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Veröffentlicht am 27.02.2023

Zuckersüß!

Pardon Bonbons
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„Pardon Bonbons“ ist ein zuckersüßes Buch über den Besitzer des Bonbon-Ladens Herrn Hoi.

Herr Hoi liebt Kinder. Er behandelt jeden Kunden seines Ladens höflich, egal ob jemand viel oder wenig kauft. Herr ...

„Pardon Bonbons“ ist ein zuckersüßes Buch über den Besitzer des Bonbon-Ladens Herrn Hoi.

Herr Hoi liebt Kinder. Er behandelt jeden Kunden seines Ladens höflich, egal ob jemand viel oder wenig kauft. Herr Hoi bietet auch jedem Kunden seines Ladens gratis seine Eigenkreation an, das Pardon Bonbon.
Eines Tages kommt eine Gruppe Kinder in seinen Laden, eines der Kinder fragt ihn, ob Herr Hoi seinen Vater gesehen habe. Er verneint dies, bietet dem Kind aber ein Pardon Bonbon an, woraufhin die ganze Gruppe welche nimmt. Fortan kommen die Kinder öfter in seinen Laden und stellen Herrn Hoi Fragen, bei denen er aber nicht weiterhelfen kann. Jedesmal gehen die Kinder mit Pardon Bonbons wieder. Herr Hois Sohn scheltet seinen Vater, ob er denn nicht merke, dass die anderen Kinder ihn immer dann bestehlen würden, wenn er gerade mit dem einen Kind in ein Gespräch vewickelt ist. „Doch“, ist Herr Hois Antwort. Eines Tages bietet Herr Hoi dem fragenden Kind an, dass sie ruhig mehr mitnehmen sollen, ein Bonbon würde bei ihm wohl nichts bewirken. Darauf fragt das Kind, was die Bonbons denn bewirken sollen. Herr Hoi antwortet ihm, dass das Essen eines Pardon Bonbons bewirke, dass man sich für etwas Unrechtes entschuldigen wolle. Die Gruppe der Kinder verschwindet, und Herr Hoi sah sie nie wieder.
Eines Tages, als Herr Hoi schon sehr alt ist, erhält er einen Brief. Der Absender sagt ihm nichts. Auf dem Bild ist eine Zeichnung und ein einzelnes Wort: Pardon. Darauf weiß Herr Hoi von wem der Brief stammt.

Ich habe mich so gefreut, als mein Bilderbuch endlich angekommen ist! Das Buch ist wirklich wertig und die Seiten schön griffig. Das Cover ist stellenweise mit einer kupfernen Prägefolie versehen. Das Buch fasst sich sehr schön an, es hat eine warme, kartonartige Oberfläche.
Die Zeichnungen sind sehr liebevoll und heimelig gestaltet, so dass ich mich zwischen den einzelnen Seiten sehr wohlgefühlt habe.

Veröffentlicht am 27.02.2023

Weibliche Satire der 1920er Jahre

Das kunstseidene Mädchen
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„Das kunstseidene Mädchen“, das ist Doris; jung, lebenshungrig, und ihr steht die Welt offen, meint sie, nachdem sie ihre Stelle im ihr provinziell anmutenden Köln im Büro kündigt, nachdem ihr Chef ihr ...

