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Veröffentlicht am 12.04.2023

Die roten Dächer von Florenz

Haus der Stimmen
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Der in Italien bekannte und ausgezeichnete Autor Donato Carrisi ist es wert, in Deutschland und Österreich noch bekannter zu werden .

Das vorliegende Buch " Haus der Stimmen " führt seine Leser nach Florenz. ...

Der in Italien bekannte und ausgezeichnete Autor Donato Carrisi ist es wert, in Deutschland und Österreich noch bekannter zu werden .

Das vorliegende Buch " Haus der Stimmen " führt seine Leser nach Florenz. Dort wird der Kinderpsychologe und Hypnotiseur Pietro Gerber von einer in Australien praktizierenden Kollegin gebeten, eine Patientin zu übernehmen und zu therapieren.

Die Patientin ist ihm von Anfang an irgendwie unheimlich und die Sitzungen verlangen ihm viel ab.

Die Patientin taucht tief in ihre Vergangenheit ein und überrascht ihn immer wieder mit Aussagen, die wie Puzzleteilchen nach und nach ein Bild ergeben und für ihn nachvollziehbar werden.

Ein total spannendes und fesselndes Buch, das viel zu schnell fertig gelesen ist. Das Cover passt wunderbar zum Inhalt.

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Veröffentlicht am 05.04.2023

Knallhart, witzig, auf den Punkt gebracht

Die spürst du nicht
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Daniel Glattauer kann schreiben. Seine Bücher sind sofort Lieblingslektüre.
" Die spürst Du nicht", ist eines davon.
Mit untrüglichem Gespür bringt er alles knallhart auf den Punkt.
Im Roman ...

Daniel Glattauer kann schreiben. Seine Bücher sind sofort Lieblingslektüre.
" Die spürst Du nicht", ist eines davon.
Mit untrüglichem Gespür bringt er alles knallhart auf den Punkt.
Im Roman geht es um einen Unfall, aber eben nicht nur einen Unfall, sondern viele Geschichten davor, danach und dahinter.
Die Personen sind perfekt gezeichnet, die Handlung ist schlüssig und voller Überraschungen.
Das Flüchtlingsmädchen Aayana und die Tochter einer Politikerin sind eigentlich gar keine Freundinnen, aber es macht sich gut, wenn sie mit in den Urlaub fahren darf.
Es kommt zu einem schlimmen Unfall, Aayana ertrinkt.
Was dann folgt, ist selbsterklärend.
Shitstorm in den sozialen Medien, wo die, die nicht dabei waren, alles am Besten wissen.
Anwaltsbesuche mit selbstsicheren Ansagen, da kann gar nichts passieren, usw.
Dann Auftritt eines gegnerischen Anwalts, mit dem niemand gerechnet hatte, Besprechungen und Verhandlungen, neue Zeugenbefragungen, Absprachen.
Wie es den betroffenen Personen ergeht, was unternommen wird, wie man das Problem menschlich lösen könnte, alles kann man in diesem Buch finden, man muß es nur lesen.
Absolute Lesempfehlung!!!
Ein schönes Cover lädt ausserden dazu ein.

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Veröffentlicht am 29.03.2023

Zwei lange Reisen in einem Buch

Blutgeld auf Reise
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Klaus Heimann ist kein Unbekannter, wenn es um Spannung geht.

In " Blutgeld auf Reisen " hat er sich an eine Neuauflage zweier seiner schon am Markt befindlicher Krimis gewagt, und es ist perfekt gelungen.

Eine ...

Klaus Heimann ist kein Unbekannter, wenn es um Spannung geht.

In " Blutgeld auf Reisen " hat er sich an eine Neuauflage zweier seiner schon am Markt befindlicher Krimis gewagt, und es ist perfekt gelungen.

Eine Reise, und zwar die kriminelle, die führt Taxler Rainer bis ans Nordkap. Verkürzt wird ihm die Fahrt dabei von mehreren wenig glaubwürdigen Geschichten um das, was sich in Rainers Kofferraum befindet.

Dann gibts eine Leiche, die aber keiner findet, obwohl sie gesucht wird.

Danach darf der ermittelnde Kommissar Siebert, den Heimann - Leser kennen, ein Fahrtenprotokoll lesen, das den Taxler entlasten soll.

Siebert liest, kann es aber nicht glauben. Der Fall wird ad Acta gelegt.

Dann macht sich Siebert auf seine Reise, nach Namibia, dort will er seine Vermutung bestätigt finden.

Ob er seine Bestätigung bekommt, muß man lesen!

