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Veröffentlicht am 18.04.2023

Furcht und Mut

Strangers Now
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„Ach, wäre ich doch ein anderer Mensch. Wäre ich doch in einer anderen Welt, in der ich mich nicht fürchten müsste.“

„Strangers Now – Yesterday“ ist der erste Band der neuen Dilogie von Emilia Flynn. ...

„Ach, wäre ich doch ein anderer Mensch. Wäre ich doch in einer anderen Welt, in der ich mich nicht fürchten müsste.“

„Strangers Now – Yesterday“ ist der erste Band der neuen Dilogie von Emilia Flynn. Er erschien im Februar 2023 im Selfpublishing der Autorin.
Willem Fraser ist erfolgreicher Theaterschauspieler am Broadway. Er ist beliebt, erfolgreich und arrogant – Kontakt zu seiner Familie hat er seit einigen Jahren kaum noch. Als er vom Tod seines Vaters erfährt, zieht es im trotzdem die Füße vom Boden weg. Er muss zurück in die Heimat, zurück nach Canterbury und sich den Geistern seiner Vergangenheit stellen.

Der Roman spielt in mehreren Zeitebenen, der Hauptteil beschreibt Willems Jugend ab 1997. Er lernt Sophie kennen, die plötzlich in einer Bar im Ort lebt und aushilft. Von Anfang an verbindet ihn mit ihr irgendwie mehr als nur Freundschaft. Langsam knüpfen sie ein Band und aus Freundschaft wird tatsächlich, trotz des gewaltigen Klassenunterschieds der beiden, langsam Liebe...
Willem möchte Schauspieler werden, doch seine Familie und Freunde sind ihm wichtig und niemals möchte er die Arbeit über diese stellen. Das Schicksal meint es jedoch weniger gut mit ihm und aus dem fröhlichen jungen Mann mit Zukunftsträumen wird schließlich ein verbitterter Mensch, dem die Familie egal und die Karriere über alles geht. In dieser aktuellen Zeit – 2014 – beginnt auch die Handlung. Die Stimmung ist düster, melancholisch und irgendwie deprimierend. Ebenso, wie auch Willems Gemütslage. Obwohl er erfolgreich ist, scheint er nicht glücklich. Er wirkt einsam, arrogant und selbstgefällig. Trotzdem er mit seiner Familie vor langer Zeit gebrochen hat, lässt ihn der Tod seines Vaters jedoch nicht kalt und eine Reise in die Vergangenheit beginnt…
Der Hauptteil des Romans ist weitestgehend fröhlich, die Handlung absolut mitreißend, der Schreibstil wieder einmal umwerfend. Ich bin nach dem etwas düsteren und damit schwierigen Einstieg nur so durch die Geschichte geflogen. Ich habe mit den Figuren gelacht, geweint und gebangt. Gerade Sophie mochte ich auf Anhieb gerne. Sie musste in jungen Jahren viel Leid erfahren und kämpft sich nun durchs Leben. In Canterbury widerfährt ihr das erste Mal Gutes und wie sie selbst, war auch ich zunächst skeptisch. Auf jeder Seite rechnete ich, wie Sophie selbst wohl auch, mit einem großen Knall und ich muss sagen, dass er Spannungsaufbau absolut brillant ist! Natürlich ist von Anfang an klar, dass irgendwann, irgendetwas passieren würde, aber wie sich dann plötzlich der Wendepunkt der Geschichte darstellt, hätte ich absolut nicht erwartet!
Die Autorin webt eine emotionale Liebesgeschichte mit viel Tiefgang und Spannung sowie ernsten Themen. Wie von Emilia Flynn gewohnt, ist die Handlung realistisch und weit entfernt von unglaubwürdigen „Friede-Freude-Eierkuchen“-Szenen. Dies ist etwas, was ich bei Emilia Flynn liebe. Ja, ich mag auch Happy Ends – aber zu manchen Geschichten passen sie irgendwie nicht und in der Realität kommen sie eben auch häufig nicht vor… Bei „Strangers Now“ habe ich die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben. Der erste Band endet mit einem riesigen Cliff Hanger und ich bin sehr gespannt, wie es weitergehen wird!

Mein Fazit: Ein emotionaler und mitreißender Liebesroman, der begeistert und alles andere als gewöhnlich ist. Ich kann nicht anders als 5 von 5 Sternen zu vergeben und eine klare Leseempfehlung auszusprechen!

