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Veröffentlicht am 09.05.2023

Noch besser als der erste Teil

Todesfalle Rügen
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Oberkommissar Karsten Schwinka bekommt es in seinem zweiten Fall mit einem skrupellosen Mörder zu tun. Sowohl in Trent, als auch auf Rügen wird eine Frau brutal ermordet. BeideTaten ähneln sich - und weisen ...

Oberkommissar Karsten Schwinka bekommt es in seinem zweiten Fall mit einem skrupellosen Mörder zu tun. Sowohl in Trent, als auch auf Rügen wird eine Frau brutal ermordet. BeideTaten ähneln sich - und weisen Parallelen zu zwei weiteren Morden an Frauen im Jahr 1997 auf. Damals konnte der Mörder nicht gefaßt werden. Schwinka muß alles daran setzen, den Mörder zu überführen, bevor weitete Morde geschehen. Daß er dabei in der Vergangenheit wühlt, gefällt der Rügener Prominenz aus Wirtschaft und Politik nicht...

Jens-Uwe Berndt schickt Schwinka und seine Kollegen nun in ihren zweiten Fall. "Todesfalle Rügen" spielt wenige Wochen nach dem ersten Fall "Die Toten von Ralswiek". Die Charaktere haben sich weiterentwickelt, Schwinka wird mehr Vertrauen entgegen gebracht, muß sich aber noch immer gegen Intrigen durchsetzen. Dies zu vermitteln gelingt dem Autor sehr gut, da er auch das menschliche Mit- und Gegeneinander gut darstellt. Die Handlung ist wieder sehr spannend, wenn nicht sogar noch spannender als im ersten Band. Obwohl man den Täter von Beginn an kennt, ist es einfach toll zu erleben, wie Schwinka und seine Kollegen ermitteln. Mit dem Wissen um den Täter würde man ihnen am liebsten Tips geben, wenn sie falsch liegen und ist gespannt, wann sie ihren Irrtum merken. Rügen selbst wird auch hier herrlich beschrieben. Man hat die Kreidefelsen vor Augen und bekommt ein faszinierendes Bild dieser Insel vermittelt. Dieser Fall läßt sich übrigens auch sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen. Die Fälle liegen zwar zeitlich beieinander, sind aber in sich abgeschlossen. Alles weitere wird gut kurz angeschnitten, so daß keine Fragen offen bleiben.

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Veröffentlicht am 08.05.2023

Und Tamme hat doch recht

Wattenmeergrab
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Tamme Hansen findet im Watt vor Pellworm ein altes Bronzeschwert. Als selbsternannter Polizeiassistent bringt er es zu seinem Freund, dem Inselpolizisten Jan Benden. Als kurz darauf eine Frauenleiche im ...

Tamme Hansen findet im Watt vor Pellworm ein altes Bronzeschwert. Als selbsternannter Polizeiassistent bringt er es zu seinem Freund, dem Inselpolizisten Jan Benden. Als kurz darauf eine Frauenleiche im Watt gefunden wird, in deren Tasche sich ein Foto des Schwertes befindet, ist Tammes Spürnase geweckt. Doch Jan hat noch ein ganz anderes Problem - Tamme hat in einem Radiointerview ausgeplaudert, daß er als Assistent Jan bei der polizeilichen Arbeit hilft. Dies bringt Jan einigen Ärger ein...

Katja Lund und Markus Stephan haben mich mit ihrem dritten Krimi "Wattenmeergrab" wieder bestens unterhalten. Zu schön ist es wieder, wie der tolpatschige Tamme voll in seinem Element ist und ermittelt. Er ist in dieser Serie mein absoluter Lieblingscharakter. Er ist einfach rundum ehrlich und hilfsbereit, schießt dabei oft über das Ziel hinaus. Dadurch bekommt Jan diesmal Ärger, aber auch er kann ihm gar nicht lang böse sein. Natürlich sind auch in diesem Buch neben Jan und Tamme wieder die sympathischen Inka und Laura dabei. Dieses vierblättrige Kleeblatt gehört einfach zusammen. Diesmal wird Jan mit Geistern aus seiner Polizeivergangenheit konfrontiert, was ihm schwer zu schaffen macht und für den Leser zusätzliche Spannung bringt. Dabei würde das Geheimnis um das Schwert und den Mord eigentlich schon reichen, um den Leser zu fesseln! Die Autoren schaffen es perfekt, mich nach Pellworm zu versetzen. Hier fühlt man das Inselleben und bekommt Urlaubsfeeling! Man sieht die Weite des Wattenmeeres, hört das Geschrei der Möwen und bekommt Hunger auf Fischbrötchen.

Ich liebe diese Serie und freue mich schon darauf, wenn es demnächst hoffentlich wieder heißt: Jan und Tamme ermitteln!

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Veröffentlicht am 07.05.2023

Renate bei den Royals

Das ist ja wohl die Krönung! (Die Online-Omi 18)
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"Das ist ja wohl die Krönung!", dachte sich Renate Bergmann, als ihre Tochter Kirsten sie zu einer Reise nach London einlädt. Nicht zu irgendeiner Reise - nein! Es geht zur Krönung von König Charles III. ...

