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Veröffentlicht am 09.08.2023

Ich hatte mir mehr erhofft

Die Legende des Phönix, Band 1: Dunkelaura
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Die Legende des Phönix ist nicht mein erstes Buch der Autorin, daher war ich sehr gespannt, ob sie mich hier würde erneut von sich überzeugen können. So wie das Buch gepusht wurde, erhoffte ich mir ein ...

Die Legende des Phönix ist nicht mein erstes Buch der Autorin, daher war ich sehr gespannt, ob sie mich hier würde erneut von sich überzeugen können. So wie das Buch gepusht wurde, erhoffte ich mir ein entsprechendes Highlight, welches ich aber leider, um direkt das Ende der Rezension zu spoilern, nicht bekam.

Eden ist eine selbstbewusste Protagonistin aus komplizierten Familienverhältnissen, deren Leben sich von einen Tag auf den nächsten verändert, als die Phönixkrieger in Erscheinung treten und ihr dann auch noch weismachen wollen, sie sei eine der ihren. Ich finde, sie geht recht souverän mit der Situation um und ist generell anfangs sehr vorsichtig damit, was sie wem warum anvertrauen möchte. Anders herum wird ihr aber auch von Kriegerseite viel Misstrauen entgegengebracht, insbesondere von der kaltschnäuzigen, herzlosen Anführerin und dem mysteriösen Kane, womit wir auch schon meine beiden Hassobjekte der Saison ausgemacht hätten.

Kane wirkt zunächst wie der typisch undurchdringbare, sarkastische, hartgesottene Hottie, dem die Mädels zu Füßen liegen, und genau so verhält er sich auch im Umgang mit unserer Protagonistin. Er putzt Eden runter, stellt sie bloß, missachtet ihre Grenzen körperlich wie emotional und schwingt dabei einen ganzen Haufen red flags für mich. Mir war in dem Moment auch egal, welche Vergangenheit der Auslöser für diesen Charakter gewesen sein mag, es war einfach ein No-Go, wie er sich Eden gegenüber gibt. Sie zeigt ihm zwar, wo der Hammer hängt, aber das hat mich dann auch nicht mehr besänftigen können, denn Wunder oh Wunder, natürlich merken sie irgendwann, dass sie sich nicht hassen sondern lieben. Ich habe diese Gefühle als Leserin leider kaum mitfühlen können, was mir das Leseerlebnis in den emotionalen Momenten erheblich erschwert hat.

Dann kommen wir zur Organisation der Phönixkrieger. Deren Lager wird als derart pompös beschrieben, dass man sich eine Festung ohnegleichen vorstellt, gut sortiert, immer bewacht, stets jemand im Notfall zur Stelle. Fast schon eine eigene Stadt. Daher passten einige Entwicklungen im Verlauf der Geschichte für mich nur schwer ins Bild. Auch an der Kompetenz der Krieger habe ich auf einigen Missionen leider doch zweifeln müssen, sodass ich mich mehr geärgert habe als dass ich mitfiebern konnte.

All das klingt jetzt sehr negativ, aber durch den fluffigen, angenehmen Schreibstil hatte ich das Buch tatsächlich in kürzester Zeit durchgelesen. Ich wollte immer wissen, wie es weitergeht, und auch wenn ich mich oft geärgert habe, war ich doch gespannt, was uns am Ende erwartet. Natürlich gibt es ein fieses Ende, was Raum für Spekulationen lässt, aber zugleich auch Hoffnung auf sowas wie ein mögliches Happy End macht.

Mein Fazit:
Für mich war das Buch insgesamt mittelmäßig. Viele Tiefs, aber auch einige Hochs, und dazu ein toller Stil, der mich zuverlässig die Berge hoch und runter trug. Daher vergebe ich 3 von 5 Sternen mit der Hoffnung, dass ich in Band zwei besser zurecht komme.

Veröffentlicht am 17.07.2023

Hat Ecken und Kanten

Room for Love 1. Two in a Room
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Two in a room sollte eine humorvolle New Adult Story sein, RomCom in Buchform in dessen locker-leichte Atmosphäre man sich fallen lassen kann. Das hat man hier meiner Meinung nach nicht ausschließlich ...

Two in a room sollte eine humorvolle New Adult Story sein, RomCom in Buchform in dessen locker-leichte Atmosphäre man sich fallen lassen kann. Das hat man hier meiner Meinung nach nicht ausschließlich bekommen, sondern ergänzt mit anderen Story-Elementen, die wie ich finde wegen ihrer Präsenz durchaus Erwähnung im Inhaltstext verdient hätten.

Die beiden Hauptfiguren Shiloh und Miles waren je für sich gesehen meist recht nachvollziehbar gestaltet, Miles mehr als Shiloh, welche hin und wieder in ihren Verhaltensweisen schwankte. Doch beide zusammen konnten mich leider nicht gänzlich mit ihrer Beziehung zueinander überzeugen. Nach dem ersten heftigen Knistern kam die Chemie für mich nicht noch einmal so sehr zwischen den beiden auf, dass ich die Love Story glaubhaft gefunden hätte, so leid es mir tut, das zu sagen.

