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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.05.2023

Justizdrama

Mutterliebe
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Kiki Holland beobachtet als Gerichtsreporterin den Prozess einer Frau, die ihr eigenes Kind getötet hat. An den Fakten ist nicht zu rütteln, aber schon relativ bald steigt Kiki tiefer in die Recherche ...

Kiki Holland beobachtet als Gerichtsreporterin den Prozess einer Frau, die ihr eigenes Kind getötet hat. An den Fakten ist nicht zu rütteln, aber schon relativ bald steigt Kiki tiefer in die Recherche ein, denn die Mutter stand unter Antidepressiva. Kiki wittert hier einige Ungereimtheiten, die zur Gewissheit werden, als Kiki massiv bedroht wird.
Generell ist die Grundidee des Buches eine gute, aber bei der Umsetzung ist noch deutlich Luft nach oben. Zum einen ist die Handlung realitätsfern:
Für eine erfahrene Reporterin ist Kiki zu unbedarft und außerdem spielt ihr der Zufall zu oft in die Hände. (Zum Beispiel kann man nicht gar so einfach in eine Villa einbrechen).
Der Schreibstil ist einerseits zu umgangssprachlich, aber dennoch nicht locker genug, um die Spannung über längere Strecken aufrechtzuerhalten. Insgesamt hätte eine straffere Erzählweise dem Krimi gutgetan.
Lena Drieschner liest die Hörbuchversion. Ihre Stimme ist sehr angenehm.

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Veröffentlicht am 27.05.2023

Rivalität

The Love Test – Versuch’s noch mal mit Liebe
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Allison ist eine Powerfrau, die mit viel Wissen und noch mehr Fleiß ein Doktoranden-Stipendium ergattern konnte. Sie ist aber auch eine frauliche Frau, die seit ihrer Kindheit immer wegen ihrer Figur gehänselt ...

Allison ist eine Powerfrau, die mit viel Wissen und noch mehr Fleiß ein Doktoranden-Stipendium ergattern konnte. Sie ist aber auch eine frauliche Frau, die seit ihrer Kindheit immer wegen ihrer Figur gehänselt worden ist. Vor allem ihr unsympathischer Vater war ein Meister der Herabwürdigung, da kam kein noch so guter schulischer Erfolg gegen an.
Zu Allisons Kummer hat ihr Exfreund das gleiche Stipendium erlangt und liegt nun mit ihr im Wettstreit um die einzige Promotionsstelle, die zu vergeben ist. Colin hatte ihr schon einmal eine wichtige Auszeichnung vor der Nase weggeschnappt.
Durch die enge Zusammenarbeit werden alte Gefühle wieder aufgefrischt. Vielleicht hat sich Colin ja geändert, doch das wird sich erst mit einer alles entscheidenden Präsentation zeigen ...
Der Schreibstil von Jenny L. Howe ist erfrischend lebendig. Man kann diesen heiteren Liebesroman guten Gewissens empfehlen.
Ich persönlich konnte leider keine Beziehung zu den Protagonisten aufbauen. Sie sind in ihrem verbissenen Ehrgeiz nicht wirklich sympathisch. Auch fällt es mir schwer, mir Allison bildlich vorzustellen. Ist sie einfach nur stämmig, oder ist sie korpulent? Die Aussagen über sie sind in dieser Hinsicht recht diffus. Auf jeden Fall ist sie bezüglich ihres Körpers trotz gegenteiliger Behauptung nicht mit sich im Reinen. Zu sehr können negative Bemerkungen sie noch verletzen und ich vermute, deswegen hat sie auch so große Schwierigkeiten in ihren Tutorien. Nicht wegen ihres Aussehens, sondern wegen ihrer Unsicherheit wegen ihres Aussehens.
In dieser Hinsicht hat die Autorin ihr im Vorwort genanntes Ziel, dem Wort „dick“ die negative Macht zu nehmen, nicht erreicht.
Stattdessen ist man jedoch um einiges Wissen über mittelalterliche Literatur reicher ...

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Veröffentlicht am 21.05.2023

Ein Koffer voller Geld

Falsche Freunde
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Ein schönes Cover vom nächtlichen Markusplatz führt den Leser direkt in die Stadt des Geschehens. Frühmorgens wird der unsympathische Buchhalter Paolo Salini ermordet aufgefunden. Sein Koffer voller Geld ...

Ein schönes Cover vom nächtlichen Markusplatz führt den Leser direkt in die Stadt des Geschehens. Frühmorgens wird der unsympathische Buchhalter Paolo Salini ermordet aufgefunden. Sein Koffer voller Geld bleibt verschwunden. Salinis Arbeitgeber kommt dadurch schwer in die Bredouille, denn das Geld war für eine umfangreiche Bestechungsaktion gedacht und die anderen Auftraggeber fordern ihre nicht unerheblichen Einsätze zurück. Überhaupt gerät nun der total verrückte Plan, Venedig in einen Tummelplatz für Reiche zu verwandeln, in eine Sackgasse.
Commissario Morello, der schlaue Mafiajäger aus Sizilien, folgt der Spur des Geldes, so wie er es gewohnt ist. Nur so hat er eine Chance, bald in seine Heimat zurückzukehren und den Mörder seiner Familie zu stellen.
Mit diesem dritten Morello-Krimi hat sich das Autoren-Team eindeutig verbessert. Man merkt, dass der Commissario und seine Kollegen eine Entwicklung zum Positiven durchgemacht haben. Ihre Charaktere, und auch die der anderen Personen, haben eindeutig an Profil gewonnen. Auch wird der Handlungsort, nämlich Venedig, sehr realitätsnah beschrieben, man kann die Straßen und Plätze gut wiedererkennen. Anscheinend ist es ein tatsächliches Problem, dass es Bestrebungen gibt, Venedig in eine Art exklusives Disneyland zu verwandeln. Dann ist dieses Buch ja sogar tagesaktuell. Auch wenn der Sprung zum Donna Leon-Level noch sehr hoch ist, "Falsche Freunde" bietet soliden Lesespaß und ist ferientaugliche Lektüre.
Dietmar Wunder ist ein guter Sprecher für die Hörbuchversion.

