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Veröffentlicht am 15.02.2026

nicht so stark wie Band eins

Die Frauen der Villa Sommerwind. Die Hoffnung am Horizont
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Es geht weiter in der Villa Sommerwind in Timmendorf. Julia und Christine werden erwachsen und gehen ihre Wege. Während Julia alles daran setzt als Köchin arbeiten zu können, studiert Christine Medizin ...

Es geht weiter in der Villa Sommerwind in Timmendorf. Julia und Christine werden erwachsen und gehen ihre Wege. Während Julia alles daran setzt als Köchin arbeiten zu können, studiert Christine Medizin und wird Ärztin. Und beide finden die Liebe. Julia mit Johannes der ihre Leidenschaft zum Kochen teilt, und Christine mit Maximilian, der sich politisch einsetzt. Als die Nazis an die Macht kommen muss Christine sich irgendwann entscheiden. Bleibt sie bei der Familie und ordnet sich unter oder folgt sie ihrem Gewissen und geht mit Maximilian in den Untergrund.

Wir begleiten nun also Henriettes Zwillinge durch ihr Leben. Die beiden sind sehr unterschiedlich und auch die Männer an die sie sich binden sind unterschiedlich. Vom Rest der Familie bekommt man nicht mehr ganz so viel mit, Henriette und Amalia spielen zwar eine Rolle, die ist aber eher im Hintergrund. Das Setting ist wieder schön beschrieben, allerdings treten außer den eigentlichen Protagonisten kaum weitere Personen auf, was dem Setting ein wenig die Tiefe nimmt. Gerade da Hotelleben wirkt dadurch etwas blutleer.

Die Autorin baut wieder große Zeitsprünge ein, die teilweise auch wichtige Ereignisse wie z.B. die Geburt von Christines Tochter Gerda umfassen. Das fand ich nicht ganz so schön, ich hätte mich schon dafür interessiert, wie es Christine und Julia in der Zeit von Christines Studium in Kiel ging und was sie alles erlebt haben. So werden die Schwangerschaft und die erste Zeit mit Kind in einem Absatz kurz geschildert, aber das war es auch.

Was mich am Ende doch recht gestört hat, war die Formulierung „Es zupfte ein Lächeln an ihren Lippen“ Das kam so oft, dass es wirklich auffällig wurde. Hier hätte man sicher auch andere Formulierungen für ein leichtes Lächeln finden können.

Alles in allem fand ich das Buch eher zwiespältig. Einerseits fand ich den Plot interessant, andererseits waren mir zu viele Lücken darin. Band 3 würde mich wohl interessieren, allerdings wird das wohl eher ein wenig dauern, wenn ich ihn überhaupt noch lese.

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Veröffentlicht am 21.09.2025

Aufbruch in eine neue Aufgabe

Das Fräulein Buchhändlerin
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Amanda arbeitet in Bielefeld in Otto Anglers Buch- und Kunsthandel. Dabei hat sie mehr Freiheiten als arbeitende Fräuleins dieser Zeit so im allgemeinen haben. Doch als Otto Angler stirbt und sie beschließt ...

Amanda arbeitet in Bielefeld in Otto Anglers Buch- und Kunsthandel. Dabei hat sie mehr Freiheiten als arbeitende Fräuleins dieser Zeit so im allgemeinen haben. Doch als Otto Angler stirbt und sie beschließt selbst den Laden fortzuführen, muss sie erkennen, dass sie sich nicht auf alte Loyalitäten stützen kann und neue Verbündete braucht.

Martina Bergmann schildert in ihrem Roman das beschauliche Leben im Bielefeld des Jahres 1965. Amanda ist eigentlich gut angekommen, hat einen Beruf, der sie erfüllt und einen studierten Verlobten, der sie zu nichts drängt und ihr alle Freiheiten lässt. Das Buch plätschert dabei auch ähnlich geruhsam vor sich hin. Bis zu Otto Anglers Tod hat man Amanda schon durch einige Alltagsbegebenheiten begleitet und kennt ihr Leben und die Menschen, die sie am meisten beeinflussen. Danach verschieben sich auf einmal die Fronten und Amanda wird gezwungen sich ihrer Vergangenheit zu stellen, ihre direkte Umgebung anders wahrzunehmen und neue Verbündete zu finden.

