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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.05.2023

Einführung in das Schnitzen

Schnitzen mit dem Schweizer Taschenmesser: 43 spannende Projekte
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Habt ihr schon einmal etwas geschnitzt? Unser Versuch im letzten Jahr endete leider in der Notaufnahme nach einem Schnitt in den Finger. Danach hatten wir erstmal keine Lust mehr. Für den neuen Versuch ...

Habt ihr schon einmal etwas geschnitzt? Unser Versuch im letzten Jahr endete leider in der Notaufnahme nach einem Schnitt in den Finger. Danach hatten wir erstmal keine Lust mehr. Für den neuen Versuch haben wir uns ein Paar Schnitzhandschuhe sowie ein Buch über das Schnitzen zugelegt.

Das Buch "Schnitzen mit dem Schweizer Taschenmesser" gibt zu Beginn erstmal einen Überblick über die verschiedenen Taschenmesser aus dem Hause Victorinox. Natürlich können auch andere Messer verwendet werden. Dann folgen Tipps zum Schleifen, denn die erste und wichtigste Regel beim Schnitzen lautet: Das Messer muss scharf sein. Unser Messer beim letzten Versuch hatte diese Bedingungen nicht erfüllt.

Danach geht es an die Grundtechniken des einfachen Schnitzens. Eine wichtige Rolle spielt natürlich die Art des Holzes. Dann geht es mit den verschiedenen Projekten los. Wie wäre es mit einem Holzmesser, einer Gabel oder einem Löffel? Oder darf es ein Spielzeug sein, wie z.B. ein kleines Ruderboot? In der Rubrik Tiere aus Ästen und Zweigen haben wir uns für einen Alligator entschieden. Es gibt aber auch noch Eulen, Vögel oder Pferde.

Zu allen Schnitzereien erzählt der Autor eine kurze Geschichte aus seinem Leben bzw. wie er auf die Idee gekommen ist. Dann gibt es eine Materialliste sowie eine detaillierte Beschreibung und mehrere Fotos zu den verschiedenen Arbeitsschritten.

Wir sind mit unserem Alligator zufrieden. Das Buch gefällt uns ebenfalls. Wir werden sicher noch so einiges nachschnitzen und als Anregung für eigene Projekte nutzen. Das Buch eignet sich sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Von uns gibt es 5 Sterne.

Veröffentlicht am 25.04.2023

Vom Sternerestaurant in die Schulkantine

Scones zum Frühstück
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Max Buchanan ist ein Sternekoch mit eigenem Restaurant. Ausgerechnet als ein Restaurantkritiker Gast seines Hauses ist, erleidet er einen Herzinfarkt und bricht in der Küche zusammen. Zum Glück ist ein ...

Max Buchanan ist ein Sternekoch mit eigenem Restaurant. Ausgerechnet als ein Restaurantkritiker Gast seines Hauses ist, erleidet er einen Herzinfarkt und bricht in der Küche zusammen. Zum Glück ist ein Arzt unter den Gästen. Max kommt ins Krankenhaus und anschließend in die Reha. Während dieser Zeit meldet sich seine Freundin kaum und besucht ihn auch nicht. Das lässt den Koch seine Beziehung zu Naomi überdenken. Als er wieder zurück ins Restaurant kommt, muss er mit Entsetzen feststellen, dass sein Stellvertreter nicht nur die Konten leergeräumt hat, sondern auch noch das Gesundheitsamt auf das Restaurant angesetzt hat.

Max steht plötzlich vor dem nichts. Doch dann läuft ihm ein übergewichtiger Hund über den Weg und ein alter Freund bietet ihm eine Stelle als Koch an. Er soll auf der Isle of Skye in der Kantine einer Schule kochen. Max sagt zu und wagt den Neuanfang.

Auf der Insel trifft er bei seinen neuen Mitarbeitern nicht nur auf Gegenliebe. In der Nähe der Schule bezieht Max sein Quartier. Seine Vermieterin ist Robyn. Sie lebt sehr zurückgezogen und meidet den Kontakt zu Menschen. Da Max aber tagsüber für seinen Hund Bradley jemanden braucht, kommt er mit Robyn ins Gespräch und gewinnt nach und nach ihr Vertrauen. Robyn hat schwer mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen.

Nach einer Weile kommt eine neue Schülerin an die Schule. Diese bekommt von ihrer Mutter, einem erfolgreichen Model, einen strengen Diätplan, für den Max so gar kein Verständnis hat. Das hat zur Folge, dass Cassandra und er oft aneinander geraten.

