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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.05.2023

Hat mich gut unterhalten

Sturzwasser
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Auch in diesem zweiten Fall stolpert Carolin Halbach, die Düsseldorferin, die seit ein paar Monaten in Bad Gastein lebt und die Stadtbibliothek leitet, über eine Leiche. Diesmal ist es ein Russe, der tot ...

Auch in diesem zweiten Fall stolpert Carolin Halbach, die Düsseldorferin, die seit ein paar Monaten in Bad Gastein lebt und die Stadtbibliothek leitet, über eine Leiche. Diesmal ist es ein Russe, der tot im Wassertrog auf der schönen Wiesneralm liegt. Schnell stellt sich heraus, dass der Tote zu einem Immobilienkonsortium gehört, das die Wiesneralm kaufen und zu einer Luxusferien-Lodge mit Seilbahn und Golfplatz umbauen lassen will. Allein, die Eigentümer, die Familie Grassl, wollen nicht verkaufen.

Naben gibt es noch allerhand andere Ereignisse für die Bad Gasteiner Miss Marple aufzulösen. Wer bröselt in der Stadtbibliothek, klaut ihr Fahrrad und warum bekommt das Haus gegenüber von Rosi, ihrer Vermieterin, statt eines neuen Daches gleich zwei ganze Dachgeschoße aufgesetzt?

Neugierige geworden? Um diese Fragen beantwortet zu bekommen, müsst ihr einfach das Buch lesen.

Meine Meinung:

Dieser Krimi aus der Feder von Karina Ewald besticht vor allem durch die Beschreibung von Land und Leuten. Da ist zu einem die malerische Landschaft, die mit grünen Almen und schroffen Bergen punktet, sowie die ehemals mondänen Hotels. Zum anderen wird die dörfliche Idylle, die manchmal ganz schön anstrengend sein kann, wie Carolin am eigenen Leib erfahren muss, gut dargestellt.

Zwischendrin gibt es auch den einen oder anderen Hinweis auf ernste Themen, wie die pflegebedürftige Ehefrau von Valentin, dem Dorfpolizisten, oder der homosexuellen Beziehung eines der Grassl-Männer. Über beides wird laut geschwiegen, während Carolin, die mit dem Arzt Bruno wandern und einem andern Dorfbewohnen essen geht, Dorfgespräch ist.

Der Schreibstil ist flüssig und so fliegen die Seiten nur so dahin. Die Kapitelüberschriften bereiten die Leser auf das Kommende vor. Gut gefällt mir das Layout mit dem dunklen Cover und dem violetten Blattschnitt. Der bunte Blattschnitt ist so etwas wie das Markenzeichen des Servus-Verlags.

Mit Carolin habe ich an manchen Stellen ein bisserl (m)ein Problem, denn hin und wieder benimmt sie sich eher wie eine Jugendliche denn wie eine g’standene Vierzigerin. Vielleicht liegt es auch daran, dass sie von Rosi, ihrer Vermieterin, mehr als notwendig umsorgt wird.

Schmunzeln musste ich über Grassls abschätzige Worte, nachdem er Carolins unpassendes Schuhwerk gesehen hat:

„Gibt nix Blederes als Leit, die mit die falschen Schuh in die Berge rennen.“

Womit er ja nicht unrecht hat, wie die Einsatzzahlen der Bergrettung zeigen. Die Dialektpassagen lassen sich auch nördlich des Weißwurstäquators verstehen und manchmal lässt die Autorin Carolin auch gezielt nachfragen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem unterhaltsamen Krimi 4 Sterne, auch wenn die Fußstapfen Vorschusslorbeeren der echten Miss Marple für die aus Bad Gastein doch ein wenig zu groß sind.

Veröffentlicht am 21.05.2023

Eine gelungene Fortsetzung

Hattinger und der verschollene Bruder
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Es ist Weihnachten und Kommissar Hattinger versucht so etwas wie eine festliche Stimmung für seine Tochter und sich zu erzeugen, was nicht so leicht gelingt. Als dann noch sein Bruder Anton, den er seit ...

