Profilbild von Sparklesandmascara

Sparklesandmascara

Lesejury Star
offline

Sparklesandmascara ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Sparklesandmascara über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.05.2023

witzig, spritzig, chaotisch

It happened one Summer
0

„Er war durch und durch ein Fischer. Uns sie war ein reiches, abenteuerlustiges Society-Girl.“
(Brendans Gedanken in It happened one summer)

Worum geht’s?

Piper Bellinger ist ein Hollywood-It-Girl. ...

„Er war durch und durch ein Fischer. Uns sie war ein reiches, abenteuerlustiges Society-Girl.“
(Brendans Gedanken in It happened one summer)

Worum geht’s?

Piper Bellinger ist ein Hollywood-It-Girl. Doch als sie wegen einer außer Kontrolle geratenen Party (und möglicherweise einem klitzekleinen Einbruch in einen Hotel-Pool) im Gefängnis landet, reißt ihrem Stiefvater der Geduldsfaden. Er dreht ihr den Geldhahn ab und schickt sie in den kleinen Küstenort Westport, wo ihr leiblicher Vater aufgewachsen ist – um sich dort um die heruntergekommene Bar der Familie zu kümmern. Piper ist noch keine fünf Minuten in Westport, als ihr der grummelige muskelbepackte Fischer Brendan in die Quere kommt. Er glaubt, dass sie keinen einzigen Tag durchhält. Aber Piper hat es satt, von allen für ein dummes Blondchen gehalten zu werden. Und nur weil sie bei ihrem ersten Versuch zu kochen beinahe die Bar niederbrennt, heißt das noch lange nicht, dass sie aufgibt. Sie wird es allen beweisen. Vor allem diesem ärgerlich attraktiven Fischer …

It happened one summer ist Band 1 der Bellinger Schwestern-Reihe. Die Geschichte ist in sich geschlossen, die Charaktere von Band 2 kommen jedoch schon vor.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch ist in der Erzähler-Sicht geschrieben. Das Buch beinhaltet sexuellen Content.

Meine Meinung

Und wieder ein Booktok-Hype-Buch. Langsam ist es fast schon schwer, ein Buch zu finden, was nicht mit diesen Worten beworben wird. Denn leider finde ich meistens das Attribut „hyped on Tiktok“ nicht gerade vertrauenserweckend. Motiviert aber von einer Freundin, die von der Autorin bereits etwas gelesen habe, und angetan vom Klappentext (erinnert mich ein wenig an die alten Serien wie The simple life mit Paris Hilton) habe ich zugegriffen. Und insgesamt hat es sich gelohnt!

Turbulenter Einstieg mit einer gewöhnungsbedürftigen, aber irgendwie absolut liebenswerten Protagonistin. Auf einer Party macht ihr 3-Wochen-Freund mit Piper Schluss – und um die Gerüchteküche direkt zum Erliegen zu bringen, sorgt sie einfach für bessere Presse: Indem sie eine gigantische, illegale Party in einem Hotelpool veranstaltet, Einbruch, Feuerwerk und jede Menge Leute inklusive. Ihr Stiefvater hat die Nase voll und schickt die verwöhnte High Society-Partyprinzessin kurzerhand nach Westport, dem kleinen Fischerort, in dem Pipers Mutter mit ihrem verstorbenen Vater lebte. Klingt absolut grausam für Piper und als sie dort ankommt, wirkt es für sie wie ein Weltuntergang. Öde, überhaupt nicht stylisch und nicht einmal wirklich Internet. Drei Monate hier durchhalten? Für Piper unvorstellbar. Doch der Ort hält so einige Überraschungen und Erkenntnisse bereit.