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Veröffentlicht am 10.04.2023

Wellen

The Sky in your Eyes
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„𝒟𝑜𝒸𝒽 𝓂𝑒𝒾𝓃𝑒 𝒢𝑒𝒻ü𝒽𝓁𝑒 𝓈𝒾𝓃𝒹 𝓌𝒾𝑒 𝒹𝒾𝑒 𝒲𝑒𝓁𝓁𝑒𝓃; 𝓈𝒾𝑒 𝓌ü𝓉𝑒𝓃, 𝓁𝑒𝒽𝓃𝑒𝓃 𝓈𝒾𝒸𝒽 𝒶𝓊𝒻, ü𝒷𝑒𝓇𝓈𝒸𝒽𝓌𝑒𝓂𝓂𝑒𝓃 𝓂𝒾𝒸𝒽 - 𝓈𝑜𝓁𝓁𝓉𝑒 𝑒𝓈 𝓃𝒾𝒸𝒽𝓉 𝓈𝑜 𝓁𝒶𝓃𝑔𝓈𝒶𝓂 𝓂𝒶𝓁 𝓌𝑒𝓃𝒾𝑔𝑒𝓇 𝓌𝑒𝒽𝓉𝓊𝓃?“

An „The Sky in your Eyes“ bin ich absolut ohne größere Erwartungen ...

„𝒟𝑜𝒸𝒽 𝓂𝑒𝒾𝓃𝑒 𝒢𝑒𝒻ü𝒽𝓁𝑒 𝓈𝒾𝓃𝒹 𝓌𝒾𝑒 𝒹𝒾𝑒 𝒲𝑒𝓁𝓁𝑒𝓃; 𝓈𝒾𝑒 𝓌ü𝓉𝑒𝓃, 𝓁𝑒𝒽𝓃𝑒𝓃 𝓈𝒾𝒸𝒽 𝒶𝓊𝒻, ü𝒷𝑒𝓇𝓈𝒸𝒽𝓌𝑒𝓂𝓂𝑒𝓃 𝓂𝒾𝒸𝒽 - 𝓈𝑜𝓁𝓁𝓉𝑒 𝑒𝓈 𝓃𝒾𝒸𝒽𝓉 𝓈𝑜 𝓁𝒶𝓃𝑔𝓈𝒶𝓂 𝓂𝒶𝓁 𝓌𝑒𝓃𝒾𝑔𝑒𝓇 𝓌𝑒𝒽𝓉𝓊𝓃?“

An „The Sky in your Eyes“ bin ich absolut ohne größere Erwartungen herangegangen. Ich dachte: „Gut, mal wieder ein Wohlfühl-New-Adult ohne größere Aufregungen und einfach zum Weglesen.“

Tja, die liebe Kira Mohn hat mich aber eines Besseren belehrt und mich vollkommen vom Hocker gehauen! Der Roman ist alles andere als „typisch New Adult“. Das Hauptthema Bodyshaming ist tiefgreifend und brillant dargestellt. Noch nie haben ich einen Roman gelesen, der sich überhaupt damit auseinandersetzt und dieser Erste hat mich nun auch noch vollkommen überzeugt!

An nur einem Tag bin ich durch den Roman geflogen, habe mit Elin und Jon mitgefiebert und die isländische Kulisse genossen!

Natürlich gibt es daher von mir 5 von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 21.03.2023

Stimmkrise

Beyond the Stars
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„Beyond the Stars“ ist der Debutroman von Mareen Knoth und der erste Band der Beyond-Dilogie. Er erscheint am 21.03.2023 im Mira Taschenbuchverlag.
Natalie ist Stimmtrainerin und wird für den bekannten ...

„Beyond the Stars“ ist der Debutroman von Mareen Knoth und der erste Band der Beyond-Dilogie. Er erscheint am 21.03.2023 im Mira Taschenbuchverlag.
Natalie ist Stimmtrainerin und wird für den bekannten Rocksänger Renard engagiert. Dieser hat seit der letzten Tour Probleme mit seiner Stimme und sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Natalie ist entschlossen, dem berühmten Sänger professionell zu helfen, doch nur nach ihren eigenen Regeln. Ob Pascal hierzu wirklich bereit ist…?