Mir hat das Buch an sich gut gefallen, allerdings muss man sich Zeit am Stück zum Lesen nehmen, da der Lesefluss durch die Schreibweise erst dann zum Tragen kommt, wenn man länger dran bleibt. Das Ende war mir dann zu abrupt, da hätte ich mir mehr Ausblick und eventuell auch einfach noch eine Weile mehr mit Amanda und ihrer Zukunft gewünscht.

Ich habe das Buch gerne gelesen und kann es durchaus empfehlen.

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Veröffentlicht am 09.11.2024

lückenhaft

Café Royal
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18 kurze Geschichten über Menschen, die rund um das Café Royal in Mailand leben und deren Lebenswege sich teilweise kreuzen. Im Jahr 2020 und danach lernen wir Menschen kennen, deren Leben durch Corona ...

18 kurze Geschichten über Menschen, die rund um das Café Royal in Mailand leben und deren Lebenswege sich teilweise kreuzen. Im Jahr 2020 und danach lernen wir Menschen kennen, deren Leben durch Corona beeinflusst wird und wurde.

Die Geschichten dieser Menschen hängen teilweise zusammen, bieten eben auch einmal die Perspektive des anderen. So lernen wir einen Ehemann kennen, der sich über seine Frau beklagt. In einer weiteren Geschichte dreht sich dann aber alles um sie und man lernt so ihre Unzufriedenheit auch mit ihm kennen.

Ich fand das Buch an sich schön zu lesen, allerdings lese ich Kurzgeschichten normalerweise nicht am Stück. Wenn man hier allerdings zu lange Pausen macht verliert sich die Zusammengehörigkeit der Geschichten, da die Reihenfolge nicht unbedingt zusammengehörig ist. So liest man zwischendrin immer wieder von ganz anderen Menschen um dann in die Perspektive der Gegenseite zurück zu kehren. Dabei ging mir teilweise zu viel verloren, ich hätte hier zurückblättern müssen um die zugehörige Geschichte eventuell noch ein weiteres Mal zu lesen. Wen das nicht stört ist hier sicher richtig.

Für mich hat sich der Reiz des Ganzen zum Ende hin etwas verloren, anfangs hatte ich das Gefühl, dass hier ein ganzes Bild entsteht in dem es immer wieder Querverbindungen gibt. Allerdings hatte ich am Ende das Gefühl dass dieses Bild nur bruchstückhaft entstanden ist. Und zu manchen Geschichten fehlte mir ein wenig der Abschluss. Da wurde etwas angerissen, es folgte aber nichts daraus.

Alles in allem war es ein nettes Buch für zwischendurch, das mich aber ein wenig unbefriedigt zurückgelassen hat.

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Veröffentlicht am 13.01.2024

gut recherchiert

Jack Bannister - Herr der Karibik
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Jack Bannister wird nach seiner ersten Fahrt als erster Offizier für die Royal African Company zum Kapitän befördert, allerdings weiß er nicht dass er diese Beförderung nicht nur seinen Heldentaten zu ...

Jack Bannister wird nach seiner ersten Fahrt als erster Offizier für die Royal African Company zum Kapitän befördert, allerdings weiß er nicht dass er diese Beförderung nicht nur seinen Heldentaten zu verdanken hat sondern auch, weil seine Frau die Mätresse des Eigners der Company war, während er auf See war.

Als er von seiner zweiten erfolgreichen Fahrt zurückkommt, muss er entdecken, dass sie nicht nur seinem Vorgesetzten, sondern auch dem Duke zu Willen ist und da beschließt er es sowohl dem Duke als auch seinem Chef heimzuzahlen und stiehlt sein Schiff um zum Piraten zu werden. Ein Pirat der sich innerhalb einer kurzen Zeit einen gewaltigen Ruf erarbeitet.