Das urige kleine Fischerdorf verzauberte mich von Anfang an. Es waren die lustigen Kontraste – Piper in ihren edlen Sommerkleidern, die Dorfbewohner eher praktisch und dem Fischfang verschrieben, der grumpy Kapitän Brendan und Pipers entspannte Schwester. Piper ist wirklich wie der bunte Vogel in einem Meer aus Tauben. Mit jeder Menge Tollpatschigkeit, einer kleinen Portion Naivität und vor allem ganz vielen Selbstzweifeln stellt Piper Westport komplett auf den Kopf. Denn sie denkt, dass sie nichts und niemand wäre, ohne ihre Follower, ihren Partyruhm und die ganzen Veranstaltungen, weswegen sie sehr schnell wieder wegmöchte. Aber Schritt für Schritt wird sie vor Ort angenommen, findet richtige und echte Freundschaften, baut Beziehungen auf, die nicht nur für Likes und irgendwelche Party-Vorteile gedacht sind – und damit auch langsam zu sich selbst. Der Leser kann Piper dabei auf einer interessanten, süßen Reise begleiten, bei der auch einmal fast ein Haus abfackelt. Und es macht wahnsinnig Spaß, sie wachsen zu sehen, dabeizusein, wie sie für sich selbst einsteht und zugleich macht es einen wütend, wenn ihre Vergangenheit versucht, wie wieder zur Partyprinzessin zu machen oder ihr Stiefvater ihr mal wieder keine Aufmerksamkeit schenkt, weil er ihre Entwicklung nicht ernstnimmt. Pipers Entwicklung ist wahnsinnig gut gelungen und hat eine gute Mischung aus naiven Blondchen, selbstbewusstem Wirbelwind und liebevoller Menschenflüsterin.

Doch natürlich geht es in dem Buch nicht nur um Pipers Entwicklung, sondern auch um Liebe. Liebe zum Fischen, Liebe zur See, Liebe zu Westport. Und um die aufkeimende Liebe zwischen Brendan und Piper. Brendan ist der grumpy Kapitän, den der ganze Ort schätzt. Er ist verwitwet und scheint in einer Dauerschleife aus Schuldgefühlen und längst überfälligen Verbindungen gefangen zu sein. Entsprechend scharf weist er Piper anfangs auch zurück, bevor er ihren Charme erliegt. Brendans Entwicklung ist dabei auch sehr emotional, denn er schafft es nach so langer Zeit, sich von seiner toten Frau zu lösen und nach vorne zu schauen. Brendan und Piper haben funktioniert, ich hätte mir hier aber ehrlich gesagt mehr Tiefe und Gefühl gewünscht. Das recht überschaubare Zeitfenster von wenigen Wochen hilft hierbei natürlich nicht, aber auch sonst hatte ich das Gefühl, dass beide hauptsächlich auf einer sexuellen Ebene zueinander finden. Die Sexszenen wirken für die Geschichte auch irgendwie zu plump. Deswegen konnte mich die Lovestory auch nicht komplett überzeugen und abholen. Dafür gefiel mir das Drumherum sehr, mit den ganzen Einblicken in das gefährliche Leben als Fischer, den Herausforderungen für das Dorf und dem sehr sympathischen Dorfleuten und ihrem Füreinander Dasein.

Mein Fazit

It happened one summer war eine angenehme, locker-leichte Geschichte mit viel Witz. Es hat mir gut gefallen, dass sich die Charaktere entwickeln konnten, ohne sich selbst zu verlieren. Die Liebesgeschichte gerät etwas oberflächlich und schmal, aber kann insgesamt auch überzeugen. Leseempfehlung für Cosy Romcom-Leser!

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 04.05.2023

starke Thematik, schwache Lovestory

Dream and Dare (Faith-Reihe 3)
0

„Ich glaub, ich hab dich schon vermisst, als ich dich noch nicht einmal kannte.“
(Isaacs Notiz an Hope in Dream and Dare)

Worum geht’s?

Isaacs Band erobert die Charts und die Frauen liegen ihm zu ...

„Ich glaub, ich hab dich schon vermisst, als ich dich noch nicht einmal kannte.“
(Isaacs Notiz an Hope in Dream and Dare)

Worum geht’s?

Isaacs Band erobert die Charts und die Frauen liegen ihm zu Füßen. Doch als sich die Presse auf seine Schwester stürzt und sie zur Zielscheibe wird, zerbricht etwas in ihm. Er verliert seine Leidenschaft, seine Kreativität und allen voran seine Stimme. Die Band steckt deshalb tief in der Krise, und alle sind froh, als eine außergewöhnlich talentierte Straßenmusikerin zu ihnen ins Studio kommt – alle, bis auf Isaac. Er fühlt sich ersetzt und will Hope um jeden Preis wieder loswerden. Auch Hope ist der Rockstar zuwider, aber die Chance auf ein besseres Leben für sich und ihren Bruder will sie sich nicht nehmen lassen. Also willigt sie ein, einen Sommer bei der Band zu bleiben – einen Sommer, der alles verändert …

Dream and Dare ist Band 3 der Faith-Reihe. Vorkenntnisse sind nicht zwingend notwendig, die Geschichte ist in sich geschlossen.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch wird durch Isaac und Hope in der Ich-Perspektive erzählt. Das Buch beinhaltet sexuellen Content. Es sind potenziell triggernde Thematiken enthalten.

