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Veröffentlicht am 21.03.2023

Der große Traum

Die Reporterin - Zwischen den Zeilen
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München in den 1960er Jahren.
Die junge Marie Graf genannt Malou möchte unbedingt Reporterin
werden. Um ihren großen Traum wahrzumachen, liegt erst einmal ein harter
Weg vor ihr. Gegen den Willen der Eltern ...

München in den 1960er Jahren.
Die junge Marie Graf genannt Malou möchte unbedingt Reporterin
werden. Um ihren großen Traum wahrzumachen, liegt erst einmal ein harter
Weg vor ihr. Gegen den Willen der Eltern entscheidet sie sich
für eine berufliche Kariere und beginnt ein Praktikum bei einer neu gegründeten
Zeitung. Das ist nicht leicht in einer Männerdomäne.
Auch ihr Liebesleben leidet darunter. Malou aber gibt nicht auf
und kämpft sich nach oben.

Beeindruckend feinfühlig und klug schreibt Teresa Simon
über das Leben in seinen verschiedenen Facetten.
Der Schreibstil ist warmherzig und mitreißend.
Die Charaktere sind alle sehr liebevoll gezeichnet und wachsen einem
schnell ins Herz.
Mit sehr lebendigen, fast bildhaften Worten wird erzählt, wie Malou
versucht ihren Traum zu leben.
Die schwierige Zeit für junge Frauen in den 1960er Jahre wird hier
so eindrucksvoll wiedergegeben. Der 2. Weltkrieg ist noch nicht lange
her, seine Schatten sind noch allgegenwärtig.
Nicht nur das Leben in Deutschland in den 60er Jahren wird wunderbar
reflektiert, sondern auch der Aufbruch zu einem neuen Frauenbild.
Das Ganze wird aufgelockert durch Personen der Zeitgeschichte
bzw. historischen Ereignisse.
Die leichte und lockere Schreibweise, die tollen Charaktere dieses Romanes
und der zusätzliche Tiefgang machen dieses Buch zu einem Leseerlebnis.
Eine sehr gelungene Zeitreise, spannend, emotional und mit einem überraschenden Ende.

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Veröffentlicht am 09.03.2023

Wunderbar eindringlich, voller Leben

Weite Sicht
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Torsten Pilz hat einen wunderbaren Schreibstil. Klar, ohne Pathos, mit
einer lebensklugen Ausdrucksweise beschreibt er die eigenwilligen Charaktere.
Da ist Charlotte, die hier im Mittelpunkt steht. Sie ...

Torsten Pilz hat einen wunderbaren Schreibstil. Klar, ohne Pathos, mit
einer lebensklugen Ausdrucksweise beschreibt er die eigenwilligen Charaktere.
Da ist Charlotte, die hier im Mittelpunkt steht. Sie muss nach 50 Jahren Ehe Abschied nehmen.
All, das, woran sie bis jetzt geglaubt hat, wird Infrage gestellt.
Ihre Schwester Gesine braucht dringend Hilfe, ist aber nicht in der Lage darum zu bitten.
Sabine kann und will sich nicht mit ihrer Einsamkeit abfinden
und die Dänin Bente war schon immer eine Unruhestifterin, ein richtiger Freigeist.

Vier Frauen, um die 70 Jahre, die das Leben neu ordnen müssen.
Vier Frauen, die das Leben beugt, aber keinesfalls bricht.
Die vier haben eines gemeinsam.
Glücklich sind sie alle nicht und an Ernstfällen mangelt es wahrlich nicht.
Sie spüren, dass ihr Leben noch lange nicht vorbei ist. Dass man Änderungen durchaus
positiv begegnen kann. Auch in diesem Alter. Dass es nie zu Spät ist, etwas zu wagen.
Das Freundschaft ein sehr hohes Gut ist.

Die Charaktere sind sehr überzeugend dargestellt, fesselnd, ehrlich und auch sehr berührend.
Es sind die Alltäglichkeiten, die dieses Buch so lesenswert macht.
Die Story, die Charaktere, die Ausdruckskraft einfach nur wunderbar.

Ein Buch, das zum Nachdenken veranlasst und lange nachklingt.

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Veröffentlicht am 26.01.2023

Die Geschichte einer starken Frau

Caroline Märklin - Sie brachte Kinderaugen zum Leuchten, doch kämpfte um ihr eigenes Glück
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Die Autorin erzählt den Lebensweg der Caroline Märklin, geb. Hettich über einen Zeitraum von 34 Jahren, von 1858 bis 1892.
Ein Leben, das in dieser Zeit alles andere als einfach war.
Denn damals hatte ...

Die Autorin erzählt den Lebensweg der Caroline Märklin, geb. Hettich über einen Zeitraum von 34 Jahren, von 1858 bis 1892.
Ein Leben, das in dieser Zeit alles andere als einfach war.
Denn damals hatte die Frau immer hinter ihrem Mann zu stehen, ihn und seine Karriere zu fördern.
Sie selbst war anfangs auch „nur“ Gattin und Mutter.
Caroline war bereits 33 Jahre alt, als sie ihren den Flaschner Wilhelm Märklin heiratete. Sie war allerdings nicht bereit, nur als Gattin zu fungieren.
Caroline wollte arbeiten und sie hatte große Pläne.
So reiste sie u. a. als Handelsvertreterin durch Deutschland und macht Geschäftsabschlüsse.
Das war zu dieser Zeit mehr als ungewöhnlich.
Sehnsüchte und Sorgen einer früheren Epoche leben noch einmal auf.
Lassen eine längst vergangene Zeit wieder auferstehen und laden in eine Reise in die Vergangenheit ein. Sehr gut recherchiert und umgesetzt.
Ein Buch über eine eigenwillige und starke Frau, die ihren Weg gegangen ist.
Aufgrund des Untertextes - Sie brachte Kinderaugen zum Leuchten - dachte ich, dass es hauptsächlich um die Entwicklung der Märklin Eisenbahn geht.
Aber die wurde von ihren Söhnen Carl und Eugen konstruiert.
Die beiden erfanden das variable Schienen- und Weichensystem, das heute noch hergestellt wird.
Ein wunderbarer Roman über eine starke Frau, die sich in einer sehr dominierenden
Männerwelt behauptet hat.