"Scones zum Frühstück" ist mein erstes Buch von Alexandra Zöbeli. Durch ihren lockeren Schreibstil bin ich schnell in die Geschichte reingekommen. In ihrem Buch verarbeitet sie gleich mehrere Extreme. Zum einen ist da der Sternekoch, der alles verliert, wofür er bisher gelebt hat. Dann ist da Robyn, die Farmerin, die hilflos zusehen musste, wie ihre Tochter ertrinkt. Und zuletzt ist da ein magersüchtiges Mädchen, dass ihrer Mutter gefallen will. Wer nun denkt, oh Gott, will ich mir das wirklich antun, dem kann ich sagen, dass diese Themen zwar in der Geschichte verarbeitet wurden, aber es ist dennoch eine Geschichte voller Gefühle und Romantik ist. Die Autorin hat es geschafft, eine Geschichte zu erzählen, in der außergewöhnliche Charaktere aufeinander treffen und die es schaffen, ihre Sorgen zu teilen und zu verarbeiten. Und nicht zu vergessen, gibt es wie der Titel erahnen lässt, im Laufe des Buches jede Menge Scones. Für alle, die gerne einmal selbst welche backen möchten, verrät Max am Ende sein Rezept.

Mich hat das Buch sehr gut unterhalten und ich gebe ihm volle 5 Sterne.

Veröffentlicht am 08.04.2023

Eine ergreifende Geschichte in zwei Zeitebenen

Das Mädchen aus Ostpreußen
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Lüneburg 1945: Zum Ende des zweiten Weltkriegs flüchten Tausende aus Ostpreußen vor der Roten Armee. Unter ihnen sind auch die junge Netti mit ihrer Familie. Sie landen in Lüneburg. Nach mehreren Umzügen ...

Lüneburg 1945: Zum Ende des zweiten Weltkriegs flüchten Tausende aus Ostpreußen vor der Roten Armee. Unter ihnen sind auch die junge Netti mit ihrer Familie. Sie landen in Lüneburg. Nach mehreren Umzügen von einem schäbigen Zimmer zum nächsten, ergattern sie endlich ein Zimmer über dem Stall eines Bauernhofes. Dieses ist unbeheizt und eng, aber sie haben ein Dach über dem Kopf.

Als Nettis Neffe Helmut von den englischen Besatzern aufgegriffen wird, befürchtet sie schon das Schlimmste. Doch er kommt mit einer Strafarbeit davon. Durch den Kontakt zu den Soldaten hat Netti das Glück, eine Anstellung als Hausmädchen bei Major Alan Thompson zu bekommen. Obwohl dieser alle Deutschen hasst, ist Netti froh diese Stelle zu haben. Dank dem verdienten Geld, schafft es ihre Familie, sich halbwegs über Wasser zu halten. Doch dann erkrankt ihre Schwägerin Otti schwer und Netti soll ihr Medikamente besorgen.

Lüneburg 1993: Johanna hat ihren Job gekündigt und sich von ihrem Freund getrennt. Nun ist sie auf dem Weg zu ihrer Oma Netti nach Lüneburg, um dort erstmal einige Zeit zu bleiben. Wie wird es wohl sein, die alten Freunde wiederzusehen? Damals ist sie überstürzt aufgebrochen.
Als sie mit ihrer Oma nach alten Fotos für Opa Walters 75. Geburtstag sucht, stoßen sie auf eine Blechkiste, doch ihre Oma packt diese schnell wieder fort. Was hat es wohl damit auf sich? Johanna will der Sache auf den Grund gehen.

Karin Lindberg erzählt die Geschichte um Netti und ihre Enkelin Johanna in gewohntem flüssigen Schreibstil. Erzählt wird die Geschichte in zwei Zeitebenen, die sich immer wieder abwechseln. So begleiten wir Netti durch die schwere Zeit zum Ende des zweiten Weltkriegs. Auf der anderen Seite erleben wir Johanna in den Neunziger Jahren, was aus heutiger Sicht ja ebenfalls eine Zeitreise darstellt. So begegnen wir z.B. auch dem geliebten Walkman, unter dem sich die heutige Jugend sicher nichts mehr vorstellen kann. Die verwendete Sprache der Zeitebenen variiert leicht, so dass man sehr gut in die jeweilige Epoche eintauchen kann.

Das Buch "Das Mädchen aus Ostpreußen" ist ein historischer Roman in dem viele Emotionen verarbeitet wurden. Wir erleben viel Leid und Sorge um vermisste Angehörige. Doch es wäre kein Roman von Karin Lindberg, wenn es nicht auch um die Liebe gehen würde. Herausgekommen ist eine gute Mischung. Es hat Spaß gemacht das Buch zu lesen und ich empfehle es gerne weiter. Von mir gibt es volle 5 Sterne.

Veröffentlicht am 03.04.2023

Alma Täubers zweiter Fall

Fräulein vom Amt – Der Tote im Kurhaus
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Baden-Baden 1924: Im Kurhaus soll die Oper Aida von Guiseppe Verdi aufgeführt werden. Die ganze Stadt ist plötzlich im Ägyptenfieber. Almas Freundin, die Floristin Emmi, ist für die Dekoration im Kurhaus ...

