances. Hat man als eine Frau von statistisch zehn ein solches Trauma selber nicht erlebt, kann man diese emotionale Belastung kaum nachempfinden, hier inhaltlich aus vielen Blickwinkeln gut beleuchtet dargeboten.

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