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Steffi58

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.08.2023

Lesenswertes Debüt

Das Pferd im Brunnen
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„ Das Pferd im Brunnen“ erzählt eine autobiographisch inspirierte Familiengeschichte . Es ist der Debütroman von Valery Tscheplanowa .
Das Cover , gestaltet im impressionistischen Stil , hat mich sofort ...

„ Das Pferd im Brunnen“ erzählt eine autobiographisch inspirierte Familiengeschichte . Es ist der Debütroman von Valery Tscheplanowa .
Das Cover , gestaltet im impressionistischen Stil , hat mich sofort angesprochen. Dieses farbenfrohe Bild ließ mich eine fröhliche Familiengeschichte erwarten , aber das ist sie wahrlich nicht. Geschrieben wird von 4 starken Frauen , die es oft sehr schwer im Russland des 20. und 21. Jahrhunderts - ab dem Zweiten Weltkrieg über die Perestroika bis in die Gegenwart - haben.
Farbenfroh empfand ich aber die Erzählweise. Manchmal wurde das Lesen erschwert durch die mangelnde Chronologie der einzelnen Kapitel. Das wiederum passt aber zur Idee der Spurensuche.
Walja begibt sich auf eine ganz persönliche Suche nach ihren Wurzeln. Sie wurde in der Sowjetunion geboren, kommt mit acht Jahren nach Deutschland und kehrt erst nach Jahrzehnten in ihr Geburtsland zurück.
Die Autorin zeichnet eine klare Sprache aus ;knappe Sätze , aber tiefgründige Beobachtungen, die den Leser manchmal erschrocken zurücklassen. Tscheplanowa macht es ihren Lesern nicht immer leicht.
Aber am Ende merkt man, dass die bunten Farbtupfer des Covers zu den Eindrücken von den einzelnen dargestellten personen passen und plötzlich ein Ganzes ergeben : eine junge Frau ( auf der Suche nach ihrer Identität).

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Veröffentlicht am 29.04.2023

Lesenlernen leicht gemacht

Im Licht der Zauberkugel: Der Dschuha und der Eselritt
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Bereit für eine magische Zeitreise? "Im Licht der Zauberkugel" entführt Kinder in spannende Abenteuer um Alex und die wichtige Rolle von Freundschaft.
Für mich war die scheinbar bekannte Buchreihe "Im ...

Bereit für eine magische Zeitreise? "Im Licht der Zauberkugel" entführt Kinder in spannende Abenteuer um Alex und die wichtige Rolle von Freundschaft.
Für mich war die scheinbar bekannte Buchreihe "Im Zeichen der Zauberkugel" von Stefan Gemmel neu. Deshalb waren für mich die einleitenden Worte, Erklärungen zu Personen und der Zauberkugel sehr hilfreich. Das wird sicher auch den jungen Lesern so gehen.
Auch die Wortauswahl am Ende des Buches , in der die in der Geschichte verwendeten Begriffe ins Arabische, Ukrainische, Türkische und Italienische übersetzt werden, finde ich eine gute Idee. Allerdings erschließt sich mir nicht, warum die wertvollen Informationen über den Dschuha erst ganz am Ende auftauchen und nicht schon in der Einleitung. Hier wird das mit Sicherheit überlesen.
Alex und Sahli , ein Geist und gleichzeitig Alex‘ bester Freund reisen mit Hilfe einer Zauberkugel in die Vergangenheit .
einer arabischen Stadt. Der Kultur-Mix hat mir besonders gefallen. Mit seinem besten Freund Sahli ein Geist aus einer Zauberkugel unternahm er eine magische Reise in die Vergangenheit und gewinnt die Erkenntnis, dass es Freundschaften und der gemeinsame Spaß an Abenteuern sind, die zählen.
Der sehr flüssige und einfache Schreibstil erleichtert das Lesen.
Die Buchgestaltung unter dem Motto : Einfach Lesen lernen mit kurzen Textpassagen und wunderschönen Illustrationen ist sehr motivierend für Leseanfänger:innen .

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Veröffentlicht am 20.04.2023

Erneut atmosphärisch

Halliggift (Ein Minke-van-Hoorn-Krimi 3)
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Nachdem ich bereits die erste Kostprobe der neuen Reihe um die junge Kommissarin Minke van Hoorn mit dem Titel Halligmord gelesen habe und atmosphärisch fand, erwartete ich mit Spannung den nächsten Teil.
Und ...

Nachdem ich bereits die erste Kostprobe der neuen Reihe um die junge Kommissarin Minke van Hoorn mit dem Titel Halligmord gelesen habe und atmosphärisch fand, erwartete ich mit Spannung den nächsten Teil.
Und ebenso wie Halligmord hat der neue Krimi von Greta Henning mich begeistert . Es ist der dritte Fall für Kommissarin Minke van Hoorn von der Polizei Jüstering.