Meine Meinung

Here we go again, Band 3 der Faith-Reihe, das große Finale. Sarah Stankewitz ist für mich ohne Frage eine der besten Heartbreak-Autorinnen im deutschsprachigen Bereich und ihre Bücher konnten mich bisher immer sehr begeistern. Der Vorgänger, Shatter and Shine, hat mich zerstört, ich habe geweint und gelitten. Und genau das habe ich auch von Dream and Dare erhofft – leider vergebens.

Issac kennt der Leser bereits aus Band 1, wo Carter mit der Band unterwegs war. Es ist seit Band 1 einige Zeit vergangen, die Band feiert gigantische Erfolge und ist auf großer Tour. Durch ein geleaktes Video stürzt sich die Presse nun auf Isaacs Schwester Megan – und er verliert seine Stimme. Der ganze Druck, die Macht der Öffentlichkeit und die ganzen Zweifel blockieren ihn. Blöd nur, dass die Band gerade auf großer Tour ist. Als Isaacs Manager mit der Idee kommt, die Straßenmusikerin Hope für die restlichen Termine als Leadsangerin zu holen, war nicht nur Issac überrascht – auch ich war es. Und hier geht es schon los. Ich fand die Idee, dass Hope, die zufällig als Straßenmusikerin vor der Konzerthallte spielte und vom Manager entdeckt wird, nun mit der Band auf Tournee gehen soll, irgendwie komisch. Wieso sollte der männliche Lead nun durch eine weibliche Unbekannte ausgetauscht werden? Wieso werden die Konzerte nicht einfach verschoben, wieso wird hierdurch noch mehr Druck auf Isaac aufgebaut? Es waren viele kleine Puzzleteile, die mich irritiert haben. Aber die Autorin hat sich große Mühe gegeben, die Geschichte sinnvoll und gut aufzubauen.

Es ist nicht so, dass mich das Buch nicht begeistern konnte, wirklich nicht. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen, gelegentlich geschmunzelt, öfter den Kopf über Isaac geschüttelt und tatsächlich auch mit ihm mitgelitten. Aber etwas hat gefehlt. Etwas, von dem ich weiß, dass die Autorin es kann, aber hier irgendwie nicht mitgegeben hat: Gefühl und Tiefe. Hope hat es mir von Anfang an schwer gemacht, sie zu mögen. Sie war ein Straßenkind, kümmert sich um ihren drogensüchtigen Bruder und versucht, irgendwie Fuß zu fassen. Dabei ist sie aber sehr verurteilend gegenüber Leuten, die es in ihren Augen besser und einfacher haben, ohne mal hinter die Fassade zu schauen. Sie klaut – und rechtfertigt dies noch damit, dass es erstens eh niemand merken wird und zweitens es so Superstars wie Isaac eh nicht kümmern würde. Das fand ich nicht gut. Sie ist in ihrer Meinung oft sehr festgefahren und auch, wenn sie sich viel Mühe gibt, bin ich mit ihr einfach nicht so wirklich warm geworden. Auch das Problem, was zum berühmten großen Knall führt, war mir irgendwie zu konstruiert und brachte mich moralisch auch in das Dilemma, ob ich mit Hope überhaupt mitleiden kann. Isaac hingegen hat mich recht schnell begeistert. Der kaputte Rockstar, die ganze Bandbreite an Problemchen, dazu noch eine schmerzhafte Vergangenheit. Die Autorin geht seine Probleme vielseitig und nicht immer gradlinig an, was mir gut gefallen hat. Aber auch hier gilt: Irgendwie wirkte Isaac gehemmt, sein Inneres nach außen zu tragen. Vielleicht habe ich auch einfach wahnsinnig hohe Ansprüche an die Bücher der Autorin, weil ich weiß, wie gut sie schreiben und vor allem Herzen zerstören kann.

