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Veröffentlicht am 27.02.2023

Toller Entwicklungsroman!

Jeder von uns ist ein Rätsel
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In „Jeder von uns ist ein Rätsel“ lernt der Leser Alvie kennen. Bereits auf den ersten Seiten wird man mit Alvies Unkonventionalität konfrontiert. Alvie ist anders als die Menschen in ihrer Umgebung. Was ...

In „Jeder von uns ist ein Rätsel“ lernt der Leser Alvie kennen. Bereits auf den ersten Seiten wird man mit Alvies Unkonventionalität konfrontiert. Alvie ist anders als die Menschen in ihrer Umgebung. Was sie ist, kann sich der Leser sehr viel früher zusammenreimen als es ihm auf den Seiten offenbart wird. Alvie ist vom Asperger-Syndrom betroffen, einer Form des Autismus, das es Alvie erschwert andere Menschen, insbesondere ihre Gefühle, zu deuten.
Man erfährt, dass Alvie 17 Jahre alt ist, hauptberuflich im Tierpark arbeitet, alleine wohnt und hin und wieder Besuch von einem Sozialarbeiter bekommt. Bereits in diesem Stadium spekuliert man als Leser über die Hintergründe dieser Umstände und möchte unbedingt mehr über Alvies Vergangenheit erfahren. Zunächst jedoch lernt man zusammen mit Alvie den merkwürdigen Jungen aus dem Park kennen, Stanley. Alvie beobachtet Stanley dabei wie dieser sein Telefon in den See wirft und fragt sich, warum er dies getan hat. Obwohl Alvie Wasser verabscheut, fischt sie sein Telefon aus dem See und nimmt es mit nach Hause. Auf dem Gerät stehen Name, Wohnort und eMail-Adresse von Stanley. Eigentlich hätte sie keinen Grund mit Stanley in Kontakt zu treten, hätte ihr Sozialarbeiter ihr nicht geraten sich zu öffnen und sowas wie Freunde zu finden. Alvie plant von einem Gericht ihre frühzeitige volle Geschäftsfähigkeit zu erhalten, so dass sie bereits ein Jahr früher offiziell selbst für ihr Leben verantwortlich ist ohne Einmischung einer Vormundschaftsstelle, nur deswegen nimmt sie die sich bietende Gelegenheit wahr und kontaktiert Stanley via eMail. Was zunächst als loser Kontakt beginnt, nimmt mehr und mehr Wichtigkeit in Alvies Leben ein, und schon bald entspinnt sich zwischen den beiden Charakteren ein zartes Band der Verbundenheit. Alvie ahnt, dass auch Stanley eine tragische Vergangenheit hat, und gemeinsam erkunden sie ihr fragiles Verhältnis, denn Alvie will sich wie ein scheues Reh immer wieder zurückziehen.

Ich finde, dass A.J. Steiger einen wunderbaren Entwicklungsroman mit dieser herzergreifenden Charakterkonstellation geschaffen hat. Zunächst haben mich Alvie und ihre Lebensumstände ein wenig deprimiert und ich habe mich schwer getan kontinuierlich weiterzulesen (was sicher aber auch damit zu tun hatte, dass ich selbst nicht ganz auf dem Damm war, als ich dieses Buch begonnen habe). Alvie ist jedoch ein ganz einnehmender Charakter, den man unbedingt weiterverfolgen möchte.
Vor dem Ende wird es nochmal richtig spannend, und ich konnte besonders auf den letzten Seiten gar nicht aufhören zu lesen, weil ich unbedingt wissen wollte wie die Geschichte ausgeht.

Veröffentlicht am 27.02.2023

Rückkehr nach Winterhaus

Die Geheimnisse von Winterhaus
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Nachdem ich "Winterhaus" von Guterson gelesen habe, sah ich, dass ein Folgeband in englischer Ausgabe relativ zeitnah nach meinem Verschlingen der ersten Lektüre rauskam. Da es noch keine deutschen Rezensionen ...

Nachdem ich "Winterhaus" von Guterson gelesen habe, sah ich, dass ein Folgeband in englischer Ausgabe relativ zeitnah nach meinem Verschlingen der ersten Lektüre rauskam. Da es noch keine deutschen Rezensionen gibt, verfasse ich die Rezension also auf Deutsch, obwohl ich es auf Englisch gelesen habe.