„Das kunstseidene Mädchen“, das ist Doris; jung, lebenshungrig, und ihr steht die Welt offen, meint sie, nachdem sie ihre Stelle im ihr provinziell anmutenden Köln im Büro kündigt, nachdem ihr Chef ihr sexuelle Avancen angetragen hat. Doris möchte aber nicht das Liebchen eines alten Knackers sein, sondern sich ihre Liebschaften selbst aussuchen. Und vor allem eins: Ein Glanz sein und als Star gefeiert werden.
Durch ihre Mutter erhält sie eine Stelle in einem Theater, und durch die Flunkerei, sie hätte ein Verhältnis mit dem Regisseur, wird ihr ein wenig Respekt der Theatergruppe zuteil. Einen Auftritt ergattert sie sich dadurch, dass sie eine Konkurrentin im Theater auf der Toilette einsperrt und fortan ihren Satz sprechen darf. Dass sich ihre Daseinsberechtigung im Theater einzig auf die Annahme stützt, sie sei dem Regisseur nahe, ist sich Doris im klaren darüber, dass ihre Zeit dort begrenzt ist. Als sich dann ihre verflossene Liebe Hubert ausgerechnet an dem Tag für ein Treffen ankündigt, als sie nur in einem nicht vorzeigbaren Regenmantel im Theater ist, stiehlt sie kurzerhand einen Pelzmantel, den Feh, der sie ab sofort immer begleiten wird, und trifft sich mit Hubert. Die Zusammenkunft der beiden ist ernüchternd, und da sich Doris mit dem Diebstahl die Rückkehr ins Theater verbaut hat, entscheidet sie sich nach Berlin zu gehen, das für sie der Inbegriff eines aufregenden Lebens und ihre größte Chance ein Glanz zu werden, darstellt.

In Berlin wohnt sie zunächst bei einer Bekannten, und durch ihre offene und laszive Art ergeben sich auch dort schnell erste Kontakte zu Männern, die Doris aber leider nie dorthin führen, wo sie hin will. Sie kann die Männer sehr gut einschätzen und durchschauen, und dies kommentiert sie oftmals so, dass es dem Leser etwas zwischen einem Grinsen und einem lauten Lachen entlockt. Als Beispiel:“Er hätte auch Geist. Und Grundsätze: Männer dürfen und Frauen dürfen nicht. Nun frage ich mich nur, wie Männer ihr Dürfen ausleben können ohne Frauen? Idiot.“ Trotz dieser Raffinesse in Sachen Männer fehlt es ihr an wirklicher Bildung, sie kommt über die Wahrnehmung als junges, liebenswertes Dummchen mit viel Erotik nicht hinaus. Weil Doris in Berlin nicht arbeiten kann, da sie fürchten mus bei einer Anmeldung von der Polizei für den gestohlenen Feh zur Verantwortung gezogen zu werden, ist sie immer auf Hilfe von außen angewiesen. Sie lebt erst bei einer Bekannten, freundet sich mit einer Prostituierten an, hat wechselnde Männerbekanntschaften und verliert irgendwann das Dach überm Kopf und ist obdachlos. Die Annäherungen Karls, der obdachlos ist und in einer Gartenlaube wohnt, lehnt sie in ihrem restlichen Stolz ab. Da wird sie von Ernst aufgelesen, der die müde und unterernährte Doris mit zu sich nach Hause nimmt. In der Nacht und den ersten Tagen vermutet Doris einen Perversen, der sich an ihr vergehen will, aber Ernst macht keine Anstalten ihr sexuell näher zu kommen, obgleich er sich Doris ansonsten nahe fühlt. Es stellt sich heraus, dass er seiner einstigen Liebe nachtrauert und schlicht nicht alleine sein will. Doris, die sich bietende Situation erst zu ihren Vorteilen nutzend, überwindet ihre anfängliche Abneigung gegen ihn, den sie erst als Waschlappen wahrnimmt, und entwickelt irgendwann Gefühle für Ernst, die jedoch nicht erwidert werden. Durch einen Umstand wird ihr klar, dass sie Ernst nie komplett für sich gewinnen können wird. Sie hat für sich aber gelernt, dass es keinen Glanz braucht, um sich gut und geliebt zu fühlen. Sie ergreift ihre letzte Chance nach Karl, der sie doch früher schon gewollt hat, und macht sich auf die Suche nach ihm.

Der Roman verwendet eine sehr anschauliche und blumige Sprache. Ernst beispielsweise betitelt sie als ihr Grünes Moos, weil er eine Stimme hat, die sie an ein solches erinnert. Irmgard Keuns Wortschaffungen sind aber immer aufschlussreich und erzeugen in ihrem Leser ein unverwechselbares Bild. Keun hat mit Doris einen komplizierten Charakter geschaffen, da sie in Männerdingen so bewandert zu sein scheint, in tieferer Ebene die Männer jedoch nicht für sich halten kann. Ihre Gewitztheit, so bewundernswert sie auch scheint, ist letzten Endes eine Bauernschläue, die vor wirklicher Bildung nicht standhalten kann. Es ist eben nur Kunstseide, keine echte Seide.

