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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.09.2023

Fortsetzung mit Schwächen

Totenlichter
4

Ein neuer Thriller um das Ermittlerpaar Nygård und Wasmuth.
Das Cover ist ähnlich gestaltet wie in Band 1, so dass ein Wiedererkennungswert da ist.
Diesmal geht es um vermeintliche Selbstmorde, einen Busunfall ...

Ein neuer Thriller um das Ermittlerpaar Nygård und Wasmuth.
Das Cover ist ähnlich gestaltet wie in Band 1, so dass ein Wiedererkennungswert da ist.
Diesmal geht es um vermeintliche Selbstmorde, einen Busunfall und Botschaften in Leichen.
Zum besseren Verständnis der privaten und beruflichen Situation von Jan und Anna empfiehlt es sich, Band 1 zu kennen, für den Fall ist es nicht notwendig.
Aaron Sander arbeitet mit Perspektivwechseln und ermöglicht dabei Einblicke in die Gedanken von Täter, Opfern und Ermittlern. Cliffhanger am Ende der Kapitel fungieren als Spannungsbeschleuniger. Die Charaktere haben sich im Verhältnis zu Band 1 nicht sehr weiter entwickelt. Vor allem Jan hat sich und seine Aggressivität nicht im Griff und gefährdet immer noch Team und Ermittlungen.
Die Handlung ist zunächst sehr spannend und wendungsreich. Ab der Mitte des Buches kam für mich ein Umbruch. Durch einfaches Ausschlussverfahren war der Täter offensichtlich. Zusätzlich wiederkehrende Szenen aus dem privaten Umfeld, die sich im Sinn nicht erschlossen haben, unterbrechen die Spannung immer wieder. Wie schon in Band 1 wirkt der Schluss überhastet und unfertig. Viele Ansätze und Fragen bleiben offen, das Motiv bleibt unklar.
Die Grundidee war gut, die Umsetzung hatte für mich Schwächen. Ich vergebe 3,5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 05.05.2023

Entsprach nicht ganz meinen Erwartungen

Die einzige Frau im Raum
0

Romanbiografien sind ja immer eine Verbindung zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Die New York Times " Ein irrer spannender Thriller und gleichzeitig eine feministische Parabel". Der Klappentext " Und sie ...

Romanbiografien sind ja immer eine Verbindung zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Die New York Times " Ein irrer spannender Thriller und gleichzeitig eine feministische Parabel". Der Klappentext " Und sie hatte eine Idee, die dem Land hätte helfen können, die Nazis zu bekämpfen... wenn ihr nur jemand zugehört hätte".
Große Worte, denen das Buch leider nicht gerecht worden konnte. Hedwig Eva Maria Kiesler , eine Schauspielerin mit jüdischer Herkunft und der Aussicht auf eine Karriere in ihrem Heimatland Österreich.
Wir erleben den Beginn ihrer Karriere, die sie dann, auch im Hintergrund vor dem Weltgeschehen, für die Ehe mit Fritz Mandl, einem Waffenhersteller, aufgibt.
Ein großer Teil des Romans ist dann der Ehe mit dem gewalttätigen Mandl gewidmet.
Als ihr dann die Flucht nach Amerika gelingt, startet sie ihre Karriere als Hedy Lamarr.
Das Zeitgeschehen und ihre schwierige Rolle als Frau, wird immer wieder thematisiert und auch gut eingebaut. Aber die Erfinderin? Kommt definitiv zu kurz. Erst auf den letzten Seiten wird dass, aber auch nur sehr oberflächlich, Thema.
Der Roman verzettelt sich an vielen Stellen in Romanzen und Nebensächlichkeiten, die der Frau Hedy Lamarr nicht gerecht werden. Wenn man den Roman als Grundlage nutzt, um über sie zu recherchieren, merkt man erst, wie außergewöhnlich sie war.
Aber das ist halt immer das Risiko einer Romanbiografie.
Das Buch ließ sich flüssig lesen und hat trotz der Kritik gut unterhalten.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.03.2023

Segeltörn mit Spannungen und etwas enttäuschendem Ende

In blaukalter Tiefe
0

Kristina Hauff nimmt uns mit auf einen Segeltörn in die schwedischen Schären. An Bord zwei Paare und ein Skipper. Carolin und Andreas, Tanja und Daniel, Eric. Schon zu Beginn wird klar, dass hier Lügen ...

Kristina Hauff nimmt uns mit auf einen Segeltörn in die schwedischen Schären. An Bord zwei Paare und ein Skipper. Carolin und Andreas, Tanja und Daniel, Eric. Schon zu Beginn wird klar, dass hier Lügen im Raum stehen, Spannungsfelder entstehen. Daniel möchte gerne Juniorpartner in der Kanzlei von Andreas werden und tut wirklich alles dafür. Er ordnet auch seine Beziehung zu Tanja unter. Andreas verträgt keinerlei Kritik und möchte von allen bewundert werden. Gleichzeitig will er seine Ehe wieder in Ordnung bringen. Tanja fühlt sich bei einer Grenzüberschreitung von Andreas ihr gegenüber von Daniel im Stich gelassen. Caroline verschweigt ihre Entlassung als Chefredakteurin. Dazu der wortkarge und merkwürdige Eric, der anscheinend auch ein Geheimnis verbirgt. Diese Grundlagen führen auf der beengte Bootfläche nach und nach zu immer mehr Spannungen, die atmosphärisch gut umgesetzt sind und durch umschlagendes Wetter noch unterstützt werden. Die Bootsbesatzung steuert in die Katastrophe.

