Die männlichen Charaktere sind wundervoll geschrieben. Jeder (gute) kümmert sich so sehr um Consent, was sein Gegenüber möchte und lässt sich auch nur darauf ein. Das zieht sich durchs ganze ...
Als erstes:
Die männlichen Charaktere sind wundervoll geschrieben. Jeder (gute) kümmert sich so sehr um Consent, was sein Gegenüber möchte und lässt sich auch nur darauf ein. Das zieht sich durchs ganze Buch - das hat mir sehr gut gefallen!
Insgesamt ist die Welt sehr spannend aufgebaut - ich persönlich habe noch nicht wirklich was mit Todsünden gelesen, obwohl ich diese echt interessant finde. Einige "Höfe" sind noch nicht aufgetaucht oder nur wenig aufgebaut, da bin ich gespannt, wie es weiter geht. Auch, weil die Prota(gonistin) alle besichtigen soll und nicht einmal die Hälfte geschafft hat, bevor etwas seltsames passiert ist. Wie es damit weiter geht, erfahren wir hoffentlich im Folgeband!
Der Innere Konflikt der Prota und das Umdenken ihrer Werte wurde realistisch dargestellt. Ab und an war ich etwas genervt, wenn sie in alte Muster gefallen ist, jedoch ist das sehr gut realistisch und auch sinnvoll, nicht nach dem ersten Argument umzuschwenken.
Ein neutral-negative Aspekt für mich war der Plot um die männlichen Protas - das war etwas wild. Das einzige, was mir nicht so gefallen hat war die Darstellung des Gegenspielers: Hier liegt auch wieder enorm viel Wert auf dem Consent - was ich gut finde! - jedoch hätte ich hier eine andere herangehensweise erwartet. Das lässt aber ggf schließen, dass er vielleicht der Gute ist? Bei ihm bin ich Feuer und Flamme wie es weiter geht.
Insgesamt ein Buch, was man gut in einem Rutsch lesen kann. Tolle Charaktere, tolles System, spannende Welt. Sehr viel Potential für den Folgeband.
Auch hier muss ich mich zu einem Cover-Kauf bekennen. Ich mag das Dark Academia Setting unglaublich gern - vor allem, wenn es dann noch mit Magie getränkt wird. Und das auf so viele verschiedene Weisen!
Wir ...
Auch hier muss ich mich zu einem Cover-Kauf bekennen. Ich mag das Dark Academia Setting unglaublich gern - vor allem, wenn es dann noch mit Magie getränkt wird. Und das auf so viele verschiedene Weisen!
Wir wechseln mehrfach zwischen unterschiedlichen Charakteren hin und her, vor allem am Anfang erscheint es kurz viel - das ist jedoch wichtig, damit die Charaktere einen sinnvollen Auftritt haben. In der Vorstellungs-Runde fand ich tatsächlich noch jede:n Einzelne:n wirklich sympatisch und spannend - eine Abneigung hat sich aber schnell ergeben. :D
Ich liebe das Setting und den Umgang mit der Magie. Jede:r hat einen eigenen Schwerpunkt und damit auch andere Stärken und schwächen.
Zwischendrin wird der ein oder andere KanditatIn etwas vernachlässigt, das ergibt sich aber zum Schluss.
Am Ende passiert so viel gleichzeitig, trotzdem konnte ich der Story gut folgen und wusste noch, was wohin gehört. Es gibt nur wenige Punkte, die mir noch unklar sind - darum auch der Punkt Abzug - weil dort zwar Tiefe war, diese sich mir aber nicht ganz erschlossen hat. Plottwists sind wunderbar! Ich habe es leider schon zu Beginn gerochen, jedoch definitiv nicht in diesem Ausmaß. Sehr gut umgesetzt!
Ich hoffe, dass in Teil 2 über den Twist und die Personen am Ende noch einiges erklärt wird, davon gehe ich aber aus.
Duologien sind super!
Insgesamt ist das Buch ein tolles Exampel für Dark Academia meets Fantasy - schöne Sprache, gut eingeführte, ausgearbeitete Charaktere (zumindest die meisten) und Twists und Chaos.
Ich muss zugeben, das Buch war ein Cover-Kauf. Die Stichworte "Witches" und der Klappentext haben mich dann ziemlich schnell überzeugt, zuzugreifen.
Das Cover hat etwas mystisches, magisches und ist doch ...
Ich muss zugeben, das Buch war ein Cover-Kauf. Die Stichworte "Witches" und der Klappentext haben mich dann ziemlich schnell überzeugt, zuzugreifen.