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Veröffentlicht am 21.05.2023

Ein Koffer voller Geld

Falsche Freunde
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Ein schönes Cover vom nächtlichen Markusplatz führt den Leser direkt in die Stadt des Geschehens. Frühmorgens wird der unsympathische Buchhalter Paolo Salini ermordet aufgefunden. Sein Koffer voller Geld ...

Ein schönes Cover vom nächtlichen Markusplatz führt den Leser direkt in die Stadt des Geschehens. Frühmorgens wird der unsympathische Buchhalter Paolo Salini ermordet aufgefunden. Sein Koffer voller Geld bleibt verschwunden. Salinis Arbeitgeber kommt dadurch schwer in die Bredouille, denn das Geld war für eine umfangreiche Bestechungsaktion gedacht und die anderen Auftraggeber fordern ihre nicht unerheblichen Einsätze zurück. Überhaupt gerät nun der total verrückte Plan, Venedig in einen Tummelplatz für Reiche zu verwandeln, in eine Sackgasse.
Commissario Morello, der schlaue Mafiajäger aus Sizilien, folgt der Spur des Geldes, so wie er es gewohnt ist. Nur so hat er eine Chance, bald in seine Heimat zurückzukehren und den Mörder seiner Familie zu stellen.
Mit diesem dritten Morello-Krimi hat sich das Autoren-Team eindeutig verbessert. Man merkt, dass der Commissario und seine Kollegen eine Entwicklung zum Positiven durchgemacht haben. Ihre Charaktere, und auch die der anderen Personen, haben eindeutig an Profil gewonnen. Auch wird der Handlungsort, nämlich Venedig, sehr realitätsnah beschrieben, man kann die Straßen und Plätze gut wiedererkennen. Anscheinend ist es ein tatsächliches Problem, dass es Bestrebungen gibt, Venedig in eine Art exklusives Disneyland zu verwandeln. Dann ist dieses Buch ja sogar tagesaktuell. Auch wenn der Sprung zum Donna Leon-Level noch sehr hoch ist, "Falsche Freunde" bietet soliden Lesespaß und ist ferientaugliche Lektüre.
Dietmar Wunder ist ein guter Sprecher für die Hörbuchversion.

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Veröffentlicht am 20.05.2023

Das Leben des Robin Swift

Babel
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Voller Vorfreude habe ich mich auf "Babel" von R.F. Kuang gestürzt, ein so schönes Buch mit eindrucksvollem Cover und hochwertiger Verarbeitung (ich sage nur: Lesebändchen!). Ich hoffte auf 700 Seiten ...

Voller Vorfreude habe ich mich auf "Babel" von R.F. Kuang gestürzt, ein so schönes Buch mit eindrucksvollem Cover und hochwertiger Verarbeitung (ich sage nur: Lesebändchen!). Ich hoffte auf 700 Seiten Fantasy ...
Das Buch handelt einerseits vom Leben und Sterben des Robin Swift. Er ist ein Junge aus China, der bis zum frühen Tod seiner Mutter eine englische Gouvernante hatte. Er wird von einem Professor nach England geholt und von ihm zu einem Sprachgenie gedrillt. Im passenden Alter wechselt er nach Oxford in die sprachwissenschaftliche Universität, die in einem mehrstöckigen Turm, genannt Babel, untergebracht ist. Hier vertieft er nicht nur seine Sprachkenntnisse, sondern soll auch das Handwerk der Silbermagie erlernen. Silber hält sowohl die englische Wirtschaft, als auch das tägliche Leben aufrecht, doch Silber ist teuer und kann nur durch Handel (oder Krieg) nach England gelangen. Je älter Robin wird, umso mehr wird klar, dass er als Handlanger der herrschenden Kaste herangezüchtet wird. Nur durch Leute wie ihn kann sich das gesellschaftliche System der Unterdrückung im eigenen Land als auch der Ausbeutung der Kolonien manifestieren. Man erlebt einen jungen Mann, der sich zunehmend radikalisiert und gegen das System kämpft, bis zum bitteren Ende.
Wie gesagt, ich habe mich auf ein Buch voller Magie gefreut, aber die spielt hier nur eine untergeordnete Rolle. Sie ist vielmehr ein Symbol für den Machtanspruch der Regierenden. Der Schwerpunkt ist eher philosophischer Natur: Zum einen werden viele Wörter und Ausdrücke aus verschiedenen Sprachen, in erster Linie allerdings chinesischen und anglo-romanischen Ursprungs, auf ihre Bedeutung und Herkunft untersucht, zum anderen spielt die Politik des 19. Jahrhunderts, insbesondere der Kolonialismus, eine übergeordnete Rolle.
Kurz gesagt, das Buch bietet anspruchsvolle, für den normalen Leser allerdings schwerverdauliche Kost. Ich bin beeindruckt, wie eine so junge Autorin ein dermaßen umfassendes tiefgründiges Werk schreiben kann, aber der normale Fantasy-Leser ist einfach überfordert. Wie kann man so ein Buch in eine Sternebewertung pressen? Sprachlich und inhaltlich hat "Babel" sicherlich 5 Sterne verdient, aber die Handlung kann nicht fesseln, sondern wirkt über weite Strecken wie eine Vorlesung an der Uni. Deswegen entscheide ich mich, einen Punkt abzuziehen.

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