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Veröffentlicht am 01.02.2025

Nette Unterhaltung

Not your Darling
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Margaret, gerade mal 18 Jahre alt, möchte ihr Leben verändern.
Aus dem verregneten Seebad Morecambe im Nordwesten Englands macht sie sich auf den Weg nach Hollywood.
Dort ändert sie ihrem Namen in Loretta ...

Margaret, gerade mal 18 Jahre alt, möchte ihr Leben verändern.
Aus dem verregneten Seebad Morecambe im Nordwesten Englands macht sie sich auf den Weg nach Hollywood.
Dort ändert sie ihrem Namen in Loretta um. Sie will unbedingt ihren Traum leben. Nicht etwas als Star
nein, sie will unbedingt Maskenbildnerin werden. Loretta ist der Meinung, dass sie als Maskenbildnerin nicht nur die Oberfläche der Menschen verändern kann.
Aber so einfach ist es dann doch nicht. In der Traumwelt wimmelt es nur so von Kakerlaken. Die meisten von ihnen tragen einen Anzug. Sie heiratet den aufstrebenden Schauspieler Raphael Goddard. Nach 24 Stunden ist es schon wieder vorbei mit dieser Ehe. Einziger Lichtblick ist der Drehbuchautor Scott Eliot, der Loretta den Glauben an die Männerwelt nicht völlig verlieren lässt.

Die 1950er Jahre in Los Angeles sind wunderbar geschildert.
Frauen hatten wenig zu melden, Männer haben das schamlos ausgenutzt.
Da macht es Spaß eine Selbstbewusste, clevere, nicht auf den Mund gefallene
Frau zu begleiten. Locker und leicht wird die Ankunft und das Einleben von
Loretta beschrieben. Eine starke Frau, die leider immer wieder an die
männliche Grenze gerät. Es ist halt eine reine Männerwelt.
Aber Loretta kämpft weiter und das mit allen Mitteln, die ihr zur Verfügung
stehen. Der Blick hinter die Kulissen von Hollywood zeigt wie es wirklich
wahr. Harte Arbeit und ein täglicher Kampf um Anerkennung.
Das wird alles wunderbar beschrieben und liest sich auch sehr gut.
Leider bleibt es nicht so. Die Charaktere sind nicht greifbar, bleiben einem
Fremd. Man kann sich schwer mit ihnen identifizieren.
Was spritzig anfing, schwächelt in der Mitte, um am Ende in einem schnellen Durchmarsch
zu enden.
Das ist schade. So bleibt es für mich nur eine nette Unterhaltung.

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.10.2023

Guter Ratgeber

Küche ohne Schnickschnack
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Das Cover verspricht nicht zu viel.
Was draufsteht, ist auch drin.
Für Anfänger ein sehr guter Ratgeber.
Ich lebe bereits den Minimalismus in meiner Küche.
Habe auf gute Tipps gehofft. Leider gab es nichts ...

Das Cover verspricht nicht zu viel.
Was draufsteht, ist auch drin.
Für Anfänger ein sehr guter Ratgeber.
Ich lebe bereits den Minimalismus in meiner Küche.
Habe auf gute Tipps gehofft. Leider gab es nichts Neues für mich.

Die Grundlagen des Minimalismus werden sehr gut dargestellt.
Auch die anderen Themen wie -Richtig Einkaufen, Schlauer Essen und Kochen
oder Elektrogeräte effizient nutzen ist sehr interessant und vor allem
wichtig. Man kann im kleinen schon sehr viel bewirken.
Da gibt es wirklich zu jedem Thema viel Informationen im Buch und auch
QR Codes. Ich hätte mir aber Rezepte für die Resteküche gewünscht.

Aber auch hier wird die Welt nicht neu erfunden.
Ich bin etwas älter und weiß aus der Vergangenheit wie es war, bevor der Überfluss,
die Plastiktüten und die unglaubliche Auswahl von Lebensmittel in die Geschäfte
gekommen sind.
Deshalb gefällt es mir sehr das alles neu überdacht wird und vor allem das auch so gehandelt wird.
Ich glaube ganz fest daran, dass man als Verbraucher viel beeinflussen kann.

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  • Cover
Veröffentlicht am 21.05.2023

Wohlfühlroman

Die Buchhandlung in der Baker Street
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Eloise hat ihrer Tochter Valentina einen wunderschönen
Buchladen vererbt. Dieses unerwartete Erbe führt Valentina nach London.
Sie hatte jahrelang keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter.
Eigentlich wollte ...

Eloise hat ihrer Tochter Valentina einen wunderschönen
Buchladen vererbt. Dieses unerwartete Erbe führt Valentina nach London.
Sie hatte jahrelang keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter.
Eigentlich wollte sie die Buchhandlung verkaufen und nach
Amerika zurückkehren. Doch Valentina bleibt und langsam nähert sie
sich ihrer verstorbenen Mutter an, beginnt zu verstehen, warum ihre
Mutter damals so gehandelt hat.