Nach dem Roman um Sir Francis Drake wendet sich Mac P. Lorne nun dem nächsten Piraten zu. Jack Bannister war zu seiner Zeit ein gefürchteter Pirat der sich relativ schnell einen Ruf erarbeitet hat. Das Buch erzählt die Geschichte, wie es dazu kam. Zuerst begleiten wir Jack auf seinen Fahrten für die Company und erleben ihn als strengen Vorgesetzten, der aber immer fair ist und durchaus ein Gewissen hat.

Das Buch ist sehr bildhaft geschrieben ich hatte von Anfang Kopfkino und konnte mir alles gut vorstellen. Auch die Geschichte an sich und die Charaktere fand ich spannend. Allerdings muss ich sagen dass mir der Autor zu viel wollte. Jeder Hafen, der angelaufen wird wird ausführlichst beschrieben, inklusive einem Abriss der Geschichte des Hafens. Das war für mich mehr Information als ich gebraucht habe um mir ein Bild zu machen. Dazu kam, dass sich für mich die Seeschlachten einfach gefühlt nach einem immer gleichen Muster abgespielt haben und ich da dann teilweise das Gefühl hatte, dass sich die Szenen einfach immer wieder wiederholen.

Das hat mir irgendwann dann ein wenig das Interesse am Fortgang des Buches genommen, weil sich gefühlt nichts weiterbewegt hat und ich mich gefragt habe, was da kommen wird.

Alles in allem war es ein gut recherchierter historischer Roman, der sicher die Zeit gut einfängt. Mir war er nur ein wenig zu ausführlich.

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Veröffentlicht am 11.05.2023

interessant, mit Abzügen

Freiheitsgeld
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Eigentlich ist alles gut in der Zukunft. Das sogenannte Freiheitsgeld wurde eingeführt, niemand muss mehr arbeiten, wenn er es nicht möchte. Die unangenehmen Aufgaben übernehmen Roboter. Doch Ahmed Müller, ...

Eigentlich ist alles gut in der Zukunft. Das sogenannte Freiheitsgeld wurde eingeführt, niemand muss mehr arbeiten, wenn er es nicht möchte. Die unangenehmen Aufgaben übernehmen Roboter. Doch Ahmed Müller, seines Zeichens Steuerfahnder und gerade in die Abteilung für Schwerverbrechen versetzt findet im Laufe seiner Mordermittlung an einem Journalisten heraus, dass nicht alles so ist, wie es scheint.

Die Welt, die der Autor beschreibt, erscheint so, wie man es sich heute auch schon vorstellen kann. Um die Klimakatastrophe aufzuhalten wurden riesige Naturschutzgebiete ausgewiesen und Millionen von Bäumen gepflanzt. Die Menschen leben in Städten, Drogen wurden legalisiert, das Bargeld abgeschafft und nur noch wenige Menschen besitzen ein eigenes Fortbewegungsmittel.

Ich muss sagen, ich hatte bis zur Hälfte des Buches meine Probleme damit. Das erste Drittel wird eigentlich nur beschrieben, wie das Leben in der Zukunft aussieht. Hier begleiten wir unterschiedliche Protagonisten einfach in ihrem Alltag. Erst dann kommt es zu den im Klappentext erwähnten Morden und ab der Hälfte des Buchs nimmt die Geschichte auch endlich an Fahrt auf. Danach ist es sehr spannend und auch überraschend und das Ende regt dazu an, sich selbst noch einmal Gedanken zum bedingungslosen Grundeinkommen (nichts anderes ist das Freiheitsgeld) zu machen.

An sich ist es Buch, das thematisch sicher noch eine Weile nachhallt, das Thema bedingungsloses Grundeinkommen ist vielschichtiger als gedacht. Trotzdem dauerte es mir dann doch zu lange, bis endlich einmal Bewegung in die Geschichte kam. Von daher kann ich es nur bedingt empfehlen.

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