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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.04.2023

✎ Daniel Bleckmann - KoboldKroniken Kwest-Abenteuer 1 Mission Glühelfe

KoboldKroniken. Mission Glühelfe
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Bereits der Klappentext von "Mission Glühelfe" lässt mich immer wieder schmunzeln. Der Inhalt übertrifft dann alles!

Vom ersten Teil der KoboldKroniken "Sie sind unter uns!" war ich als Erwachsene nicht ...

Bereits der Klappentext von "Mission Glühelfe" lässt mich immer wieder schmunzeln. Der Inhalt übertrifft dann alles!

Vom ersten Teil der KoboldKroniken "Sie sind unter uns!" war ich als Erwachsene nicht so begeistert. Der Verlag vergibt eine Altersempfehlung ab 9 Jahren, doch ich sehe, dass das Buch eher ab 11 ausgeliehen wird. (wie meine Einschätzung von vorne herein war) Es ist halt sehr komplex und hat viel mit Handysprache zu tun.
"Das Kwest-Abenteuer von Clara-mit-C" hingegen könnte ich mir gut in Händen von 9-Jährigen vorstellen.

Daniel Bleckmann hat sich wieder richtig ausgetobt. Es ist teilweise sehr viel Text und daher nicht unbedingt für Lesemuffel geeignet. Und doch denke ich, dass gerade mit solch einem interaktiven Abenteuer neue Kinder für Bücher gewonnen werden (können).
Denn man liest ja nicht einfach nur eine Geschichte von vorne nach hinten, sondern muss Rätsel lösen, sich für Wege entscheiden, Punkte sammeln (oder verlieren). Und kann dies immer wieder von vorne tun, denn der Pfad kann jedes Mal ein anderer sein.

Thomas Hussung ist der perfekte Partner, wenn es um dieses Escape-Abenteuer geht. Seine Zeichnungen von den Monstern sind klasse und begeistern selbst meine 5-Jährige.

Mein Exemplar zieht auch dieses Mal wieder in unsere Schulbibliothek ein und ich bin gespannt, was mir die Schüler*innen berichten werden.

Auf meinem Instagramprofil gibt es einen kleinen Einblick ins Buch.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 19.04.2023

✎ Ryan T. Higgins - Mama Bruce

Mama Bruce - Band 1 der Bruce-Reihe
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Diese Rezension fällt mir richtig schwer, denn die Meinung von Kind und Mama gehen bei diesem Buch sehr weit auseinander ...

Nach dem ersten, alleinigen Lesen wollte ich eigentlich bereits eine negative ...

Diese Rezension fällt mir richtig schwer, denn die Meinung von Kind und Mama gehen bei diesem Buch sehr weit auseinander ...

Nach dem ersten, alleinigen Lesen wollte ich eigentlich bereits eine negative Kritik dazu abtippen. Ich mag den Humor nicht. Ich mag die modernen Bilder nicht. Ich mag die Geschichte nicht.

Meine 5-Jährige hat das Werk dann jedoch auf dem Tisch liegen sehen und wollte, dass ich es ihr vorlese. Und sie mag es. Sie lacht. Sie holt es immer wieder heraus. Sie möchte es auch nicht abgeben.

Ich glaube, ich als Mama vermisse irgendwas. Ich habe etwas ganz anderes erwartet. Etwas mit Tiefgang. Etwas, worüber man im Anschluss reden kann. Etwas, was man den Kleinen mit auf den Weg geben kann.
Meine Tochter hingegen mag es, weil es eben mal einfach nur lustig für sie ist. Ohne Schnickschnack. Ohne, dass wir hinterher über pädagogische Werte in der Erzählung sprechen.

Die Illustrationen sind süß, auch wenn ich sie im ersten Moment befremdlich fand. Ich habe diese moderne Welt mit der Tierwelt nicht in Einklang bringen können.
Mein Nachwuchs hingegen wächst damit auf, dass man alles mögliche im Internet recherchieren kann, dass wir auf unsere Umwelt achten (saisonal & regional einkaufen zum Beispiel), dass es verschiedene Familienbilder gibt.