Gefühlvoll und mitreißend ist dieser Roman und er erzeugt
eine richtig schöne Wohlfühlatmosphäre, die sich durch das ganze Buch zieht.
Die bildhaften und atmosphärischen Beschreibungen der Buchhandlung sind
wunderbar gelungen. Das Gefühl direkt dabei zu sein stellt sich von der ersten
Seite ein.
Der schöne Schreibstil mit den klaren Worten und die wunderschönen Bilder,
die dadurch im Kopf entstehen.
Man sieht die Buchhandlung förmlich vor sich.
Die zwischendurch erwähnten Bücher runden das ganze ab.
Dazu trägt vor allem die fließende Schreibweise bei.
Die Autorin schafft es spielend, ihre Charaktere zum Leben zu erwecken.
Alle Figuren sprühen vor Leben und Energie und zeigen die Stärke oder auch die Schwächen, die in jedem einzelnen stecken kann.

Erzählt wird in zwei Zeitsträngen und das sehr emotional, manchmal am Rande zum Kitsch.
Es gibt viel zu viele Zufälle, die die Handlungen unglaubwürdig machen.
Auch bleiben viele Fragen unbeantwortet.
Eine Mutter/Tochter Geschichte die zeigt wie wichtig Heimat und Verbundenheit ist.
Was Familie ausmacht und was Bücher dazu beitragen können.
Das alles mit einem eher fragwürdigen Happy End.

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Veröffentlicht am 15.04.2023

Die Pankhofers

Träume aus Eis
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Erna und Josef Pankofer können endlich ihr kleines Eiscafé eröffnen.
Ein lang gehegter Traum. Der fahrende Eiswagen ist endlich Vergangenheit geworden.
Josef hat große Pläne. Er träumt davon, ein Eis am ...

Erna und Josef Pankofer können endlich ihr kleines Eiscafé eröffnen.
Ein lang gehegter Traum. Der fahrende Eiswagen ist endlich Vergangenheit geworden.
Josef hat große Pläne. Er träumt davon, ein Eis am Stiel zu entwickeln.
Neue Geschäftsfelder zu erschließen. Aber die Zeiten sind nicht leicht. Die
Weltwirtschaftskrise wirft ihre dunklen Schatten.
Bald kommen finanzielle Probleme auf die Familie zu. Eine Tochter
verliebt sich in den Sohn des größten Konkurrenten.
Wird sich Josefs Traum erfüllen?

Die im bayerischen Dialekt geführten Dialoge bringen die bayerische Lebensart sehr schön auf die Seiten.
Die Schreibweise ist fließend, aber nicht besonders fesselnd.
Weil die Handlung viele Brüche hat, wirkt diese Geschichte etwas unrund.
Gerade die Zeit zwischen den Jahren 1920 - 1930 bietet so viel Erzählstoff, bleibt aber leider sehr ober flächig.
Die Charaktere, am Anfang noch recht interessant, verlieren sehr an Tiefe.
So bleibt es ein leichter historischer Familienroman
mit viel bayerischen Lokalkolorit.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.02.2023

Mechanismen der Macht

Männer sterben bei uns nicht
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Auf dem riesigen Anwesen wohnt die gesamte weibliche Familie in vier kleinen Häusern. Drei Generationen Frauen. Nur das fünfte Haus steht leer.
Ihre Männer sind ihnen nach und nach abhandengekommen.
Großmutter ...

Auf dem riesigen Anwesen wohnt die gesamte weibliche Familie in vier kleinen Häusern. Drei Generationen Frauen. Nur das fünfte Haus steht leer.
Ihre Männer sind ihnen nach und nach abhandengekommen.
Großmutter hat das Sagen und bestimmt, wer sich ihrer Gunst würdig erweist.
Sie alleine weiß, wie zahlreich die dunklen Schatten ihrer Geschichte sind.
Traditionen werden hochgehalten und als sich die Enkelin
Leni weigert das zu tun wird sie still und heimlich verstoßen.
Zurück bleibt ihre Schwester, die nun alleine gegen eine verhängnisvolle
Tradition ankämpfen muss.
Das ändert sich schlagartig als die Großmutter stirbt.

Erzählt wird aus der Sicht von Luise und es beginnt am Tag
der Beerdigung.
In Rückblenden wird nach und nach immer klarer, welche Rollen die Frauen spielen.
Was es für die Großmutter bedeutet, immer die Haltung zu wahren.
Vor allem nach außen hin.
Da mussten alle mitspielen, ob sie wollten oder nicht.

Optisch und vom Titel her ist dieses Buch ein Hingucker.
Die Schreibweise ist sehr angenehm und vor allem auch bildhaft.
Alles wird in wunderschönen und einfühlsamen Worten beschrieben.
Das Buch liest sich wirklich gut.
Der Schauplatz ist sehr gut gewählt. Regt die Fantasie des Lesers an.
Kommt sehr authentisch und auch mal beklemmend rüber.
Leider sind die Charaktere alle etwas unnahbar und es fällt schwer, sich mit
ihnen zu identifizieren.
Das Familientrauma, das so belastend und generationsübergreifend ist, bleibt größtenteils ein Geheimnis.
Das ist schade, wo es doch so viele Fragen aufwirft, die es verdient hätten beantwortet zu werden.
Am Ende hat mich die Geschichte verloren und das Gefühl bleibt, nicht alles verstanden zu haben.
Die Rückblenden konnten mir bedauerlicherweise wenig Klarheit verschaffen.
So bleibt es für mich eine gut geschriebene Familiengeschichte.
Mehr enttäuschenderweise nicht.

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