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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.05.2023

Mord mit Lokalkolorit

Lorbeerglanz
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In ihrem 3. Fall ermittelt Kommissarin Marie Mercier im Restaurantgewerbe. Der bekannte und allseits beliebte Restaurantinhaber Pierre Boisset wird mit einem historischen Dolch ermordet. Schnell stellt ...

In ihrem 3. Fall ermittelt Kommissarin Marie Mercier im Restaurantgewerbe. Der bekannte und allseits beliebte Restaurantinhaber Pierre Boisset wird mit einem historischen Dolch ermordet. Schnell stellt sich heraus, dass dieser schon seit Jahren solche historischen Kunstobjekte gesammelt hat. Ob das Mordmotiv mit seiner Sammelleidenschaft zusammenhing?

Julie Dubois verzaubert auch in ihrem neuesten Kriminalroman ihre Leser. Viel Lokalkolorit, bezaubernde Beschreibungen der wunderschönen Orte, französisches Flair und mundwässernde Kulinarik entführen erneut ins Perigord. Die Autorin hat es mal wieder geschafft, mich in Urlaubs- und Sommerstimmung zu versetzen – die Sehnsucht nach Frankreich ist ins Unermessliche gestiegen. Unterstützt von einem eloquenten Schreibstil und bildlichen Beschreibungen ist die Reihe für mich grundsätzlich mehr Wohlfühl- als Kriminalroman. Das soll aber keine negative Kritik sein! Bereits von Beginn an habe ich mich wieder wie zu Hause gefühlt und das Geplänkel und Familiäre sehr genossen. Die verschiedenen Figuren sind reizend und der Familienbesuch aus Deutschland weist die Unterschiede der beiden Länder ganz charmant auf. Auch, wenn Marie Mercier fleißig im Fall ermittelt, – der Kriminalanteil mit Spannung und Einblick in die Polizeiarbeit kommt in dieser Kriminalreihe doch recht kurz. Hinzu kommt, dass alle Ermittlungen sehr gefühlsbetont und mit Schilderung der Gedankenwelt der einzelnen Figuren stattfinden. Dies unterstützt für mich den Wohlfühlcharakter des Romans. Rasante Spannung und eine fesselnde Ermittlung sucht man hierdurch aber vergebens. Der Mordfall wird jedoch wie gewohnt schlüssig gelöst und gut erklärt. Ich lese die Reihe einfach sehr gern – gerne lasse ich mich ins Perigord entführen und genieße Lokalkolorit und Kulinarik. Ich freue mich schon auf Band 4!

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  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 28.04.2023

Besser als erwartet

Silver & Poison, Band 1 - Das Elixier der Lügen
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Inhalt: Dass die Cops auf sie aufmerksam werden, ist das Letzte, was Avery gebrauchen kann. Schließlich muss die Barkeeperin nicht nur ihre Poisoner-Gabe verbergen, mit der sie magische Drinks herstellt ...

Inhalt: Dass die Cops auf sie aufmerksam werden, ist das Letzte, was Avery gebrauchen kann. Schließlich muss die Barkeeperin nicht nur ihre Poisoner-Gabe verbergen, mit der sie magische Drinks herstellt und Menschen beeinflusst, sie steht auch in der Schuld einer gefährlichen Gang. Doch als in New York immer mehr rätselhafte Morde geschehen, nimmt ein junger Detective Avery ins Visier – ausgerechnet Hayes, dessen Nähe sie völlig aus dem Konzept bringt und der mit seinen grünen Augen in ihr Innerstes zu blicken scheint. Schon bald müssen die Giftmischerin und der Cop zusammenarbeiten, denn in der magischen Gemeinschaft geht etwas Dunkles vor sich. Und Averys Gabe beginnt, sich zu verändern …

Ich war nach dem Lesen einiger Rezensionen zunächst skeptisch, wurde aber positiv überrascht. "Silver&Poison" ist eine unterhaltsame und kurzweilige Urban Fantasy für Jugendliche. Der Sprachstil ist angenehm flüssig und altersangemessen, ein bisschen mehr Humor zum Schmunzeln hätte mir jedoch noch besser gefallen. Die Protagonistin Avery war mir sehr sympathisch, wenn ich auch nicht alle ihre Handlungen und vor allem ihr Vertrauen in alle und jeden nachvollziehen konnte. Wirklich angetan hat es mir Hayes, von dem wir noch gar nicht so viel wissen. Viele Dinge des Plots waren vorhersehbar, nicht aber der böse Cliffhanger am Ende von Teil 1. Mir haben die Fantasy-Elemente gefallen, auch wenn es für meinen Geschmack noch deutlich mehr hätten sein dürfen. Besonders gut fand ich, dass die Romantik nicht im Vordergrund stand, sondern Averys Gabe und ihre Vorgeschichte. Ich werde bestimmt den Folgeband lesen, denn ich muss wissen, wie es weiter geht.

