Rezension von Dr. Tobias Kallfell
Mein Sprung ins kalte WasserHier gebe ich die Rezension von Dr. Tobias Kallfell in Ausschnitte wieder, Original zu finden hier:
https://kallfell-rezensionen.blogspot.com/2023/09/weling-bernhard-mein-sprung-ins-kalte.html
Ein autobiographischer ...
Hier gebe ich die Rezension von Dr. Tobias Kallfell in Ausschnitte wieder, Original zu finden hier:
https://kallfell-rezensionen.blogspot.com/2023/09/weling-bernhard-mein-sprung-ins-kalte.html
Ein autobiographischer Erlebnisbericht
Ein chinafreundliches Buch? In diesen Zeiten? Ist das überhaupt möglich? Der Autor Bernhard Weßling zeigt, dass es geht. Er richtet seinen Blick auf die Menschen in China. Menschen, die er dort während seines 13-jährigen beruflichen Aufenthalts als Unternehmer persönlich kennen gelernt hat: „Auf jeden Fall also beschreiben meine Geschichten reale Facetten des chinesischen Lebens, aber nicht DAS chinesische Leben. Ich beschreibe etwas vom Leben in China, wie es tagtäglich stattfindet, vielfältig und ganz anders, als man es so liest, ganz anders, als ich es erwartete, und ich werde auch nach Abschluss dieses Buches, überall und immer wieder Beobachtungen erleben, die anders sind, als wir sie erwarten (und anders, als ich sie erwarten würde und hier beschreibe). Ich beschreibe nur, was ich in den vielen Jahren mit den vielen Chinesen, die mich umgeben haben, erlebt habe; Erlebnisse mit den Chinesen, die ich auf den Straßen kennen lernte, Chinesen, mit denen ich einen Teil meiner Freizeit verbrachte, Chinesen, mit denen ich gearbeitet bzw. Geschäfte gemacht habe.“ (Vorwort, S. 11-12).
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Vieles beschreibt der Autor mit einiger Selbstironie, was ihn sehr sympathisch macht. Gleichzeitig ist er aber auch ehrgeizig und tatkräftig. Ein Macher, der viel bewegt. Er schafft es, in einem fremden Land mit eigentümlichen Strukturen ein Chemie-Unternehmen aufzubauen und zu führen. Mit Eifer erlernt er Schritt für Schritt die Sprache in Wort und Schrift, verschafft sich auf diese Weise Respekt, Anerkennung und Sympathie in seinem Arbeitsumfeld. Er kommuniziert zunehmend souveräner und freier, wie er selbst berichtet. Der Autor ist ein neugieriger, engagierter und wissbegieriger Mensch (das wird auch in seinen anderen Büchern gut deutlich, vgl. dazu „Was für ein Zufall! Über Unvorhersehbarkeit, Komplexität und das Wesen der Zeit“. Springer 2022).
Wer gerne etwas über China erfahren möchte und dabei an einem differenzierten Bild interessiert ist, das an konkreten Beispielen und Erfahrungen verdeutlicht wird, der sollte dieses Buch lesen. Der Autor führt vor, wie man dem Fremden begegnen sollte: unvoreingenommen, aufgeschlossen und offen, mit Bereitschaft sich auf das Fremde einzulassen, es zu akzeptieren, nicht voreilig zu werten und mit den Menschen auf persönlicher Ebene wertschätzend umzugehen. Darüber hinaus sollte man für die Lektüre dieses Buchs an dem Menschen Bernhard Weßling interessiert sein, schließlich ist es ein sehr persönliches Buch. Es liest sich jedenfalls sehr eingängig. Der Erzählton ist schwungvoll-lebendig, oft humorvoll und selbstironisch.
Aus meinem persönlichen Kontakt mit dem Autor erfuhr ich, was er potentiellen Lesern gerne mit auf den Weg geben möchte, vor allem auch solchen Lesern, die beruflich in China tätig sind, waren oder sein werden: „wirklich erfolgreich kann man in China nur sein, wenn man sich den Menschen zuwendet, sie respektiert, ihre Sprache lernt, von ihnen lernen will, ihre Sorgen, Nöte, Ziele, Stärken und Schwächen kennen lernen und berücksichtigen will“ (Bernhard Weßling am 15.09.23 per Mail).