Und während ich diese Zeilen abtippe, merke ich, dass eben doch viel mehr in der Geschichte steckt, als auf den ersten Blick angenommen. Aber all die kleinen Erkenntnisse, die nach und nach bei mir durchsickern, werde ich für mich behalten und meiner 5-Jährigen bedenkenlos ihren Spaß an diesem Bilderbuch lassen.

An dieser Stelle gibt es also dieses Mal eine Vorleseempfehlung meines Kindes an alle, die den gleichen Humor teilen.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 19.04.2023

✎ Camilla Chester - Nenn mich Löwe

Nenn mich Löwe
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Zwei so starke Themen in ein Kinderbuch zu packen ist mutig - sehr mutig.
Camilla Chester hat es geschafft, selektiven Mutismus und Analphabetismus kindgerecht und einfühlsam zu veranschaulichen.

Ihr ...

Zwei so starke Themen in ein Kinderbuch zu packen ist mutig - sehr mutig.
Camilla Chester hat es geschafft, selektiven Mutismus und Analphabetismus kindgerecht und einfühlsam zu veranschaulichen.

Ihr Schreibstil hat mich auf eine Achterbahn der Gefühle mitgenommen.

Auf der einen Seite gibt es Leo, der nicht vor Fremden reden kann. Hinter sich hat er zwei große Geschwister und eine Mama, die immer für ihn einstehen und absolutes Verständnis an den Tag legen. Diese Familienbande mitanzusehen, hat mein Herz zum Schmelzen gebracht.
Auf der anderen Seite ist da Richa, der Leo durch einen Brief erklären möchte, warum er nicht reden kann. Blöd nur, dass Richa Analphabetin ist und dies sehr gut zu verstecken weiß. Selbst ihre Eltern wissen nichts von ihrem Problem.

Und so versuchen sich die beiden Kinder, gegenseitig zu helfen. Dabei wird jedoch nicht vergessen, dass sie erst 10 Jahre alt sind und Verständnis nicht immer gegeben ist.

Lesenden wird hier anschaulich vermittelt, dass jede*r sein/ihr Päckchen zu tragen hat im Leben. Es kommt immer darauf an, was wir daraus machen und wen wir an unserer Seite haben - im besten Fall Menschen, die Verständnis haben und eventuell helfen möchten/können.

Die Autorin zeigt jedoch ebenso auf, dass man manchmal über sich hinaus wachsen muss, um weiter wachsen zu können.

Ich wünsche mir, dass viele Kinder dieses Buch lesen und entweder erkennen: "Ich bin nicht allein" oder "Da draußen gibt es Gleichaltrige, die Hilfe benötigen".
Daher werde ich mein Exemplar schnellstmöglich in unsere Schulbibliothek einziehen lassen.

Ich hätte mir am Ende des Buches, als kleinen Zusatz, noch Informationen zu selektivem Mutismus und Analphabetismus gewünscht. Wie viele Personen (in Deutschland) leiden jeweils darunter? Wer ist jeweils besonders betroffen? Quellen zum Nachlesen (in Büchern oder im Internet).
Doch das ist "Jammern auf hohem Niveau".

Von mir bekommt "Nenn mich Löwe" eine absolute Leseempfehlung für Kinder, doch auch Erwachsene können noch so einiges aus dieser Geschichte lernen und mitnehmen.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 12.04.2023

✎ Markus Szaszka - Großstadtballaden 2 Mohnblumen

Großstadtballaden / Mohnblumen
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Ich bin keine Coverkäuferin - das behaupte ich immer wieder. Meistens sehe ich ein Buch oder gar nur den Titel, lese den Klappentext und entscheide dann. Bei dem vorliegenden Roman habe ich das Bild angeschaut ...

Ich bin keine Coverkäuferin - das behaupte ich immer wieder. Meistens sehe ich ein Buch oder gar nur den Titel, lese den Klappentext und entscheide dann. Bei dem vorliegenden Roman habe ich das Bild angeschaut und mich sofort verliebt. Ich habe nicht gelesen, um was es geht, nur gesehen, dass es ein kurzer Text ist und wollte erfahren, was Mutter und Tochter vom Titelbild erleben werden und was es mit den Mohnblumen, die man auf dem Cover lediglich erahnen kann, auf sich hat.