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Veröffentlicht am 06.04.2023

Meeresbrise zwischen den Seiten

Leuchtturmsommer
1

In ihrem neuen Roman „Leuchtturmsommer“ entführt Marie Merburg erneut in das fiktive Dorf Liebwitz auf Fischland-Darß-Zingst. Die Protagonistin Eva wagt als Pächterin des Dorf-Cafes einen Neuanfang nach ...

In ihrem neuen Roman „Leuchtturmsommer“ entführt Marie Merburg erneut in das fiktive Dorf Liebwitz auf Fischland-Darß-Zingst. Die Protagonistin Eva wagt als Pächterin des Dorf-Cafes einen Neuanfang nach einer schlimmen Trennung von ihrem Ehemann, mit dem sie 17 Jahre lang verheiratet war. Mit von der Partie ist (unfreiwilligerweise) ihre 15-jährige Tochter Nele, die sich einen deutlich hipperen Wohnort gewünscht hätte. Weiteren Zündstoff bietet auch der Bürgermeister von Liebwitz, der von Eva verlangt, ein „Liebes-Cafe“ zu führen – ganz getreu dem Dorfmotto, dessen Bekanntheitsgrad von den Hochzeiten am Leuchtturm abhängig ist. All das scheint kaum realisierbar, dann taucht auch noch der grummelige Standesbeamte Jakob auf. Ein furchtbarer Stoffel, der mit Romantik so gar nichts am Hut hat. Als er Eva um „Romantiknachhilfe“ bittet, kommen die beiden sich schnell näher, doch Jakob scheint vor jeder Zuneigungsbekundung davonlaufen zu wollen…

Ich bin ein großer Fan der Autorin und ihren Ostsee-Romanen, mit denen man augenblicklich dem Alltag entfliehen kann. Der wunderschöne Sprachstil, der einen sanft einlullt, von bildhaften Beschreibungen lebt und mit jedem Wort Meeresbrise verströmt, ist auch in ihrem neuen Roman wieder großartig. Sofort konnte ich mich in die Situation hineinfühlen und das Urlaubsgefühl genießen. Beim Lesen habe ich mich wieder unglaublich wohlgefühlt. Unterstützt wurde dies auch durch die herzigen Dorfbewohner, bei denen jeder seinen eigenen Charakter hat und die Eva und ihrer Tochter direkt unter die Arme greifen. Gemeinschaft wird in Liebwitz großgeschrieben. Die Grundvorraussetzungen für einen gelungenen Roman waren damit für mich – wie immer bei der Autorin – gegeben. Inhaltlich ist dies meiner Meinung nach jedoch der schwächste Roman der Autorin gewesen. Mit der Protagonistin Eva wurde ich leider nicht so recht warm und bis zuletzt konnte ich ihre Handlungen nicht nachvollziehen. Auf mich wirkte sie oft wie ein verknallter Teenager, der sich naiv benimmt – nicht wie eine Ü30-Jährige, die mit beiden Beinen auf der Erde steht und sich neben ihrer beruflichen Selbstständigkeit auch noch um ihre 15-Jährige Tochter kümmern muss. Unglaublich schnell ist sie zutiefst verliebt in Jakob, nur um im nächsten Moment mit der Aufmerksamkeit einer Fliege ihre Entscheidung umzuwerfen. Erwachsener wirkte da auf mich die 15-jährige Tochter Nele, die mir sehr ans Herz gewachsen ist. Hinzu kam, dass mir die Handlung oft zu schnell vonstatten ging – es fehlte mir an Ausarbeitung und Tiefe der Haupthandlung, um emotional hinterherzukommen. Doch auch, wenn die Konstruktion der Geschichte rund um die Protagonistin Eva nicht meinen Geschmack getroffen hat – „Leuchtturmsommer“ bleibt für mich ein Wohlfühlroman, der mich ans Meer träumen lässt und bei dem auch der Humor nicht zu kurz kommt. Marie Merburg gehört für mich zum Frühlingsanfang einfach dazu – ich freue mich daher schon auf den nächsten Roman, dann hoffentlich wieder mit einer starken Protagonistin ;)

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Veröffentlicht am 01.04.2023

Ein zweiter Blick lohnt sich

This Vicious Grace - Die Auserwählte
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Alessa ist die von Dea auserwählte Finestra, die die Menschen und ihre Insel vor einem drohenden Angriff durch bösartige Skarabäen retten soll. Leider beherrscht sie jedoch ihre magische Gabe nicht und ...

Alessa ist die von Dea auserwählte Finestra, die die Menschen und ihre Insel vor einem drohenden Angriff durch bösartige Skarabäen retten soll. Leider beherrscht sie jedoch ihre magische Gabe nicht und jede ihrer Berührungen führt unvermeidbar zum Tod. Als die Hoffnung der Bevölkerung schwindet, in Alessa ihre Retterin gefunden zu haben, ereignen sich mehrere Attentate auf das Leben der Finestra. Spontan engagiert sie daher einen Leibwächter: den undurchschaubaren Dante, der mit seiner finsteren Art jeden in die Flucht schlägt. Schon bald kommen sich die beiden näher, doch was tun, wenn jede Berührung seinen Tod hervorrufen kann?