Noch zu erwähnen:
Hinten im Buch gibt es sehr informative Anmerkungen.

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Veröffentlicht am 19.01.2023

Wunderbar und sehr berührend

Wodka mit Grasgeschmack
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Diese Geschichte um eine Familie und ihr Schicksal ist sehr einfühlsam und auch sehr spannend erzählt. Das Leben in Schlesien
und die spätere Vertreibung. Überhaupt, was es bedeutet, aus seinem Leben gerissen ...

Diese Geschichte um eine Familie und ihr Schicksal ist sehr einfühlsam und auch sehr spannend erzählt. Das Leben in Schlesien
und die spätere Vertreibung. Überhaupt, was es bedeutet, aus seinem Leben gerissen zu werden.
Das, was diese Flucht mit der Familie auslöst und die dadurch ausgelösten Gefühle
und Anforderungen werden in diesem Roman wunderbar erzählt.
Wie sich die Fluchterfahrungen und das Fremdheitsgefühl der Eltern auf die Nachkommen
auswirkt.
Die aus der Erfahrung der Entwurzelung heraus entwickelten Verhaltensweisen
und Ängste haben sich teilweise bis in die Enkelgeneration hinein vererbt.
Es stellt sich die Frage, was bedeutet Heimat und wie tief ist man darin verwurzelt?
Dieser Roman liest sich so wunderbar, weil es viele humorvolle Momente gibt.
Gespickt mit wunderbaren Zitaten.
Vor allem aber auch durch die starke Ausdrucksweise, die das alles erträglicher macht und auf den Punkt bringt.
Die vielen kleinen Alltäglichkeiten und großen Emotionen.
Jeder Satz sitzt und wiegt schwer.

Für mich ist das Buch eine absolutes Lesehighlight,
weil es zeigt, was eine Vertreibung aus der Heimat wirklich bedeutet.

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Veröffentlicht am 19.01.2023

5,0 von 5 Sternen Ein toller Roman über den Zusammenhalt und das Leben überhaupt.

Gold, Gauner und türkischer Honig
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Das Leben der 30-jährigen Ayda Ismailow wird 1999 durch einen Brief auf den Kopf gestellt.
Sofia, ihre Pflegemutter sitzt nach einem gewaltigen Erdbeben östlich von Istanbul
in einem Feldkrankenhaus fest. ...

Das Leben der 30-jährigen Ayda Ismailow wird 1999 durch einen Brief auf den Kopf gestellt.
Sofia, ihre Pflegemutter sitzt nach einem gewaltigen Erdbeben östlich von Istanbul
in einem Feldkrankenhaus fest. Sie behauptet, sie sei in Wirklichkeit ihre Großmutter.
Ayda, die bisher nichts über ihre Herkunft wusste, reist Hals über Kopf von Zürich ins Katastrophengebiet.
So beginnt die Familiengeschichte.
111 Jahre über 4 Generationen.
Zur Familie gehören u.a. Rokselana, die lebenslustigen Tänzerin aus Thessaloniki.
Karl, der Kunstfälscher,
Moshe, der jüdische Apotheker, welcher mit dem Unglück auf du und du steht.
Aber auch Coco Chanel, Picasso, Dalí, Atatürk, Hemingway und Hitchcock geben ein
Gastspiel.
Die Schauplätze wechseln nach Istanbul, Izmir, Paris, Berlin, Hollywood und Zürich.
Gereist wird mit Vorliebe im Orientexpress, begleitet von einem gestohlenen
Koffer voll Gold.
Ayda lernt ihren Großvater, den Diamantenhändler Basil Ismailow kennen und trifft
ihre eigene große Liebe, den türkischen Kommissar Erol,
während sie die drei tiefgefrorenen Leichen im Gepäck ihrer Großmutter loswerden muss.

Yasemin Schreiber Pekin kann erzählen.
Und es macht großen Spaß, ihr zu folgen.
Es wird in Rückblenden erzählt und die wunderbare fantasievolle Reise
umfasst 111 Jahre und 4 Generationen.
Sie schafft es spielend, ihre Geschichten mit Leben aufzufüllen.
Ihre Charaktere sind unverwechselbar, voller Tiefe,
mit der angemessenen Schrulligkeit und Herzenswärme versehen.
Sie schafft es, auch kleine Situationen groß herauszustellen und schlimmen
Ereignissen mit viel Humor zu begegnen.
Der Schreibstil ist so wunderbar sarkastisch, ironisch und auch wieder voller
Herzlichkeit.
Der Aufbau dieser Familiengeschichte mit all seinen Verstrickungen
und mehr als skurrilen Erlebnissen ist einfach nur schön.
Voller Witz und Herzenswärme wird hier eine Geschichte über eine Familie
erzählt, die viel Schlimmes, aber auch viel Schönes erlebt hat.
Die mit jeder Situation irgendwie umgehen kann.
Ein toller Roman über den Zusammenhalt und das Leben überhaupt.
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