Pascal Girard – Renard – ist ein bekannter und erfolgreicher Rockstar. Er führt ein Leben, das genau so ist, wie man es sich von einem solchen vorstellt. Frauen, Alkohol, Party, gehören einfach dazu. Seine Stimmkrise führt zwar dazu, dass er sich aus der Öffentlichkeit zurückzieht, die anderen Gewohnheiten aber bleiben…
Natalie erwartet beim Stimmtraining von ihren Klienten allerdings einen klare Verhaltenslinie und einen strengen Tagesablauf. Alkohol und andere Genussmittel sind dabei ebenso verboten wie langes Aufbleiben oder ungesundes Essen. Für Pascal bedeutet dies eine völlige Neuordnung seines Lebens und Konflikte sind vorprogrammiert… Dennoch lässt Pascal sich auf seine neue Trainerin ein, denn zugegebenermaßen ist sie seine letzte Hoffnung.
Natalie selbst ist mir dabei zunächst eher unsympathisch gewesen. Sie wirkt zu perfekt, zu professionell, zu organisiert – einfach ohne jeden Makel. Natürlich hegt nämlich auch sie selbst einen absolut gesunden Lebensstil mit einem absolut durchorganisierten und konsequenten Tagesablauf. Yoga, vegetarisches Essen, Sport, Natur, wenig Medienkonsum – vollkommen klar! Mit dieser Perfektheit und ihrem klaren Auftreten gegenüber Pascal habe ich sie aber auch ein Stück weit bewundert. Sie hält an ihren Prinzipien fest und setzt diese durch – auch gegen eine unglaublich berühmte Person. Im Laufe der Zeit lernt man Natalie dann aber auch immer besser kennen und es wird deutlich, dass sie vielleicht doch nicht so makellos ist, wie es zunächst den Anschein hat. Denn sie hat definitiv ihr Päckchen zu tragen, was sie aber nach Außen gut zu verbergen weiß. So wurde sie mir dann nach und nach doch deutlich sympathischer und immer wieder musste ich ihrem Durchsetzungsvermögen Respekt zollen!
Pascal ist zunächst ebenfalls jemand, denn man nicht unbedingt mag. Arrogant, reich und selbstsicher – zumindest oberflächlich, jedoch kommt seine persönliche Seite deutlich schneller durch und auch die Einblicke in sein Inneres waren für mich deutlich greifbarer als bei Natalie. So erkennt man als Leser schnell, dass er eigentlich sehr verletzlich ist und in seinem Leben bereits viel Leid erfahren hat. Durch Natalie lernt er, Vertrauen zu fassen und wieder an sich selbst zu glauben, zudem Gefühle zuzulassen und für andere einstehen.
Die Annäherung der beiden sowie ihre persönliche Entwicklung ist dabei sehr gut und authentisch beschrieben. Es wird nichts überstürzt, das Kennenlernen ist langsam und realistisch. Obwohl Natalie an ihrer Professionalität festhalten will, entstehen Gefühle zwischen Pascal und ihr, die über ein Arbeitsverhältnis hinausgehen.
Der Roman umfasst viele Szenen, die sich auf das Training von Pascal beziehen, die eigentliche Liebesgeschichte spielt dabei häufig eher eine Nebenrolle. Mir hat dies besonders gut gefallen, da man Einblicke in einen Arbeitsbereich erhält, mit dem man sich doch eher selten beschäftigt. Zudem macht es die Beziehung von Natalie und Pascal noch authentischer, denn natürlich steht die gemeinsame Arbeit im Fokus. Wenn sie sich sofort aufeinander stürzen würden, ich meine, wer will das denn glauben?
Der Schreibstil von Mareen Knoth ist leicht und flüssig, ich habe den Roman sehr leicht lesen können und ich mich dabei sehr wohl gefühlt. Die Handlung war für mich insgesamt sehr gelungen und auch nur in einem gewissen Rahmen vorhersehbar. Für mich hebt sich der Roman von anderen Rockstar-Romance-Büchern ab, da er sich nicht nur auf die Liebesgeschichte fokussiert, sondern auch andere Aspekte des Rockstarlebens thematisiert und beschreibt.

Mein Fazit: Ich freue mich riesig auf den zweiten Band der Buchreihe und habe mich in Mareen Knoths Debutroman sehr wohl gefühlt! Obwohl ich mit Natalie erst meine Schwierigkeiten hatte, lies sich der Roman sehr leicht lesen. Durch sein Setting und die geschickte Schwerpunktsetzung hebt er sich von anderen Büchern in diesem Genre ab und überzeugt durch fundiertes und authentisches Hintergrundwissen. Auch an Gefühlen und Emotionen mangelt es nicht, weshalb ich 5 von 5 Sternen vergebe!

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Veröffentlicht am 17.02.2023

Übereinkünfte

Die Ausbildung des Jagdhundes
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„Auch beim Menschen sollte der Azubi darauf vertrauen können, dass die erhaltenen Signale gelten – nicht nur für den einen Moment, sondern auch morgen und übermorgen.“

„Die Ausbildung des Jagdhundes – ...