"Das ist ja wohl die Krönung!", dachte sich Renate Bergmann, als ihre Tochter Kirsten sie zu einer Reise nach London einlädt. Nicht zu irgendeiner Reise - nein! Es geht zur Krönung von König Charles III. und Camilla! Natürlich muß die Online-Omi nun von ihren Erlebnissen berichten. Schließlich ist sie ja Royal-Expertin und hat allerhand zu berichten. Sie plaudert aus dem Nähkästchen des Buckingham Palastes. Offen und ehrlich erzählt sie, wie es sich wohl zugetragen hat mit Charles, Diana und Camilla und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Natürlich sind auch Elisabeth, Philip, William und Kate hier Thema. Auch der Tod der Queen und wie Renate ihn erlebt hat, wird hier beschrieben - und das ist wirklich rührend. Am Schluß des Buches hätte ich fast eine Träne vergossen, so intensiv war die Ehrerbietung von Renate der Queen gegenüber. Nur zu Harry und seiner Amerikanerin, da sagt sie unverblümt, daß sie zu denen lieber nichts sagt. Es geht aber nicht nur um die Royals, denn bei dieser Reise ist natürlich Kirsten mit dabei. Und hier wird es wieder richtig witzig. Ihre esoterischen Aktionen z. B. während des Fluges machen nicht nur die Stewardess sprachlos! Aber man merkt in diesem Band deutlich, wie sehr sie sich um ihre Mutter sorgt. Für Renate natürlich etwas zu viel... Auch das Hotel, das Essen (was nicht den Geschmack von Renate Bergmann traf) und London selbst werden hier auf witzige Art beschrieben. Denn eines wird sich nie ändern: Frau Bergmann behält stets ihren Humor! Liebe Frau Bergmann, bitte lassen Sie uns noch an vielen Ihrer Erlebnisse teilhaben! Sie sind einfach Kult!

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Veröffentlicht am 06.05.2023

Ein ganz besonderer Fall für Lord Peter Wimsey

Diskrete Zeugen
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Für Lord Peter Wimsey ist der Mord an Captain Cathcart ein ganz besonderer Fall. Der Tote war der Verlobte seiner Schwester Mary und Lord Peters Bruder - der Herzog von Denver steht unter Verdacht, den ...

Für Lord Peter Wimsey ist der Mord an Captain Cathcart ein ganz besonderer Fall. Der Tote war der Verlobte seiner Schwester Mary und Lord Peters Bruder - der Herzog von Denver steht unter Verdacht, den Mord begangen zu haben. Deshalb sitzt er in Untersuchungshaft, verweigert aber jegliche Angaben, wo er sich zum Tatzeitpunkt aufgehalten hat. Lord Peter versucht verzweifelt Erklärungen für das Geschehen zu finden, doch die Angaben der Zeugen widersprechen sich. Zusammen mit seinem pfiffigen Diener Bunter und seinem Freund Inspektor Charles Parker von Scotland Yard geht er jeder Spur nach, die sich bietet, aber sie kommen einfach nicht weiter. Lord Peter riskiert sein eigenes Leben, um seinen Bruder vor einer Verurteilung wegen Mordes zu bewahren.

"Diskrete Zeugen" ist wieder ein herrlich skurriler Krimi von Dorothy L. Sayers. Dabei kommen, wie schon im ersten Band, die Personen so lebendig rüber, daß man meint, sie schon lange zu kennen. Allen voran Lord Peter Wimsey, aber auch der Rest der Familie und die Freunde sieht man direkt vor sich. Man wird in das alte England mit seinen steifen Sitten entführt und wundert sich über die eigenartigen Moralvorstellungen. Dieser Krimi ist durch die vielen Spuren spannend bis zum Schluß. Man muß die Geschichte sehr genau lesen, um dann mit Lord Peter gemeinsam zur Lösung zu gelangen. Genau so, wie es in den guten alten englischen Krimis üblich ist. Ein toller Spaß für alle, die beim Lesen mitdenken möchten!

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Veröffentlicht am 04.05.2023

Das Überraschungsbuch

Die Bahnhofsmission
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Im Jahr 1908 lernt die aus gutem Hause stammende Alice während einer Zugfahrt nach Berlin die junge Gerda kennen. Das Mädchen stammt aus armen Verhältnissen und erzählt Alice, daß eine Freundin ihr in ...

Im Jahr 1908 lernt die aus gutem Hause stammende Alice während einer Zugfahrt nach Berlin die junge Gerda kennen. Das Mädchen stammt aus armen Verhältnissen und erzählt Alice, daß eine Freundin ihr in Berlin eine Stellung versprochen hätte. Als Alice beobachtet, daß Gerda im Berliner Bahnhof vergeblich auf ihre Freundin wartet und schließlich von einer Helferin der Bahnhofsmission aufgelesen wird, beschließt sie am nächsten Tag, sich dort nach Gerda zu erkundigen. Sie trifft dabei auf Natalie, die die Bahnhofsmission leitet. Die Arbeit von Natalie und ihren Kolleginnen imponiert Alice und sie will ihnen helfen. Doch nicht jedem gefällt es, daß die Frauen sich um die neu angekommenen Mädchen am Bahnhof kümmern. Als dann einige Mädchen einfach verschwinden und irgendwann tot aufgefunden werden, nehmen Natalie und Alice den Kampf gegen die Verbrecher mutig auf.

Das Buch "Aller Tage Hoffnung - Die Bahnhofsmission" hat mich total überrascht. Veronika Rusch erzählt darin eine außergewöhnliche Geschichte, die voller Spannung ist. Doch nicht nur die Spannung macht diese Geschichte so gut, auch die Herzenswärme, mit der die Autorin die oft aus dem Rahmen fallenden Personen beschreibt, hat mir besonders gefallen. Sie gibt den Menschen einen Hintergrund, der dem Leser klar macht, warum sie so geworden sind. Der Roman führt in eine Zeit, in der die Klassengesellschaft sehr krass ausgeprägt war. Die Oberen leben in einer Scheinwelt und wollen gar nicht über den Tellerrand hinweg sehen. Das wird hier sehr deutlich dargestellt.
Wer das Buch einmal anfängt, wird es nicht mehr weglegen können. Mich hat es total gefesselt und jede Störung war höchst unwillkommen. Deshalb kann ich es nur loben!

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