Das Cover hat etwas mystisches, magisches und ist doch minimalistisch gehalten - nicht zu überladend oder voll, sondern genau richtig. Gefällt mir sehr.
Die Erzählperspektiven switchen mehrfach zwischen unterschiedlichen Charakteren, die Geschichte geht jedoch am Stück weiter. So erfährt man Hintergründe und Nebenereignisse aus mehreren Sichtweisen, was den Lesefluss am laufen hält. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Bedürfnis, durch einen Perspektivwechsel zu blättern, damit ich erfahre, wie es mit dem voherigen Charakter weiter geht - nicht, weil es mich nicht interessiert hat, sondern, weil ich alle Sichtweisen so spannend fand!
Die Protagonistin ist zeitweise etwas naiv und nervig, das hilft der lesenden Person aber, da sie viele Fragen bzgl Lore und Charakteren stellt, deren ich sonst nicht hätte folgen können. Darüber ist also guten Gewissens drüber hinwegzusehen.
Die Helden-Seite hat sehr spannende, ausgearbeitete Charaktere und auch die Bösewicht-Seite ist ansprechend - obwohl ich mir hier etwas mehr Tiefe gewünscht hätte. Ich bin gespannt, wie es in Teil 2 weiter geht.
Mir hat das Buch insgesamt sehr gefallen. Ein paar genannte Kleinigkeiten begründen den Stern Abzug, trotzdem empfehle ich es unbedingt weiter.
Nach "Die Unbändigen" (Weyward), das mich absolut begeistert hat, war meine Vorfreude auf Unbeugsam wie die See (The Sirens) riesig. Emilia Hart bleibt sich in vielem treu: Wieder erzählt sie die Geschichten ...
Nach "Die Unbändigen" (Weyward), das mich absolut begeistert hat, war meine Vorfreude auf Unbeugsam wie die See (The Sirens) riesig. Emilia Hart bleibt sich in vielem treu: Wieder erzählt sie die Geschichten mehrerer Frauen in unterschiedlichen Zeitebenen, wieder verwebt sie weibliche Traumaerfahrungen, Familiengeheimnisse und Naturmystik zu einer dichten Atmosphäre. Und auch diesmal gelingt es ihr, eine ganz eigene Welt zu erschaffen; düster, melancholisch, geheimnisvoll.
Besonders stark fand ich die Atmosphäre. Das abgelegene australische Küstendorf, die stürmische See, das verfallene Haus - das alles wurde so stimmungsvoll beschrieben, dass ich wirklich das Gefühl hatte, selbst dort zu sein. Auch die mythologischen Elemente, besonders die feministisch neu interpretierten Sirenen, fand ich originell. Dass die Meerwesen in dieser Geschichte nicht einfach nur Verführerinnen sind, sondern eine Art archaische, beschützende Kraft, hat mich sehr angesprochen.
Inhaltlich begleitet man zwei Schwestern in der Gegenwart, Lucy und Jess, die mit seltsamen Träumen, Schlafwandel und einer Familiengeschichte voller Lücken konfrontiert werden. Parallel dazu erleben wir die Geschichte von Eliza und Mary, Zwillingsschwestern auf einem britischen Gefangenenschiff im Jahr 1800 - ebenfalls auf dem Weg nach Australien. Beide Zeitstränge spiegeln sich gut ineinander, auch wenn das ständige Wechseln der Perspektiven und Zeiten manchmal den Lesefluss gestört hat.
Was für mich leider nicht ganz funktioniert hat, war die emotionale Verbindung zu den Figuren. Besonders mit Lucy hatte ich Schwierigkeiten - ihre Entscheidungen wirkten für mich oft unnachvollziehbar, ihre Entwicklung blieb trotz vieler innerer Monologe recht flach. Auch andere Figuren blieben eher blass oder zu konstruiert. Die Grundidee (Trauma, das über Generationen hinweg wirkt) ist stark, aber ich hätte mir mehr emotionale Tiefe und weniger erklärende Tagebucheinträge gewünscht. Einige Elemente wie die seltene Hautkrankheit wirkten eher wie Symbolik als als organischer Teil der Geschichte - spannend, aber nicht ganz zu Ende gedacht.
Dadurch wurde das Buch leider sehr sehr lang und anstrengend zu lesen. Schade! Ich hatte große Hoffnung. Ich bleibe trotzdem Fan des Aufbaus und verfolge die Autorin weiter - ich wette, da kommt noch viel Gutes.
Ich habe mich vorab sehr auf Katabasis gefreut. Kuang ist eine meiner Lieblingsautoren und Babel fand ich in der Dark Academia Schiene schon großartig.
