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Veröffentlicht am 23.02.2026

Ein Buch das aufrüttelt und fundierte Argumente liefert

Funkenschwestern
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Selten habe ich ein Sachbuch so zügig und interessiert gelesen, wie Funkenschwestern. Das Cover hatte mich zuerst nicht so richtig abgeholt, es wirkt etwas zu sachlich nüchtern. Barbara Blaha kannte ich ...

Selten habe ich ein Sachbuch so zügig und interessiert gelesen, wie Funkenschwestern. Das Cover hatte mich zuerst nicht so richtig abgeholt, es wirkt etwas zu sachlich nüchtern. Barbara Blaha kannte ich vor der Lektüre (leider) auch noch nicht. Von daher bin ich ganz unvoreingenommen ans Lesen gegangen.

Und ich muss sagen, es hat mich umgehauen. Barbara Blaha fügt so eloquent und fesselnd Studienfakten zusammen, dass sie aufrüttelt und mich wahrlich in den Bann gezogen hat. Mir war bis hierhin nicht bewusst, wie viel Ungleichheit in der Gesellschaft noch immer existiert. Für mich gab es so viele Aha-Momente und Anstöße zur Diskussion mit Familie und Freunden, wie es lange kein Buch mehr geschafft hat. Jede und jedeR sollte dieses Buch lesen, damit sich etwas verändert. Ungleichheiten in der Bezahlung, in der Verteilung der Care-Arbeit und einfach auch in der Wahrnehmung des Werts eines jeden Individuums werden hier aufgezeigt.
Auch wirklich harte Themen, wie sexualisierte Gewalt werden angesprochen. Immer mit Fakten und ohne Plattitüden. Am Ende hätte ich mir noch ein wenig mehr Input gewünscht mit Hinweisen, wie wir alle, jede und jeder Einzelne, an der Veränderung arbeiten können. Nicht nur, um uns selbst zu helfen, sondern auch anderen Frauen. Denn darauf kommt es an. Aber vielleicht ist hier Luft für einen zweiten Band.

Diese tiefgründige Aufarbeitung überzeugt und ist gleichzeitig wirklich gut lesbar. Kauft, verschenkt und lest dieses Buch!

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Von der Nachbarin zur Weltraumheldin – Wissenschaft zum Staunen

Die Astronautin von nebenan. Eine Reise vom Kinderzimmer ins Weltall
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Inga Marie Ramckes Kinderbuch "Die Astronautin von nebenan. Eine Reise vom Kinderzimmer ins Weltall" begeistert mit einer wunderbaren Verknüpfung von kindgerechter Erzählung und fundiertem Wissenschaftswissen ...

Inga Marie Ramckes Kinderbuch "Die Astronautin von nebenan. Eine Reise vom Kinderzimmer ins Weltall" begeistert mit einer wunderbaren Verknüpfung von kindgerechter Erzählung und fundiertem Wissenschaftswissen – eine echte Entdeckungsreise für junge Leserinnen ab etwa 6 Jahren.

Die Geschichte beginnt, als die achtjährige Maya ihre Sommerferien krank zu Hause verbringen muss – statt wie geplant mit dem Papa zu den Großeltern zu fliegen. Ihre Nachbarin Josi, die am Ende ihrer Astronautenausbildung steht, nutzt die Gelegenheit: Sie verwandelt Mayas Kinderzimmer in eine Mini-Raumstation und nimmt sie mit auf eine fantastische Fantasiereise durchs All.

Josi wird zur echten Heldin: Sie ist nicht nur eine Frau, die Astronautin werden will, sondern auch nahbar, fürsorglich und inspirierend. Sie unterstützt Maya einfühlsam in ihrer Ferienzeit, erklärt spielerisch Wissenschaftliches und weckt bei ihr und den Lesern die Begeisterung für Raumfahrt. So zeigt das Buch, wie großartige Wissenschaft und persönliche Wärme sich verbinden lassen – mit einer starken Frau im Fokus.

