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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.07.2023

ein bisschen zu viel Tragik und zu wenig Herz

A Place to Belong
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Ich liebe die Bücher von Lilly Lucas und habe mich auch in der Cherry Hill-Reihe direkt wieder heimisch und behaglich gefühlt. Ich war daher ein bisschen überrascht, dass in in diesem Buch um keine der ...

Ich liebe die Bücher von Lilly Lucas und habe mich auch in der Cherry Hill-Reihe direkt wieder heimisch und behaglich gefühlt. Ich war daher ein bisschen überrascht, dass in in diesem Buch um keine der McCarthy Frauen gehen sollte, weil die vier Bände ja an sich nahelegten, dass jede der Frauen einen eigenen Band bekommt. Stattdessen wird quasi eine außenstehende mit viel Dramatik in die Geschichte eingeführt. Kann man machen, war einfach nicht, was ich mir erhofft hatte.

Zum Inhalt: Als Maggy zufällig auf einen Teil der Vergangenheit ihrer Mutter stößt, steht ihre Welt Kopf. Denn der Mann, der nie ein Vater für sie war ist tot und so wird sie eine Chance haben, ihn kennenzulernen. Kurzentschlossen fährt sie nach Palisade um mehr über ihren Vater und die Familie die er zurückgelassen hat in Erfahrung zu bringen. Zu spät merkt sie, dass es vielleicht ein Fehler war, sich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen bei den Mc Carthys vorzustellen. Da hat sie die Familie schon zu sehr ins Herz geschlossen.

Was ich an den Büchern von Lilly Lucas immer so liebe ist das fantastische, ländliche Setting und die Wohlfühlatmosphäre, die damit einhergeht. Das ist auch hier wieder absolut so. Palisade, die Farm und die Menschen dort, haben nicht nur mich wieder in ihren Bann geschlagen, sondern auch Maggy.

Deren Backgroundgeschichte und alles was es für die Frauen von Cherry Hill bedeutet, war in meinen Augen schon ungewohnt dramatisch und bringt einfach einen etwas trübsinnigen, traurigen Tonus mit sich. Das hatte ich einfach irgendwie überhaupt nicht erwartet. Lilly Lucas bringt das auch fantastisch rüber und ich mochte Maggy total gerne, trotzdem wirkte sie fast ein bisschen wie ein Eindringling in der Idylle.

Ich glaube die Geschichte an sich hätte mir besser gefallen, wenn sie eine Auskopplung aus der Reihe gewesen wäre oder so, einfach weil ich für mich schon eine grobe Vorstellung und die entsprechende Erwartungshaltung hatte, was ich gerne innerhalb dieser Reihe lesen wollte. Ich glaube deshalb hat mich dieser Band weniger gecatcht als die vorherigen, obwohl die Geschichte für sich natürlich wieder sehr gefühlvoll und schön erzählt ist.

Fazit: jetzt will ich nur noch lieber das Buch über Poppy lesen. ;)

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Veröffentlicht am 08.07.2023

Vom Ankommen

Die Tage in der Buchhandlung Morisaki
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Ich liebe Bücher, in denen Bücher, Buchhandlungen und das Lesen eine zentrale Rolle einnehmen. Das erzeugt bei mir immer direkt eine Art Wohlfühloase und bei diesem Buch ist allein schon das Cover wahnsinnig ...

Ich liebe Bücher, in denen Bücher, Buchhandlungen und das Lesen eine zentrale Rolle einnehmen. Das erzeugt bei mir immer direkt eine Art Wohlfühloase und bei diesem Buch ist allein schon das Cover wahnsinnig einladend. Die Geschichte ist unaufgeregt, fast schon zurückhaltend und hat mir aufgrund dessen trotzdem gut gefallen.

Zum Inhalt: Takako ist am Boden zerstört, als ihr Freund und Arbeitskollege ihr eröffnet, dass er heiraten wird. Und zwar eine andere Frau mit der er schon länger zusammen ist. Kurzerhand kündigt sie ihren Job und flüchtet in die Buchhandlung ihres Onkels, wo sie durch die Kraft der Bücher und Menschen in ihrer Umgebung ihren Platz findet.

Das Buch ist quasi in zwei Geschichten unterteilt, einmal die über Takako und dann eine über die Rückkehr ihrer Tante Momoko, die man auch getrennt voneinander lesen kann. Denn obwohl die Geschichte insgesamt fortschreitend ist, hatte ich schon das Gefühl, dass es nach dem ersten Teil einen Cut gab und sich der Fokus in der zweiten Geschichte verschoben hat, obwohl sie immer noch aus Takakos Sicht erzählt wird. Beide verbindet aber ein ähnliches Leitmotiv- das Heimkehren, Ankommen, seinen Platz finden.