Die ganze Thematik um die Band war gut aufgebaut, allerdings in einigen Punkten auch vorhersehbar. Leider war mir auch nicht so ganz klar, wieso eigentlich das Feuer zwischen Isaac und Hope entfacht wurde. Auf einmal ist da eine sexuelle Anziehung, die sie auch ausleben. Und danach gibt’s plötzlich Dates, Liebe und jede Menge Drama. Mir hat einfach etwas gefehlt, ich habe mir mehr gewünscht, mehr erhofft und mehr gesucht. Es war für mich nur eine mittelmäßige Liebesgeschichte, die mehr auf gezwungenem Zusammensein basierte. Es war ohne Frage ein gutes Buch, aber leider nicht das Highlight, was ich erwartet habe.

Mein Fazit

Dream and Dare ist ein starker Abschluss der Reihe, hätte aber in meinen Augen mehr Tiefe und Gefühl haben können. Die Thematiken waren angelegt, Herzen zu brechen, aber bei mir kam davon emotional leider nur wenig an. Die Liebesgeschichte ist eher mittelmäßig überzeugend und die Protagonistin Hope war leider nur bedingt mein Fall.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 04.05.2023

angenehm und unterhaltsam

Mr Wrong Number
0

„Das ist mit Abstand die seltsamste Unterhaltung meines Lebens.“
(Mr. Wrong Number zu Olivia in Mr. Wrong Number)

Worum geht’s?

Olivia war schon immer ein Pechvogel. Doch als sie die Liebesbriefe ...

„Das ist mit Abstand die seltsamste Unterhaltung meines Lebens.“
(Mr. Wrong Number zu Olivia in Mr. Wrong Number)

Worum geht’s?

Olivia war schon immer ein Pechvogel. Doch als sie die Liebesbriefe ihres Exfreundes verbrennt und dabei ein ganzes Gebäude abfackelt, sitzt sie richtig in der Klemme. Liv muss bei ihrem Bruder einziehen, der mit dem Schrecken ihrer Kindheit zusammenwohnt, seinem besten Freund Colin. Inzwischen ein erfolgreicher Geschäftsmann ist Colin noch arroganter als früher, aber leider auch richtig heiß. Ablenkung von ihrem Gefühlschaos findet Olivia durch die SMS eines Unbekannten, die versehentlich auf ihrem Handy landen. Die sexy Nachrichten von Mr Wrong Number lassen ihre Knie weich werden. Und auch Mr Wrong Number findet die gewitzte Unbekannte unwiderstehlich. Bis er begreift, dass sie die kleine, nervige Schwester seines Mitbewohners ist …
Mr. Wrong Number ist ein Einzelband und in sich geschlossen.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch wird durch Olivia und Colin in der Ich-Perspektive erzählt. Das Buch beinhaltet sexuellen Content.

Meine Meinung

Irgendwann vor nicht allzu langer Zeit habe ich Romcoms für mich entdeckt. Kurios eigentlich, wenn man bedenkt, dass ich ein absoluter Fan von Herzschmerz, komplexen Charakteren und viel Tiefe bin. Vielleicht ist das aber auch gerade der Grund, wieso mich Romcom – als Gegensatz und „Erholung“ – derart begeistern können. Als ich sah, dass bei Goldmann nun direkt eine ganze Reihe von Romcoms erscheint, war ich entsprechend hyped und all in.

Die Geschichte von Colin und Olivia ist eigentlich recht einfach erzählt. Fehlgeleitete Nachrichten, aus denen sich eine Unterhaltung entwickelt. Zwangsweise zusammenwohnen, nachdem die sehr tollpatschige Olivia ihre Wohnung abgefackelt hat und nun in die WG ihres Bruders zieht. Enemies to Lovers in Reallife, Unknown Identity Romance in den Chats. Olivia ist aufgeweckte, quirlige Person kann von Anfang an überzeugen, wenngleich viele Leute sie wahrscheinlich als anstrengend, übertrieben und kindisch ansehen würden. Aber ich fand, dass es gepasst hat und die Autorin Olivias Charakter sehr konsequent umgesetzt hat. Colin hingegen ist der typische Spießer—Goodguy, komplett durchorganisiert und analytisch. Umso interessanter, dass er in den Chats doch teilweise ganz anders wirkt. Von Anfang an ist aber entsprechend klar, dass es hier knallen wird, denn die beiden sind so krasse Gegensätze. Das sorgt für viel Humor in der Geschichte, man ist definitiv viel am Lachen, am Schmunzeln und ganz vielleicht möchte man die Charaktere manchmal auch ganz hart schütteln. Der leichte Schreibstil der Autorin, voller Witz und lebhafter Beschreibungen, lässt einen wirklich nur so durch das Buch fliegen.