Das Buchcover ist sehr atmosphärisch gestaltet und macht sofort Lust auf diesen Fall an der idyllischen Nordseeküste: Eine Hallig ist abgebildet und scheint voller Geheimnisse. Damit schließt das Cover den Kreis zu den ersten beiden Teilen der Reihe.
Die Nordseestimmung und die Umgebung werden denn auch im Krimi hervorragend dargestellt. Und immer wieder werden auch diesmal Kapitel eingefügt, deren Handlungen weit in der Vergangenheit liegen – Beispiel Biikebrennen - und die als Erklärung dienen für die aktuellen Fälle von Minke.

Inhaltlich geht es diesmal um einen verirrten Wal, um zunächst 2 rätselhafte Giftmorde in zwei Tagen und eine Hallig im Frühlingserwachen.
Das ist spannend und unterhaltsam, interessant auch die Tagebucheinträge.
Es ist schön, dass man alte Bekannte , wie Minkes Bruder Rechtsmediziner Bo wieder begegnet.
Fall Nr. 3 für Minke van Hoorn ist ein toller , leicht zu lesender Krimi für den Sommer. Auf an die See!

Veröffentlicht am 06.04.2023

Bulgarische Zeitreise

Samuels Buch
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Den Autor Samuel Finzi schätze ich vor allem wegen seiner bodenständigen Art.
Auf seine Lebensgeschichte war ich besonders gespannt, weil Bulgarien ein für uns eher unbekanntes Literaturgebiet darstellt ...

Den Autor Samuel Finzi schätze ich vor allem wegen seiner bodenständigen Art.
Auf seine Lebensgeschichte war ich besonders gespannt, weil Bulgarien ein für uns eher unbekanntes Literaturgebiet darstellt und ich sehr gerne Biografien lese.
Bulgarien der 1970er Jahre , noch dazu in einer Künstlerfamilie wird sicher interessant werden. Es gibt viel zu wenige Bücher, die Zeitreisen in die Länder des ehemaligen „Ostblock“ unternehmen.
Das Aufwachsen in einem sozialistischen Staat ist für mich nichts Neues , kenne ich es doch aus eigenem Erleben . Aber jeder der ehemaligen „Ostblockstaaten“ hatte seine eigene Prägung.
Über Samuel Finzis Privatleben wusste ich wenig , zum Beispiel nicht dass der Schauspieler in Bulgarien geboren wurde und dort aufgewachsen ist. Aber er ist mir aus zahlreichen Filmen bekannt.
Das Buch liest sich in einem Ruck weg , weil Finzi die Eindrücke aus seinem Familienleben offen darlegt und dies in einen lockeren Plauderton verpackt.
Gelungen fand ich , dass sich Finzi auf die Kindheit bis in sein junges Erwachsenenalter konzentriert. Dadurch erfährt man viel und in liebevoller Art über seine Eltern und vor allem Großeltern.
Mit leicht ironischem Blick zeichnet er die Figuren seiner unmittelbaren Umgebung und geht leichtfüßig auch auf die jeweilige politische Situation ein.
Trotz Sozialismus möchte man gerne bei Finzis Großeltern die Sommer verbracht haben!

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Veröffentlicht am 02.04.2023

Beeindruckend ehrlich

Ich, ein Sachse
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Ich habe wirklich mit Spannung auf dieses Buch gewartet und war enttäuscht , als die Challenge dazu sich verspätete. Aber jetzt endlich durfte ich es lesen und habe es nicht bereut, auch wenn es keine ...

Ich habe wirklich mit Spannung auf dieses Buch gewartet und war enttäuscht , als die Challenge dazu sich verspätete. Aber jetzt endlich durfte ich es lesen und habe es nicht bereut, auch wenn es keine leichte Lesekost ist.
Der Protagonist und Mitautor Samuel Meffire wuchs als Sohn einer Deutschen Frau und eines Afrikaners aus dem Kamerun in der DDR auf. Sein Vater starb bereits früh unter ungeklärten Umständen, was die Mutter nur schwer ertragen konnte. Sie kümmerte sich um Samuel und dessen großen Bruder Moisse.
Anhand von Rückblicken erzählt Samuel Meffire über die Hoch und Tiefs seines Lebens mit all dem Hass, der ihm immer wieder entgegenschlägt. Unerträglich ist für ihn die ständige Brutalität und Respektlosigkeit.
In der Gegenwart , die immer wieder mit einfließt , lebt der Autor als Sozialarbeiter, ist verheiratet und Vater zweier Töchter.

Teilweise sind die Einblicke, die wir in sein außergewöhnliches Leben bekommen für mich sehr schockierend, weil er so schonungslos berichtet.
Der Schreibstil ist gut lesbar , aber man spürt darin auch die Emotionen , die den Autor beim Schreiben überkommen. Und das ist gut so und macht das Buch empfehlenswert.