Es ist Weihnachten und Kommissar Hattinger versucht so etwas wie eine festliche Stimmung für seine Tochter und sich zu erzeugen, was nicht so leicht gelingt. Als dann noch sein Bruder Anton, den er seit mehr als zwanzig Jahren nicht mehr gesehen hat, in die ohnehin angespannte familiäre Situation hineinplatzt, kommt ihm, trotz Urlaubs, der Anruf der K1 gerade recht. Um eine bekannte TV-Serie zu zitieren: „Es gabat a Leich“.

Der Unternehmer Herbert Graf wird ermordet aufgefunden. Obwohl Laptop und Mobiltelefon fehlen, scheint es sich hier nicht, um einen Raubmord zu handeln. Wenig später ist auch Grafs Mitarbeiter tot.

Akribisch machen sich Hattinger und sein Team daran, das Leben der beiden Toten zu recherchieren. Dabei entdeckt Hattinger eine Spur, die möglicherweise zu seinem Bruder führen könnte, der es sich im Leben Hattingers breit macht, seine Vorräte plündert und sich absonderlich benimmt.

Eigentlich muss Hattinger diesen Verdacht melden, doch zuvor will er Fakten für oder gegen eine eventuelle Beteiligung seines Bruders finden.

Meine Meinung:

Wie schon die drei Vorgänger ist auch dieser Krimi in ziemlich breitem bayrischen Dialekt geschrieben. Das kann man mögen und verstehen, oder auch nicht. Mir persönlich war es ein wenig zu viel, dass alle Mundart gesprochen haben.

Der Kriminalfall ist verzwickt. Die Ermittlungen kommen nicht allzu gut voran, doch das Team um Hattinger macht trotz der Weihnachtsfeiertage seine Arbeit. Schmunzeln musste ich, dass einige die Morde als willkommene Flucht vor unliebsamen und anstrengenden Verwandtenbesuchen angesehen haben.

Sehr gut sind die Zweifel von Hattinger seinem Bruder gegenüber herausgearbeitet worden. Keine leichte Entscheidung für den Polizisten, der um sich selbst abzusichern, den einen oder anderen Gefallen bei Kollegen einfordert.

Fazit:

Autor Thomas Bogenberger ist mit diesem Krimi eine gute Mischung zwischen Arbeit und Familie gelungen. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

Veröffentlicht am 07.05.2023

Muskel sind wahre Wunderwerke

Muskeln – die Gesundmacher
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„Muskeln sind wahre Kunstwerke“

Autor Ingo Froböse, seines Zeichens Sportwissenschaftler, Universitätsprofessor für Prävention und Rehabilitation an der deutschen Sporthochschule in Köln sowie Autor zahlreicher ...

„Muskeln sind wahre Kunstwerke“

Autor Ingo Froböse, seines Zeichens Sportwissenschaftler, Universitätsprofessor für Prävention und Rehabilitation an der deutschen Sporthochschule in Köln sowie Autor zahlreicher Fachbücher, hat sich in seinem neuesten Buch der Muskulatur angenommen.

Das Buch liefert unverzichtbare Erkenntnisse, warum jeder ein größeres Augenmerk auf seine Muskeln legen sollte. Froböse erklärt in nachfolgenden Kapiteln, worum es in seinem Buch geht:

Muskeln sind Kunstwerke - Physiologie und Aufbau
Durch Training die Muskulatur verändern
Nährstoffe für die Muskeln
Muskelkraft und Muskelmasse im Altersverlauf
Propriozeption – Muskeln sind Wahrnehmungsorgane
Myokine - die Heilstoffe der Muskulatur
Muskeln schützen vielseitig

Das Buch liefert allerdings keine Trainingspläne. Dafür verweist der Autor auf andere Bücher (aus seiner Feder). Die wichtigste Erkenntnis dieses Buches:

„Es ist nie zu spät, mit (leichtem) Muskeltraining zu beginnen“.