Mr. Wrong Number ist nun kein Buch, was ich als Jahreshighlight betiteln würde, ganz sicher nicht. Dafür ist dann vieles doch eher holprig und oberflächlich. Aber das ist in Ordnung, weil es der Anspruch der Autorin an das Buch ist: Eine spritzig-witzige Geschichte ohne doppelten Boden, mit einer enorm tollpatschigen Protagonistin, die viele Fettnäpfchen und jede Menge Stolpersteine im Leben mitnimmt. Colin findet doch recht fix heraus, wer sich hinter den Chats versteckt, was ihn vor einige innere Kämpfe stellt. Aber die Geschichte lehrt einfach wahnsinnig gut, wie Vorurteile und der falsche Zeitpunkt das Bild von einer Person beeinflussen kann. In Kombination mit den sehr plastisch gestalteten Familien von Colin und Olivia entsteht ein nettes Gesamtbild, aus dem man so einiges mitnehmen kann.

Die Liebesgeschichte ist ganz süß, man sollte jedoch nicht zu viel erwarten. Die Geschichte entwickelt sich in einem soliden Tempo, die Charaktere entwickeln sich auch ein wenig, aber nicht übermäßig. Man konnte doch recht nachvollziehbar die Funken zwischen Colin und Olivia sehen und auch das Hin und Her, die Gefühlsachterbahn, waren passend und glaubhaft eingebaut. Für mich war das Buch insgesamt relativ rund, ich hatte keine großen Erwartungen und hab mich doch recht begeistert in das Buch ziehen lassen.

Mein Fazit

Mr. Wrong Numer ist eine lockere Romcom, perfekt für einen entspannten Nachmittag, wenn man einfach den Kopf ausschalten möchte und ein bisschen lachen und schmachten mag. Colin und Olivia sind gegensätzliche, aber gute Charaktere. Wer allerdings nicht so der Fan von einer vielleicht etwas nervigen, aufgekratzten Protagonistin ist, wird keine Freude mit Olivia haben.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 04.05.2023

ein schöner Auftakt

Jetzt sind wir echt (Jetzt-Trilogie, Band 1)
0

„Einige Dinge fallen eben auseinander, damit man sie hinterher noch schöner zusammenkleben kann.“
(Aus einem Youtube-Video in Jetzt sind wir echt)

Worum geht’s?

Berlin. Zwei Jahre zuvor: Bei einem ...

„Einige Dinge fallen eben auseinander, damit man sie hinterher noch schöner zusammenkleben kann.“
(Aus einem Youtube-Video in Jetzt sind wir echt)

Worum geht’s?

Berlin. Zwei Jahre zuvor: Bei einem Schreibworkshop lernt Lucy Gregor kennen, der sich mit jedem seiner Worte in ihr Herz schreibt. Bis sie nach dem Sommer kein einziges Wort mehr von ihm hört. Köln. Jetzt: Plötzlich steht Gregor wieder vor ihr. Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass er für seinen Master nach Köln gezogen ist, muss Lucy sich ausgerechnet mit ihm die Moderation des Hochschulpodcasts teilen. Mit ihm und seinen Worten voller Erinnerungen, mit Herzklopfen und Bauchkribbeln. Und dazwischen die eine große Frage: Wieso ist Gregor wirklich zurückgekommen?

Jetzt sind wir echt ist Band 1 der Jetzt-Reihe. Die Geschichte ist in sich geschlossen.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive erzählt und sowohl Gregor als ach Lucy führen durch die Geschichte. Der Schreibstil der Autorin ist wortgewandt und poetisch. Im Buch ist sexueller Content sowie möglicher Trigger enthalten.

Meine Meinung

Es gibt Bücher, auf die wartet man. Sehnsüchtig und sehr doll. Dieses Buch gehörte dazu. Denn ich habe von der Autorin alle Titel, die sie bisher herausgebracht hat, gelesen. Und die meisten auch sehr geliebt. Denn die Autorin hat einen sehr besonderen, sehr außergewöhnlichen Schreibstil. Es ist meistens gar nicht so sehr die Geschichte, auf die ich mich freue, sondern eben der Schreibstil. Und die Art, wie sie ihren Charakteren Leben einhaucht. Das hat sie auch bei Lucy und Gregor getan. Aber irgendwas war dieses Mal anders. Denn so sehr ich das Buch lieben wollte, irgendetwas fehlte.