Zur Ausstattung des Ullstein-Hardcovers möchte ich gerne noch anmerken, dass es ein wunderschönes Bändchen ist. Das Format ist in der Länge kleiner als eine ausgestreckte Hand und fand daher sogar in meiner Jackentasche platz. Das schwarz-weiße Cover entfaltet seine ganze reizende Wirkung erst mit dem pinkfarbenen Schriftzug. Die Ausstattung beinhaltet ein Lesebändchen in tiefrosa, ebenso ist das Kapitalband in derselben Farbe gehalten. Es handelt sich hierbei wirklich um eine schicke kleine Ausgabe!

Veröffentlicht am 27.02.2023

Gänsehaut

Der Mitternachtspalast
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Nachdem uns ein noch unbekannter Erzähler im Buch begrüßt, werden wir mitten in die Geschichte geworfen: Ein Mann läuft rastlos durch das abendliche Kalkutta und versucht den Verfolgern zu entkommen, denen ...

Nachdem uns ein noch unbekannter Erzähler im Buch begrüßt, werden wir mitten in die Geschichte geworfen: Ein Mann läuft rastlos durch das abendliche Kalkutta und versucht den Verfolgern zu entkommen, denen er zwei Säuglinge entrissen hat, um sie in Sicherheit zu bringen. Ein Fluch in menschlicher Gestalt ist hinter den Kindern her, und der Mann schafft es gerade rechtzeitig, die beiden in Sicherheit zu bringen, doch der Fluch wartet nur darauf sich zu passender Gelegenheit entfalten zu können.

Sechzehn Jahre später begegnen wir einem der beiden Kinder erneut und werden mit seinem bisherigen Leben im Waisenhaus vertraut gemacht. Wir lernen seine Freunde kennen, die eine kleine Geheimgesellschaft gegründet haben, die "Chowbar Society". Musketierisch mit „Einer für alle und alle für einen“ lässt sich die Freundschaft der Kinder am besten beschreiben. Wir begegnen der Gesellschaft dieser Kinder zu einem denkwürdigen Ereignis: Traditionell mit sechzehn Jahren werden Waisenkinder als Erwachsene in die Welt entlassen. Die Mitglieder der Chowbar Society wissen, dass sich in wenigen Tagen ihre Wege trennen werden. Doch die Ereignisse wollen es, dass die Gruppe der Kinder sich auf eine letzte gespenstische Jagd durch das geheimnisvolle Kalkutta zusammentut. Gemeinsam begeben sie sich auf eine phantastische und bisweilen gänsehautbereitende Reise, um Kalkutta von seinem tragischsten Fluch zu befreien.

So richtig Fantasy ist es nicht, aber rein Roman auch nicht. Carlos Ruiz Zafón hat mit „Der Mitternachtspalast“ eine nebulöse Gruselgeschichte geschaffen, die mich sehr in ihren Bann gezogen hat. Ganz so gruselig ist sie allerdings nicht.
Die Orte, welche sich durch Zafóns Worte enthüllen, sind prunkvoll auch in ihrem Verfall. Den Mitternachtspalast, den Bahnhof und das Anwesen des Ingenieurs hat der Autor so schön gezeichnet, dass meine Vorstellung den kraftvollen Worten nur folgen musste. Einen Kritikpunkt habe ich allerdings: Auch, wenn das Ende nicht gänzlich vorhersehbar ist, fand ich den bösen Verfolger doch recht einseitig. So sehr mich die Geschichte auch gefesselt hat, fand ich die Auftritte dieser dunklen Figur zu wenig bedrohlich. Der Bösewicht kommt nicht gut an, der seine Pläne in epischer Breite vor seinen Widersachern ausbreitet, seinen Worten aber nicht die Taten folgen lässt, die seiner Macht Wahrheit zollen. Nichts desto trotz eine wunderbare Geschichte!