Mein Fazit:
Spannend war das Buch phasenweise auf jeden Fall, auch unterhaltsam war es im Großen und Ganzen gesehen. Aber der Funke sprang einfach nicht zu 100% über, insbesondere was die Figuren angeht. Das ist super schade, denn das Potenzial war auf jeden Fall da. Insgesamt waren meine Erwartungen vielleicht einfach andere, als das Buch erfüllen konnte.
Von mir gibt es wohlwollende 3 von 5 Sternen für diese schöne, aber nicht perfekte Geschichte.

Veröffentlicht am 17.05.2023

Nicht das, was ich erwartet habe

Babel
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Babel ist das ideale Buch für Sprachwissenschaftler*innen mit Faible für historische Romane. Es dreht sich so viel um Übersetzungen, Etymologie, Wortbedeutung, den Sinn von Sprache, dass man aus dem Staunen ...

Babel ist das ideale Buch für Sprachwissenschaftler*innen mit Faible für historische Romane. Es dreht sich so viel um Übersetzungen, Etymologie, Wortbedeutung, den Sinn von Sprache, dass man aus dem Staunen gar nicht mehr rauskommt, eingebettet in einem mühevoll recherchierten Setting des Englands im 19. Jahrhundert. Wer keinen Bezug zur Sprache hat und nicht mal den kleinsten Funken Interesse für die damalige politische Lage aufbringen kann, wird sich vermutlich im Laufe der Geschichte sehr langweilen. Und auch wer wie beworben eine spannende Fantasy-Geschichte ähnlich Harry Potter erwartet, wird nicht glücklich mit der Story.

Babel beinhaltet viele eindringliche Themen, es wird sich mit Rassismus und Gleichberechtigung beschäftigt, Unterdrückung von PoC, den Klischees und Vorurteilen der Weißen, politischen Kriegen und dem Widerstand, der sich dagegen erhebt. All das nimmt zurecht so viel Raum ein, dass ich das Buch nicht als Fantasy bezeichnen kann und möchte, da die eigentliche Geschichte nur wenig mit Magie zu tun hat. Es ist viel mehr eine historische Darstellung der damaligen Verhältnisse in England und auch China, die durch das Setting von Babel sichtbar gemacht und in einen größeren Kontext gebracht wird.

Protagonist Robin und seine drei Freunde bilden einen Jahrgang in Babel. Die vier sind so verschieden und dennoch verbindet sie das Schicksal der quälenden Ausbildung im Übersetzungs-Institut, welche eigentlich ein Privileg sein sollte. Was ich sehr faszinierend fand, war die Entwicklung, die man den jungen Erwachsenen im Laufe der Lehre anmerkt. Wie sich die Zeit in Babel auf sie auswirkt, wie sie immer mehr die politische Lage um sich herum wahrnehmen, wie sie Bezüge zu dem, was sie tun, herstellen, wie sie anfangen zu zweifeln. Das war ein spannender Prozess, den ich gern verfolgt habe, der in meinen Augen aber auch etwas gekürzter hätte ausfallen können.

Das Buch ist gefüllt mit seitenweise Ausführungen zur Etymologie, was ich anfangs noch interessant fand, mich aber spätestens nach einem Drittel dann sehr genervt hat. Viele Szenen und Geschehnisse wurden so aufgeplustert und in die Länge gezogen, dass man das Gefühl hatte, die eigentliche Handlung schreitet kaum voran.
Auch mit dem Ende bin ich sehr unzufrieden, erst wird der Plot bis zum Ende ewig in die Länge gezogen und dann werden die Lesenden mit einem halboffenen Finale im Regen stehen gelassen. Das war echt schade, da mir persönlich ein paar klärende Worte wichtig gewesen wären.

Mein Fazit:
Es wurde Fantasy angekündigt, aber davon war nichts zu sehen. Stattdessen hat man einen historischen Roman bekommen, der zwar mit vielen schockierenden Fakten aufwarten kann und Sichtbarkeit für die damalige Lage schafft, aber zugleich in Tonnen von etymologischen Fakten ertrinkt. Ich habe das Buch teils gelesen, teils gehört, und das meist auch gern. Aber ich habe mich auch viel gelangweilt und bin häufiger abgeschweift. Daher einige ich mich mit meinem Gewissen auf 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 16.05.2023

Mich hat es nicht umgehauen

Waraka
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Waraka sprach mich vor allem wegen des Autors auf dem Cover an. Von Tobias Goldfarb bin ich nur das Beste gewohnt und daher war ich mir zunächst sicher, dass auch dieses Buch mich gut unterhalten und begeistern ...