In die Geschichte habe ich nach einigen Startschwierigkeiten ganz gut reingefunden. Man erfährt am Anfang kurz, wie Gregor und Lucy sich kennengelernt haben, aber es dauert ein wenig, bis man sich einen Reim daraus machen kann, was passiert ist. Der Großteil der Geschichte spielt dann im „Jetzt“ und verläuft hier chronologisch, es gibt aber einige Rückblicke ins Damals. Im Jetzt begleitet der Leser zum Großteil Lucy, erfährt über ihr Leben an der Hochschule und auch außerhalb. Sie hat einen Blog mit ihren Freundinnen, was immer wieder Thema ist. Die Autorin bringt hier sehr viele sozialkritische Themen ein, was mir gut gefallen hat und auch in meinen Augen sehr gepasst hat. So geht es um Hasskommentare im Netz, um das teilweise schamlose Bewerten anderer Leute sowohl online als auch offline, um die weibliche Selbstbestimmung. Lucy betreibt auch eine Kategorie als eine Art Kummerkasten, was gelegentlich vorkommt. Von Anfang an empfand ich Lucy als sehr angenehmen Charakter, der Ecken und Kanten hat, aber gut ausbalanciert ist. Sie hat ihre Vorstellungen, ihre Erwartungen, ist aber auch kritikfähig und offen für andere Meinungen. Das Buch besteht sehr viel aus wortgewaltigen, poetischen und komplexen Gedanken von Lucy. Das ist eine Stärke der Autorin, die viele Leute aber nicht so sehr mögen. Es ist, als würden die Gedanken ungefiltert herauspurzeln, sich wie Efeu durch das Buch schlängeln. Manche Gedankengänge enden abrupt, andere kommen immer wieder. Das hat mir wahnsinnig gut gefallen und ist wahrscheinlich auch einer der Gründe, wieso ich immer wieder zu den Büchern der Autorin zurückkehre. Man kann sehr viel aus dem Buch mitnehmen, in poetischer Hinsicht, für das eigene Mindset aber auch im Hinblick auf gewisse kritische Aspekte.

Im Kern der Geschichte geht es um Lucy und Gregor, die sich nach Jahren wiedersehen. Sie haben sich damals in einem Sommercamp kennengelernt und jetzt ist es ausgerechnet Gregor, der plötzlich in Köln auftaucht und Lucy den Podcast wegschnappt, auf den sie solange hingearbeitet hat und der ihr Karrieresprungbrett sein sollte. Ich muss gestehen, dass diese ganze Geschichte um den Podcast, die Recherchearbeiten und auch das Jubiläum an der Uni mich irgendwie nicht überzeugen konnte. So kommen am Ende auch Enthüllungen, die ich mir schon gedacht habe und die dafür sorgen, dass sich Gregor und Lucy überwerfen. Aber wieso eigentlich? Das wirkte mir zu konstruiert. Während die beiden zusammenarbeiten, entwickelt sich eine Second Chance Romance, die ganz solide gelungen ist, aber jetzt auch nicht mein Jahreshighlight darstellt. Ich mag, dass die Charaktere, die Probleme und die Zweifel und Sorgen so echt und realistisch sind, nothing too crazy, aber irgendwie auch aus dem Leben gegriffen. Aber gleichzeitig wolle die Chemie zwischen Gregor und Lucy als Liebespaar für mich nicht nachvollziehbar sein. Es ist generell so, dass ich ab etwa der Hälfte das Gefühl hatte, dass die Autorin nicht mehr wusste, was sie machen möchte, wie sie diese Beziehung auf- und ausbauen mag, was ich in ihren anderen Büchern bisher nicht so wahrgenommen habe. Das führt dazu, dass mir die zweite Hälfte ehrlich gesagt zu „spicelastig“ war und zu wenig für die Gefühle getan hat. Ich will nicht sagen, dass das Buch mich hier verloren hat, weil das nicht stimmen würde. Aber ich war von der Geschichte bis zum ersten Intim-Werden der beiden deutlich mehr begeistert als danach. Ich habe danach wirklich das Gefühl gehabt, dass der Faden verloren wurde und alles ein wenig rumeiert. Geblieben bin ich dennoch bis zum Ende, wenngleich auch nicht mehr mit der gleichen Begeisterung, die mich durch die erste Hälfte getragen hat.

