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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.04.2023

Eine mitreißende Geschichte

Die Perlenprinzessin. Lucky Jim
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Im Jahr 1825 hat Ruth Mensing die Handelsstation auf Tahiti erfolgreich aufgebaut und ist eine reiche Frau geworden. Trotzdem fühlt sie sich oft einsam. Für ihre Freundin Aipua steht fest, daß Ruth wieder ...

Im Jahr 1825 hat Ruth Mensing die Handelsstation auf Tahiti erfolgreich aufgebaut und ist eine reiche Frau geworden. Trotzdem fühlt sie sich oft einsam. Für ihre Freundin Aipua steht fest, daß Ruth wieder einen Ehemann braucht. Sie weiß auch schon genau, wer da in Frage kommt: Kapitän James Hutton soll es nach Aipuas Willen werden. Auch Ruth hat ihr Herz bereits an ihn verloren. Doch vorher müssen noch einige Hürden genommen werden.
In Hamburg treibt Mathias Mensing weiterhin sein böses Spiel mit Ruths Familie. Er ruht nicht eher, bis er alle Mitglieder der Familie Simonsen aus dem Weg geräumt hat. Als Ruth unerwartet ihren Bruder David auf Tahiti wiederfindet, merkt sie aus seinen Erzählungen, daß sie mit Briefen aus der Heimat übel getäuscht wurde. Zusammen mit James will sie ihrer Familie beistehen.

Die Geschichte "Lucky Jim" ist der vierte Band aus der Serie "Die Perlenprinzessin". Iny Lorentz ist damit einmal wieder eine mitreißende Geschichte gelungen. Man unternimmt beim Lesen eine spannende Reise um die Welt und lernt viele fremde Kulturen kennen. Die Autoren sorgen durch ihre Beschreibungen dafür, daß man diese Kulturen auch versteht. Trotz der vielen Arbeit, die da wohl hintersteckt, ist die Geschichte so leicht und lebensfroh geschrieben, daß man das Gefühl hat, die Menschen von Tahiti um sich zu haben. Man träumt sich in die Geschichte hinein und irgendwie glaubt man fest daran, daß alles wieder gut wird. Über das Erbrecht in England kann man sich nur wundern. Auf diese Weise sind für Intrigen und auch Mord Tür und Tor geöffnet. Auch dies wurde wieder wunderbar erklärt.
Ich bin sehr gespannt, wie die Geschichte weitergeht und warte schon voller Ungeduld auf Band 5 dieser Saga!

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Veröffentlicht am 21.04.2023

Typisch britisch

Ein Toter zu wenig
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Lord Peter Wimsey hat ein außergewöhnliches Hobby - er löst mit Begeisterung Kriminalfälle. Zusammen mit seinem Diener Bunter und seinem Freund Inspektor Parker ist er sogar sehr erfolgreich darin. Eines ...

Lord Peter Wimsey hat ein außergewöhnliches Hobby - er löst mit Begeisterung Kriminalfälle. Zusammen mit seinem Diener Bunter und seinem Freund Inspektor Parker ist er sogar sehr erfolgreich darin. Eines Tages ruft Lord Peters Mutter ihn an. Ihr Bekannter Mr. Thipps ist in Schwierigkeiten. In seiner Badewanne wurde ein unbekleideter Toter gefunden. Der etwas übereifrige Inspektor Sugg von Scotland Yard verdächtigt den armen Mr. Thipps des Mordes und verhaftet ihn und sein Hausmädchen. Lord Peter beginnt sofort mit seinen Ermittlungen. Auch seine Freunde und sein Diener helfen eifrig mit, doch zunächst führen alle Spuren in eine Sackgasse. Als sie schließlich auf den einen entscheidenden Hinweis stoßen, können sie es kaum glauben. Sie waren dem wahren Mörder die ganze Zeit so nah!