Ich mag die ruhige Erzählweise der Geschichte, es wird unaufgeregt aus dem Alltag erzählt, an manchen Stellen plätschert die Geschichte einfach so vor sich hin, Jahreszeiten ziehen vorbei. Trotzdem ergibt sich ein stimmiges Bild und besonders im ersten Teil merkt man die Veränderung, die Takako durchlebt.

Für mich eine schöne Geschichte für zwischendurch, wenn man mal einen Ruhepol braucht.

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Veröffentlicht am 29.06.2023

Der Genuine-Skandal ist noch nicht vorbei

Genuine Conspiracy
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Der zweite Band der Genuine-Dilogie schließt quasi nahtlos an den ersten Band an und obwohl es ein kleines „2was zuletzt geschah“ gibt, würde ich schon empfehlen zuerst „Genuine Madness“ zu lesen. Das ...

Der zweite Band der Genuine-Dilogie schließt quasi nahtlos an den ersten Band an und obwohl es ein kleines „2was zuletzt geschah“ gibt, würde ich schon empfehlen zuerst „Genuine Madness“ zu lesen. Das Buch hat mir wieder gut gefallen, auch wenn ich mir vom Fortschreiten des Genuine-Projekts für diesen Band irgendwie mehr erhofft hatte.

Zum Inhalt: nachdem Elaine und John das Genuine-Projekt in der Unterwelt Atlantas auffliegen ließen, müssen sie sich bedeckt halten. Denn trotz gezielter Tipps fand die Polizei nichts. Und auch die Regierung scheint nicht an einer Aufklärung interessiert zu sein. Vielmehr sprechen sinkende Verbrechensraten dafür, dass Atlanta noch nie so sicher war. Gleichzeitig verschwinden weiterhin Obdachlose von den Straßen. Elaine und John beschließen sich erneut der Sache anzunehmen.

Ich fand Teil 1 inhaltlich richtig interessant, eine gute Mischung aus Politthriller und Dystopie-Elementen. Und ich hatte im zweiten Teil auf noch mehr Intrigen und eine Zuspitzung des Genuine-Projekt gehofft, was aber irgendwie ausblieb. Ja, das Projekt geht weiter und Elaine deckt sogar noch eine weitere Komponente des Skandals auf. Aber im Fokus stand diesmal mehr die Hetzjagd auf die beiden Protagonisten, die politischen und wirtschaftlichen Verstrickungen, sowie die Frage nach einem Maulwurf bei der Polizei.
Das war alles auch gut und durchaus spannend umgesetzt, war aber nach dem ersten Band thematisch nicht mehr wirklich was neues.

Womit ich mich direkt am Anfang wieder etwas schwergetan habe waren die vielen Namen, Perspektiven und Handlungsorte, die ich erstmal wieder zusammenpuzzeln musste. Da kommt man aber rein. Auch sprachlich ist es anfangs vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, passt aber gut zur Handlung und den Figuren. John beweist auf jeden Fall mal wieder, dass er alles andere als „lame“ ist und stürzt sich mit seinen Freunden vom Obdachlosenheim in den Kampf.
Bemerkenswert sind hier mal wieder die technischen Komponenten, die zum Tragen kommen und die Waffengewalt, vor der nicht zurückgeschreckt wird. Besonders der Polizist Morrison hat mir in diesem Band gut gefallen, da er nicht zurückschreckt zu ermitteln und John zu unterstützen.

Das Ende war gut umgesetzt und bildet einen guten Abschluss für die Story.

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Veröffentlicht am 28.06.2023

Flucht nach vorn

Manipuliert
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Teil 2 beginnt genau da, wo Band 1 endet, weshalb es schon Sinn macht, dir Bücher nacheinander zu lesen. Wir begleiten weiter die bekannten Charaktere aus Band 1, die nun auf weitere Schlüsselfiguren treffen. ...

Teil 2 beginnt genau da, wo Band 1 endet, weshalb es schon Sinn macht, dir Bücher nacheinander zu lesen. Wir begleiten weiter die bekannten Charaktere aus Band 1, die nun auf weitere Schlüsselfiguren treffen. Ich muss sagen, dass ich Band 2 schon etwas schwächer finde, vor allem weil es einige Wiederholungen zu Band 1 gibt, die das Buch einfach handlungstechnisch nicht weiterbringen.