„Auch beim Menschen sollte der Azubi darauf vertrauen können, dass die erhaltenen Signale gelten – nicht nur für den einen Moment, sondern auch morgen und übermorgen.“

„Die Ausbildung des Jagdhundes – Mit modernen Methoden zum Erfolg“ ist ein Sachbuch für Jagdhundehalter von Anton Fichtlmeier und Julia Numßen. Es erschien im September 2013 im Kosmos Verlag.

Nein, ich führe keinen ausgebildeten Jagdhund und ich bilde auch keinen Jagdhund aus – das einmal vorweg. Aber ich führe einen Rauhaardackel, welcher ja nun mal von Haus ein Jagdhund ist. Mit dem eigenwilligen Teckel kam auch die Frage ins Haus, wie eigentlich Jäger ihre Hunde sicher führen und wie diese Führung ohne – leider immer noch häufig gesehene – aversive Methoden und übermäßigen Zwang möglich ist. Außerdem stellte ich mir die Frage, wie der Jagdgebrauch eines Jagdhundes eigentlich im Detail aussieht… Durch Zufall stieß ich beim Recherchieren auf Anton Fichtlmeier – ein Hundetrainer, der früh erkannt hat, dass man seinen Hund auch in einer harmonischen Beziehung sicher führen kann.
In seinem Buch über die Ausbildung des Jagdhundes beschreibt er zunächst, wie die Jagdpraxis mit Hund überhaupt aussehen kann bzw. aussehen soll. Auch Fehler und Bausteine für die jeweilige Übung werden anschaulich erläutert und in Schaukästen am Seitenrand hervorgehoben. Unterstrichen wird alles durch gut gewählte Bilder.
Der Hund in der Ausbildung wird dabei stets als „Azubi“ bezeichnet und es wird deutlich, dass auch ein „Jagdhund“ das Jagen erst lernen muss. Natürlich bringt jeder Hund gewisse Eigenschaften seiner spezifischen Rasse mit, trotzdem muss er viele Grundverhaltensweisen erst lernen. Nur ein ruhiger und gut ausgebildeter Hund kann auch zuverlässig und tierschutzgerecht bei der Jagd unterstützen. „Jagd ohne Hund ist Schund“, wird an vielen Stellen im Buch deutlich! Jagd ohne vernünftig ausgebildeten Hund aber wohl auch…
Im zweiten Buchteil wird dann spezifischer auf die Hundeausbildung eingegangen und obwohl ich nicht alle gezeigten Übungen benötige und bei manchen auch andere Ansätze verfolgen würde, konnte ich viel Inspiration mitnehmen!
Deutlich wird im Buch auch, dass die Jagdhundeausbildung (ebenso wie die Begleithundeausbildung) viel Fleiß und Konsequenz benötigt, dabei aber definitiv ohne aversive Methoden, aber nicht ohne Grenzen auskommt.
All dies wird in gutem Praxisbezug, -beispielen und -anregungen beschrieben und dargestellt. Für den jagdfremden Leser werden spezifische Begriffe in einer Legende am Buchende erklärt, was mir persönlich sehr geholfen hat.
Der Schreibstil ist dabei keinesfalls nüchtern oder langweilig. Im Gegenteil, ich empfand den Schreibstil als sehr flüssig und in vielen Teilen sogar humorvoll, denn man liest deutlich heraus, dass Fehler häufig durch den Hundehalter, nicht durch den Hund entstehen, zum Beispiel: „Den Gefährten an einem Hauptwechsel abzulegen, verbietet sich von selbst.“ Dadurch, dass dabei aber nicht direkt gesagt wird, was man tun oder lassen sollte, sondern Voraussetzungen von Halter und Hund besprochen werden und „No-Gos“ deutlich, aber nicht besserwisserisch beschrieben sind, wirkt der Text auch nicht belehrend, sondern wirklich hilfreich!

Mein Fazit: Für mich ist das Buch von Anton Fichtlmeier ein sehr gelungenes Werk in Punkto Gebrauchshundeausbildung ohne unnötigen Druck, aversive Mittel, oder tierschutzwidrige Übungsmittel am lebenden Tier. Sicherlich ersetzt es keine Hundeschule oder die persönliche Stunde bei einem entsprechenden Trainer, aber es vermittelt gute und nachvollziehbare Ansätze und bringt auch jagdfremden Lesern die Jagd mit dem Hund nahe. Ich vergebe daher 5 von 5 Sternen und werde sicherlich weiter in die Übungsansätze von Anton Fichtlmeier eintauchen!