Das elegante, zauberhafte Cover und die italienisch angehauchte Fantasy-Geschichte haben mich sofort in den Bann gezogen – diesen Roman musste ich einfach lesen. Zunächst hatte ich jedoch entgegen jeder Erwartung große Schwierigkeiten, in der Geschichte anzukommen. Der Schreibstil ließ mich als Leser zu sehr außen vor, viele Beschreibungen kamen mir zu kurz und das Worldbuilding hätte für meinen Geschmack noch deutlich ausgeprägter und detaillierter ausfallen können. Die Umsetzung enttäuschte mich. Ich habe den Roman nach den ersten Kapiteln deshalb erstmal zur Seite gelegt. Retrospektiv bin ich nun aber sehr froh, dem Roman eine zweite Chance gegeben zu haben. Denn sobald Alessa und Dante sich besser kennen lernen und er sich als ihr großer Unterstützer entpuppt, macht die Finestra eine Wandlung durch – hin zu einer selbstbewussten, jungen Frau! Die Anziehung zwischen den beiden ist mit den Händen greifbar und die beiden sind ein sehr schönes Paar. In Bezug auf den Liebesromananteil bin ich ganz auf meine Kosten gekommen. Auch der italienische Aspekt der Geschichte hat mich sehr begeistert – als großer Italien-Fan traf das genau meinen Geschmack! Der Fantasy-Anteil hätte für mich bis zuletzt jedoch noch weitaus tiefgreifender ausfallen können. Auch das Gefühl, beim Lesen außen vor zu sein und nicht mitten in der Handlung, blieb leider bis zuletzt. Hier wäre mit einem nahbareren Sprachstil noch so viel mehr drin gewesen! Nichtsdestotrotz bin ich sehr gespannt auf die Fortsetzung und möchte wissen, wie es ausgeht!

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Veröffentlicht am 21.03.2023

Sturm ohne Entladung

In blaukalter Tiefe
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Der neue Roman von Kristina Hauff begann so spannend: 2 Paare und der gebuchte Skipper Eric machen zusammen einen Segeltörn zu den Schären in Schweden. Ein lang ersehnter Traum des Ehepaars Caroline und ...

Der neue Roman von Kristina Hauff begann so spannend: 2 Paare und der gebuchte Skipper Eric machen zusammen einen Segeltörn zu den Schären in Schweden. Ein lang ersehnter Traum des Ehepaars Caroline und Andreas. Dieser versucht verzweifelt, seine Ehe zu retten. Als Stoßdämpfer sind daher sein junger Arbeitskollege und dessen Partnerin mit von der Partie. Doch was zunächst idyllisch anmutet, wird schnell zum Albtraum. Denn nach und nach kippt die Stimmung unter den Pärchen und auch der Skipper Eric wird Teil des Konflikts.

Dank fesselndem Sprachstil, kurzen Kapiteln und ständigem Perspektivwechsel bin ich durch das Buch geflogen. Die Autorin hat es geschafft, die zwischenmenschlichen Verhältnisse der ungleichen Paare und des Skippers genauestens einzufangen. Insbesondere die Schilderungen des sich immer weiter aufbauenden Konflikts und der unterschwelligen Spannungen waren nahezu greifbar. Ein Locked-room Szenario, in dem die Unbehaglichkeit spürbar wird: Das umeinander Herumtänzeln auf engstem Raum, das "nicht unangenehm auffallen wollen" und sich wegen der baulichen Gegebenheiten der Yacht kaum abgrenzen zu können. Szenarien, die in ähnlicher Form jeder schon mal erlebt hat: Gestelzte Dialoge mit dem Chef, sich dabei möglichst gut zu präsentieren, um die Karriereleiter raufzuklettern. Sich mit dem Partner auszutauschen, ohne dass andere es mitbekommen.

Hierbei hilfreich waren auch die Figuren, die gut ausgearbeitet und grundverschieden anmuteten, was den Roman gleich noch facettenreicher werden lies. Erst nach und nach erhielt der Leser/die Leserin wertvolle Informationen. Die Spannung baute sich daher immer weiter auf. Doch der große Krach zwischen den Figuren blieb enttäuschenderweise aus. Das Finale des Romans ging nach dem sich aufbauenden Sturm ohne Gewitter direkt in ein laues Lüftchen über und wirkte halbgar auf mich. Schade! Hier habe ich nach dem Senkrechtstart ins Buch deutlich mehr erwartet.

Fazit: Toller Spannungsaufbau, leider ohne Entladung und mit schwachem Ende.

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