Jedes Kapitel wird von kurzen, anschaulichen Sachabsätzen eingeleitet, die Raumfahrtthemen wie Schwerelosigkeit, ISS oder Weltraumstation kindgerecht erläutern. Experimente zum Selbermachen machen das Gelernte interaktiv und praxisnah – ideal für neugierige Entdecker. Die Verbindung von echten Fotos (z. B. von der Internationalen Raumstation) mit liebevollen Illustrationen verankert das Wissen visuell und spannend.

Lada Chizhovas liebevoll gestaltete Illustrationen strahlen Wärme und Fantasie aus und ergänzen perfekt die erzählte Geschichte. Ergänzt wird das visuelle Erlebnis durch authentische Fotos von Astronauten, Raumfahrzeugen und der ISS – ein besonderer ästhetischer und didaktischer Mehrwert, der kleine Leserinnen direkt ins Weltall katapultiert.

Die Kombination aus spannender Alltagsgeschichte, fantasievoller Abenteuerreise und spannungsaufbauendem Wissen macht das Buch zu einem perfekten MINT-Vorlesebuch – sowohl zum Selberlesen als auch zum Vorlesen. Besonders die Kapitelstruktur mit kurzen Sachinformationen zu Beginn fördert Aufmerksamkeit und Wissensdrang.

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Veröffentlicht am 27.08.2024

Ey Mann, da ist was los in den Pilzen

Mushroom Fever
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Pilz-Bücher - gibt es davon nicht schon genug? Jein. Bestimmungsbücher wahrscheinlich schon. Da liegt es eher daran, ob man lieber Zeichnungen oder Fotos mag. Aber Bücher, die ansteckend die Leidenschaft ...

Pilz-Bücher - gibt es davon nicht schon genug? Jein. Bestimmungsbücher wahrscheinlich schon. Da liegt es eher daran, ob man lieber Zeichnungen oder Fotos mag. Aber Bücher, die ansteckend die Leidenschaft zur Natur schildern und auch ausgewählte Porträts zeigen, gibt es nur wenige, die Spaß machen und so mega stylisch gestaltet sind.

Moritz Schmid gelingt die Kombination sehr gut. Er ist genau der Typ Mensch, in den sich viele Leser hineinversetzen können. Gehetzte Stadtmenschen, die Ausgleich in der Natur suchen. So zumindest beschreibt Schmid den Beginn seiner Wald-Entdecker-Zeit. Das Rausgehen und Entschleunigen bringt ihn letztlich zum Kennenlernen der Pilze und somit zum Glück. In unnachahmlicher Art berichtet er, wie gut ihm und uns Waldbaden tut und welche wunderbaren Eigenschaften Pilze haben können.

Im ersten Teil des Buches führt er uns hinein in den Wald, erklärt wie krass Pilze sein können. In moderner Sprache und mit vielen bunten und lebhaften Anekdoten gestaltet er das Thema, sodass alles gut nachvollziehbar und verständlich ist. Es geht um Vitalpilze, die Ethik des Sammelns und was man mit Pilzen noch so machen kann außer Essen.
Im zweiten Teil folgen dann zwanzig Artporträts, die wortwörtlich ein gutes Bild abgeben. Schmids eigene Fotos sind der Hammer, wirklich Kunst. Die Auswahl der vorgestellten Pilze besteht hier im positiven Sinne nicht nur aus den üblichen Verdächtigen (Pfifferling, Steinpilz, etc.), sondern er zeigt uns auch einige Arten, die für viele bisher nicht auf der Sammelliste standen.

Insgesamt ein tolles Buch über die Natur und eine moderne Art und Weise sich dem Thema Pilze und ihrer Verwendung zu nähern.

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Veröffentlicht am 05.01.2024

Jeder hat seine eigene magische Kraft

Mina Wirbelfee (Bd. 1)
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Mina ist eine kleine Fee mit goldenem Zauberstab und wuscheligen Haaren. Jeder in ihrer Familie hat eine bestimmte Kraft. Die Mama kann leckere Pfannkuchen zaubern, die Oma gute Laune und der Papa gutes ...

