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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.07.2023

Ungewöhnlicher, schwer zugänglicher Schreibstil

Zwischen Himmel und Erde
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Mich hat der Klappentext sehr angesprochen, der eine tiefgreifende Geschichte mit politischem Hintergrund versprach. Dass dieser sich auf die politische Lage in Brasilien und Großbritannien bezog, fand ...

Mich hat der Klappentext sehr angesprochen, der eine tiefgreifende Geschichte mit politischem Hintergrund versprach. Dass dieser sich auf die politische Lage in Brasilien und Großbritannien bezog, fand ich sogar interessant. Also habe ich mich gerne der Geschichte der beiden Frauen Catania und Melissa gewidmet. Leider konnte mich "Zwischen Himmel und Erde" aber überhaupt nicht überzeugen.

Yara Rodrigues Fowler hat einen sehr unkonventionellen Schreibstil gewählt, ein Umstand, der für mich nicht per se negativ ist, allerdings fand ich dadurch einfach keinen Zugang. Mein Kampf mit dem Stilistischen überschattete alles und der Inhalt trat mehr und mehr in den Hintergrund, da ich immer wieder meine liebe Mühe hatte, mich darauf zu konzentrieren. Ich habe trotzdem immer wieder versucht, dem Buch etwas abzugewinnen und es als Lyrik oder Experiment zu betrachten. Letztlich war ich aber froh, als ich es fertig hatte.

Wer sich mit dem ungewöhnlichen Schreibstil anfreunden kann, wird seine Freude daran haben.

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Veröffentlicht am 31.05.2023

Skurril, aber zu langatmig

Der letzte Sessellift
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Nach Hotel New Hampshire war "Der letzte Sessellift" seit langem wieder mein erster Irving. Die Figuren sind detailreich gezeichnet, insbesondere der Ich-Erzähler Adam. Detailreich ist auch die Geschichte, ...

Nach Hotel New Hampshire war "Der letzte Sessellift" seit langem wieder mein erster Irving. Die Figuren sind detailreich gezeichnet, insbesondere der Ich-Erzähler Adam. Detailreich ist auch die Geschichte, um nicht zu sagen "ausufernd". Und das ist in meinen Augen das Manko, Irving widmet sich zu vielen Themen - Skifahren, Kleinwüchsigkeit, LGBTQ, um nur ein paar zu nennen - und beschreibt diese zu ausführlich, wenn auch ideenreich. Leider musste ich mich durch diese Längen ab etwa der Hälfte durch das Buch quälen und war dann fast schon froh, als ich es fertig gelesen hatte. Schade, denn prinzipiell mag ich skurrile Geschichten und eine solche ist "Der letzte Sessellift" definitiv.

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Veröffentlicht am 10.02.2023

Langatmig

Verräterkind
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In "Verräterkind" erzählt Sorj Chalandons von seiner Beziehung zu seinem Vater, die geprägt ist von der Frage nach dessen Rolle während der Besatzungszeit. Sein Vater stellt diese durchweg positiv dar ...

In "Verräterkind" erzählt Sorj Chalandons von seiner Beziehung zu seinem Vater, die geprägt ist von der Frage nach dessen Rolle während der Besatzungszeit. Sein Vater stellt diese durchweg positiv dar und erzählt von Heldentaten, all dies entlarvt Sorj als Lügen. Als beide am Prozess gegen Klaus Barbie in Lyon teilnehmen - Sorj als Journalist, um für eine große Tageszeitung darüber zu berichten, sein Vater als Zuschauer - macht Sorj das Ereignis immer mehr auch zu seinem Prozess gegen seinen Vater.

Sorj Chalandon schreibt wortgewaltig und detailliert über die Greueltaten der Nazis und deren Schergen. Unvorstellbar, wie es sich anfühlen muss, zu wissen, dass der eigene Vater einer davon war und nicht die Rolle spielte, die er die Welt gerne glauben machen möchte. Verständlich, dass der Sohn das verarbeiten muss und möchte. Dafür taucht er tief und ausführlich in das Thema ein, lässt seine Leser daran teilhaben - und wird dabei für meinen Geschmack zu ausschweifend. An mancher Stelle konnte ich kaum weiterlesen - nicht, weil mich das Thema zu sehr belastet hätte, das war nur am Rande der Fall - sondern, weil mir die Erzählung einfach zu langatmig war und dadurch für mich eine Langeweile entstand, die dem Ernst des Themas nicht gerecht wird. Es fiel mir irgendwann so schwer, mich trotzdem auf den Inhalt und die Vater-Sohn-Beziehung zu konzentrieren, dass ich mich durchquälen musste und erleichtert war, als ich endlich die letzte Seite hinter mir hatte. Schade, denn das Thema interessiert mich sehr und man bekommt das nicht so häufig aus erster Hand berichtet.

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Veröffentlicht am 28.11.2022

Langatmig und langweilig

Beethovens Geliebte
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Babette Koch wächst gemeinsam mit Ludwig van Beethoven auf. Ihre Mutter, Wirtin eines Wirtshauses, das von der gehobenen Gesellschaft frequentiert wird, wünscht sich für sie eine gute Partie, am liebsten ...

Babette Koch wächst gemeinsam mit Ludwig van Beethoven auf. Ihre Mutter, Wirtin eines Wirtshauses, das von der gehobenen Gesellschaft frequentiert wird, wünscht sich für sie eine gute Partie, am liebsten einen Fürsten zum Mann. Aber für Babette kommt nur Beethoven in Frage.

Babette wird als fortschrittliche Frau mit eigenem Kopf beschrieben. Ihre Fixierung auf Beethoven und ihre Ablehnung aller anderen Männer unterstreicht dies. Der ganze Roman dreht sich nur darum, wie sie Beethoven für sich gewinnen möchte. Dadurch empfinde ich die Geschichte als langatmig und langweilig. Leider vermag mich die Autorin auch nicht ins 18. Jahrhundert zu versetzen, sie beschreibt zwar die Umstände der damaligen Zeit, kann aber die Atmosphäre für mich nicht einfangen.

Die Geschichte ist gut recherchiert und bietet einiges an Informationen über Beethoven, die mir bisher unbekannt waren. Trotzdem kann sie mich einfach nicht fesseln.

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Veröffentlicht am 09.08.2022

Nett, aber unglaubwürdig

Die versteckte Apotheke
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Caroline fliegt nach einem heftigen Streit mit ihrem Mann alleine nach London, wo sie eigentlich gemeinsam ihren Hochzeitstag feiern wollten. Ein Apothekerfläschchen, auf das sie zufällig stößt, weckt ...

Caroline fliegt nach einem heftigen Streit mit ihrem Mann alleine nach London, wo sie eigentlich gemeinsam ihren Hochzeitstag feiern wollten. Ein Apothekerfläschchen, auf das sie zufällig stößt, weckt die Historikerin in ihr und führt sie zurück zu ihrer ursprünglichen Passion.

Sarah Penner verbindet zwei Erzählstränge, Gegenwart und 1791, zu einer nett zu lesenden Geschichte, die ich aber ziemlich überladen und unglaubwürdig finde. Eine Protagonistin im Jahr 1791 hätte gereicht. Leider ist auch die Handlung und Verbindung zwischen den beiden Zeitebenen für mich völlig an den Haaren herbeigezogen.

Wer einfach nur gut unterhalten werden will und wenig Anspruch an Glaubwürdigkeit und Tiefe hat, ist mit der versteckten Apotheke sicherlich ganz gut bedient. Mir ist es leider zu wenig. Schade, die Idee war gut, die Umsetzung leider nicht.

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