Turbulente Zeiten im englischen Mittelalter: "Rabenthron" von Rebecca Gablé
RabenthronEngland, 11. Jahrhundert: Das geschwächte Land leidet unter der unfähigen Herrschaft König Ethelreds und sieht sich immer wieder Wikingerüberfällen ausgesetzt. Viele Engländer sind müde von den jahrzehntelangen ...
England, 11. Jahrhundert: Das geschwächte Land leidet unter der unfähigen Herrschaft König Ethelreds und sieht sich immer wieder Wikingerüberfällen ausgesetzt. Viele Engländer sind müde von den jahrzehntelangen Kämpfen und ziehen in Erwägung, sich dem dänischen König anzuschließen. So auch Dunstan, der Thane von Helmsby. Aus Loyalität zur englischen Krone begibt sich dessen Neffe Aelfric heimlich mit seinem sechsjährigen Sohn auf die Suche nach dem Ealdorman von East Anglia, um ihm einen hochrangigen dänischen Gefangenen zu übergeben.
Doch die Reise verläuft anders als geplant und die beiden, Aelfric und der Däne Hakon, freunden sich an und werden Teil der Gefolgschaft von Königin Emma. An der Seite der Königin und ihrer Prinzen erleben wir gemeinsam mit Aelfric und Hakon, wie Emma sich im Verlauf der Handlungen von einer jungen, unerfahrenen Königin zu einer geschickten Politikerin mit Weitsicht und Machtbewusstsein entwickelt.
Rebecca Gablé entführt uns in "Rabenthron" wie gewohnt auf sehr unterhaltsame Weise in einen turbulenten Abschnitt englisch-dänischer Geschichte. Dabei lässt sie nicht nur die historischen Persönlichkeiten erlebbar werden, sondern entwirft auch die fiktiven Charaktere sehr lebendig und nahbar - auch wenn die Rettung in letzter Minute und der Sinneswandel des Hauptcharakters Aelfric mich an der ein oder anderen Stelle nicht ganz überzeugen konnte. Diese Details tun dem allgemeinen Lesevergnügen aber nur geringen Abbruch, denn Gablé gelingt es mit dem dritten Roman aus der Helmsby-Reihe erneut, die komplexen historischen Gegebenheiten verständlich und spannend zu schildern.
Ein anregend geschriebener, gut recherchierter Mittelalter-Roman mit Frauen-Power und wunderschönem Farbschnitt - lesenswert, nicht nur für Gablé-Fans!