Trainierte Muskeln können die Beschwerden des Alter(n)s lindern und uns lange beweglich halten.

Meine Meinung:

Das Buch bietet ein wissenschaftlich fundiertes Wissen über die Muskulatur. Manches ist für den interessierten Laien vielleicht ein wenig zu detailliert beschrieben.

Wie trainierte Muskeln vor den Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Herz- und Kreislauferkrankungen und/oder Diabetes schützen können, erklärt der Autor im Kapitel „Muskeln schützen vielseitig“.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Buch, dessen wichtigste Erkenntnis „Es ist nie zu spät, mit Muskeltraining zu beginnen“ ist, 4 Sterne.

Veröffentlicht am 05.05.2023

Auftakt einer neuen Krimi-Reihe

Abschied auf Italienisch
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„Schuld ist derjenige, der ein Geheimnis nicht für sich behalten kann und stattdessen die Wahrheit spricht.“

Nun ist auch Ligurien als Schauplatz für Kriminalromane entdeckt worden. Die wunderschöne Steilküste ...

„Schuld ist derjenige, der ein Geheimnis nicht für sich behalten kann und stattdessen die Wahrheit spricht.“

Nun ist auch Ligurien als Schauplatz für Kriminalromane entdeckt worden. Die wunderschöne Steilküste mit seinen bunten Häusern dient hier als Kulisse für diesen Krimi.

Commissario Vito Grassi hat sich nach dem Ende von herausfordernden Ermittlungen und einem Prozess gegen das organisierte Verbrechen von Rom in das seiner Meinung nach beschauliche La Spezia versetzen lassen, Sein verstorbener Vater hat ihm ein Haus hinterlassen.

Er ist noch nicht einmal richtig angekommen und schon stolpert er in einen eigenartigen Mordfall, der zunächst von den Carabineri als unglücklicher Unfall deklariert wird. Wenig später gibt es eine zweite Leiche, die ausgerechnet in Grassis eigenem Olivenhain abgelegt worden ist. Grassis Bauchgefühl meint, dass die beiden Verbrechen zusammenhängen. Die Frage ist nur wie, denn was haben die Pensionswirtin und der Deutsche, der wegen dubioser Geschäfte von der deutschen Polizei gesucht wird, gemeinsam?

Nach dem fast schon üblichen Kompetenzgerangel mit den Carabineri wird Grassi mit den Ermittlungen betraut.

Meine Meinung:

Dieser Reihenauftakt führt uns Leser in eine malerische Landschaft, die soweit ich weiß, noch keine Rolle in der Krimiwelt gespielt hat. Das kann sich nun ändern, wobei dieser Krimi noch ein wenig Luft nach oben hat. Das Cover passt hervorragend und macht Lust, den Krimi zu lesen.


Es werden der Reihe nach die Protagonisten vorgestellt. Neben Grassi spielt auch Toni, die Mitbewohnerin des Vaters eine manchmal etwas undurchsichtige Rolle. Über Grassis Familie erfahren wir, dass sie sich, weil die Kinder zum Studium in anderen Städten weilen, ein wenig auseinanderfällt.

Commissario Vito Grassi ist zwar beruflich erfolgreich, aber hat selbst einige Schwächen. Da ist zum einem sein fast amouröses Verhältnis zu seinem Auto, einem Elektroauto der ersten Generation sowie sein Verhältnis zu seinem verstorbenen Vater oder zu seiner eigenen Familie. Auch sein Umgang mit den Kolleginnen und Kollegen ist jetzt nicht richtig wertschätzend. Er sollte den Spruch „zuerst denken, dann reden“ beherzigen. Denn mehrmals beleidigt er seine Kollegin durch unbedachte Äußerungen. Die pariert das zwar, aber auf mich wirkt Grassi, als hätte er ein Problem mit starken Frauen.