So wusste ich zum Beispiel nicht, dass die Teenagerin, die Linh trifft, der Tod ist und war dementsprechend überrascht, als dies im Text stand. Doch positiv überrascht. Wie vom ganzen Buch.

Markus Szaszka hat mich auf eine wunderschöne Reise mitgenommen. Er schreibt lieblich, ausdrucksstark, einnehmend, sehr bedacht. Ich habe die Zeilen richtig genossen und konnte mir Linhs Rundgang durch das Krankenhaus gut vorstellen. Obwohl die Publikation nur ca. 100 Seiten beinhaltet, hat der Schriftsteller eine bildhafte Tiefe entwickeln können, die nur einzelne Menschen mit so wenigen Worten hinbekommen.

Sein Werk erinnerte mich ein bisschen an "Dienstags bei Morrie" von Mitch Albom. Auch hier geht es um das wirklich Wichtige im Leben. Gedanken, die mich selbst immer wieder innehalten lassen.
Viele Menschen denken erst im Antlitz des Todes darüber nach. Und das ist eigentlich traurig.

Einziger Kritikpunkt für mich ist, dass die Erzählung in jedem Krankenhaus hätte stattfinden können. Der Autor erwähnt auf seiner Homepage, dass er von Großstadt zu Großstadt zieht und dort jeweils eine Geschichte schreibt, die in der jeweiligen Großstadt spielt. Da hätte ich mir einfach mehr Identifikationspunkte gewünscht. Etwas, was eben typisch Wienerisch ist.

Ansonsten bin ich sehr begeistert von "Mohnblumen" und möchte sie Lesenden ans Herz legen, die gerne mal in sich hinein horchen, die Trost suchen (und finden wollen) oder die einfach philosophische Texte mögen.

Ich werde mir nun noch die anderen Veröffentlichungen des Schriftstellers anschauen und hoffe auf ebenso Poetisches.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 24.03.2023

✎ Julie Bender - Die drei !!! Sonderband 29 Verdacht auf dem Reiterhof

Die drei !!!, Verdacht auf dem Reiterhof
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Dies war mein erster Fall der drei !!! und nun verstehe ich, warum diese Reihe in unserer Schulbibliothek so beliebt ist.

"Verdacht auf dem Reiterhof" ist ein Sonderband, da er neben der Geschichte auch ...

Dies war mein erster Fall der drei !!! und nun verstehe ich, warum diese Reihe in unserer Schulbibliothek so beliebt ist.

"Verdacht auf dem Reiterhof" ist ein Sonderband, da er neben der Geschichte auch viele Sachwissenseiten enthält. So lernen Pferdeliebhaberinnen, die nicht so sehr in der Materie stecken, noch ganz neben etwas über Pferdesprache, -körper oder -pflege.

Die Erzählung an sich ist meist sehr unaufgeregt. Klar gilt es, einen Fall zu lösen, doch Hektik kommt dabei nicht auf. Es ist nichts zu verschachtelt oder unzusammenhängend. Trotzdem konnte man seinen eigenen Gedanken nachhängen, eigene Theorien aufstellen und am Schluss eventuell sogar ein wenig überrascht werden.

Julie Benders Schreibstil ist sehr bildhaft, sodass die Geschichte wie ein Film vor meinen Augen ablief.
Trotz einiger trauriger Begebenheiten herrscht doch ein humorvoller Grundton. Dieser ließ mich leicht durch die Seiten blättern.

Franzi, Kim und Marie sind authentische Charaktere, mit denen sich Leser
innen leicht identifizieren können. Sie haben - genau wie die anderen handelnden Personen - Ecken und Kanten.

Mich hat dieser Band positiv überrascht und daher darf er gerne in unsere Schulbibliothek einziehen, um von möglichst vielen Kindern gelesen zu werden.

©2023 Mademoiselle Cake