Baden-Baden 1924: Im Kurhaus soll die Oper Aida von Guiseppe Verdi aufgeführt werden. Die ganze Stadt ist plötzlich im Ägyptenfieber. Almas Freundin, die Floristin Emmi, ist für die Dekoration im Kurhaus zuständig. Auf der Premierenfeier kommt es zu einem Todesfall und die Polizei beginnt mit ihren Ermittlungen. Hauptverdächtiger ist Emmis Freund August. Alma kann dem Ganzen nicht tatenlos zusehen. Sie beginnt eigene Ermittlungen im Umfeld der Theatergruppe und begibt sich dadurch selbst in Gefahr.

Auch im zweiten Teil der neuen Hörbuchreihe geht es rasant daher. Die Geschichte wird spannend erzählt. Natürlich sind auch Kriminalkommissar Ludwig Schiller und Almas Cousin wieder mit dabei. Neben dem rein fachlichen Austausch zwischen Alma und Ludwig knistert es auch immer wieder zwischen den Beiden. Doch Alma will sich nicht auf eine Beziehung einlassen, da sie um ihren Job bangt. Als Fräulein vom Amt soll man schließlich ungebunden sein. Aber auch die fortschreitende Technik bedroht Almas Arbeitsplatz. Im Land werden bereits erste Versuche mit automatischen Vermittlungen erprobt.

Während im ersten Band das kriminelle Milieu im Vordergrund stand, ist es diesmal die Theatergruppe sowie einige der Ägyptenanhänger, die zum Teil auch die Ausgrabungen im Tal der Könige besucht haben. Im Laufe der Geschichte machen sich mehrere Personen verdächtig, doch es gibt immer wieder interessante Wendungen.

Gelesen wird das Hörbuch erneut von Dagmar Bittner. Es gelingt ihr sehr gut die Stimmung der Geschichte herüberzubringen. Mir hat das Hörbuch fast 11 unterhaltsame Stunden beschert und ich vergebe 5 Sterne.

Veröffentlicht am 18.03.2023

Geplatzte Träume und neue Hoffnungen

Das Tor zur Welt: Hoffnung
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Hamburg, 1912. Ava hatte einen großen Traum. Sie wollte nach Amerika reisen und ihre Familie suchen. Doch dieser Traum ist über Nacht geplatzt, denn ihre beste Freundin Claire hat ihr Ticket zusammen mit ...

Hamburg, 1912. Ava hatte einen großen Traum. Sie wollte nach Amerika reisen und ihre Familie suchen. Doch dieser Traum ist über Nacht geplatzt, denn ihre beste Freundin Claire hat ihr Ticket zusammen mit gespartem Geld und Kleidung gestohlen. Für Ava ist das ein schwerer Schicksalsschlag. Hinzu kommt, dass sie sich nach dem Tod ihrer Mitbewohnerin die winzige Kellerwohnung nicht mehr leisten kann. Zum Glück kann sie auch weiterhin in der BallinStadt arbeiten. Dort findet sie auch Unterstützung von Quint.

Claire Conrad ist aus Verzweiflung mit dem Ticket ihrer Freundin nach Amerika aufgebrochen. Doch die Bedingungen auf dem Schiff sind für die verwöhnte Tochter aus gutem Hause alles andere als angenehm. Diese führen letztlich auch dazu, dass Claire das Ziel New York nicht erreicht und nach Hamburg zurückkehrt. Doch wo soll sie hin. Zu ihrer Mutter kann sie nicht, da diese von ihrem Hausarzt umgarnt wird. Dieser war ein Grund ihrer Flucht, da er sie in eine Anstalt stecken will.

Miriam Georg schließt mit dem zweiten und letzten Teil der Auswandererreihe direkt an den ersten Teil an. Die Auswanderungen halten an und die BallinStadt platzt aus allen Nähten. Auch die illegalen Geschäfte im Umfeld der Auswanderungen laufen weiter und die Polizei beginnt mit Ermittlungen. Das setzt Magnus, den Geliebten von Claire unter Druck. Doch auch Quint ist in diese Geschäfte involviert. Entsprechend spannend zeigt sich das Hörbuch. Dabei beschreibt die Autorin die Geschehnisse sehr lebendig und man kann regelrecht in das Geschehen zu Beginn des 20. Jahrhunderts eintauchen.

Im zweiten Teil lernen wir die Hauptprotagonisten Ava, Claire, Quint und Will sehr intensiv kennen. So werden auch immer weitere Details zu deren Vergangenheit offenbart. Die kurzweilige Erzählung gipfelt in einem für mich überraschenden Ende. Während des Hörens hatte ich mir schon so einige Sachen zusammengereimt, doch am Ende wurde ich überrascht. Die Geschichte ist aber schlüssig erzählt. Zum Abschluss des Buches klärt die Autorin noch einige Dinge auf. So erfährt man, welche Aspekte auf historischen Fakten beruhen und wo die künstlerische Freiheit Einzug gehalten hat.

Über insgesamt 36 Stunden hat mich das Hörbuch gut unterhalten. Dabei hat mir der zweite Band besser gefallen als der erste. Das mag auch daran gelegen haben, dass einem die Figuren bereits vertraut waren. Von mir gibt es für die Geschichte sowie die akustische Umsetzung volle 5 Sterne und eine Hörempfehlung.