Mina ist eine kleine Fee mit goldenem Zauberstab und wuscheligen Haaren. Jeder in ihrer Familie hat eine bestimmte Kraft. Die Mama kann leckere Pfannkuchen zaubern, die Oma gute Laune und der Papa gutes Wetter. Doch was kann Mina? Leider ist der Zettel der Feen-Königin nicht zu lesen und sie begibt sich auf den Weg zu ihr, um sie zu fragen, welche besondere Eigenschaft sie hat.

Mit Mut und Dackel Rüdiger macht sich Mina auf den Weg zur Wolke sieben. Es lauern kindliche Gefahren (böse Blumen, starke Meerjungfrauen, die sich als bärtige Meerjungmänner entpuppen, usw.)
Minas Unerschrockenheit und Kreativität zeichnet sie aus. Auch ohne zu wissen, was genau sie als Fee können sollte, ist sie aufgeweckt und löst die Probleme mit großem Herzen. Trotz der 100 Seiten ist die Geschichte auch für kleinere Kinder gut nachzuvollziehen. Es gibt immer wieder kurze Rückblicke auf die vergangenen Kapitel, sodass der Zusammenhang gut hergestellt werden kann. Fast jede Seite ist zudem mit super schönen Illustrationen verziert. Die Figuren sind zwar alle magisch, jedoch haben sie viel menschliches an sich, das die kleinen Leserinnen auf sich und die eigene Umwelt projizieren können.

Ein tolles, freches Buch zum Vorlesen oder ersten Selbstlesen. Schätzungsweise passend für 4-7-Jährige.

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Veröffentlicht am 24.05.2023

Emotionale Frauen-Geschichten aus felsigen Höhen

Bergfreundinnen
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Oft sind bergige Erlebnisberichte von oder über Männer geschrieben, als ob Frau nie einen Fuß in die Berge setzen würde. Doch das ist nicht so. Und das beweisen Kaddi, Toni und Katharina, sowie ihre zahlreichen ...

Oft sind bergige Erlebnisberichte von oder über Männer geschrieben, als ob Frau nie einen Fuß in die Berge setzen würde. Doch das ist nicht so. Und das beweisen Kaddi, Toni und Katharina, sowie ihre zahlreichen Interview-Partnerinnen im Buch "Bergfreundinnen".
Ausgehend vom erfolgreichen Podcast mit gleichem Namen, produziert vom bayrischen Rundfunk, schrieben die drei Autorinnen die Geschichten nun auf zum Nachlesen. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass sie wirklich mit ganzem Herzen Bergfrauen sind. Teilweise dort aufgewachsen oder hineingewachsen. Jede hat ihre eigenen Lieblingshobbies am Berg, sei es Mountainbiken, Klettern, Skifahren oder Wandern. Diese Vielfalt kann man dann auch in den jeweiligen Kapiteln wiederfinden. Doch man oder frau braucht keine langweiligen Berichte über die verschiedenen Sportarten oder Berggegenden erwarten, sondern es werden nach Frauen-Themen sortierte Erlebnisse anschaulich und authentisch erzählt. So kann man zum Beispiel mit der in Not geratenen Katja mitfiebern, sich mit Katharina der Höhenangst stellen oder sich mit Kaddi über fiese Regelschmerzen während der Alpenüberquerung ärgern.
Es gibt ruhigere und auch sehr aufwühlende Episoden, die niemals langweilig zu lesen sind, sondern genau die Interessen, Zweifel und Hindernisse ganz speziell von Frauen, Müttern, Freundinnen, Neuanfängerinnen und Profi-Alpinistinnen ansprechen. Auch Frauen, die bisher wenige Kontakte oder Ambitionen zum bzw. für Bergsport hatten, werden gut unterhalten, denn es gibt keine unverständlichen Passagen mit Fachvokabular, sondern es wurde anschaulich und eben weiblich geschrieben. Sehr sympathisch und zum Weiterempfehlen.

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