Zum Inhalt: in dem Glauben Überträger der Epidemie zu sein, stellt sich Shay dem Militär- und begeht damit Verrat an Kai. Doch dieser ist wild entschlossen Shay wiederzufinden, die in einer geheimen Einrichtung gefangen gehalten wird. Beide brauchen neue Verbündete, wenn sie überleben wollen.

Callie fand ich schon im letzten Band sehr egoistisch und unsympathisch und nach dem Ende von Band 1 dachte ich, dass mich in Bezug auf sie nicht mehr viel schocken kann. Aber in diesem Buch gibt es ein paar Enthüllungen, die Callie in ein völlig neues Licht rücken. Gleichzeitig tauchen neue Figuren auf, bei denen auch nicht jeder ist, was er/sie vorgibt zu sein, so dass es weiter sehr undurchsichtig bleibt, wem Kai und Shay vertrauen können.
Das Hin und Her zwischen Kai und Shay, sowie Kai und Fenja ist zwar weniger als in Buch 1, hat mich aber irgendwie doch gestört. Man sollte meinen, es gibt wichtigere Probleme. Generelles Problem ist, dass alle nicht gescheit miteinander reden.

Dass Shay quasi im Alleingang die Wahrheit aufdeckt und damit sogar Dr. 1 noch überraschen kann, fand ich dann etwas überzogen und unglaubwürdig. Gleichzeitig finden sie sich immer wieder in ähnlichen Situationen wieder, aus denen sie naiverweise scheinbar nichts lernen und immer wieder blind den selben Leuten vertrauen. Hier passt für mich was nicht so richtig zusammen.

Die Epidemie selbst rückt in diesem Buch eher in den Hintergrund. Im Fokus stehen stattdessen die Gruppen die sich formieren und was sie antreibt. Das Buch gibt zwar Antworten auf Fragen aus Band 1, wirft aber auch ziemliche viele neue auf. Das es sich weiterhin gut lesen lässt war ich schnell durch, obwohl mich die Handlung diesmal nicht so ganz überzeugen konnte

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Veröffentlicht am 31.05.2023

anders als gedacht und für mich schwer zu greifen

Unwesen
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Ich hab mich ein bisschen durch die Worte »Schwedens Antwort auf Stephen King.« verleiten lassen. Beim Lesen dachte ich dann "achso, diese Art Stephen King". Denn was ich auch bei King immer wieder vergesse ...

Ich hab mich ein bisschen durch die Worte »Schwedens Antwort auf Stephen King.« verleiten lassen. Beim Lesen dachte ich dann "achso, diese Art Stephen King". Denn was ich auch bei King immer wieder vergesse ist, dass ich seine Bücher ausschweifende und stellenweise geradezu verwirrend finde. In diesem Sinne stimme ich zu, liest sich wie Stephen King. Ich hab viel zu lange gebraucht, um in die Geschichte reinzukommen, die, als die einmal Fahrt aufgenommen hatte, dann doch recht spannend wurde.

Zum Inhalt: In einem verschlafenen Küstenstädtchen in Nordschweden taucht ein herrenloser Frachtcontainer auf. Und obwohl er Gesprächsthema Nummer 1 ist, wird er nicht geöffnet. Als es dann doch passiert erschüttert nicht nur der Inhalt die Stadt, es hat auch den Anschein, als wäre etwas Böses ihm entflohen. Doch außer Siw und Max scheint niemand was zu merken, bis die Stimmung zu kippen droht.

Der Beginn des Buches zog sie für meinen Geschmack ziemlich in die Länge. Dadurch hatte man zwar als Leser Gelegenheit die umfangreich ausgearbeiteten Figuren gut kennenzulernen, aber für meinen Geschmack hätte da auch ein bisschen was gekürzt werden können, denn bis überhaupt so richtig Spannung aufkam, dauerte es mir einfach zu lange und ich wusste lange nicht, wo die Geschichte eigentlich hinwill.

Es fällt mir total schwer, das Buch in ein Genre einzuordnen, irgendwo zwischen Mystery/Horror, Gesellschaftskritik und Spannungsroman bewegt sich die Geschichte auf nicht unbedingt gradlinigen Bahnen, getragen von den Figuren selbst, die dafür aber auch sehr authentisch rüberkamen.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat mir die Geschichte im Verlauf dann auch gut gefallen, auch wenn der Vergleich mit Stephen King vllt. etwas großzügig ist. Besonders das Thema "Verlust der Menschlichkeit" ist gut rübergebracht worden und regt subtil zum nachdenken an. Das letzte Viertel war dann ungefähr, wie ich es vom gesamten Buch aufgrund des Klappentextes erwartet hätte. Von mir daher 3,5 Sterne

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