Elizabeth hat sich durch das letzte Jahr gequält, immer mit dem Ziel vor Augen im Dezember wieder nach Winterhaus zu dürfen! Aber bereits im Bus wird ihre Vorfreude getrübt, als bei einem längeren Halt, wo Elizabeth den Bus kurz verlässt, nach ihrer Rückkehr an ihren Platz eine unangenehme Zusammenkunft ereignet. Ihr Ärger darüber verfliegt glücklicherweise schnell, als sie ihren Großvater und Inhaber des Hotels Winterhaus in die Arme schließt, und auch die ihr ans Herz gewachsene Bibliothekarin Leona wiedersieht. Und auf Freddy, den sie letztes Jahr in Winterhaus kennengelernt hat und mit dem sie seither eine Freundschaft verbindet, hat sie sich sehr gefreut!
Die Freude trübt sich leider schnell, als Freddy beim Abendessen von einem Mädchen namens Elana begleitet wird, mit dem er seine Zeit gerne zu verbringen scheint. Zunächst ist Elizabeth enttäuscht. Aber irgendwie ist Elana merkwürdig, genauso wie ihre Großmutter. Und dann gibt es eine unerfreuliche Wiederbegegnung mit den Mitreisenden aus dem Bus. Insgesamt sind viele seltsame Leute zur Zeit im Winterhaus, und sie scheinen alle etwas zu planen...
Aber es gibt viel zu tun in Winterhaus, Elizabeth erfährt nämlich, dass sie nicht mehr zu ihrer gemeinen Tante und ihrem Onkel zurück muss, sondern ihr Großvater es geschafft hat, dass sie in Winterhaus leben darf. Zwischen all den Amüsements in Winterhaus wird ihr aber auch klar, dass sie die jüngste der Falls-Familie ist und somit das Hotel irgendwann einmal übernehmen wird. Sie entschließt sich unter der Leitung der Bibliothekarin morgens in der großen Bücherei von Winterhaus auszuhelfen. Es stellt sich als gar nicht so leicht heraus, aber Elizabeth möchte ihrer späteren Aufgabe gewachsen sein.

Ich habe das Buch als Hardcover im englischen Original gelesen, da es auf Deutsch leider noch nicht erschienen ist, und ich wissen wollte wie es weitergeht in Winterhaus. Leider ist hier nur das eBook aufgeführt, darum schreibe ich meine Rezension dafür.
Der zweite Band ist in Teilen weniger dramatisch, in anderen Teilen nimmt er dafür mehr Fahrt auf. Von verschiedenen Seiten droht Gefahr, so dass man sich lange gar nicht sicher ist wie das Ende aussieht, obgleich man sehr schnell merkt, wohin die Reise geht.
Der Auftritt von Gracella, muss ich leider sagen, ist mir in diesem Teil weniger ausgearbeitet. Natürlich kennt man ihre Motivation aus dem ersten Buch, aber ihre Präsenz ist leider sehr kurz gehalten, wenig detailliert und ihre Handlungen nicht ganz plausibel, denn natürlich konnte sie mit ihrer Art und Weise, als sie auf der Bildfläche erschien, nicht ans Ziel gelangen.
Es gibt in diesem Buch weniger Rätsel, die Freddy und Elizabeth lösen müssen, davon hätte es meinem Empfinden nach mehr geben können, denn das macht die beiden Charaktere ja auch aus.
Ich habe die Rückkehr nach Winterhaus jedoch sehr genossen und freue mich auf einen hoffentlich erscheinenden dritten Band!

Veröffentlicht am 27.02.2023

Es war einmal in Stars Hollow...

Eat Like A Gilmore
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„Eat like a Gilmore“ ist eine Rezeptsammlung der Gerichte von Fans der Serie, welche Lorelai, Rory & Co. im Laufe der sieben Staffeln essen. Lukes einfache Diner-Küche, Sookies einfallsreiche Kreationen ...

„Eat like a Gilmore“ ist eine Rezeptsammlung der Gerichte von Fans der Serie, welche Lorelai, Rory & Co. im Laufe der sieben Staffeln essen. Lukes einfache Diner-Küche, Sookies einfallsreiche Kreationen und viele Rezepte mehr sind darin enthalten. Man findet im Buch sogar direkt Hinweise darauf, in welcher Folge der Serie jedes individuelle Rezept vorkommt. Dem geneigten Fan der Serie kommen bei „Gefüllte frittierte Kürbisblüten“, „Muffindeckel“ oder dem Cocktail „Rory“ direkt Szenen vor Augen, und man hat Lust die Serie sofort wieder zu schauen.