Wer alte englische Krimis mag, der darf die Romane von Dorothy L. Sayers auf keinen Fall verpassen. "Ein Toter zu wenig" ist der erste Fall für einen ganz speziellen Hobby-Detektiv. Lord Peter Wimsey ist ein ziemlich versnobter englischer Lord, aber er wirkt trotzdem immer sympathisch. Er behandelt seinen Diener ebenso gut wie seinen Freund. Die Sprache ist der Zeit angemessen. Daß es sich um einen Roman aus den 1920er Jahren handelt, merkt man an den wohltuend arglosen Dialogen zwischen den Hauptpersonen. Heute würden dabei wahrscheinlich einige Bevölkerungsgruppen entsetzt aufheulen. Wie es bei vielen englischen Krimis üblich ist, kommen die Ermittler durch haarscharfe Kombinationsarbeit an ihr Ergebnis. Der Leser wird dabei mit hineingezogen. Er muß nicht nur lesen, sondern auch mitdenken. Das macht riesigen Spaß und hält die Spannung hoch.

Dorothy L. Sayers braucht sich vor Agatha Christie nicht zu verstecken!

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Veröffentlicht am 18.04.2023

Keine Urlaubsidylle

Sommerschwestern – Die Nacht der Lichter
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Die Thalbergschwestern Doro, Helen, Yella und Amelie treffen sich zum Todestag ihres Vaters in Bergen an der holländischen Nordseeküste. Er starb dort vor vielen Jahren in einer Sturmnacht bei einem Autounfall. ...

Die Thalbergschwestern Doro, Helen, Yella und Amelie treffen sich zum Todestag ihres Vaters in Bergen an der holländischen Nordseeküste. Er starb dort vor vielen Jahren in einer Sturmnacht bei einem Autounfall. Noch heute fragen die Schwestern sich, warum ihr Vater bei diesem Unwetter das Haus verlassen hat und wohin er wollte. Doch während Helen unbedingt Klarheit darüber haben will, scheinen die anderen Schwestern kein Interesse daran zu haben. Helens Hartnäckigkeit führt nun dazu, daß sich die Stimmung immer mehr aufheizt. Bald stellt sich heraus, daß jede der Schwestern ihre eigenen Erinnerungen an die Unglücksnacht mit sich herumträgt. Als sie ihre Gedanken dazu endlich aussprechen, können sie alle Fakten wie ein Mosaik zusammensetzen und es kommt ein unglaubliches Familiengeheimnis ans Tageslicht.

Die "Sommerschwestern" gehen in die zweite Runde. Doch mit "Die Nacht der Lichter" bringt Monika Peetz ein ganz anderes Gefühl in diesen zweiten Teil ihrer Geschichte. Im ersten Teil herrschte gemütliche Ferienstimmung, während hier zwischen den Geschwistern keine gute Laune aufkommt. Es herrscht Mißtrauen und Neid. In dieser Geschichte ist die Mutter zwar nicht anwesend, doch sie beherrscht die Schwestern trotzdem. Ihre oberflächlich Art und ihr Egoismus heizt die explosive Stimmung noch zusätzlich auf. So entsteht beim Lesen eine Spannung und man wartet immer darauf, daß es zum großen Streit zwischen den Schwestern kommt. Als es dann soweit ist, merkt man erst, mit wieviel Schuldgefühlen jede von ihnen all die Jahre gelebt hat. Dieses Buch ist keine Gute-Laune-Sommergeschichte. Dazu ist es viel zu tiefgründig. Deshalb freue ich mich schon jetzt auf Teil 3!

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Veröffentlicht am 16.04.2023

Ein respektvoll geschriebenes Buch

Palace Papers
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Tina Brown, preisgekrönte Autorin und ehemalige Chefredakteurin von Tattler, Vanity Fair und The New Yorker, widmet sich nach ihrer Diana-Biographie nun mit "Palace Papers" wieder den Windsors. Man merkt ...