Mein Fazit

Jetzt sind wir echt kann mit einer besonderen Art zu Schreiben überzeugen, die Charaktere wirken echt und greifbar. Die Liebesgeschichte kann mich nur bedingt überzeugen, das Drumherum ist sozialkritisch geprägt und man kann viel entdecken und erleben. Es ist ein guter Auftakt mit einigen Schwächen und Luft nach oben, aber ein Auftakt, der insgesamt durchaus überzeugen kann.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 04.05.2023

unterhaltsame Fortsetzung

Proof of Faith
0

„Auch wenn du jemals fallen solltest, werde ich da sein und dich auffangen.“
(Caleb zu Sierra in Proof of faith)

Worum geht’s?

In der Treuetestagentur PROOF OF LOVE gilt eine eiserne Regel: Verlieben ...

„Auch wenn du jemals fallen solltest, werde ich da sein und dich auffangen.“
(Caleb zu Sierra in Proof of faith)

Worum geht’s?

In der Treuetestagentur PROOF OF LOVE gilt eine eiserne Regel: Verlieben verboten! Und als Sierra Madigan merkt, dass Caleb Barnes, ihre neue Zielperson, ihr nicht mehr aus dem Kopf gehen will, übergibt sie die Beweise seiner Treue sofort an ihre Chefin und versucht, ihn zu vergessen. Doch Sierra staunt nicht schlecht, als der attraktive Kinderarzt ein paar Monate später in die Wohnung neben ihr einzieht: noch genauso charmant, aber offenbar inzwischen single! Da sie einen gemeinsamen Balkon teilen, kommen sie sich schnell näher. Einziges Problem: Caleb weiß nicht, dass Sierra in der Agentur arbeitet, der er die Schuld am Scheitern seiner Beziehung gibt!

Proof of faith ist Band 2 der Proof of Love-Reihe. Das Buch ist in sich geschlossen, die einzelnen Bände sind unabhängig voneinander lesbar. Es geht jedoch um drei Geschwister und die Treuetesteragentur, weshalb für den Folgeband hier bereits wichtige Hinweise enthalten sind und spoilernde Inhalte zu Band 1 vorkommen.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive erzählt und sowohl Rory als auch Elijah führen durch die Geschichte. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm, entspannt und unkompliziert. Im Buch ist sexueller Content enthalten.

Meine Meinung

April Dawson und ich sind ein Dauerthema mit einer On-Off-Höhen-Tiefen-Beziehung durch und durch. Aber die Idee um die Treuetesteragentur finde ich einfach zu verlockend, dass ich auch nach einem eher schwächeren Band 1 zurückgekehrt bin und unbedingt Proof of Faith lesen wollte. Und es hat sich gelohnt, denn in einigen Aspekten gibt es hier eine klare Steigerung zum Vorgänger – in anderen leider aber Abstriche.

Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen, auch wenn diese nicht explizit getrennt oder ausgewiesen sind. Beide nehmen gut die Hälfte vom Buch ein – das erste Aufeinandertreffen mit der Treuetesten und Monate später, als Caleb als Single neben Sierra einzieht. Der Einstieg in das Buch fiel mir leicht, wenngleich viele Sachen irgendwie random eingeworfen wurden und für den weiteren Verlauf gar keinen Sinn hatten (etwa das ständige Betonen, dass bei Sierra im Umfeld viel eingebrochen wird, weswegen sie sich daraufhin einen treudoofen, kuschelbedürftigen Golden Retriever holt, die Einbrüche selbst spielen aber gar keine Rolle). Das führt dazu, dass es sich ein wenig wie ein Alltagsbericht aus Sierras Leben anfühlt, den ich zugegeben sehr angenehm und entspannt fand, aber eben auch nicht sonderlich spannend. Es dauert ein wenig, bis Caleb auftaucht, den Sierra testen soll. Es gibt einige Einblicke in die Vorbereitung der Testung – und das sich überholende Schicksal, denn tatsächlich treffen Sierra und Caleb vor der eigentlichen Testung aufeinander, unwissend, wer der jeweils andere ist. Schicksalshaft, denn auf beiden Seiten ist ein wenig Insta-Love gegeben. Ich war hier ehrlich gesagt ziemlich skeptisch, weil Caleb ja verlobt ist und ich kein gutes Gefühl dabei hatte, die Autorin hat sich hierfür aber eine wie ich finde solide und nachvollziehbare Lösung ausgedacht. Als ich realisierte, dass an dieser Stelle aber bereits die Hälfte vom Buch vergangen war, war ich etwas unruhig. Denn ehrlich gesagt: Passiert ist bis hierhin einfach… nichts.