Auch lange nach dem Serienende kommt dieses Geschenk immer wieder gut bei Fans der Serie an, die dieses Buch noch gar nicht kannten!
Übrigens: Keine Panik! Auch wer in der Küche in etwa so unbedarft ist wie Lorelai wird mit diesem Rezeptbuch wunderbare Ergebnisse bekommen!

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Veröffentlicht am 19.02.2023

Ein Weg durch die eigene Biografie mit Ziel zu sich selbst im Hier und Jetzt

Vergiftete Kindheit
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Susan Forward ist eine renommierte Psychotherapeutin in den USA. Ihr Buch,„Vergiftete Kindheit“, ist ein wunderbares und hilfreicher Ratgeber für Betroffene und Angehörige gleichermaßen, das ganz ohne ...

Susan Forward ist eine renommierte Psychotherapeutin in den USA. Ihr Buch,„Vergiftete Kindheit“, ist ein wunderbares und hilfreicher Ratgeber für Betroffene und Angehörige gleichermaßen, das ganz ohne irgendwelchen esoterischen Schnörkel und ohne heuchlerisches Versöhnungsgerede auskommt.
Eine der wichtigen Botschaften für mich ist: Man muss einem giftigen Elternteil nicht vergeben und kann trotzdem die schlimmen und bisweilen traumatischen Erfahrungen bearbeiten.

Die Lektüre ist darauf bedacht von der ersten Seite an den Leser (und womöglich Betroffenen) auf seine Eigenverantwortlichkeit für das eigene Leben hinzuweisen und ihn daran zu erinnern. Susan Forward betont eingehend, dass das, was einem als Kind widerfahren ist, nicht in der eigenen Hand lag, das restliche und damit eigentliche Leben allerdings schon.

Es werden nicht nur Fallbeispiele aufgezeigt, Susan Forward erklärt sehr plausibel Zusammenhänge, Motive und Reaktionen. Ihr Ratgeber arbeitet auf Konfrontationen der giftigen Eltern ab, auch im Falle dessen, dass das/die Elternteil(-e) bereits verstorben sind – auch dafür hat sie Hilfe. Die realen Fälle, die Susan Forward für ihr Buch gewählt hat, werden Schritt für Schritt auf die Konfrontation vorbereitet und somit auch der Leser.
Wichtig ist im Grunde nicht die Reaktion derjenigen, die jahrelang falsch agiert haben, sondern sich darüber klarzuwerden was falsch lief und was einen bewegt auszusprechen. Man begegnet in den aufgezeigten Beispielen Fällen von wünschenswerter gelungener Konfrontation, wonach sich das Verhältnis zwischen Eltern und erwachsenen Kindern tatsächlich verbessert hat; aber auch gescheiterter Konfrontationen, nach denen die Verhältnisse gelitten haben – jedoch haben die Kinder das Siegesgefühl für sich eingetreten zu sein.
Wer eine Konfrontation plant, wird also für Reaktionen und Ausgänge verschiedener Art vorbereitet.

Wer in diesem Buch Hilfe sucht, wird sich von einigen erlernten und verinnerlichten Glaubensmustern verabschieden müssen, manchmal wird das Lesen schmerzlich sein und einige tief begrabene Erinnerungen wecken, aber man wird sehr viele Erkenntnisse für sich daraus ziehen können.
Zuerst habe ich es etwa 2007 gelesen und seitdem noch ein paar Mal. Für mich hat es nichts seiner therapeutischen Wirkung eingebüßt.

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Veröffentlicht am 19.02.2023

Mmmmmmhhhhhhh...

Aventurine – Das Mädchen mit dem Drachenherz
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Aventurine lebt mit ihrer Drachenfamilie in einem Berg voller Schätze. Weil sie noch sehr jung ist, darf sie den Hort nicht verlassen. Die Schuppen eines Drachen sind erst mit etwas mehr als hundert Lebensjahren ...