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Veröffentlicht am 21.03.2023

Paul findet seine Heimat wieder

Tod in Siebenbürgen
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Die Autorin Lioba Werrelmann hat mit dem vorliegenden Krimi ein wichtiges Thema angeschnitten.

Die Siebenbürger Sachsen, die eigentlich ganz woanders herkamen, das Leben in Rumänien, das kaum ...

Die Autorin Lioba Werrelmann hat mit dem vorliegenden Krimi ein wichtiges Thema angeschnitten.

Die Siebenbürger Sachsen, die eigentlich ganz woanders herkamen, das Leben in Rumänien, das kaum jemand im Westen kennt, die traumhafte Landschaft und die Gastfreundlichkeit, die es kaum noch in dieser Form woanders gibt.

Der Protagonist Paul, der seine Kindheit in einem Dorf in der Nähe der bekannten Draculaburg Schloß Bran verbracht hat, dann aber mit seinem Vater nach Deutschland kam, dort studierte und schließlich ein anerkannter Journalist wurde, kehrt in das Dorf seiner Kindheit zurück, weil er das Häuschen seiner Tante geerbt hat.

Und dann kommt alles anders, als er sich das gedacht hatte.

Vieles, das er verdrängt hat, kommt wieder hoch und als er seinen Freund aus Kindertagen wieder trifft, das Dorf aber eher verlassen wirkt, niemand so recht mit der Sprache heraus will, und sein Freund noch eines Mordes beschuldigt wird, brennen bei ihm einige Sicherungen durch.

Er will seinem Freund helfen, stellt Ermittlungen an, kommt aber keinen Schritt weiter. Erst ein unscheinbares, und deshalb unsichtbares Mädchen hilft ihm auf die Sprünge. Und auch der Satz, den die Tochter eines verstorbenen alten Mannes aus dem Dorf zu ihm sagt: Man muß in Siebenbürgen auch immer die Geschichte mitdenken, wenn man etwas verstehen will. Und es reicht auch nicht, um die Geschichte zu wissen, man muß sie erspüren.

Da ist aber auch noch Maja, vor der Paul fast Angst hat, die im Haus seiner verstorbenen Tante Zinzi wohnt und nicht daran denkt, auszuziehen.

Vieles im Dorf scheint nicht zu stimmen, vieles wird einfach nicht erwähnt, vieles sieht und weiss Paul nicht. Aber da bekommt er Hilfe von mehreren Seiten.

Spannender und unterhaltsamer kann ein Leseausflug nach Siebenbürgen kaum sein, man lernt dabei auch Land und Leute etwas kennen, die siebenbürgische Küche kommt nicht zu kurz, und auch deren Aberglauben und wie sie damit umgehen.

Das Cover zeigt Schloß Bran in seiner ganzen Schönheit.


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Veröffentlicht am 12.03.2023

Ein sehr weiblicher Text

Ein Geist in der Kehle
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Alleine, den Namen der vielfach ausgezeichneten Autorin DOIREANN NI GHRIOFA aussprechen zu wollen, bringt mich an meine sprachlichen Grenzen.
Aber was sie schreibt, läßt sich ganz wunderbar ...

Alleine, den Namen der vielfach ausgezeichneten Autorin DOIREANN NI GHRIOFA aussprechen zu wollen, bringt mich an meine sprachlichen Grenzen.
Aber was sie schreibt, läßt sich ganz wunderbar lesen.
Im Roman geht es um weibliche Angelegenheiten, sei es der Wunsch nach mehr Kindern, sei es das Führen eines Haushalts mit ( nach meiner Meinung ) sehr praktischer Methode. ( Ich schreibe ebenfalls endlos lange Listen... )
Viel autobiografisches wurde da hineingepackt und mit der Vergangenheit verwoben.
So vertieft sich die Protagonistin nach dem Beinahe-Verlust ihrer durch einen Kaiserschnitt geretteten Tochter in ein Gedicht, das sie bereits in der Schule kennengelernt hat.
Der Funke springt über und in langen Nächten und kurzen Tagen vertieft sie sich in diesen ( sehr weiblichen ) Text.
Es ist das Caoineadh, ein Trauerlied und Totenklage der Dichterin und Adeligen Eibhlin Dubh Ni Chonaill, aus dem 18. Jahrhundert.
Sie ist geradezu besessen davon, mehr aus dem Leben dieser leidgeprüften Frau zu erkunden und es wird ihr gelingen, zu offensichtlich sind manche Parallelen in den beiden Leben, fast 300 Jahre auseinander. Aber das ist Leben.
Und daraus entstand ein mitreißendes Buch, das man sich kapitelweise erlesen muss.
Ein schönes Cover lässt Leselust aufkommen.

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