Veröffentlicht am 27.02.2023

Loved it and will wait for the sequel!

DUMPLIN'
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Willowdean Dickson is a normal teenager with normal problems. Except that Will doesn't look average. She's overweighted which doesn't bother her much actually. She's got her best friend Ellen to talk to ...

Willowdean Dickson is a normal teenager with normal problems. Except that Will doesn't look average. She's overweighted which doesn't bother her much actually. She's got her best friend Ellen to talk to until one day she can not. She's got a crush on her cute colleague Bo who gives her her first kiss. Soon they start making out.
Ellen's got a boyfriend and tells Willowdean about them thinking about their first sex. Will feels left behind, because Ellen is so much ahead of her when it comes to stuff teens experience like their first kiss and their first time. But then she gets this first kiss and Willowdean who always felt good in her skin, starts feeling out of place when it comes to these experiences. She can't imagine Bo (who she secretly makes out with) would enjoy her huge body which others are so repelled of and doubts she could handle being the pity part in a relationship in the opinion of others. What's worse: She can't talk with Ellen. A wedge between the girls which Will feels formed a few months ago manifests itself in a big crack in their friendship: When Willowdean applies to a beauty pageant in commemoration of her deceased aunt who died of a heart attack due to her overweight she feels betrayed by Ellen who also applies for the pageant. Their friendship ends in a big fight and Will feels more lonely than ever until her application inspires some girls from her school to follow Willowdean to also apply. Will becomes some kind of a guide for these girls and through them she finds a way back to herself, leaving all the doubts behind.

I guess everyone who is or was in the position of having more than a couple of pounds above the perfect BMI gets what Willowdean talkes about like not knowing if your butt fits in an average chair with armrests or being the center of attention at a food buffet or being ashamed of eating in public.
Will is a very inspirational character who holds the opinion that you should not feel bad, because others are repelled in your deviation of normality.
I enjoyed this story so much and hope that many girls (for the book is mostly written for young girls) find comfort and inspiration to accept and love themselves no matter if they don't fit in what's called 'average'. It's likely I'm going to follow Julie Murphy's work, more so since I saw that another book called 'Puddin'' which is going to portrait one of the girls Willowdean inspires, Millie. I hope it's going to be as good as 'Dumplin''!

Veröffentlicht am 27.02.2023

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Was Wollen Wissen
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„Was wollen wissen“ ist eine Kompilation aus der N-Joy-Radiosendung mit Fettes Brot. Als nach unbekannt verzogenes Nordlicht und ehemalige Jüngerin der drei norddeutschen Jungs (im Herzen aber immer Fan ...

„Was wollen wissen“ ist eine Kompilation aus der N-Joy-Radiosendung mit Fettes Brot. Als nach unbekannt verzogenes Nordlicht und ehemalige Jüngerin der drei norddeutschen Jungs (im Herzen aber immer Fan geblieben) war dieses Buch für mich praktisch unbedingte Pflichtlektüre!

In diesem gedruckten Werk geben Björn Beton, Doc Renz und König Boris lebensnotwendige Ratschläge auf die besten Fragen der Anrufer. Kein Blatt vor den Mund, sondern Platt aus dem Mund! Skurril, definitiv humorvoll, derbe, locker und typisch nordisch by nature sorgten die Hamburger Jungs mit ihrem Nachschlagewerk an Lebenshilfe dafür, dass ich beim Lesen in Bus und Bahn mehr als einmal losprusten musste und dabei die erschrockenen Blicke meiner Mitreisenden auf mich gezogen habe. Dabei nimmt das Hip-Hop-Trio sich wie immer selbst wie immer nicht ganz so ernst.

Fleißige Leser werden das Buch innerhalb eines Tages durch haben, es lässt sich aber auch ganz wunderbar in kleinen Portionen genießen. Könnte die ADAC Motorsport als Lektüre auf deutschen Klos ablösen!