Aventurine lebt mit ihrer Drachenfamilie in einem Berg voller Schätze. Weil sie noch sehr jung ist, darf sie den Hort nicht verlassen. Die Schuppen eines Drachen sind erst mit etwas mehr als hundert Lebensjahren als Schutz wirklich brauchbar. Aventurine weiß, dass sie geliebt wird und geborgen ist im Drachenhort, aber sie kann einfach die Sticheleien ihrer Geschwister und bisweilen auch ihrer Mutter nicht mehr ertragen; denn alle anderen Drachen haben ihre sogenannte Leidenschaft schon gefunden. Ihr Bruder Jaspis vertieft sich gerne in philosophische Bücher und ihre Schwester Citrine ist eine wortgewaltige Rhetorikerin, die ihre Worte honigsüß zu präsentieren weiß. Aventurine will auch endlich ihre Leidenschaft entdecken und sich ganz darin vertiefen! Und vor allem will sie nach einer Auseinandersetzung, dass Aventurine noch zu jung zum Jagen sei und außerhalb des Horts keinen Tag überleben würde ein wenig Luft zum Atmen! Während alle anderen beschäftigt sind, zwängt sie sich aus einer Nebenhöhle ins Freie und trifft kurze Zeit später auf einen rastenden Menschen, der etwas so köstlich riechendes auf seiner Feuerstelle kocht, dass Aventurine ihm befielt es ihr zu servieren. Er offenbart ihr, dass es sich um Schokolade handelt, und als der Drache von diesem herrlichen Getränk kostet, erweckt sie unverhofft ihre Leidenschaft dafür. Zu dumm nur, dass der Mensch sich als Magier herausstellt, der sein Leben mit einer List gerettet hat, den Drachen mithilfe eines verzauberten Trankes in ein Mädchen zu verwandeln. Ihrer Gefährlichkeit beraubt, lässt der Magier sie einfach stehen. Aventurine, die bei dem Versuch zu ihrem Hort für Hilfe zurückzukehren von ihrem nichtsahnenden Großvater mit einer Feuerkugel beschossen wird, bleibt nun nichts anderes übrig als auf sich allein gestellt ein Mensch zu sein.
Durch Zufall wird sie von einem Mann und einer Frau gefunden und mit in die Stadt genommen, und zum ersten Mal macht sie Bekanntschaft mit der Tücke der Menschen. Als sie davon hört, dass es in der Stadt Lokalitäten gibt, wo sie ihre Leidenschaft ausleben kann, entscheidet Aventurine sich dazu, diese aufzusuchen. In der Stadt Drachenburg gibt es prestigeträchtige (und weniger etablierte) Schokoladenhäuser, die angesagter sind, je öfter der König mit seinen beiden Töchtern dort aufwartet, um Schokoladenspezialitäten zu speisen. Aventurine wird Lehrmädchen in einem der Häuser und erlebt dort Höhen und Tiefen.
Einige Wochen sind ins Land gezogen, als Aventurine die Meldung hört, dass die Drachen ihren Hort verlassen haben und sich der Stadt nähern. Sie weiß genau, wonach die Drachen suchen. Hoffnung flammt in ihr auf, dass sie ihre Familie wiedersieht. Aber was, wenn die Drachen sie nicht erkennen...?

Ich schwankte beim Kauf zwischen der englischen Originalausgabe und der deutschen Übersetzung, entschied mich dann für letzteres, weil mir a) die Covergestaltung besser gefiel und es sich b) um ein gebundenes Buch handelte. Im Nachhinein bereue ich es etwas, weil die englischen Taschenbücher, was das Titelbild betrifft, auch sehr hübsch sind, und wenn ich den Folgeband lesen möchte, ihn mir auf Englisch kaufen muss, da es gegenwärtig keinen zweiten Band in deutscher Übersetzung gibt. Auch den Originaltitel „The Dragon with a Chocolate Heart“ finde ich gelungener als die deutsche Titelgebung.
Es tut dem Lesevergnügen jedoch keinen Abbruch, ich habe mit Aventurine und den Menschen, die sie im Laufe der Geschichte trifft, meine große Freude gehabt! Aventurine ist ein starker Charakter, ein junges Mädchen, das trotz Widrigkeiten weiß, was sie will. Ihre willensstarke und bisweilen freche Art haben mir sehr imponiert!
Als Tipp zur Lektüre empfehle ich noch, ausreichend Schokolade bereitzuhalten, denn die Geschichte hat mir tatsächlich auch einen reellen Schokoappetit gemacht!

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