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Veröffentlicht am 07.02.2023

Denkerin und Träumerin

Astrid Lindgren
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„Du bist auch so ein Mensch, der brennen will, egal, wofür. Manchmal brennt man auch nur für eine Sache, Hauptsache man brennt, nicht wahr?“

„Astrid Lindgren“ von Susanne Lieder ist eine Romanbiografie ...

„Du bist auch so ein Mensch, der brennen will, egal, wofür. Manchmal brennt man auch nur für eine Sache, Hauptsache man brennt, nicht wahr?“

„Astrid Lindgren“ von Susanne Lieder ist eine Romanbiografie über die gleichnamige bekannte Kinderbuchautorin. Sie erschien im Oktober 2022 im Aufbau Verlag als Band 24 der Buchreihe „Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe“.

Oh sehr schön, endlich mal wieder ein Band dieser Buchreihe, der mich absolut begeistern konnte! Dies war in letzter Zeit leider häufig nicht so, weshalb ich die Romanreihe einige Zeit gemieden hatte.
Bei „Astrid Lindgren“ konnte ich nun aber absolut nicht aussetzen und ich bin froh darüber! Susanne Lieder beschreibt das Leben der bekannten Kinderbuchautorin in den Jahren 1929-1959 in einem biografischen Roman. Nach eigenen Angaben hat sie sich weitestgehend an die Realität gehalten und nur wenige Dinge hinzugedichtet. Dabei vermittelt sie dem Leser, welche Schwierigkeiten Astrid auf ihrem Weg umschiffen musste und wie wichtig ihr stets die eigene Familie war.
Selten war mir jemand nur durch das Lesen eines Romans so sympathisch wie Frau Lindgren. Ich bin nahezu enttäuscht, dass ich sie niemals persönlich kennenlernen durfte, denn sie war eine außergewöhnliche Persönlichkeit! Die Geschichten flogen ihr im Laufe ihres Lebens zu und schon bevor sie 1944 begann, diese aufzuschreiben, erzählte sie sie ihren Kindern und der Familie. Ein Leben lang jonglierte sie zwischen Familie und Beruf und man könnte denken, Haushalt und Schriftsteller sein müsste doch nun wirklich eine gesamte Woche füllen… Nicht so bei Astrid, neben ihrem normalen Alltag ist sie nämlich zudem Lektorin und schließlich Verlegerin, beantwortet jeden Brief ihrer Fans, geht auf Lesereisen und hat stets das Wohl ihrer eigenen sowie aller anderen Kinder im Sinn.
Sie ist nicht unbedingt stolz auf ihren Ruhm und kann nicht nachvollziehen, weshalb sie für das Erzählen von Geschichten so bestaunt wird. Immerhin ist dies ihr Leben und ihre Passion, keine Anstrengung. So versucht sie, ihre Aufmerksamkeit für die Fürsprache von Kindern zu nutzen und erreicht damit auch so einiges.
Während sie also beruflich stets erfolgreich ist, kämpft sie in der Liebe hart für sich. Lasse, ihren ersten Sohn, gibt sie mit 18 zunächst in eine Pflegefamilie, denn sie selbst kann ihn noch nicht umsorgen. Diese Tat bereitet ihr stets Schuldgefühle und als sie ihn nach drei Jahre unerwartet aufnehmen muss, stehen neue Probleme ins Haus… Erst mit ihrem Ehemann Sure wird das Leben wieder leichter, doch nicht alles ist auf Dauer rosig. So verlässt ihr Mann sie nach einigen Jahren und Astrid muss wieder alleine kämpfen…
All dies beschreibt Susanne Lieder mit einer Leichtigkeit und einer Authentizität, die einen nur so durch die Seiten fliegen lassen. Astrid ist meist eine so fröhliche und positive Frau, deren Freude nur so aus den Zeilen herausfließt. Obwohl sie auch melancholische Anwandlungen hat, überwiegen doch die Positivität und das Stück Kindheit, das sie sich stets bewahrt hat. Auch im Alter ist sie sich nicht zu fein auf Bäume zu klettern und Spaß am Leben zu haben, hierfür bewundere ich sie sehr und bin dankbar, dass sie in ihren Geschichten stets weiterleben wird. Schließlich „kann sie nichts schreiben, das sie nicht auch selbst erlebt hat“.

Mein Fazit: „Astrid Lindgren“ ist eine Ode an die berühmte Schriftstellerin! Eindrucksvoll gibt Susanne Lieder einen Einblick in das Leben von Astrid und die Entstehung einiger ihrer berühmten Kindergeschichten. Ich habe die flüssig und leicht geschrieben Romanbiografie sehr gerne gelesen und vergebe 5 von 5 Sternen!

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