Um Vito Grassi besser zu verstehen, gibt es einige Rückblenden in das ein wenig problematische Verhältnis zu seinem Vater. Hier zeigt sich, dass die Vater-Sohn-Beziehung durch eine gewisse Sprachlosigkeit dominiert ist. Jetzt, nach dem Tod des Vaters ist es natürlich zu spät. Vielleicht kann Toni, die er anfangs für den Gärtner des Vaters gehalten hat, Licht ins Dunkel bringen. Doch das ist Stoff für die Fortsetzung.

Gut gefallen hat mir das Lokalkolorit. So dürfen wir unseren morgendlichen Caffè an der Bar schlürfen und die Fußballergebnisse hitzig diskutieren.

Fazit:

Dieser Reihenauftakt hat noch ein wenig Luft nach oben, aber Potenzial zu einer Reihe. Ich runde meine Bewertung von 3,5 auf 4 Sterne auf.

Veröffentlicht am 30.04.2023

Eine gelungene Fortsetzung

Kommissarin Moll und die Tote aus der HafenCity
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In diesem dritten Krimi mit Kommissarin Frederica Moll und Christian Lauterbach kommt es zur Bewährungsprobe ihrer neuen Abteilung, die CCU - Cold Case Unit, also einer Stelle, die alte, unaufgeklärte ...

In diesem dritten Krimi mit Kommissarin Frederica Moll und Christian Lauterbach kommt es zur Bewährungsprobe ihrer neuen Abteilung, die CCU - Cold Case Unit, also einer Stelle, die alte, unaufgeklärte Kriminalfälle neuerlich überprüft. Zunächst wühlen sie sich durch staubige Akten, als sie von ihrem Vorgesetzten einen besonders seltsamen Fall zugeteilt bekommen: Vor sieben Jahren wurde unweit des Alten Zollhauses in einer Baustelle der HafenCity eine junge Frau ermordet aufgefunden. Bislang hat sie niemand vermisst gemeldet, weshalb sie als Jane Doe in den Akten geführt wird.

Bei ihrer Recherche entdecken Frederica und Christian gemeinsam mit Tanja, dass damals - beinahe gleichzeitig - die Schwester der Inhaberin des Restaurants im Alten Zollhaus verschwunden ist.

Recht bald ist klar, dass die beiden Fälle zusammenhängen. Die Frage ist nur WIE?

Erst als Frederica wieder einmal ihre verquere Art, einen Fall zu betrachten, einsetzt, findet sich der Anfang eines raffiniertes verwickelten Wollknäuels.

Meine Meinung:

Langsam raufen sich Frederica und Christian wieder zusammen. Frederica, die Tochter aus reichem Haus, die sich in den Kopf gesetzt hat, als Polizistin den Tod des Vaters aufzuklären und Christian, ein Familienmensch, der Ehefrau und Kinder nicht vernachlässigt.

Schmunzeln muss ich immer über den Shopper Fredericas, der einen schier unerschöpflichen Vorrat an Schokoriegeln, Gummiviechern oder Lakritzschnecken beinhaltet. Allerdings kann ich mich nicht erinnern, gelesen zu haben, dass sie diese Tasche jemals auffüllt. Irgendwann müsste er doch leer sein, oder?

Wie schon in den beiden Vorgängern werden auch diesmal nicht alle offenen Fragen schlüssig beantwortet. So erfährt man nur häppchenweise etwas aus der Vergangenheit von Fredericas Vater Klaus. Ein Brief von ihm, den Frederica nun in einem ihrer Kinderbücher findet, deutet an, dass sein Tod kein Zufall war. Doch bis zur Antwort auf diese Fragen werden wir uns wohl oder übel gedulden müssen.

Den Täter hatte ich recht bald auf dem Radar. Spannend war jedenfalls das WIE der Entlarvung.

Jetzt heißt es, wohl wieder warten, bis der der nächste Fall für Hamburgs CCU in die Regale der Buchhändler kommt.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Hamburg-Krimi 4 Sterne.