Waraka sprach mich vor allem wegen des Autors auf dem Cover an. Von Tobias Goldfarb bin ich nur das Beste gewohnt und daher war ich mir zunächst sicher, dass auch dieses Buch mich gut unterhalten und begeistern wird. Der Klappentext verspricht Jugendfantasy mit dem Fokus auf Freundschaft und dem Kampf um Freiheit und das alles in einer einzigartigen Welt mit neuartigen Tieren und Wesen. Und all das bekommt man auch, allerdings lief der Anfang nicht so wie geplant.

In der Welt von Prinz Arkyn habe ich zunächst mich so gar nicht zurechtgefunden. Man wird schon in den ersten paar Kapiteln so überrannt mit Infos, die erst später richtig erklärt werden, dass ich mich gefühlt habe, als hätte mich wer mit kaltem Wasser übergossen und danach in den Kühlschrank gesetzt. Es fühlte sich unbequem an, als stimme da etwas nicht. Das hat mich so aus dem Konzept gebracht, weil ich es bei einem Buch für jüngere Lesende eigentlich anders gewohnt bin, dass ich auch nicht mehr in die Geschichte reingefunden habe und das Geschehen an mir vorbeigeplätschert ist.

Arkyn und Saga konnte ich ebenfalls nur schwer greifen. Sie scheinen beide mutig zu sein und sich durchsetzen zu wollen, der Freiheitsdrang und der Gerechtigkeitssinn stehen ihnen beiden ins Gesicht geschrieben. Doch eine emotionale Verbindung zu ihnen war mir nicht möglich, was ich sehr schade fand.

Was mir gut gefiel, ist, dass innerhalb der Story wichtige Themen in diesem Buch angesprochen werden. Die Messages beinhalten den Wunsch nach Toleranz, Gerechtigkeit, Freundlichkeit und Offenheit, da können sich auch die älteren Lesenden noch eine Scheibe von abschneiden.

Mein Fazit:
Ich habe das Buch leider nicht gefühlt, technisch war es nach dem plötzlichen Einstieg gelungen und wie gewohnt angenehm zu lesen. Dennoch habe ich keine Verbindung zur Geschichte und/oder den Figuren aufbauen können, es reicht nur für 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 16.05.2023

Nicht so gut wie der erste

Spring Storm 2: Dornen der Hoffnung
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Spring Storm Band 2 ist leider hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben. Der erste Teil hat mich mit seiner Neuartigkeit sehr fasziniert, ich habe die Kräfte der Cosmics geliebt und die politischen Verhältnisse ...

Spring Storm Band 2 ist leider hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben. Der erste Teil hat mich mit seiner Neuartigkeit sehr fasziniert, ich habe die Kräfte der Cosmics geliebt und die politischen Verhältnisse sowie das Zwischenmenschliche geradezu aufgesogen. Doch die Hoffnungen, die ich in ein großartiges Finale gesetzt hatte, wurden etwas enttäuscht.

Es fing damit an, dass ich King teilweise unausstehlich fand. Ich konnte beim besten Willen nicht verstehen, was Cora an ihr findet, so ekelhaft wie sie sich manchmal den Freunden gegenüber verhielt. Sie putzte andere gnadenlos runter, war knallhart und ohne jegliches Mitgefühl, und Cora steht auch noch dahinter. War mir unbegreiflich und störte mein Leseerlebnis sehr.

Dann ist die Atmosphäre einfach eine ganz andere gewesen. Es gibt viel mehr Kämpfe, viel mehr Auseinandersetzungen, überall feindliches Gebiet und keine Ruhe. Das schürt eine gewisse Spannung, aber auch Ungemütlichkeit. Und dennoch hat man das Gefühl, es passiert nichts außer der Suche nach den drei Quellfragmenten. In Band 1 war alles noch neu und spannend, hier fühlte es sich eher mühsam an.
Dazu muss ich sagen, dass ich mit der Auflösung am Ende so gar nicht glücklich war. Ich hätte mit vielem gerechnet, aber was letztendlich geschah, war für mich so wenig greifbar, so abstrakt, dass ich mir kurz gewünscht habe, ich hätte es beim ersten Teil belassen.
Im Grunde bin ich froh, die Reihe abgeschlossen zu haben, es war schließlich nicht alles nur schlecht. Aber angesichts der hohen Erwartungen war der Fall in die Realität dann besonders schmerzhaft.

Mein Fazit:
Für mich ein deutlich schwächerer zweiter Band, der mit dem, was der erste Teil vorgelegt hat, nicht mithalten konnte. Die Love Story habe ich null gefühlt, die Handlung war nicht so abwechslungsreich wie erhofft und das Ende für mich nicht greifbar. Der Schreibstil und die spannenden Cosmic Powers jedoch hielten mich zuverlässig bei der Stange, daher rettet sich das Buch für mich auf 3 von 5 Sternen.