Was ich bekam, war ein Buch, das mich in vielerlei ...
Ich habe mich vorab sehr auf Katabasis gefreut. Kuang ist eine meiner Lieblingsautoren und Babel fand ich in der Dark Academia Schiene schon großartig.
Was ich bekam, war ein Buch, das mich in vielerlei Hinsicht beeindruckt, aber auch frustriert hat. Kuang entwirft eine faszinierende Version der Hölle: eine Art akademisches Unterreich, das sich wie ein grotesker Campus anfühlt - übervoll mit Symbolik, philosophischen Konzepten und literarischen Anspielungen. Schon allein die Idee, zwei verfeindete Postgraduierte auf eine Reise durch die acht Höfe der Hölle zu schicken, um ihren toten Doktorvater zurückzuholen, wirkt auf mich sehr unterhaltsam. Und ja, die Namenswahl Alice und Peter weckt ganz bewusst Assoziationen zu Alice im Wunderland und Peter Pan – auch das fand ich clever und gelungen.
Stilistisch merkt man Kuang wieder einmal ihre Brillanz und Belesenheit an. Es steckt unglaublich viel drin: von mathematischen Modellen über theologische Gedanken bis hin zu antiker Mythologie. Das ist faszinierend und hat mich persönlich gar nicht gestört - ich mag anspruchsvolle Fiction-Wissenschaft und ich mag es auch, beim ersten Lesen vielleicht nicht immer alles zu verstehen. Ich verstehe jedoch die Gegenstimmen, die genau dieses "Belehrende" kritisieren. In meinen Augen macht das jedoch ein bisschen den aktuellen Schreibstil von Kuang aus...
Was mich leider auch gestört hat, waren die Figuren. Alice blieb mir lange Zeit fremd und ungreifbar, und Peter - so viel Raum seine Hintergrundgeschichte auch bekommt - wirkte auf mich eher blass. Die emotionale Ebene blieb insgesamt auf der Strecke. Zwar gibt es interessante Spannungen zwischen den beiden, aber diese Beziehung hat mich nie wirklich mitgerissen. Auch der Plot war stellenweise zäh - besonders nach den ersten zwei Höfen der Hölle verlor das Ganze für mich deutlich an Energie. Die Struktur an sich (eine Reise durch klar abgegrenzte Ebenen) hätte eigentlich für ein gutes Erzähltempo sorgen können, aber die Dichte der Sprache und die ständigen Exkurse haben das oft ausgebremst. Auch der direkte Wurf in die Hölle am Anfang hat mich etwas überrumpelt.
Trotz all dieser Kritikpunkte erkenne ich Kuangs handwerkliches Können absolut an. Die Welt ist atmosphärisch dicht, die Themen sind mutig gewählt, und das Buch hat definitiv Tiefe. Das sind für mich auch die klaren Stärken des Buches: die Komplexität, die kluge Symbolik, den intellektuellen Anspruch. Für mich kommt die emotionale Verbindung trotzdem zu kurz. Zu den Figuren, zur Handlung, zur Geschichte als Ganzes. Ich war selten wirklich berührt oder gepackt, sondern eher neugierig auf die nächste Idee, das nächste Konzept. Am Ende hatte ich das Gefühl, ein sehr durchdachtes, gut konstruiertes Werk gelesen zu haben - aber kein Buch, das mich nachhaltig bewegt hat.
Insgesamt würde ich sagen: Katabasis ist ein Buch für Menschen, die gerne gefordert werden, die Spaß an komplexen, vielschichtigen Texten haben und denen eine gewisse emotionale Distanz nichts ausmacht. Für alle anderen - besonders für diejenigen, die sich eher von Charakteren und zwischenmenschlichen Entwicklungen mitreißen lassen wollen - könnte das Ganze schnell anstrengend wirken. Ich bin froh, es gelesen zu haben, Kuang bleibt trotzdem ein Auto-Buy-Author für mich. Trotzdem wackelt meine Grenzenlose Liebe ein kleines bisschen.
Kuang erwähnte auf einer Lesung, dass sie vielleicht einen zweiten Teil von Babel schreiben möchte (nachdem sie fließend französisch gelernt und den amerikanischen Bürgerkrieg studiert hat) und im Moment viel zu Künster*innen und deren Arbeiten recherchiert...Außerdem deutete sie an, dass sich ihr Schreibstil nochmal stark ändern wird, weil sie zur Zeit viel Posie liest und mehr auf Sprachrhythmen achtet. Ich bin gespannt, was sie uns als nächstes serviert.