Der Schreibstil ist flüssig und die Geschichte wird immer aus der Perspektive einer anderen Person betrachtet, ausgenommen die des Skippers. Man erlebt hautnah mit, wie sich die einzelnen Charaktere verändern, sich neue Gruppierungen bilden.

Und dann kam das Ende. Die Bereitschaft von Eric Leben und Schiff zu riskieren, die schlussendliche Auflösung der beruflichen Wege und Beziehungen. Realitätsfern, unwirklich und teilweise zu weichgespült. Schade, das hat den anfänglichen guten Eindruck etwas getrübt. Von mir gibt es aber trotzdem 3,5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.03.2023

Modernes Aschenputtel

Der Traum vom Leben
0

Katharina Fuchs erzählt uns die Geschichte von Luise, einer Bauerntochter aus dem hohen Norden. Aufgewachsen in einem kleinen Dorf und noch nichts von der Welt gesehen, keine Lebenserfahrung. Aber mit ...

Katharina Fuchs erzählt uns die Geschichte von Luise, einer Bauerntochter aus dem hohen Norden. Aufgewachsen in einem kleinen Dorf und noch nichts von der Welt gesehen, keine Lebenserfahrung. Aber mit dem Gefühl, dass es ihr in Ostfriesland zu klein und engstirnig ist.

Die Geschichte von Luise ist eine klassische Aschenputtelstory, entdeckt auf einem Friseurwettbewerb, steigt sie zum Supermodel in Paris auf.

Wir tauchen ein in die Welt der Mode, begegnen bekannten Models und Designern, von denen man irgendwann schon gehört hat. Die Idee hinter der Story ist gut, aber mir blieb es in weiten Teilen zu oberflächlich. Luise agiert naiv, aber größerer Katastrohen bleiben aus, was ich in dem Haifischbecken, in dem sie sich da bewegt, für unwahrscheinlich halte. Es ging mir auch alle zu schnell. Aus dem Landei wurde rasend schnell jemand, der Hilfe von Models, wie Naomi Campell bekam, plötzlich keine Sprachbarrieren mehr hatte. Nun steckt hinter der Geschichte ja eine wahre Begebenheit, deshalb wird es in den Grundzügen sicher so passiert sein.

Themen wie Drogenkonsum, Magersucht, sexuelle Abhängigkeiten werden nur kurz angeschnitten, aber in Bezug auf Luise nicht weiter vertieft. Abseits der Heile Welt Story hätte ich mir da auch mehr Schattenseiten gewünscht.

Insgesamt hat das Buch gut unterhalten und ich vergebe gerne 3,5 Sterne

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Veröffentlicht am 06.03.2023

Kalifornien in den 30er Jahren

Draußen die Welt
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Das Buch ist bereits 1943 im Original erschienen. Es unterscheidet sich daher in Sprachstil und Inhalt durchaus von der aktuellen Literatur, aber keineswegs zum negativen. Wir begleiten Mary Perrault, ...

Das Buch ist bereits 1943 im Original erschienen. Es unterscheidet sich daher in Sprachstil und Inhalt durchaus von der aktuellen Literatur, aber keineswegs zum negativen. Wir begleiten Mary Perrault, eine typische Farmfrau im ländlichen Kalifornien in den 30er Jahren. Dreh- und Angelpunkt im Leben sind die Familie, der Haushalt, die Farm, der Garten, das Wetter und die Dorfgemeinschaft. Mary Perrault schaltet und waltet verlässlich im Hintergrund und ist jemand, auf den man sich immer verlassen kann. Janet Lewis zeichnet hier das Bild einer Frau, die durchaus innerhalb ihrer Traditonen und Werte fortschrittlich denkt. So läßt sie ihren Kindern großen Freiraum, geprägt durch Vertrauen und Respekt auf beiden Seiten. Die Autorin setzt in meine Augen auch ein Zeichen für die Wichtigkeit der Farmfrauen.

Der Titel des Buches "Draussen die Welt" macht nach anfänglichen Überlegungen wirklich Sinn. Die Familie Perrault lebt in ihrem Kosmos. Ereignisse von außerhalb berühren zwar, dringen aber nicht in den Kern der Familie vor. Dazu gehören Tod von einer nahestehenden Person, der Bankencrash, Entführung und Lynchjustiz.

Das Buch hat einen eigenwilligen Stil. Man merkt deutlich, dass der Focus der Autorin auf Justizliteratur lag. Teilweise ist das Buch schon fast zu sachlich. Von Anfang verläuft die Handlung in ruhigen Bahnen, entwickelt aber einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann. Sicherlich gibt es auch einige Längen, vor allem im letzten Drittel. Aber insgesamt hat mir der etwas andere Roman, als ein Stück Zeitgeschichte, sehr gut gefallen und ich spreche gerne eine Leseempfehlung aus.

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