Rechtsstreit statt Thriller
ObsessionVoyeur, Tiere, Flammenbrut und Obsession sind anders als die übrigen Simon Beckett-Bücher. Sie fallen unter die Psychothriller, wobei sie keine klassischen Thriller sind. Die Geschichten beginnen nicht ...
Voyeur, Tiere, Flammenbrut und Obsession sind anders als die übrigen Simon Beckett-Bücher. Sie fallen unter die Psychothriller, wobei sie keine klassischen Thriller sind. Die Geschichten beginnen nicht mit einer Leiche und einer darauf folgenden Ermittlung. Außerdem bekommt man viele überzeugende Einblicke in das kranke Gehirn der Protagonisten.
Nach dem Tod seiner Frau Sarah bleibt Ben nur noch sein autistischer Stiefsohn Jacob. Als Ben die Sachen seiner Frau aussortiert entdeckt er eine Schachtel mit Zeitungsausschnitten über ein entführtes Baby von vor 6 Jahren zusammen mit Jacobs Geburtsurkunde. Nach der Bestätigung seines Verdachts, dass Jacob nicht Sarahs leibliches Kind ist, macht sich Ben auf die Suche nach Jacobs leiblichen Eltern. Ben fechtet die Entscheidung des Jugendamts Jacob seinem leiblichen Vater zu übergeben nicht an. Diese Entscheidung wird er bald bereuen … nicht nur, weil ihm sein Junge fehlt, sondern wegen der Persönlichkeiten Jacobs neuer Eltern. Als Fotograf beginnt Ben Nachforschungen um belastendes Material zu sammeln und seinen Sohn zurückzubekommen.
In dem Buch geht es mehr um den Rechtsstreit um Jacob und die Beobachtungen der neuen Familie als um einen Kriminalfall. Bis zum Schluss, an dem endlich mal Action ins Geschehen kommt, handelt es sich hier um einen Roman.
Johannes Steck ist dabei der perfekte Leser für das kranke Gehirn. Man hört seine Freude beim lesen. Die Illusion muss wohl durch viel Zeit und Mühe zur Perfektion getrieben worden sein.