Und viel mehr passiert auch im zweiten Teil nicht, als beide wieder aufeinandertreffen. Caleb zieht neben Sierra ein, die er natürlich nicht als Treuetesterin, aber als Zufallsbekanntschaft kennt. Sierra hingegen ist überrascht und schockiert, dass Caleb nun Single ist. Zwischen beiden knistert es und als netter Slow Burn Roman entwickelt sich ein zartes Flämmchen. Zu viel erwarten sollte man hier nicht, immerhin geht es ja quasi mit dem richtigen Kennenlernen erst bei der Hälfte des Buches los. Trotzdem haben beide mir ganz gut gefallen, sie haben nette Momente miteinander. Sie kommunizieren erwachsen, offen und größtenteils ehrlich miteinander – denn natürlich war von Anfang an klar, welches Problem der große Explosionspunkt sein wird: Caleb weiß nicht, dass Sierra ihn auf seine Treue getestet hat. Und so las ich eigentlich nur weiter, um zu sehen, wie die Autorin das Dilemma löst. Ich habe mich ehrlich gefragt, wie ich an Calebs Stelle reagieren würde. Es gibt kein Richtig und kein Falsch, deswegen war ich sehr offen für die Lösung der Autorin. Sie war durchdacht, menschlich und konnte mich schon überzeugen.

Proof of Faith ist einfach wie auch der Vorgänger kein Buch mit einer heftigen Handlung, tiefgreifenden Emotionen oder überraschenden Twists. Ich möchte in dem Aspekt einfach ehrlich sein. Aber: Das Buch hat dennoch viel zu geben und deswegen hatte ich Freude daran. Es war einfach ein wahnsinnig angenehmes Zwischendurch-Buch mit ein paar Emotionen, ein bisschen was zum Lachen und – leider zu wenig – interessanten Einblicken in die Agentur. Ich hätte mir deutlich mehr Einblicke in den Job, die Agentur und die Probleme gewünscht, alles wurde doch recht kurz oder nebensächlich behandelt. Andere Punkte kriegen dafür einfach zu viel Aufmerksamkeit, die Fokussetzung konnte mich daher nur bedingt überzeugen. Der Hauptstrang um Sierra und Caleb kann im Großen und Ganzen überzeugen, hätte aber definitiv mehr Tiefe verdient und auch vertragen. Die beiden passen zueinander, keine Frage. Die beiden geben sich Raum zum Atmen und unterstützen sich, was mir sehr gefallen hat. Aber ich hätte einfach gern mehr über sie und ihre Gefühle erfahren. Vielleicht liegt’s aber auch an der relativen Kürze des Buches. Eine Sache, die mich aber auch bei Band 1 schon gestört hatte, war hier wieder relevant. Die drei Schwestern sind sehr durchgeplant, führen ihre Agentur (vermeintlich) durchdacht und haben hohe Ansprüche an sich. Gleichzeitig gibt es einige Momente im Buch, die für mich unglaublich unprofessionell wirkten, vor alle der Patzer, der zu Sierras „Enttarnung“ Caleb gegenüber führt. Für eine Agentur, die in diesem Feld arbeitet, war ich schockiert hierüber. Aber gut, irgendwie müssen bestimmte Sachen ja passieren, damit die Story aufgeht.

Abschließend möchte ich noch etwas sagen zu einem Punkt, den ich bei Band 1 doch recht stark kritisiert habe: Das Gendern. Dabei ging es mir nicht um das Ob, sondern das Wie. Das Buch war wahnsinnig schwer lesbar, da wild zwischen Stilen gewechselt wurde und es unfassbar viele Wiederholungen gab, wodurch man sich erschlagen fühlte. Offenbar hat der Verlag die viele Kritik wahrgenommen, denn auch in Band 2 wird wieder gegendert, aber sehr dezent und wirklich überhaupt nicht störend oder holprig. Es wurden viele geschlechterneutrale Formulierungen und gelegentlich das Sternchen verwendet.

Mein Fazit

Proof of faith ist im Ganzen stärker als Band 1 der Reihe, hat aber eindeutig noch Luft nach oben. Ich hätte mir mehr über die Agentur gewünscht, habe mich aber insgesamt auch gut unterhalten gefühlt. Eine lockere, wenig anspruchsvolle Geschichte, toll für Zwischendurch!

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]