Tina Brown, preisgekrönte Autorin und ehemalige Chefredakteurin von Tattler, Vanity Fair und The New Yorker, widmet sich nach ihrer Diana-Biographie nun mit "Palace Papers" wieder den Windsors. Man merkt hier sehr deutlich, daß Tina Brown Erfahrung hat, sich mit diesen Kreisen auseinanderzusetzen. Denn was sie schreibt, ist rundum fair und ehrlich. Hier wird keine schmutzige Wäsche gewaschen, sondern man spürt ihren Respekt mit jedem Wort. Ganz anders, als bei manchem Buch über das Königshaus, bei dem es nur um Abrechnung und Inszenierung geht. Hier wurde gewissenhaft recherchiert, die Fakten werden am Ende des Buches mit Herkunftsnachweisen belegt. Trotzdem es sich hier um ein Sachbuch handelt, hat man nie das Gefühl sich zu langweilen. Tina Brown schreibt lebhaft, Gefühle werden thematisiert, so daß man manchmal meint, einen guten Roman zu lesen. Dadurch nimmt man die Thematik in sich auf, fühlt sich den (sympathischen) Royals verbunden. Man erfährt hier zahlreiche Details, die dem Leser neu sind. Es geht hier natürlich auch um Harry und Meghan - und man merkt, daß Meghan mit ihrer selbherrlichen Art an ihren Schwierigkeiten selbst Schuld war. Hätte sie sich im Vorfeld über einige Dinge informiert, ihre Geschichte hätte anders enden können. Im Mittelteil des Buches gibt es zwei Bildteile, auch die Inneneinbände des Buches sind prall gefüllt mit herrlichen Farbfotos aus verschiedenen Epochen, die zum Teil anmuten, als wären sie den persönlichen Familienalben entnommen. Hier sieht man strahlende Gesichter, herzhaft lachende Royals, aber auch ernste Mienen - so wirken die Royals nahbar und normal.
Tina Brown hat es mit "Palace Papers" geschafft, ein wunderbares und unterhaltsames Buch über die Familie schlechthin zu schreiben, ohne dabei Geschehnisse zu verherrlichen oder zu bewerten. Eine grandiose Leistung!

Veröffentlicht am 13.04.2023

Einfach grandios

Commissario Tasso stochert im Nebel
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1963 in Bozen. Polizeichef Bruno Visconti erscheint nicht zum Dienst. Commissario Tasso ist beunruhigt, sieht dies seinem alten Freund und Chef doch gar nicht ähnlich. Er untersucht Viscontis Wohnung und ...

1963 in Bozen. Polizeichef Bruno Visconti erscheint nicht zum Dienst. Commissario Tasso ist beunruhigt, sieht dies seinem alten Freund und Chef doch gar nicht ähnlich. Er untersucht Viscontis Wohnung und muß feststellen, daß er es mit einer Entführung zu tun hat. Die Frage ist nur, wer hinter dieser Entführung steckt. In Frage kommen mehrere Gruppierungen. Tasso muß feststellen, daß der Grund der Entführung weit in Viscontis Vergangenheit zu suchen ist. Da die Entführung nicht groß bekannt werden soll, beginnt er mit seiner Praktikantin Mara Oberhöller und Viscontis Sekretärin Alessia Rosso zu ermitteln. Doch schon bald ziehen sie den Ärger einiger Leute auf sich...

Mich hat "Commissario Tasso stochert im Nebel" wieder restlos begeistert. Gianna Milani versetzt den Leser mitten in das Jahr 1963, als Südtirol unter Separatisten und Faschisten zu leiden hatte. Diese unruhigen Zeiten werden hier in diesem Band extrem deutlich gemacht. Die Handlung ist diesmal sehr politisch angehaucht - aber dadurch sehr lehrreich und spannend. Hier wird richtig deutlich unter welchen Bedingungen die Menschen in Südtirol leben mußten. Tasso, Mara und Alessia waren hier absolut sympathisch und bildeten eine verschworene Gemeinschaft. Dieses Trio gehört einfach zusammen. Sie geben alles für Ihren Bruno Visconti, gehen für seine Rettung auch unkonventionelle Wege und setzen ihre eigene Berufslaufbahn aufs Spiel. Gerade Mara gefiel mir hier, denn sie zeigt Courage und Eigeninitiative, umgeht hier Vorschriften. Beeindruckend auch, mit welchen psychischen Raffinessen Visconti trotz seiner scheinbar ausweglosen Lage versucht, einen Entführer auf seine Seite zu ziehen. Er gibt nicht auf. Dieser Krimi ist nicht so fröhlich wie der erste Band, jedoch schafft es Gianna Milani mit ihrem Schreibstil trotz des schwierigen Themas eine gewisse Lockerheit in den Text zu bringen, die der Thematik trotzdem immer noch angemessen ist. Mir hat auch dieses Buch wieder wahnsinnig gut gefallen, so daß ich mich schon jetzt auf Commissario Tasso Teil 3 freue!

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